Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 18 (14.5.1920)
- Date
- 1920-05-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Saite 4. - -- ' Wocheabett-AnsstattiiBgei Hugo Rothschild Langestrasse 85. leicba Hubs 2228» UcBec die fremden Eindringlinge aber ärgerte sich der Züricher um so-mehr, als sie doch zugleich mit der peinlichen Stilverletzung materielle Vorteile brachten, die nicht verschmäht werden kvnittcn. Zürich schmollte wegen der Modegecken und Lebeniänner, die weiß Gott woher aufgetaucht waren, aber sein Handel und seine Industrie entwickelte sich, die Geschäfte, die Restaurants hatten glänzende Zeiten, die Kaffees, die Theater, Kabaretts, Hotels waren überfüllt. Das Herz empörte sich, aber die Taschen wurden in Ausübung äußerster Toleranz immer voller. Diese gewisse Inkonsequenz brachte eine Gereiztheit mit sich, die der sonstigen Ausgeglichenheit des Schweizers nicht ganz entsprach. In der Schweizer Presse erschienen öfter spitze und ätzende Notizen über Leute ohne Heimat, die wie Heuschrecken das ruhige Schweizerlaird überfluteten. Um deutlich zu machen, wer' mit diesen Leuten „ohne Heimat" gemeint war, machte inan Anspielungen auf Besonderheiten, die keinen Zweifel mehr übrigließen, daß als die Stilverderber die Juden aus Galizien, Polen, Ungarn und Rußland betrachtet wurden. Ueberhaupt die Juden. Daß in der bunten Menge ''derjenigen Personen,' die würdig waren, von der höchsten Treppe hinuntergeworfen zu werden, sich auch Juden befanden — das wird der flammendste jüdische Patriot nicht abstreiten wollen. Aber ihre prozentuelle Beteiligung war keinesfalls größer, keinesfalls. Vielleicht sogar geringer. Jene jüdischen Physiognomien, die man auf der Bahnhofstraße, hauptsächlich vor den Eingängen .-der. Bantinstitutc, zu sehen bekam, Paare, die, sich beinahe mit den Köpfen berühret, miteinander tuschelten, gehörten. durchaus nicht. - zu den bösen. Elementen. Dir Jicken haben wahrhaftig genug, lvorüber sie miteinander verrraulich sprechen könne». Das geheimnisvolle Flüstern bedeutet beileibe nicht, daß sie Beschwörungen spönne», es bedeutete nur, baß sie sich über ihre Familrenangelegenheiten vertrmct aussprachen. In einem der früheren Kapitel sprach ich bereits davon, wie wenig Verständnis der Schweizer Bürger für die jüdische Psychologie besitzt. Hat Lcnn nicht die Polizei von Zürich und Bern in Menachein Wendel, diesem Friedensapostel, der buchstäblich erfüllt war von heißester Liebe zur Allmenschheit, einen .Schmuggler vermutet und ihn unter Beobachtung gestellt? Oder gehörte wirllich viel dazu, daß man meinen „Rc- . daktionsfreund" Wachnm-Nachmu ins Loch steckte, weil er immer besorgt aussah, gestikulierte, mit raschen Schritten ging und unerwartet steheublieb, wenn ihn irgendein Heller Geoanke überkam? Alle Juden sind wie Angehörige einer Familie, und zwar wie anhängliche Angehörige, die Kaffee Kaisergarten am Opemplats Erstklassiges Familien-KafTee Täglich tob 4 Ufa ab: Künstler - Konzert.;; ■■ '■ r; ,-7 einander sofort erkennen, süh füreinander interessieren- und über die gegenscitigd» Schicksale seufzen. Mir sagte einmal ein russischer Gutsbesitzer, der . ins Ausland geriet uich sich hier unendlich einsam fühlte: „Wie kommt es, daß die Juden überall wie zu Hause sind? Ueberall finden sie einander, sind überhaupt, bei Gott, wie eine Familie." „Ja," sagte ich ihm, „das ist wohl einer unserer Vorteile, aber das ist der Vorteil aller Vagabunden. Die Zigeuner erkennen auch immer einander, sie bilden mich gewissermaßen eine einzige Familie."- Jtt Zürich lonnte man eine größere Anzahl von Mitgliedern unserer großen, in aller Welt verstreuten Familie antreffen als irgend wo anders. Einem jüdischen Beobachter bot sich hier eine glänzende Auswahl, alle Arten und Typen, alle Nuancen, die in der Nation.eingcschlossen sind, fanden sich hier vor. War die Straße mir für Momentaufnahmen geeignet, so stellten die vegetarischen Speisehalle» entzückende Ateliers dar, wo man. lange und ernste Studien der Gesichter »nd durch sie mich der Seelen machen konnte. Da ist ein Dr. phil. aus Frankfurt a. M., der verstohlen sein Tischgebet sagt, ehe er das Brot in den Mund nimmt. Dort sitzen an einem Extratischchen drei politische Emigranten, die znsanrmen mehr als dreißig Jahre Katorga darstellen und viele Tausend Werst kalter sibirischer Straßen. Da ist ein «ichgcwordencr Lumpenhändler. Seinen Reichtum verdankt er dem Krieg, der dem lumpigsten Lümpchen einen unerschwinglichen Geldwert verlieh. Dieser Lmnpenhändler ist nicht imr selbst hier, sondern hat auch seine zwei Schwiegersöhne bei sich. Selten hat noch einer seine» Reichtum so vornehm benutzt wie er, und zugleich auch so vernünftig. Denn das erste, was er tat, war, daß er seine zwei Töchter mit Männern versah. Das Geld kann einen» genominen werden, alles kann sich äirdern. aber die Tochter gut zn verheiraten, das ist etwas ‘ Sicheres. Dieser reichgewordenc Lumpenhändler, der sein Leben lang in engster Nachbarschaft init dem Hunger gelebt hatte, blieb, in bezug auf Genüsse äußerst bescheiden. Die einzige Schwäche, der er »»»eingeschränkt nachgab, war das vegetarische Speisehaus, das er in Begleitung seiner Schwiegersöhne, manchmal aber auch seiner gesamten Familie zu besuchen liebte. F fEeoJoEai ■•■fltfirea and Sehakalade Reben einem Stoß von Manuskripten erblicken wir hier auch den bekamiten Schreibmaniak, dessen Namen allen jüdischen Redaktionen der Welt bekannt ist. Unter den Graphomanei» gibt es stille und stürmische. Der stille, n>enn er sein Manuskript zurückbekoinmt oder es auch nicht zurückbekommt, fügt sich ergeben in sein Schicksal, der stürmische protestiert, schreibt Drohbriefe. Er ist iminer zornig mid verdrossen, hat einen seitlichen Gang und haßt alle jüdischen Schriftsteller. Sie alle haben sich verabredet, ihn nicht in den Tempel-der Kunst hineinzulassen. Er möchte bloß wissen, »oas stört sie, was in alter Welt stört er sie, wen,, glich er schreibe I — Ich selbst habe einen besonderen Grund, seine», Blick auSzuweiche». Eines Tags nämlich, nachdein ineine Geduld ihre Grenze erreicht hatte, erzählte ich ihn» eine Episode, die man mir von dem verstorbeneck Perez berichtet hat: Ein Graphoman, der ebenfalls z»» den ' ' - _" 7 .; .;_Nr. 18. Br Karree Uuliland? . Kaiserstrasse 56 , : Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige QT Pnterhaltnngamnalk «d stürmischen gehörte, rief, als er die Vergeblichkeit seine« Bemühens cinsah, in seiner Bcrzweiflnng mit flehende, Stimme: „Aber wie kann ich aufhören, Gedichte und Ei zählungen zu schreiben, »venu ich die Literatur so liebe!" - „Ja, »nein junger Freund," antwortete der Dichte»:, „abe, die Literatur liebt Sie nicht." Seitden» ich ihm diese Anek dotc erzählte, ivurdc der galizischc Graphoinan, der siz vorübergehend in Zürich anfhielt, »nein unversöhnlichste, -Feind. In, Speisehaus sitzend,' las er in den Pansen zwischo de» Gängen die ihm znrückgesandtcn Manuskripte wiede, und wunderte sich über die grenzenlose Dnminheit der Redakteure, die kein Verständnis dafür haben, weit sie zurückwiesen Gefiel ihm eine Stelle in seine,» Manuskript besonders gut. da streckte er den Zeigefinger in die Höhe und zeigte tNÄ ihm in die Lust. Spitzenhändler aus St. 'Gallen, jüdische Reisende, en stellungsloser Kantor, Studenten, sie alle sieht inan hie, im vegetarische» Speisehaus. Uebrigens, die moralische und ästhetische Seite des Vegetarismus bciseitelassend, »nöchtc ich nur sagen, daß mit 'den vegetarischen Restaurants sich für viele jenes Gefühl der Leichtigkeit, der Unsicherheit, der Ungesichertheit und der Zufälligkeit verbindet, die auch dem Schicksal des Jitden aiihaftck. In ein vegetarisches Speisehaus geht ,»an nicht, »vie man in ein solides Restaurant geht/ um sein Mittags»,ahl einzunehmen, man macht einen Sprung dahin. Die Speisen sind luftig wie die Geschäfte und die Pläne der Jude». Du vergißt nach dem Essen, daß du gegessen hast, und »vcnn dich jemand,.fragt:'.haben Sie schon zu Mittag gespeist? bringst du kaum die Selbstsicherheit aus, um ja zu sagen. „Ich," sagte mir eini Bekannter, „antworte in solchem Fall: ich erinnere mich nicht mehr, oder ganz einfach nein." Oifenbacher Druckluft-Anlage Offfenbaoh a. M. Telefon 123. l: ' Unübertroffene Tepplehreinignng mittelst Drtükluft. Wochen-Salender. Samstag, 15. Mai (27. Jjar). Sabbat-Anfang in Frankfurt 7 llhr 30 Min , Sabbat-Ausgang in Frankfurt 8 Uhr 55 Min. Wochenabschnitt: Behar und Bechukausei Dienstag: R au sch-C Haube sch S iw a n. Freitag abend: -13. Omer. Montag .. 45. „ Mittwoch „ 47. „ Ar«»kfurter KaMllie««achrichtey» Barmizwos. Siegbert Neuhaus, Gaußstr. 14*' Pani Rosenthal, Sandweg 12. Synagoge Börneplatz. — Solomon Speier, Ostendstr. 28, Synagoge Friedb. Anlage. Gestorben. Paul Rosenthal, 03 I., Friedb. Anlage 21. — Sanitätsrat Dr. Oskar Oppenheimer. — Leopold Siegel. 52 I. ~ V s heit Ho» mit Ge 1 s Fi Ter Zuf: 8 ez K fe c Ai und schwieg. In diesem Moment kant ein neuer „Schätzer"", Mosche Mendel.- Er -betrachtete die Korallen viel länger als sein Vater, »nusterte jedes Schnürchen extra »lnd meinte schließlich, sie seien höchstens drei Rubel »vert. Auf einen solchen Schlag war Dwosche Malke gar nicht gefaßt. „Auch a Kaufniannl" schnauzte sie ihn an. ,versteht soviel wie sein Vater. Warum drei Rubel, Söhnchen! Warum' nicht weniger?"' ' „Mehr sind sie nicht »vert. Kannst Dir denke», ich habe schon mal gesehen Korallen, "gute, echte Korallen." Bater, Mutter und Sohn stritten den ganzen Tag hindurch wegen der Korallen. Dwosche Malke fluchte dem . Musikantenweib, die es wagen konnte, sie dermaßen zu betrügen, meinte aber, an allem sei doch nur der alte Schaute schuld, der sich auf Korallen nicht verstehe und sie — ausgerechnet! — mit 6»/« Rubeln geschätzt habe. Die gcmze Sze»»e widerte Ruchelc m». Sie verschloß die Korallen in ein Kästchen, fest entschlossen, sie nie mehr in ihrem ganzen Leben anzulegen. Besonders war sie darüber geärgert, daß Mosche Mendel mit seiner Mrltter herumstritt, statt auf sie zuzukonimen und ihr, ipie es dir Sitte verlangt, ein „Trag's mit Gesundheit!" zuzurufe». Inzwischen tvar es Abend geworden. Mosche Mendel eilte ins Bethham»drasch, um au einen» Sijiim*) teilzunehmen. Er blieb dort bis -nach Mitternacht. Ruchelc verbrachte den Wend, sehr ruhelos; sie befand * sich in einem höchst aufgeregten Zustande. Eine Fieberröte bedeckte ihr Gesicht, im < Kopf ging's ihr wie ein - Mühlrad herum, und es klang ihr i»r den Ohren. — Sie ■■■ ließ das Abendbrot trotz der zudringlichen. Mahnungen. - -der Schwiegermütter imberührt liegen. Sie ging auf chr --.Schlafzimmer, legte sich ins Bett, und unversehens flössen -ihr die Tränen ans den Llngen, warme, heiße Dränen. Ruchele weinte! Sie w»»ßtc nicht, daß sie weinte, daß -ihrdie Tränen auf die Wange» rollten. Sie fühlte sich elend. Sie litt »msäglich unter der niaßloseu Liebe ihrer Schwiegermutter und unter der Gleichgültigkeit ihres Man- 'nes^ Was für eine Rolle spielte sie in seinem Leben? S»e mit ihrer Schönheit, Grrtmütigkeit, Ehrenhaftigkeit »»nd .Treue? Was galt sie ihm? — Dazu kamen noch die Aufregungen der letzten Tage. Was hatte sie nicht alles durch. Stempenju zu leiden?. Sie, -die fromme Ruchele, ' die ihr Leben lang kein. Haarbreit von der gute» Jüdisch- . keit abgewichen ist, die alles tut, was geschrieben steht, .?)-Sijum — Schlußfeier. Wenn das- Studium eines :Taünud-Traktats volkudet ist, wird von den - Lernendeck - .xin z„Sijum" veranstaltet. •. ' .. sie, die verheiratete Frau, sitzt nun da und denkt an einen „Fremden", erhält Briefe von ihm, verabredet rnis ihm eine hZmliche Zusammenkunft, und empfindet nicht einmal Gewissensbisse? Im Gegenseil, sie suhlt.sich sogar zu diesem „Fremden" hingezogen — sie trägt stets Verlangen dm,ach,' sein GÄgeuspiel zu hören und ihm dabei in die schtvarzen Augen zu blicken. — Ruchele griff sich mit beide»» Hände,, an den Kopf; sie hörte °dqs Hqyimern. der Schlafen, das Pochen des Herzens. — Ein Angstgefühl überkam sie. Sie zog die Decke über den Kopf. Sie gedachte der Liebesgeschichte Chajc. Ettels mit Benjamin, und ein Frösteln ging durch ihren ganzen Körper. — Sie steckte den Kopf hi»»ter der Decke wieder hervor, „nd — bekannte Töne drangen an ihr Ohr, bekannte Töne einer bekannten Violine, Zunächst glqnbte Ruchele, es sei bloß Täuschung, Einbildung; aber die Töne wurden iminer stärker, die Musik kam iminer näher. Sie hörte jetzt deutlich jenen Marsch spielen, mit dem gewöhnlich die Mechitonim von den Musikanten nach Hause begleitet werden! Nuchech erkannte auch Steinpenjus Bogenführung auf der Pipline: sie zweifelte nickt mehr darqi», dqß Shempenji» von irgend einer Hochzeit die Mechitonim nach ' Hause begleitete. Aber wie kommt er denn hierher? In dieser Gasse war heute keine Hochzeit, keine Mechitonim logierten hier! Was sollte das alles bedeuten? Die Musik zog iinnier näher, das Paukengeschmetter wurde immer stärker, 'und Sten,- penjus Fiedel ergoß sich in reichen, süße», melodischen Tönen, -- Ruchele sprang aus dem Bett. Sie öffnete das Fenster »md blickte, den hellen Oberkörper nach vorn nbcrgcbcnqt, ins Freie. Es war esi,e herrliche Nacht, Der Mond spazierte mitten am Himmel» von einem tausendfältige» Sternen - kränz umgeben. Die Luft wqr warm, leicht »nd irisch. Kein Windchen wehte. Die hohen Pappeln i»n MonasterSker Garten standen unbeweglich wie die Soldaten auf der Wache. Ein frischer, erquickender Grasduft stieg aus dem Garten empor. — In dieses herrliche' Nachtbild paßte die schöne Ruchele ausgezeichnet hinein, — Ruchele mit dem schlanken, weißen Hals, auf den das weiche blonde Haar wellenartig herunterfiel, mit den blauen Augen, so blau »vie-der Himmel, mit dein leuchtenden Antlitz, so leuchtend wie die helle, leuchtende Nacht. — Die Musikanten rückten immer »»äher. Sie spielen 7 so traurig wie. bei einem Leichenbegängnis — einenTranermarsch. —* In dieser stille»», Hellen Sommernacht kli»»gen die Töne aus Steinpeiijns Violine viel eindringlicher, vackender — sie dringen ins Herz — ins Innere der Seele. — Ruchele steht am Fenster und lauscht; sie »vill bas Fenster zuschlage»», ins Ziinmer slückten, aber »vie ein Magnet zieht es sie an. — Sie blickt in die Nacht hinaus und lauscht den zauberhafte» Tönen. — Sie glaubt, keine Pioline zu hören. — Es ist ihr, als stünde „er", selbst vor .ihr und spräche zu ihr und flehte >»nd weinte. — C; Jn dieser stillen, hellen Soinmernacht lauschte7 »»icht allein Ruchele Steinpcnjns Melodien: der Mond »md die Sterne, d»e reine, frische Lust, die hohen Pappeln im Gartey, die ganze Natur mit - ihren Geschöpfen erwilchten aus den» Schlase, hielten einen Augenblick inne, ü»u den sonderbaren Klängen z>» lauschen, die in stiller heller Macht die ganze Gegend mit ei»»e»n Mysterium erfüllten. Die Nachtigall in» Monastersker Garten, von den Tönen der Musik erweckt, versuchte ihre» Triller 'in die Höhe steigen zu lassen; der Hahn, der, von» Spiel der Musikanten aufgcschreckt, der Ansicht war, der Tag sei angebrochen; ließ ein kreischendes Kikeriki vernehmen: von ferne schlllg ei» Hund an; Dlvosche Malkes Kuh stellte für einen-Augenblick das Kauen ein ni^d begann zu blocken; zwei Ziegen erhoben sich vorn Boden »u»d reckte»» das Geweih. So lebte alles aus bei der zanberhustcn Musik »n'der stillen, HAlen So»»i,«rnacht. . I 1 Ruchele »raub lange an» Fenster. Sie konirte sich nicht fortbewegcn. Sie stand »»nd lauschte mit allen Sinnen und trank die srische Lust und blickte hinauf zum gestirnten Himmel nnd. gedachte der Sommernacht, in der sie als Mädchen aus der Schwelle vor dein Haufe gesessen und Liedchen gesungen hatte. Damals hatte sie die Liedchen nicht üörstanden, jetzt verstand sie ihren Inhalt, ihren Sinn. Sie fühlte, wie »venn sie etwas hinausdränge. ins Freie, in die frische Luft; Hier im Ziinmer so eng, stickig, heiß, eklig — Ruchele erinn, jenxs traurige Liedchen, das sie ials Mädchen in Sommernacht gesungen: Beim Breg*) Wasser tu' ich stehn . Und kann zu dir »it lummen, .Oj, vun .weite»» rufst' d»» mich — Ich kann aber nit schwmnmen! — ' Oj, vun weiten rufst du mich. Ich kann aber >üt schwummen! . . . . . . B»rtsetz»mg felgt.) *) Beim Breg — An» Ufer. > ' war's doch;rte sich: an: einerhellem l