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Neue jüdische Presse · 1920-06-04 · Heft 21 (4.6.1920) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 21 (4.6.1920)
Date
1920-06-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 21. Condfiorei and Caf4 Wilhelm Wendel Alte;G>ASSe O« 1288. Wlureid der Sommermonate bis abends 10 Uhr geöffnet. Feinste Torten und Desserts — Kaffee, Tee, Schokolade, Eis« — tungen besonders für das P e s s a d) s e st von Wichtigkeit ist. Das aus dem Ausland gemeldete Vorkommen von Gewürzsälschungen ist auch in Deutschland nicht gegenstandslos, umsoweniger als Paprika und andere Gewürze von Ungarn und Oesterreich in erheblichen Quantitäten zur Einfuhr nach Deutschland gelangen und mit der W a h r - scheinlichkeit auch anderer Fälsch ungen als die bereits erkannten zu rechnen ist. Es heißt an genannter Stelle: „Bei Paprika wurden grobe Fälschungen durch mineralische Zusätze nachgewiesen; so bestanden 2 Proben aus einer Mischung von Paprika und Weizenmehl mit 10°/-, die andere 24v- Schwerspat, der künstlich rot gefärbt war; eine andere Probe bestand vorwiegend aus Maisgrietz, wenig Paprika und aus amorphen Teilen (Ocker); der unlösliche Anteil der Asche betrug 24°/o und bestand aus Eisenoxid. Ein bulgarischer Paprika mit 13,5 Asche und 7,7°/o Sand enthielt außer Paprika bedeutende Mengen von Maisgrieß. Alle übrigen Bestandteile betrafen sogen. Merkantilpaprika, der ohne Deklaration einfach als „Paprika" in den Handel gebracht wurde. Alle diese. Proben besaßen einen hohen Aschegehalt bis über 17-/« und «einen mehr oder weniger großen 'Sandgehalt bis über 18»,«-. Zwei Proben von Gewürznelken enthielten' unzulässige Mengen von Nelkenstielen, eine darunter auch eine mineralische Beimengung (Ocker); der Aschengehalt betrug 11,9°/-, der in verdünnter Salzsäure unlösliche Anteil 3,9 v» Eisenoxyd. Eine Probe von Muskatblüte enthielt nur geringe Mengen vpn Maris und bestand vorwiegend aus Maisgrieß und wenig Gerstenmehl, mit einem Teerfarbstoff gefärbt." f Literarische Rundschau. Hedwig Lachmauu. , (Gesammelte Gedichte von Hedwig Lachmann. Kiepenhauer Verlag, Potsdam' 1919) Noch Gustav Landauer hat ihre Gedichte gesammelt. Sie ist ein sehr kultiviertes und sehr formsicheres Talent, bei den französischen und englischen Lyrikern gut in die Lehre gegangen. Auch als Uebersetzerin hat sie sich besonders bewährt. Ihr Lebensgefühl ist vorwiegend resigniert, schwermutvoll, romantisch und passiv. Sie fühlt sich als verlorenes Kind jüdischer Kultur, mit der sie wohl Gefühl, aber keine innere oder äußere Tat verbindet. Ihre innere Tragik ist, daß sie entwurzelt blieb: ein typisches Geschick. Es ist müßig zu untersuchen, wie es anders hätte werden können. Jedenfalls scheint es gewiß, daß eine mehr inhaltliche Einstellung zum jüdischen Geistesleben (denn wie gut . hätte sie auch die, hebräischen Dichter übersetzen können» was sie wiederum in die jüdische Kultur eingeführt hätte) sie in sich selbst gefestigt hätte. Dies blieb ihr versagt. Ihr Dasein war eine typisch-romantische ' Dichterexistenz: unstet, flüchtig und heimatlos. " H. Weyl. Notizen. Die Monatsschrift „Jeschurun" hat ihr soeben erschienenes, 150 Seiten starkes Doppelheft ganz dem Andenken Rabbi Esriel Hildesheimers,,dessen hunvolljähriger Geburtstag am 27. Jjar begangen wurde, gewidmet. Freya - BSro - Einricbinngen Werner, Moll 9t Cie. Frankfurt a. 3L, Theaterplatz 14. - BW* eeflHnet -MW Neue Jüdische K°Oe. Die bekannte Monatsschrift „Der Jude" erscheint jetzt im Jüdischen Verlag Berlin. Herausgeber ist auch, weiterhin Dr. Martin Buber. Ueberdies wurde eine Redaktion in Berlin errichtet, die von Dr. Siegmund Kaznclsvn und Dr. Max Strauß geleitet wird. Der Umfang der Monatsschrift wird trotz der überaus großen Schwierigkeiten bei der Papierbeschaffung und 'Herstellung bedeutend erweitert und erfährt eine Umgestaltung. Insbesondere wird die Zeitschrift durch Einführung einer sämtliche Gebiete des jüdischen und allgemeinen Lebens umfassenden Umschau an Aktualität, Vollständigkeit und Weite des Horizontes gewinnen. Das erste Heft erscheint in Kürze und bringt neben Arbeiten erster jüdischer Autoren auch hochinteressante Dokumente zur Veröffentlichung, z. Beinen geheimen Bericht Theodor Herzls über seine Verhandlungen mit dem türkischen Sultan und einen bisher unveröffentlichten Brief Ferdinand Lassalles über die Reformierung des Judentums. Tie „Probleme her neueren hebräischen Literatur" suchte Nachum Goldmann in einem zwei Abende umfassenden Vortragszyklus (an den Frankfurter Jüdischen Bolkshochschnlklassen) aufzuzeigeu und auseinanderzusetzen. Die Entwicklung der neuhebräischen Literatur unterzog der Redner, einer großzügigen, die Grundtendenzen bloßlegenden Untersuchung und kennzeichnete sie als das Ergebnis einer geistigen Kampsesbewegung gegen das Judentum der Tradition, einer europäischen Neuorientierung im europäischen Sinne und Uebernahme der europäischen Grundanschauungen von Leben,. Kultur, Kunst. Goldmanns formschöne Darlegungen waren reich an feinen und wertvollen Gedanken, aber ihnen ist in manchem wesentlichen ein llarer Widerspruch entgegenzusetzen. Ottenbach» Brucklnlt-Anlage Offenbaah a. ■■ Telefon 123. Unübertroffene Tepplchreini gong mittelst Druckluft Woche»-«»le»ver. Samstag, 5. Juni (19. Siwan). Sabbat-Anfang 7 Uhr 50 Min. (Religionsges.), 7i/» Uhr (Gemeinde). Sabbat-Ausgang 91/2 Uhr (Religionsges.), 9 Uhr 25 ^Gemeinde). Wochenabschnitt: Behaalauscho. Sr Kaffee Ruhland ^3 Kaiseretrasse 56 Kaiaerstrasse 56 Täglich erstklassige Sp Unterhaltungsmusik Gr»»kf«r1er Aa«Me»»«chrichte». Barmizwos. Harry Sinsheimer, Kronprinzenstr. 21,. Synagoge Börneplatz.'— Richard Strauß, Westendstr. 92, Synagoge Unterlindäu. Gestorben. Johanna Hichenberg geb. Levi Wwe., 92 I., Ostendstr. 7. — Ludw. Matthias, 39 I., Unterlindau 1. Auswärtige FamUieuuachrichte». G e st o r b e n. Leop. Grünebaum, 66 I., Kl. Wallstadt. — Mor. Pollack, 80 I., Breslau. Spende». Bei der N'ationalfondskommisfion (I. Heimann, Zell 21, Postscheckkonto 41441) gingen ein: R. R. im Benjamin Wolpert s. A.-Garten zur 23. Wiederkehr s. Geburtstages 10 Bäume M. 100, Sammlung uni. Schlußturnus der Cirkel von Frl. Landsberg M. 45.20, Sammlung Sam. Jmmergut anl. Verlobung Dub-Pebm M. 60, Khoschua Rubin dankt Walter Sund heim er für Gefälligkeit M. 10, Julius Simon, Wiesbaden, grat. Fritz Ehrtenstein z. Geburt d. Tochter M. 5, Rich. Schottenfels und Jos. Hch. Schottenfels Oelbäume M. 24. Palästina-Ausbau-Fonds. 2000 M. Fritz Sondheimer. 1500 M. Jac. Wolfs. 1150 M. N. N. 1000 M. Altheimer, Speier u. Co., Dr. Emmerich, I. Heimann, I. Schloß, S. Stiebel. 600 M. L. Merzbach. 500 M. Bieter, Grünstein, F. D. Well, H. Seite 3 . MM ' " Hfl Eimime Kaiserstrasse 69. Beginn 8 Uhr. Tel. H. 5516. Stets erstklassige Attraktion»»Programme. _Pie ersten KQaatlaraplala aas Plates. Wohlfarth, Max Wolf, Dr. S. Schwarzschild. 300 M. I. L. Goitein, D. Hamburger. 200 M. Cassel, Dr. Ansbacher, Ad. Grünebaum, Otto Hirsch, Fritz Löw, Felix Horovitz, B. Hermann, Rothschild, Dr. Sternberg, Alsr. Berger. 100 M. Aschkenasy, Bonwit, Geis, Ad. Dorfzaun, Prof. Drehfus, A. u. H. Heppenheimer, Hugo Kaufmann, I. Neumond, N. R.» Dü M. F. Rothschild, Ullmann, Sr Moranz, Gust. Salomon. 50 M. Jos. Ziwi, Hugo Goitein; Alft. Mayer, Dr. Hirschhorn, Meyer, Ehrem, Säre Lo^, Max Hammel, N. NI, Alsr. Pick, Liese Windmüller, Simon Grünebaum, R. N.» Hölderlinstr. 60 M. Fritz Mlllner, 30 M. S. Eisenstadt, Dr. Cohn, Dr. Szametz, Ella Steinlauf. 25 M. Dr. Gutenstein, Herm. Apelt, Ad. Levy. 20 M. 2. Jmmergut, S. Oppenheim, Ad. Hermann, Rich. Kaufmann, Jenny Hannemann, Barucha Fränkel, S. Sch., Schiratzky, Dr. Rabin, N. R.» Benno Kohn,' Wahrmann, L. Diller, N. N., A. Straus, Hasmonäa, Rabinowitz, A. Kohn. A. Arnsdorf, Jul. Meyer, Rost Bender, Js. Becker. N. N., Leo Bonn, Salo Schaffer, Jul. Schmidt, A. Schaffer, Jos. Rothschild, Max Rudolf Schmidt. 15 M. Em. Caleb, Ed. Markus. 10 M. Geschw. Lehrer» Elfe Asbel, Jak. Lissek, A. F., Herzberg. Feierabend, Kreisberg, Sigmann, N. N., H. Markowitz, Dr. Isaak, W. Taubert, F. Epstein, M. Blatt, I. Kaller, E. Safier, G- Salomon. C. Lewin, Mohrer, Kleinplätz, May, S. Wolpert, P. Arnsberg, A. Hoiß. Lili Jakob, Dr. Salli Levi. O. Trautmanry, Bein, I. Marent, I. Grünebaum, Raum. Fleischmann, E- F-, N. N-, N. Wahnnann, N. 'N., Mohrer, Eisner, Müßler» Schaalmann, Rhönstr. Ä, Willy Mainz. 5 M. Soloweitschik, Sch. Weitere Spenden erbeten! Brßeflaste». M. in K. Es ist richtig, daß Geh. Sanitätsrat Dr. Lampe, der den deutsch-nationalen Wahlaufruf unterschrieben, Mllinhaber der bekannten Klinik für Zuckerkranke von von Pros. v. Noorden ist. Obwohl diese Klinik zu neun Zehntel von Juden besucht ist, trägt L. kein Bedenken« sich in dem Flugblatt gegen die „seit der Revolution immer verhängnisvoller hervortretende Vorherrschaft des Judentums in Regierung und Oeffentlichkett zu wenden; er verlangt daher, daß der Zustrom Fremdstämmiger über unsere Grenzen unterbunden wird. L. halt es demnach mit dem bekanntere Sprüchwort: „Ein tapferer Mann mag keinen Juden leiden, doch seine Gelder nimmt er gerne." Für die Mischen Patienten L.'s ist es immerhin von Interesse, die Gesinnung ihres Arztes und Beraters kennen zu lernen. Den gleichen Grundsätzen huldigt auch der-ebenfalls unter dem Ausruf stehende Prof. Dr. Till, Stadtverordneter und Professor an der Elisabethenschule, den sein Rassenhaß nicht davon ab gehalten hat, sich mit einer reichen Mdin, sogar aus besonders vornehmem Stamm zu verloben. Theorie und Praxis der antisemittschen Helden! Allgemeine Mttrellmrge». Die neue Lebensversicherung ohne arztkicheUntersuchung ^-Police) der „Freiu" Bremen-Hannoverschen Lebensverficherüngsbank Aktiengesellschaft — Dis alt» best fnntnerte Gesellschaft bietet den Dersichernngsfuchenden troß Berzichlleistung auf das ärztliche Attest dieselben Dividende» wie ihren übrigen; Versicherten nnd erhEt keine erhöhten Prämien oder irgendwelche Zuschläge. Die „Freia-" verfügt über einen Bersicherungsbestand von mehr als 400 Millionen Mark. (>L>iehe Inserat.) - Bargerstrasse 149. H. 4842. Best bewährteste Teppichn. Bettfedern-Beinfgnng. Statt Karten. Salo Schaffer nnd Fran geb. Kirsch ' Vermählte. Frankfurt a. M., 8. 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