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Neue jüdische Presse · 1920-05-28 · Heft 20 (28.5.1920) · page 1

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 20 (28.5.1920)
Date
1920-05-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4%, f' FrankfurterIsraelitisches Familienblatt Redaktion und Expedition: Frankfurt a.M., Langestraße 7 Fernsprecher Amt Hansa 2903 Herausgeber: Satz Geis amiiiiimmiiiiiiimmnniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiimiiiiii.; Erscheint wöchentlich am Freitag. Bezugspreis pro Viertel« j : fahr: In Frankftirt am Main bei der Neuen Jüdischen Presse, : i auswärts bei der Post abonniert Mk.3.S0, stei ins Haus 15 pfg. i ■ mehr./Aei'Zusendung durch Streifband fürOeuischland Mk.20.00,; : füralle übrigen Länder Mk. 30.00 jährlich, im Voraus zahlbar. : .. » » i uiiiiiiiimriiiiiinniiiiimmiinimiininuiimuiiui»niiiimniniE I Insertionspreis für die sech^espalteneRanp.ZeilelMpfg., für : : die Reklamezeile Mk.S.—. Sei Wiederholung«» entsprechender : : Rabatt. / Platz- und Datum-Vorschrift ohne Verbindlichkeit. ✓ : | Annomen-Annahme bei bertLped.und in a.Annonren-Vureaus. j | Konto bei dem Postscheckamt in Frankfurt a.M. unter Nr.4SS4. : 18. Jahrgang. Freitag, de« 11. Siwan 3680 (28. Mai 1920) Nr. 20. G6«lah-Woche. Ein wundersamer Klang schwingt, aus dem Worte Gsutah, Erlösung. Dieser Klang nun soll in diesen Tagen hineinklingen in das Herz eines jeden Juden, der sich noch mit dem jüdischen Schicksal verbunden fühlt. Ick der gesamten, jüdischen Welt werden jetzt auf Veranlassung der Zionistischen Organisation, deren unablässiges jahrzehntelanges Mühen die Vorarbeit für den Beschluß von San Remo bedeutet, Gsulah- Wochen veranstaltet/ Eine Ausgabe von gigantischer, kaum zu bewältigender Größe teht in Palästina, das nun wieder Erez Israel geworden ist, bevor. Es gilt, in kürzester Zeit hunderttausend^ Juden in Palästina die Möglichkeit der Ansiedlung zu geben, nachdem ihr Leben in ihren Wohnländern durch Pogrome der rohen Gewalt oder des wirtschaftlichen Boykotts in höchster Gefahr ist. '> „Du sollst nicht stehen bei dem Blute deines Nächsten", dieses Gebot unserer Bibel hat wieder einmal für einen jeden Juden, der das Glück hat, in bürgerlicher Ordnung frei leben zu können, die Bedeutung eines ernsten Mahners erlangt. Was dieser Mahner von einem jeden einzelnen Juden fordert, ist, aus seinem Vermögen „nach' seiner Kraft" Geld zu geben. FünfundzwanzigMillionen Pfund müssen aufgebracht werden, um die Einwanderung nach Palästina zu organisieren, zu regulieren und im Lande selbst Existenzmöglichkeiten zu schassen, — da kann nur die klarste Erfassung des Gedankens in der ganzen Fudenheit, daß er eben die Rettung Hunderttausender Brüder bedeutet, jene Opferfreudigkeit, erwecken, die das Gelingen des Riesenwerkes zur Voraussetzung hat. „Möge die große Stunde kein kleines Geschlecht finden!" Ans der ungarischen Hölle. In Czegled ist bei einem Raubzug, den Pronah- Gardisten gegen die dortigen Juden unternommen haben, auch der Oberarzt Dr. Stefan Bokor ermordet worden. Bokor hatte' den ganzen Krieg an der Front mitgemacht und hatte sich die höchsten Auszeichnungen erworben. - ' In Kecskemet wurde Zahnarzt Dr. Eduard Szekulsz, der Präsident der jüdischen Gemeinde, von den Militörhorden verschleppt. Als seine Angehörigen im Rathause Erkundigungen einziehen wollten, wurden sie von betrunkenen Offizieren hinausgeprügelt. Das berüchtigte Kecskemeter Militär plünderte in A b o n y sämtliche jüdische Wohnungen und mißhandelte in perverser Wollust die Juden, Greise, Frauen und Kinder nicht verschonend. Mittelalterliche Torturen wiederholten sich. Manche Juden sind für ihr Lebtag Krüppel geworden, manche getötet worden^ So der alte Gemeindearzt Dr. Martin Hirn, einer der hervorragendsten Chirurgen Ungarns, ein edler Vertreter seines Standes, der die Armen umsonst behandelte. So der Oberleutnant Rudolf Palstay-Pollitzer, der während der Kommunistenherrschaft Äs Gegenrevolutionär hatte fliehen müssen und unter dem neuen Regime des „christlichen" Ungarns zurückgekehrt war. Erez Israel. Nachklänge der Jerusalemer Unruhen. General Bv ls ist nach Aegypten versetzt worden und bereits abgereist. — r i 1! Dem Bericht der von der britischen Regierung eingesetzten Schaden-Kommission zufolge sind bis zum 3. Mai 499 Schaden-Anmeldungen eingelaufen, sie betreffen 66 000 englische Pfund Warenraub, 14 000 Pfund Geldraub und 10 000 Pfund Häüserbeschädigung. Die Juden Breide, Dr. Dunkelblum, Uster, B a b l i und Dr. W a s ch i tz: wurden wegen Waffentragens zur Zeit der Jerusalemer Unruhen vor ein Militärgericht gestellt. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Verschiedenes. Auf der Sitzung des Rates der Siebzig des „Waab- Haafchkenasi" in Jerusalem, die Ende April stattfand, wurde einstimmig beschlossen, Rabbi Kook als Ghief- Rabbi (Marra Deathra) von Jerusalem anzuertennen. Dr. Gvldblatt, der im Aufträge von 200 Lodzer Fabrikanten, denen sich amh Bialystoker und Wiener Fabrikanten angeschlossen haben, nach hier gekommen war, um einen Plan über dick Gründung einer Textil-Fabrikstadt'in Verbindung Mit Baumwvll-Plantagen auszuarbeiten, hat sich nach'Lodz zurückbegeben. (I. P. Z.) Deutsches Reich. Bayer» und ausländische Jaden.. Wie wir vom Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands erfahren, laufen ausländische Jude», insbesondere Flüchtlinge, die ohne besondere Eimeiseerlaubnis sich nach Bayern begeben, Gefahr, auf bayerischem Gebiet festgenommen zu werden, wo sie dann längere Zeit in Haft sitzen. Wie mit der Flüchtlingsfürsorge betrauten Stellen werden ersucht, die Flüchtlinge entsprechend.zu informieren, da es schwer hiut, für bereits schuldlos, aus Unkenntnis in Haft genomrchnch düe Frellassung zu erwirken. organisierte Transport jüdischer AuswandererT ab. Er betrug 650 Personen. Ser Beschluß von Sa» Bemo Ministerpräsident S kuls ki hat einer zionistischen Abordnung seine aufrichtigsten Glückwünsche ausgesprochen. Der Ukrainische Nationalrat übersandte im Name» des gesamten ukrainischen Volkes der zionistischen Leitung Ostgaliziens ein Glückwunschschreiben.*) Kurze politische Nachrichten. Haag. Wie der „Rieuwe Courant" meldet, werde Professor Einstein - Berlin an die Universität Leyden gehen. Sollte sich die Nachricht bewahrheiten» so würde der Schritt des berühmten Gelehrten nur durch die antisemitischen Pöbeleien der deutschen akademischen Jugend zu erklären sein. Parts. Das Komitee der Jüdischen Delegationen beruft .(die Jüdische Welthilsskonferenz auf den 27. Juni nach Teplitz ein. Ans der „Asndas Jisroel" Bewegnug. vratislaba l-Preßvrrrg). Rabbiner Dr. Pinch aS Kohn-AnSbach weilt hier, um die AgudiÄ Jisro« in der Sbrwakei zu organisieren. Personalien a. kleine MMellnngen. Berlin. Die hiesige Filiale der Wiener Jargon-TageSzeitung „Jüdische Morgenpost" (6. 54, Rosenthalerstr. 43) ersucht die ostjüdischen Vereine in Deutschland, ihr über alle die Ostjuden betreffenden Vorkommnisse zu berichten. Frankfurt a. SB- Die Agudas - Jtsroel- Jugendorganisation veranstaltet ihre» Delegiertentag vom 2. bis 5. August Köln. Die vom Jsrael. Frauenverein mitbegründete jüdische Kinderheilstätte Bad Kreuznach" eröffnet dieser Tage ihr prächtiges, für 60 Kinder bestimmtes Heim. Aufnahmegesuche find an Sanitätsrat Dr. Sternberg, Köln, Hohenstausrnring 10, zu richteu. Altona. Anläßlich seines 70. Geburtstages wm das durch bedeutendes jüdisches Wissen, musterhafte jüdische Lebensführung und unermüdliche Betätigung für den jüdischen Klall weit über Altonas Grenzen hinaus bekannte Mitglied unserer Gemeinde, Wolf Möller, der Gegenstand begeisterter Ehrungen. In der Klaus-Synagoge würdigte Rabb.-Assessor Dukesz den Jubilar, und in der Wohnung erschien unter Führung Obrrrabbiners Dr. Lern er und >Samtätsrats Dr. Franck eine Deputation der Gemeinde, in beredten Worten^ all dem Ausdruck gebend, was Wolf Möller der Altonaer jüdischen Gemeinde bedeutet. Re«el Dr. Ludwig LazaEus, seit zwei Jahrzehnten Rabbiner in Göbing, ein Schüler des Berliner Rabbinerseminars, ist Hier mls Rabbiner gewählt worben. \ Frankfurter Berichte. Frankfurter Beraaftaltaage». Talmud Dhora-Berein, Hörsaal Börnrplatz, Samstag, Schluß Morgengottesdienst: Schulchan Arnch (Dr. Friedmann), 3%: Raschi (Lipinsky), 3/4 Stunde vor Nacht: Ejn Jakauw (Unna), Sonntag. Schluß Morgengottesdienst: Mischna (Dr. Friedmann), §1/4 vorm.: Schulchan Arnch (Lipinsky), Montag, 9 Uhr abends: Newiim (Unna), Dienstag. 8V2 Uhr abends: Mikro (Unna), Mittwoch. 3% abends: Chauwaus halewowaus (Dr. Braun), Donnerstag, 8V2 abd, Hermesweg 27: Gemoro (Unna), Fortbildung f. Knaben, Samstag, 3Vr, Dienstag und Donnerstag, 6 Uhr. — Montesiore, Samstag, 5 Uhr: Zusammenkunft (cand. Speyer), Dienstag: Heimabend, Mittwoch, 8Y4: Jüd- Geschichte (Dr. May). *) Dagegen haben in Berlin die jüdische Gemeinde und die Adaß Jisroel dem Misrachi die WHaltung eines Festgottesbienstes verweigert. D. Redakt.) g« Ostjüdische Konferenz. Im Sitzungssaal der Berliner Jüdischen Gemeinde tagte am 16. nnd 17. Mai eine Konferenz des Verbandes der Ostjuden in Deutschland. Nach der Wahl des Präsidiums Lewit (Berlin), Reich (München), Bader (Köln), Lin (Berlin), Dr. Taubes (Stuttgart) erstattete der Generalsekretär des Verbandes, Josef Lin, den Tätigkeitsbericht und wies' ans die Leistungen des Verbandes, insbesondere auf den Gebieten der sozialen Fürsorge und des Rechtsschutzes hin. Gleichzeitig. hob er hervor, baß der Verband an den großen Ausgaben des Gesamtjudentums aktiv mitzuwirken habe. F. M. Kaufmann, der Generalsekretär des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisarionen Deutschlanbs, beleuchtete sodanu «n Hand statistischen Materials die ostjüdische .Einwanderung in Deutschland und legte bar, daß die jüdischen Emigranten, deren Zahl maßlos übertrieben wird, produktionsfähige Kräfte sind und für die deutsche Wirtschaft nutzbringend verwendet werden könnten. Jakob Reich, Vorsitzender des Gesamtausschusses der Ostjuden in München, sprach über die Ausgaben des Verbandes, der danach zu streben hat, daß die Ostjuden in allen sie betreffenden Angelegenheiten nicht-als Objekt, sondern als Subjekt fungieren sollen. Im Anschluß an die Referate berichteten die Vertreter der Ortsgruppen über die Lage der Ostjuden in ihren Städten und schilderten insbesondere das tragische Los der vstjüdischen Flüchtlinge.. Die Frage der jüdischen Wanderung und der Flüchtlingsfürsorge behandelte Dr. Taubes. Er wies besonders darauf hin, daß Deutschland vornehmlich eine Etappe auf dem.Wege der jüdischen Wanderung bilder. Einen Häuptgegenstand der Verhandlungen bildete der Ausbau der Organisation. Es wurde ein zwölfgliedriges Zentralkomitee als Leitung der ostjüdischen Gesamtorganisation in Deutschland gewählt, dem 5 Mitglieder aus Berlin wid 7 aus der Provinz angehören. Pole«. Verbot jüdischer Zeituuge«. Die Warschauer Regierungsbehörde hat vier jüdischen Arbeiterblättern das Weitererscheinen untersagt. Es sind dies die „Arbeiterstimme" (Organ des „Bund"), „Arbeiterwort (poale-zionistisch), „Der neue Weg'' und „Sozialistische Jugendstimme". Der 3«g nach Amerika. Am 2. Mai ging* ab Danzig, der. erste pon der „Hajas" (Amerikan.-Jüd. Emigration-Delegation in Warschau)

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