Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 29 (13.8.1920)
- Date
- 1920-08-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29. Leitet r -■' 1 S«e MUe. M - Stete Eingang '■enheiten in Tapeten Läufer Vorlagen 20 Mene Hainzerstrasse 20 Ecke Weissfranenstrasse. Telefon: Hansa 1784. der Präsident der Tschecho-Slovakischen Republik, sandte ein Begrüßungsschreiben. Die Referate gaben ein erschütterndes Bild der Lage der Juden im Osten. So wurden in der Ukraine 568 Orte von Pogromen heimgesucht, bei denen über 13000 Menschen ihr Leben ließen und minde^ns ebenso viele Kinder Waisen wurden. Bndntzeft An der Nationalversammlung wurde heute eine Petition vom Wehrmachtverein eingebracht, in der gefordert wird, daß Juden in der Ratio na lärme e weder als Offiziere noch als Mannschaften Ällifmchme finden sollen. - Paris. Der türkische Friedensvertrag ist am 4. August unterzeichnet worden. - -Jernsale». General StorrS veröffentlichte eine Verordnung, nach der jeder Regierungsbeamte den Rirh^etaH.seiner Religion dienstfrei hat, Jerusak««. In der von Sir Herbert Samuel bei USernahme der Regierung verlesenen Botschaft des Königs heißt es: „Die Alliierten haben beschlossen, Palästina allmählich wieder zur Heimat des jüdischen Volkes zu machen, ohne baß dadurch die Rechte Andersgläubiger geschmälert würden." -Schabbos Nachum las Sir Herbert Samuel in der Synagoge die Huftoro vor. 8io«Mche Nachrichten. 8sk»sh. Das neue Große Aktionskomi tee wählte Lord Rothschild zum Vorsitzenden und Professor Marburg und Dr. M o tz k i n zu stellv. Vorsitzenden.' Ussischkin, Julius Simon und de Lieme wurden zu Ressortleitern und damit zu Mitgliedern der.Exekutive ernannt. Max Nordau, Kurt Blumenfeld und H. Sacher sind aus dem A.-Causgetreten. A«s »er „Ar«das Jisrael"-Beweguug. Halberstadt Im Älter von 52 Jahren verschied muh langem' Leiden Dr. Abraham Hirsch, Mitinhaber brr weltbekannten Metallfirma Aron Hirsch u. Sohn. Dr. Hirsch war als Mitbegründer der Agudas Jisroel- Orgamsation eng mit deren Interessen verwachsen. Dozentur an der hiesigen Universität entzogen. vreSlck«. Der Talmudgelehrte Schalom AhlVeck aus Warschau ist hier verschieben. .. Tie Gemeindevertretung in Schreiberhau äußerte sich energisch gegen die antisemitische Propaganda zweier dortigen Po stb eam te n. Halbe (Kreis Teltow). Der jüdischen Knaben-ErziehungSanstatt ist jetzt eine Flüchtlingskolonie angeglicdert worden. Kraka«. Rabbiner Pincha s Dembitzer ist — 70 Jahr alt — verschieben. Jaffa. Israel Belkind ist nach dreijähriger Abwesenheit nach Palästina zurückgekehrt. Acit dem aus sechs Millionen Pfund veranschlagten Hafenbau in Haifa ist begonnen worden. Aucoua. Rabbiner Dr.H. Rosenberg, der bis zum Ausbruch des Krieges das Rabbinat in Ancona inne hatte und nach der itäl. Kriegserklärung an Oesterreich- Ungarn Italien verlassen mutzte, wurde nunmehr mit Genehmigung der ital. Regierung in sein Amt wieder eingesetzt. Dr. Rosenberg ist in Hßthärs (früher Ungarn) geboren und Schüler des Rabbiner-Seminars in Berlin. Während der Kriegsjahre fungierte er in Kristiania (Norwegen) als Rabbiner. Ararrkfurter Berichte. Kleine Notizen. < Der Verein zur Pflege jüdischer Kunst veranstaltet in der Frankfurt-Loge eine Reihe jüdischer Theaterstücke mit ostjüvischen Schauspielern. Näheres siehe Inserat in der heutigen Mmmer. , Frankfurter Veranstaltungen Misrachi, Mittwoch, 8 Uhr, Saal 5 Kolksbildnngshcim: Die Londoner Konferenz (Dr. Rabin). — Ag nd as Sfs.r o e l, Donnerstag, 8\4 Uhr, Hamuiertandstr. 17: NArnerger Tagung (Zahnarzt Ehrmann), r— TalmudThora- Verein. Samstag, Schlliß Morgengottesdienst: SchuLchan Aruch (Dr. Friedmann); 3%: Raschi (Lipinsky); s/i- Stundc vor Nacht: Eyn Jaakauw (Unna); Sonntag, Schluß Morgengottesdienst: Mischna (Dr. Friedmann); 91/4 vorm.: Schulchan Aruch (Lipinsky); 9Vr: Gemoro (Unna); Montag, 6V4 abends: Nwiim (Unna); Dienstag, 8V2: Mikro (Unna); Mittwoch, Schluß Morgengottesdienst: Mischna (Dr.- Friedmann); 61/4 abends: Chauwaus Ha'lewowaus (Dr. Braun); Donnerstag, 81/2 abends: Gemoro (Unna); Gemoro-Schiurim Sonntag und Donnerstag Hermesweg 25, alle andern Hörsaal Börneplatz. Fortbildung f. j. Leute: Montag, 9 abends: Gemoro (Unna); Fortbildung s. Knaben: Samstag, 3Vr: Schulchan Aruch; Dienstag, 6 abends: Mischna; Donnerstag, 6 abends: Gemoro. Literarische Rnndscha«. vlalik und »er Nobelpreis. Der Obcrrabbiner von Stockholm, Dr. Markus Ehrenpreis, der zusammen mit'dem bekannten schwedischen Dichter Josesfohn eine schwedische Ucbersetzung der Gedichte von.Bialik verfaßt hat, hat Schritte unternommen, damit Bialik für den Nobelpreis vorgeschlagen werde. Aus »er Wisrachi-Beweguuft. Der Misrachi ttn Litauen häU Mitte Mul seine La-nbeskonfer.enz ab. Vl«ver»am. Der Jung.MiSrachj-WeltVerbanb fordert in einem Aufruf — unterzeichnet: Rabb. Afher, E. be Beer, M. Salomons, A Salomo ns nick S. Tal — die Jugend zu energischer Arbeis aus. Londo». Mtt mehr als 4000 Personen fand in der Great Affunbby HM eine Versammlung statt. Chiefräbbi Dr. Hertz präsidierte, Rabb!. Fi sh man, Abg. Farbstein, Hermann Struck, gstibb. Trunk-Kutno, Bubl-ik-Newyork usw. sprachen. <Es lag ein Begrüßungsschreiben Nordaus vor, in dem es heißt: „Die strenge Einhaltung aller Gesetze und Bräuche, aller Vorschriften ruck Gewohnheiten, Mer Tradittonen war die stählerne Rüstung, die das Judentum neunzehn Jahrhunderte hindurch vor Zernagen und Zerstören, unaufhörlichen Verfolgungen, unausgesetzten Leiden und vor indifferenter oder feindlicher Umgebung geschützt hat. Das Aufleben unserer einzigen Rasse ist der Dank einer unentwegten Ausdauer und heroischen Treue jener Juden, deren Festigkeit und Charakter sie zu einem Muster für die Menschhett macht." . , «. Heine Mtttetvm-e« Berlin.^ Geh Medizinalrat Pros. Dr. Leopold Laizdau, der auch ein lebhaftes jüdisches Interesse betätigt, feierte sein 50jähriges Doktorjubiläum. Pettthamse«. Todesfall. Unsere Gemeinde traf durch das Hiascheiden ihres Synagogen-Aeltesten, des Herrn Jakob Moritz, ein schwerer Verlust. Der Dahmgeschäebene zeichnete sich durch strenge Pflichttreue und echte, tiefe Reltzivsität aus, er wirkte vorbildlich und aneifernd für Me ianxe Gemeinde. Ä Heidelberg Die badische Regierung Hai bemÄbiaten Arttisemüen und Nationalisten Dr. Arnold Rüge die . -. «irgmiruH 149«;. r H> 4fi42.' . Best bewährteste Teppichu. Bettfedern-Belnlguig. Schon vor einigen Jahren tauchte d:r Gedanke aus, Bialik für den Nobelpreis * vorzuschlagen. Bald darauf wußte man sogar von einer nahe bevorstehenden Zuerkennung des Nobelpreises an den Dichter zü reden. Die Nachricht war, wie es sich dann erwies, ein wenig voreilig in die Welt gesetzt. Daß sie einem verständlichen und vor allem einem wahlberechtigten Wunsche entsprang, steht außer Frage. Es ist ein Versäumnis von jüdischer Seite, in erster Linie aber von seiten des Nobelpreiskomitecs, daß es diesen aufgrund seiner außerordentlichen dichterischen Leistungen vor vielen dazu ausersehenen Anwärter aus den Nobelpreis die ganze Zeit nicht beachtet hat. * Allgemeine Kulturgeschichte.*) Die ^Allgemeine Kulturgeschichte"^ von C h a r»l e s Richet ist ein verdienstvolles Werk. Die Schwere der Aufgabe, die der Historiker bei „diesem Versuch einer Geschichte der Menschhett" zu lösen hatte, läßt das fertige Wert auch vor strengem Urteil als gediegen und gehaltvoll bestehen. Es ist Richet gelungen, die Grimdzüge der geschichtlichen Entwicklung in seinem Werke klar herauszuarbeiten, die typischen Kultur- und Lebensformen der einzelnen großen Geschichtsepochen lebendig darzustellen und die Fülle der Einzelheiten an Geschehnissen und Ergebnissen in zusammenfassender Darstellung zu bändigen, um dann die wesentlichen Einzelzüge zu e i n c in großen Sitte — dem kulturgeschichtlichen Bilde — zu vereinigen. Das Buch ist fesselnd und niemals langweilig; denn es ist mit feinem Gefühl für die Dynamik und innere Bewegtheit in der Entwicklung und mit künstlerischem Geschmack für episch knappe und klare Därstelluiig und in einer wohlgeglätteten, ruhigen Sprache geschrieben. Ein Manko wesentlicher Art wird durch alle diese Vorzüge des Buches nicht ausgeglichen: die Vernachlässigung der Geistesbewegungcn in der Geschichte 'in Sinn und Wesen und Bedeutung, eine Vernachlässigung, die hier, wo Kultur geschützte dargestellt wird, doppelt ,inS Gewicht fällt. So wächst das Werk nicht ganz zur Geistes- und Jdeengeschichte empor, es bleibt zu sehr an den äußeren Geschehnissen und Erscheinungen haften. Eine Grundidee, die ein alles tragendes Fundament ist, fehlt dem Werke; — ein ausgesprochener Mangel. *) Charles Richet: „Allg. Kulturgeschichte" (Versuch einer allgemeine» Geschichte der Menschhett).' Band s! (Bon der Urgeschichte bis zur franz. Revolution). Deutsche^ Ausgabe von Dr. R. Berger. Musarion-Verlag, München. Konfitüren and Sebokalsd«5 Sieinweg 12 > 1- Bteihwog.,12!1 Innerhalb dieser Grenzen behält jedoch das Werk seine Bedeutung und seinen nicht geringen Wert; man darf ihm viele Leser wünschen. - —tz- Ser jüdische Pieuler i« 8rez-Israel. (Von Israel Tunis, überseht von Heinrich Broch. Mk. 1.40, Wien und Berlin, R. Löwit Verlag.) ' Das lesenswerte Heftchen enthüll soziale Gedanken eines , jüdischen Arbeiters, der an dem Ausbau Palästinas als Pionier mitgearbeitet hat. . Die Judeuftadt vo« Lubli«. (Von Meyer Balaban. 112 Seiten und vicle.4>lbbildungen. M. 12.. Berlin, Jüdischer Verlag.) Lublin, eine Jubenstadt von altem Mel, reich an geschichtlich bedeutsamen Persönlichkeiten (Salomo Luriar Mordechaj Jaffe, Meir Lublin usw.), Ereignissen und Stätten, hat hier in Balaban seinen Geschichtsschreiber gefunden, und 59 Abbildungen beleben den fließend geschriebenen, Jahrhunderte unserer Golusgeschichte. gebenden Text, denn dieser Ausschnttt aus einer Gemeinde ist typisch für das Ganze. Die geschmackvolle Ausgabe macht dem Löwitschen Verlag Ehre. Ottenbaclier Dracklntt-rAnlage Offenbaoh a. Telefon 123. Unübertroffene Teppichreinlgug mittelst Druckluft. Woche»-S«ze»»er. Samstag, 14. Mug. (30. 8lw) 'Sabbat-Anfang in Frankfurt 7 Uhr 20 Min.'(Gemeinde), 7 Uhr 05 Min. (Religions- Ges.). — Sabbat-Ausgang in Frankfurt 8 Uhr 35 Min. Wochenabschnitt: Reer. Rausch Chaudesch: Samstag und Sonntag. Wochengottesbicnst in Frankfurt 6l/i Uhr morgens, 7 Uhr nachm, in den meisten Synagogen. . Kraslfurter Ka«Me»»Kchr1ch1e». G c st 0 r b e n. Emanuel Groß, 63 I., Ostendstr. 6. — Mansred Kvpinsky, 25 I., Wiesenstr. 2. — Iva Goldschmidt geb. Speyer, 68 I., Mainzerlandstr. 18. — Leopold Sob, 59 I. — Sanitätsrat Dr. Victor Seckbach, 52 I., Holbeinplatz 26. — Louis Heinemann, 36 I. — Sigmund Löb, 63 I.. UuSwSrttge AK«llieil»a-rrchte». Gestorben. Edmond Werthenschlag, 73 I.; Biel. — Adolf Bendheim, 51 I., Coblenz. — Jakob Stern, 59 I., Creglingen. ._ Spende». Bei I. Heimann Söhne (Zeit 21) gingen ein: Selbstbesteuerung: I. Rubin 150 Jk, durch P. und Z. Ärnsherg gesammelt an der Hochzeit Herzfeld-Rapp, Groß-Umstadt) für den Landsonds 187.50 Jk, Jenny Hanemann, Frankfurt a. M.> gratuliert ihrer Schwester-Ottilie zur Verlobung, 2 Oelbäume i. Herzlwald, 20 JL, dieselbe gratuliert ihrer Schwester Rali zur Hochzeit 2 Oelbäume i. Herzlwald' 20' Jk, Markenverkaus durch Herrn Hichenberg, 87 Jk, Telegramme 20 JL BLchsenleerung: A. Seligin an n 7.55, Thea Spiro 7.35, Gebr. Kulp 3, Rottenberg 2.30, Grete Stern 15.20, S. Stiebe! 5, B. Rosenblum 10, Oscar David 3, Dr. Schwarzschild 15.10, M. Wolpe 2.85, Sosenski 3.45, P. Schopflocher 20, F. Wolf 21, Kaffee Präsidmm 1, Liesel Erbesseid 2 M. Frau Henriette Strauß, i. Ludw. Strauß-Garten» 20 . Oelbäume M. 200. Versammlung Goslar M. 122, Höchenberg Marken»Ver« kcmf M. 45, Lippmann Wolf M. 10, Dav. Hamburger dankt I. Oesenich, Wiesbaden, für Gastfreundschaft M. 5> Jos. L. Oppenheimer für Depesche M. 20, Emil Bickhardt 2 Bäume an Rechtsanwalt u. Stadtverordneten Hermann Rotschild s. A., Offenbach M. 20. ' Bei der N. I. P. gingen ein: , , Palästina-Aufbau: Julius Blumenthal 100 Mark, Meer Teplitzky und Frau gratui. Uscher Falkowsky und Frau z. - Geburt e. Tochter 1 Oelbaum in Dr. Schlcnow Kolonie, 10 Jk Eurt und Bella Weil anl. ihrer Vermählung M. 50, für Nattonalfonbs M. 25, für Zion. Ortsgruppe M. 26, -Mi. ■*, Sonbheimer M. 3, Arthur ittlinger M. 3, Julius Schmidt u. Frau M. 3, Glückwunsch . Hochzeit E- Feist/Fränkel sür Tachkemonischule, Rabblfsessor Lipinsky z. Hochzeit Hugo Ehrmantt 1 BauiN M. 10. “ - > €droin seist Jlse seist geb. Fraenkel Varmihlto« - Frankfurt a. M. 2? Ab 5680; Manchen ' \,/ 9