Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 24 (29.6.1920)
- Date
- 1920-06-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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&äe 4. S&ne ZMsche Meise. Nr- 24. y»iMntaa8e < Beginn 8 ühr. Tel. H. 5516. Stets erstklassige Attraktion« - Programme. M» OTt— Kflertjersplela ■■ Hatte. Mder zu -tiertonltat, die Gemeindeumlagen einzuzieheu und dicstädtischen Steuern an den Rat abzuführen. Die Steuereinschatznng fand alle 6 Jahre statt. Beschwerde gegen zu hohe -Veranlagung war zulässig. Endlich sind noch die Spttcklmeister, Abnosenpfleger und Schiedsrichter zur Assipölz der Zehner bei der Beilegung von Händeln zu erwähnen. l ' (Fortsetzung folßt-) Ltter«cksche Rundschau. An de« Wasser« von Babylon. (Ein fast heiteres Jndenbüchleiii. 156 Seiten. Geheftet 5 Mk. zuzügl. 20o/o. MLuuhen, Georg Müller Verlag.) Inhalt: Au den Wassern von Babylon (H ermann Sinsheim er). — Gespräche mit dem Ewigen Jude» (Lion Feuchtwan ger). — Breviarunr Judaicum (Fritz Kassierer). — Anekdoten (Paul Schlesinger). Wir Menschen sind eigentümliche Geschöpfe: dem einen, was in unseren Gesichtskreis tritt, schauen. wir herzhaft in die Augen und an dem anderen dagegen mit Beharrlichkeit vorbei. : Ms Exempel der in unserem Buche vorliegende Fall: vier deutsch-jüdische Literaten wollen die Verwurzlung des deutschenlJuden im Deutschtum zeigen, wobei sie ihr Judentum. das Gewaltigste all« Kultur- und Volks Probleme, io leichthin behandeln, daß sie in Wirklichkeit an ihm vorbeifehen. Freilich, wenn die Religion und die Geschichte, die Bepgangenhell, die Gegenwartsvroblematik und die Zukunftsfragen der jüdischen Gemeinschaft süb nur wie einige kurze Striche aus einem Leitfaden imdGehirn spiegeln, dann kann man nicht anders, als sich auf eine oberflächliche Betrachtungsweise einstellen. Und. das ist das Schicksal der meisten Juden des Westens. Deshalb wird das uh netten Feuilletonstil geschriebene Buch auch Anklang finden, trotzdem es für die Frage,-Deutschtum — Judentum" herzlich wenig bedeutet. fiffinbaeher DracUnit-Anlage Offeahach M» BL Telefon 123. TIklberlroffeae Tepplchrelnlgnng mittelst Drncklnft. | . Samstag, Z.^Juli (17. Tamus). Sabbat-Anfang in Frankfurt 7>/e (Gemeinde), 7 Uhr 50 (Wligionsges.). - ( Sabbat-Ausgang 9 Uhr 40. Wochenabschnitt: Bolok. . Sonntag: Sch iw oh O so r Betamus. Ibeo Joha£ Konfitüren nnd Jäcltolt^lade Stein weg 12 8tdnwegl2 AnMfvrttr KimttllrmmHrrchte«. Burmiztvos. Franz Mainz» Sandweg 3, Synagoge Bprneplatz. Ge sto rb e n. Mayer Seckbach, 58 I. — Nelly Charlotte Epstein, 26 I. — Therese Nathan, 75 I., Hermannstr. 18. AxswSrtige Flmriliemunhrichte». Gestorben. Esther Stern geb. Bender Wwe., A> I., Hanan. — Willy Pintus, 57 I., Mainz. — Rosalie Siegel geb. Haber, 52 I., Mainz. — Emil Pollak, 66 I., Zürich. TBO St. Moritz-Bad -iko - Pension Edeiwfiss -■ Besitzer: Leopold Bermaitii Voile Pension mit Zimmer von Francs 15.— an. * Spende«. Bei der Nationaljondskommifsion (I. Heimann, Zeit 21, Postscheck 41441) gingen ein: Cilli Goldschinidt und Toni Rosenbaum je l Baum auf David Hamburger zum Geburtstag 20 M. Ludwig Strauß-Garten Frau Henriette'Strauß 50 Bäume anl. des Geburtstages 21. Juli 500 M. G a l ä st i n a - G ö u l a h - W o ch e.. Ludwig Strauß z. Gedächtnis f. s. sel. Mutter Betty Straus; 100 M. Liebermann Rothschild, Hanaucrlandstr. 44 300 M. I. F. Goldschmidt 100 M. Josef Lubowsky 10 M. Durch Josef D. Oppenheimer: Jsi Springut 100 M. Hans Rudow 100 M. Jos. L. Oppenheimer 500 M. Sammlung Hochzeit Mohrcr-Lombik 280 M. Selbstbestenerung: Dipl.-Ing. Nathan Grünstein 300 M. Bnchsenleernng: Dr. Schames 34.50, E. Swiersky 2.25, Jsaac Heinernann 52.—, S. L-ternberg 5.36, Steigerwald, Rohrbachstr. 2.—, Schäfer 1.—, S. Salinen 1.90, Jos. Ball 1.65, Leo Seelengut 2.15, Levi Teplitzki 17.85, Bella Meier 6.63, M. "Sigmann 11.40, Ptaschnik 6.—, Fr. Selka 6.56, Frl. Strauß 5.30, S, Strauß 4.37, (Zangex 3.45, Würzburger '1.10, Geschwister Witstein 0.30, Berta Springut 5.—, Clara Berwwitz 1.10, Regina Wiesenfeld 28.—, Stud. S. Ball 3.90, Hotel Ullmann.44.60, Jakob Wolfs 26.80. Letzte Berichte. Berit«. D:r DA,legiertentag der Zionist. Vereinigung für Deutschland ivählte als gtisch ä st s fü hr en d e n Aus schuß:!' Bergnstrasse 149. 8. 4648. Mottenvernlchtunii unter fierentle.' K<l« und Rose-n bl üi h (gleichgeochnete Präsidenten), Rosenberg, Blum-enfeld., Berger, Boschwitz, Kohn, Schwabe, Dr. S. MoseS, Dr. W- Muses Woll st einer, Trietsch, Weil und Wrlt?sch. Zur 'Londoner JahrcSkouferenz wurden delegiert: Blumenfeld, Lichtheim, Arlosoroff, Trtetfch, Schocken, Steinitz und Moses. Wie«. Die amerikanische Mission hat einen Schadenersatzanspruch von K. 60000 für die Schäden gestellt, die gelegentlich des gewaltsamen Eindringens einer Gruppe von dcutschuationaben Studenten in die Mensa nrnhrrnirn ju» daica durch Zerschlagen von Gläsern, Geschirren usw. verursacht wurden. London. Sir Herbert Samuel enipsing vor seiner Abreise eine Abordnung des Russisch-Jüdischen Komitees (8. Goldberg, I. Rosoff, A. Jdelsohn), die ihm eine Sefer-Thora überreichte. Sir Herbert Samuel dankte auf Hebräisch „für die best« Gabe, die ,nan ihm habe geben können, und die er stets in Ehren halten werde." Lo«do» Zur Zioni stischeu Fuhrrsko nfereuz trafen hier mit der „Lupland" aus Amerika ein: Oberrichter Brandeis, Felix Frankfurter, Frau Fels, Nathan Straus, Louis Robinfvhu, Louis Lipsky, I. de Haas, E. Brodie, Abr. Trnlin «mb David Rofenbloom. London. Die englische AgudasJisroel Wählt« Dr. Benzion Feßl-er-Wien zum Germralsrkrrtär. — Die hebräische Lehrorvereiniguug hat sich korporativ dem M i s r a ch i angeschlossen. Allgemeine Mtrrellvvgeil. Die Holz banwerke Hönischu. Co.desaffen sich auch mit der Herstellung von Laubhütten, die infolge der günstigen Konstruktion, bei jeder Witterung einen angenehmen Aufenthalt bieten." Bei kürzester Lieferzeit kann jedem besonderen Wunschbetresfs Ausführung Rechnung getragen lvrrden. (Siehe, heutiges Inserat.) Ernennung. Der Kaufmann Hugo Zimmer zu Frankfurt a. M. ist zum Preußischen Lotterie-Einnehmer ernannt worden. Gleichzeitig ist ilflneine Lotterir-Einnahuw für Frankfurt (Main) übertragen worden. Sein Kontor befindet sich Kronprinzeustr. 25, woselbst er ulit der Ausgabe der Lose zrir 16./242. Lotterie bereits begonnen hat. Briefliche». R. K- Arnold Zweig -/Drei Erzählungen" kostet gtb unden 8 Mk. .? . — B.-Die hebräische Schrtzt ist läut^rfügung des Reichs- Nnanzministeciums vom «. 7, ,19 und vom l. 4. 20 tm Postverkehr nach dem Ausland nicht zulässig. TBgBet pj, . . , . » g. < wie ein leises Lächeln um feinen Mund zu spielen. Patrika ober "faßte sich bald, kämpfte'den in ihm aufsteigenden \ Untotlleu nieder und sprach: „Erlauchter Feldherr, mit '. ' ' Freuden bringen wir alle Opfer, die in unser» 'Kräften j. .stehe»; — aber wie sollen wir in den Häusern der Stadt!-■ über sechstausend Mann monatelang mit allem, was sie t bedürfen, und mit ihrem Solde erhalten können? Giebt (■ es auch unter uns eine Anzahl wohlhabender Bürger, so r-, ist doch die Menge nur arm und lebt von der Arbeit des; Tages. So würde diese ungeheure Last doch nur aus. jden Schultern^Weniger ruhen, und diese würden in kurzer! - Zesi M Grunde gerichtet sein."!- - „Du bist sehr verwegen, Jude," unterbrach ihn Ursiciuus. „cm meinem Ernste zu zweifeln. Ich scherze nicht .. mü Leuten Eures Schlages. Ich Habe Euch meine. Be-' . 'fehle gegeben, und an Euch ist es, sie zu vollführem" ■ Aber Patrika ließ sich nicht!von den stolzen Blicken .. des MömeB abschrecken und erwiderte: ,^err. Du über- ) schätzet unsere Kräfte. Uns bliebe nichts übrig, als aus-, zuwandern und diese Sticht ihrem Schicksale zu überlassen. / Was haben wir getan, um Deinen Zorn zu erregen, Herr? Wir sind getreye Untertanen des erhabenen Kaisers, haben ^'"pünktllch geleistet, was uns auferlegt worden, und niemals A fand auch nur ein Schein von Widersetzlichkell innerhalb l~ dieser Mauern statt. Wolle uns also nicht züchtigen }ür .v ein Bergeheu, das wir nicht begangen, und schenke uns, er- ( lauchiyr, Kerr, Deine Schonung!" f . Der Römer maß znit erstaunten Blicken den Sprecher.' c „Solche Einttden," sagte er, „kommen stets von den faulen und nick»rigen Bürgern der Städte. Unter unserem Schiche erwerben und schachern sie, häufen ihr Vermögen und genießen; wir sollen unser Blut zu diesem Schutze ver- . gießen, und wenn wir hierzu die Mittel verlangen, (so entsteht Jammern und Klaggeheul. Nichts da — und wenn Du anll Auswandern drohest, so wisse, daß unser Llrm- ' auch über die Mauern dieser. Stadt Hinausreicht und den ^FlüchWng zu . finde» weiß, wo er sich auch verbirgt, sei c§' --.auch unter den Feinden des Kaisers." ' Diese letzten Worte sprach er mit einem gewissen Näch- - ^7 druck und dxgleüete sie mit - stechendzn Blicken. . .Wir werdeir natürlich - liefern," antwortete Patrika, „was Du verlangst, so lange, wie wir es herbcizuschaffen vermögen. .Und wenn wir zu Ende sind?" „Dann werde ich mich, an Eure Personen halten und sehen, w.as meine Soldaten au» diesen an Geld, Weizen und Wem herauszupressen vermögen. Aber gemach, wir sind noch nicht fertig. Meine Kriegstribunen melden mir. Laß in Eurer Stadt nicht Stallung geiwg vorhanden ist, daß .Ihr aber fünfzehn Synagogen zählt — so nennt Ihr wohl die Häuser, in denen Ihr Euren falschen Glauben bekennet — nun, der Dienst des Kaisers geht allein vor, und Ich habe befohlen, daß tzehn dieser Häuser zu Ställen eingerichtet werden; mit fünfen habt Ihr genug. Ihr könnt meine Nachsicht daraus erkeimen, daß ich Euch dies mittelle und zwei Stunden Zeit gebe, selbst sie auszuräumen. Machet schnell damll, denn meinen Soldaten würde dies leichter sein und Spaß genug machen." Wer könnte das Entsetzen malen, das die drei Männer bei diesen Worten ergriff! Sie, die, wie ihr Amt schon erwies,- zu den sröinmsten und in ihrem Glauben eifrigsten Bürgern dieser Stadt gehörten, mußten den einfachen Befehl vernchnien, der ihre seit Jahrhunderten gepflegten Heiligtümer zu solcher Eillweihung verdammte. Aber auch jetzt ermannte sich Patrika, kühn trat er einen Schritt dem Römer näher, der sich behaglich in den Sessel zurückgeworfen hatte, und hob mit lästiger Stimme an: .Herr, das wirst Du nicht tun. Wir haben das Edikt des Kaisers Constantm für uns, in welchem er unseren Heiligtümern Unmitastbarkeit und deren Borstehern ein unverletzliches Privilegium zugesichert hat. Aus Grund dieses Ediktes verlangen mir, daß unsere Synagogen unangetastet bleiben!" UrsicinM sprang aus und hob die Rechte geballt in die Höhe: „Ihr ivagt es, zu widersprechen? Ich kenne das Edikt nicht, und Constanti'n ist tot. Jetzt regiert Kaiser Eonstautms, m>d dessen Befehle sind Gesetz. Ihr empfangt sie aus meinein Munde und ich tue, was nötig -ist zu seinem-. (Dienste. Uebrigens wer bist Du, 5knabe, daß Du hierso zu sprechen wagst?. Wenn Ich Dir nun den Kopf zn Deinen Füßen legen lasse? Wie? Du kannst Dich daun in Rom beklagen." , * ... > „Dies steht in Deinem 'Belieben, und Deine Soldaten^ -Iverden- Deine Befehle mit Vwgnügen aussühren- Aber -"‘Vee* ' r ' * - wisse, ans dem Blute eines Getöteten, erhebt sich oft ein mächtigerer Rächer, als der Lebende zu , finden vermag. So lange Du un» mit Füßen tritsit, mögen wir kein Gehör in Rom finden. Aber Hand an uns legen, könnte jedem schlimmbekommend Kennst Du einen gewissen Meschullam in Rom? Der kennt auch die Wege des kaiserlichen Hoses und' weiß sie mit Sicherheit zu betreten.- - Er ist mein Oheim, und ich war jahrelang sein Hausgenosse . . . ." -7 . Ursicinus biß sich aus. die Lippen; denn er kannte diesen Meschullam sehr wohl, und wußte, daß er das (Ohr des Eusebius besaß, des allvermögenden Güusttings des Kaisers: „Ja, ja, ich weiß es," sprach er mit einem ' Anflug von Bitterkeit; --Ihr Inden habt Eure Schliche überall und stecket Euere schmutzigen Hände in alL Schüsseln; doch das wird anders werden, verlaßt Euch darauf, An meülen Befehlen ändert dies nichts. Ihr seid weder Römer noch Christen, folglich schützt Euch weder Rom iwch die heilige Kllche. Saget Eurem Unglauben ab, empfanget das Sakrament der Taufe, und daS Joch soll, von Euren Schullepn fallen." Die beiden Begleiter Patrika's murmellen unwillig,- und dieser entgegnete: »Wir sind Römer, wie alle Asiaten. In Rom sind unsere Brüder römische Bürger so gut, wie die Enriaen; hier find Alle römische Untertanen, Unserm Glauben bleiben. wir treu; hätten wir von (ihm abfallen wollen um des grausamen Druckes willen, hätten wir es längst aetan. Aber wir tragen ihn, um den Namen des Einig- Einzigen zu heiligen!" .Haltet es wie Ihr wollet. -. Ich habe Euch nicht hierher befohlen, um Gespräche mll Ench zu führen. Ihr wisset wohl, mit wem Ihr -es zu tun habet." Er drehte den Männern den Rücken zu, und diese. verließen das Gemach.. Draußen fanden sie aüßer der Besatzung des .Echtellö' die Soldaten nach der Stadt tzbgezogen. mein rm» glückliches Sepphorisl" E"P«rS»' ««3, -Hief' Männxx gingen stillschweigend die Höchstsätze hinab. Gvrtfttznng MgtJ . & - i. i_i %. .