Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 14 (16.4.1920)
- Date
- 1920-04-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14. S-tte L. ) Neue Mdchhe Pvche. B«iii Aluminium-Bestecke -Mil ehtöpfe,-8nppentöpfe, «Schmortöpfe, -Wasserkessel, d -Pfannen. Alle Grössen in riesiger AnswahL F. Ehrenfeld, 100 Zeil 100 heit sagt» hat, immer etwas Ungewisses, Unsicheres, Unwahrscheinliches an sich für die plumpen Philister der Klughät. Denn diese operiert nur mit Bekanntem. Und will damit in der Naivität des Philisters dem Unbekannten zu Leibe rücken. Die Weisheit schwebt immer mit einem Fuß im Unbekannten. Für sie Sicherem, Lebendigem, ewig Gewissem. Der Quelle ihres Erlebens. Der Quelle jedes Erlebens, auch dessen der Klugheit. Der Kluge dünkt sich Herr über seine Külgheit. Der Düse weiß sich nicht Herr über seine Weisheit. Der Kluge haut dem Weisen übers Qhr. und der Weise küßt ihn auf die Wange. In der' Stille seines 'Herzens segnet der Kluge den Weise». « ’ Am Ende der Tage wird der Kluge weise werden. Literarische Rundschau. v ' Hermann Sahen. . ,.f Das Genie ist seiner Natur nach.ins Universale gerichtet; ^da? kommen die Begrenzteren und ziehen es wieder in ihre Begrenztheit zurück. — Kaum Verständnisloseres kann über Lohen gesagt werden, als was Raphael Selig« m a n n*) über ihn mehr phantasiert als wirklich gedacht hat. Auf seine geistvollen, nur nicht treffsicheren „Probleme des Judentums" kommen wir noch -zurück. Was aber hier über Cohen steht, verrät wohl eine literatenhafte Einstellung und ein literatenhaftes Urteil, aber kein philosophisches Begreifen. Wenn Einer nicht versteht, daß ein eigentüches philosophisches Problem erst im Begriff des Gegenstandes der Erkenntnis gestelll und gelöst werden kann, "sodaß die Wirklichkeit der konkreten Dinge immer abstrakter gefaßt werden muß (wie es die Geschichte der Erkenntniskritik so einleuchtend lehrt), dann hat er zugleich die Berechtigung verloren, als Philosoph betrachtet zu werden. Das Richtige ist seine Ausführung über Cohens Ber- % hältnis zu Volkstum und" Mythos, das wohl das typische Verhalten jedes reinen Rationalisten ist. Daß er solcherart erst spät und auch Nur unvollkommen sich zum jüdischen Bolle bekannte, war einfach von innerer Folgerichtigkeit. Aber ihm (und es ist Non Seligmann besonders seine Ethik gemeint) einen „einfachen Positivismus" zuschreiben, heißt: das umfassende philosophische System Cohens entweder nicht kennen, oder es gänzlich mißverstehen. .. K l a tz k i n**) dagegen erkennt die „Ethik" als einen Teil des ganzen ,Systems, besonders in den systematischen Grundlagen. Er verhall sich im Grunde bloß referierend. Nur Eohüis persönliches Gefühl der Zugehörigkeit zum Deutschtum und jüdischen Bollstum unterzieht er der Krllik, in all den handgreiflichen Unmöglichkeiten, die eigentlich Cohen selbst schon bewußt gewesen waren. Wir aber halten es für notwendig, die Frage nach dem Volkstum, besonders aber nach dem Unterschied von Judentum und Deutschtum mit tieferen Begriffen und erschöpfernder Psychologie zu ergreifen, — was wir bisher bei Klatzkin vermissen. - *) Raphael Seligmann: „Probleme des Judentums". R. Löwit Verlag. Wien und Berlin. 8 Mk. **) Jakob Klatzkin: .Hermann Cohen". Jüdischer Dicklag, Berlin. Theo Joha^ 'Konfitüren und Schokolade Bteinweg 12__Steinweg 12 Umfassendes Verstehen spricht uns aus R a t o r p s**?)» - Rede an. Letztes über Cohen kann uns wohl nur von einem jüdischen Deiiker gesagt werden, der aus ähnlicher Problemathik, aber tiefer im jüdischen Geistes- und Volksleben wurzelnd, mit der Kenntnis der Philosophen und des jüdischen Schrifttmnsj geistige Ueberlegenheit und Unbefangenheit verbindet. Aber es ist bewunderswcrt, wie die geistigen Probleme herausgearbeitet und verständlich! gemacht worden sind. Die Einheit des Cohen'schen Menschentums erkennen wir: wie ihm aus allen geistigen" Formen des menschlicheck Bewußtsein nichts Geringeres erwuchs als universelles Kulturbewußtsein. Erkenntniskritik, Ethik, Kunst, Wissenschaft, Religion umfaßt, er gleicherweise in einem Weltgefühl,, er erkannte sie gleicherweise als Tatsachen und Auswirkungen, des menschlichen Geistes, überhaupt. So wurde seine Philosophie bedeutender Ausdruck seiner Lebensform. — Wir aber müssen auf seine Werke verweisen! An der. Methode Cohens haben seine Gegner Anstoß genommen: daß er Kant noch übersteigern konnte, indem er die „Sinnlichkeit" (als- Raum und Zeit) ganz ausgeschaltet habe, um die ganze Erfahrungswelt erst aus dem geistigen Bewußtsein zu erbauen. Uns pber enthüllt sich auch hier das Machtvolle und Schöpferische seiner Persönlichkeit. - Wie Cohen sich selbst in den geschichtlichen Gang der Philosophie einordnete, in«einer Weise, die nur dem Einsichttgen tiefstes Erlebnis wird, so werden wir Juden lernen müssen, ihm auch unserem jüdischen Geistesleben immer tiefer einzubeziehen. Letztes über sein Verhältnis zum Judentum hat er wohl in seinem noch ungedruckten Werk über die Religion . des Judentums niä>ergelegt. Vielleicht dürfen wir ihm ^entnehmen, wie tief er in unserem Volke verwurzelt war, . obwohl er als Rattonalist anfänglich mißverstand, daß jüdisches Volkstum schließlich auch in ihm nach Gestaltung drängte.. Aus diesem umfassenden Gesichtspunkte müssen wir ihn begreifen, ganz wie er selbst von Kant gesagt hat: ,'Dieser Geist, der ein ganzer ist, kann sich nur aus dem Ganzen bewähren."' H. W. Aeitfchrifte«. Das Januarheft' bet nationalen jüdischen Monatsschrift „E s r 2", die vom „Jüdischen Hochschulausschutz" in Wien herausgegeben wird, erschien als Sonderheft mit dem Motto: „Dies ist nicht unser Weg" und ist nichts als ein deftigen gegen den die reine Idee des Zionismus bedrohenden nackten Geschäftsnnd Machtgeist. Die wachsende Gefahr der Verflachung und Entweihung und Degradation des Zionismus zu einer utilitaristisch gerichteten einem bloß prakttschen Ziel zustrebenden Bewegung wird scharf, vielleicht Überschars beleuchtet; und das Gebaren, die europäischen „Diplomatenhaltung", 'wie sie hie und da im Zionismus, - an einzelnen, nationaljüdischen Politikern sichtbar werden, erfahren eine nicht immer gerechte, herbe, rücksichtslose Krittk und entschiedene Zurückweisung. Man kann die Berechtigung der Warnungen vor-Gefahren der von Einkehr und Besinnung zeugenden, vom Willen zur Tat eingegebenen Anlagen, wie sie in "den einzelnen Aufsätzen des Heftes zum Ausdruck kommen, bejahen, ohne hierbei die primäre Notwendigkeit einer irgendwie^ positiven Einstellung zu den Problemen zu übersehen und init Schweigen zu übergehen. Hieran aber, an fruchtbar-schöpferischen Gedanken und Einsichten fehlt es aber in den.Ausführungen der einzelnen Verfassern fast ganz — ein entscheidendes Manko, das' der Krittk ihre überzeugende, zur Tat anspornende Wirkung und im tteferen Sinn "ihre Berechtigung nimmt. *■**) Paul N a t-ox p: „Hermann Cohen". Marburger akademische Reden Nr. 39. Verlag Elwert, Marburg 1918. Offenbacher Druckluit-Anlage Offanbaoh 0, U. Telefon 123. Unübertroffene TeppichrelnlgHng mittelst Druckluft . " Woche»-Kale»der. - Samstag, 17. April-(29. Nissan). » Sabbat-Anfang in Frankfurt 6 Uhr 50 Min. (Religiousgesellschaft), 6 Uhr 55 Min. (Gemeinde). . Sabbat-Ausgang in Frankfurt 8 Uhr lO (Religionsges. und Gemeinde). , Wochenabschnitt: Schem,ini. \ Raus ch -Chaudesch Ij ar: Sonntag und Montag. Wochengottesdienste in Frankfurt: 6morgens, 63/i nachmittags in den meisten Synagogen. Freitag abend: 14. Omer, , Montag— „ 17. „ Donnerstag „ 20. „ Krs»kstzrter KanrMe»»achrichte». Barmizw 0 s. Erich Sachs, Oberer Atzemer 6, Synagoge Friedb. Anlage. — Gustav Hackel, Rechneistr. 9, Sally Goldfinger, Uhlandstr. 25, Erwin Myerson, Uhlandstr, 17, Synagoge Börneplatz. G est 0 r b e n. Karoline Ochs Sötte, aeb. Marx, 90 I., Uhlandstr. 50. — Mina Wertheimer Wwe. geb. JonäS, 86 I., Herderstr. 30.* — Isidor Meyer, 71 I. Auswärtige Familienuachrichte». Gestorben. Moses Glaß, Zürich. — Leopold Friebmann, 80 I., Mannheim. — Günther Weißenklee, 16 I., Stuttgart. — Maier Lindheimer, 64 I., Aschassenburg. — Jsac Ullmann, 67 I., Nürnberg. — Jsfried Sichel, 37 I-, Fulda. — Ludw. Hermann, 34 I., Hanau..— Moritz Sklarsz, 66 I., ^Berlin. — Gemeinderat Meilich Gottlieb aus Zaleszyezki, 67 I., Wien. E-errdr». Bei der Nati'onalsonbskommission (I. Heimann, Zeit 21, Postscheckkonto 41441) gingen ein: * Ref. Jul. Meyer grat. Dr. Adolf Frenkel u.'Frau zur Vermählung 1 Baum 10 M. Paula Schloß 1 Baum im Ludwig Rapp-Garten 10 M. Moritz Plaut nnd Frau anl. d. Geburt ihres Sohnes 25 M. David Hamburger 1 Heft Landschaftsmarken 1.50 M. Familie Emonuel Pick zum Andenken an ihren l. Siegfried Pick '10 Bäume im Herzlwald 100 M. Sch u. Hamm '200 M. S. Hammerschlag 25 M F. St. Goar-Rosenthal 20 M, H. Bergmann 20 M. Selbstbesteuerung 1920: Dr. Karl Frenkel 20 M. Dr. Siegfried Auerbach 25 M. Meer Teplitzky 5 M. Dr. Metz Mai, April) 10 ,M. Siegfried Fröhlich 100 M. Büchsenleerung: Schömnann 0,71, Friedr. M. Simon 1,85, Kaffee Mangel 50, Nathan Gerlich 24 M. Carl Weil auf Namen Bella Mayer, Bella Mauer auf Namen Car! Weil je 1 Baum 20 M. ' Siegsr. Rosenberg z. 23. Nissan 2 Bäume im Walter Katzenstein-Garten 20 M. N. N. Ablösung z. Barmizwo 20 M. Julius, und Else Schmidt (Matnas Jad) z. Eintrag Georg Pick s. A. ins Gold. Buch 10 M. Briefkaste«. B. Die Nachricht, daS Philanthropin gehe als Simultanschule auf die Stadt über, ist vollständig unbegründet^ Amsterdam. Beides erhalten. Anonymus. Bon anonymen Einsendungen können wir. 'nicht Kenntnis nehmen. Uft leiml DiDfldffl-Ieppl Itiilgmp, Bergerstraase 149. H. 4612. Mottanvernlchtuna unter Garantie.' •« wt-esheb» 1 am Rhein After fcgflftgr Cognac Li den einschlägigen Geschäften der Genuasmittelbranehe wieder erh<lioh. General-Vertreter: Orrhardl & Ja nssen,. Frankfurt a. M., üfiddantrast«« 56. Teleplion Hansa HSSS. ' " ■ — > - I. — i 11 — . 1 "1 •* . nichtige altere Dame als .flaushälterm, za 'alleinstehendem filteren Herrn nach Btfyern (Unterfranken) in streng rituellen Haushalt gesnebt. Gate Behandlung nnd Verpflegung zugesichert Off. unt. P. W. P. 802 an Budolf Lasse, Frankfnrt a. K. 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