Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 11 (19.3.1920)
- Date
- 1920-03-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk 11 Neue Jüdische Prqse. Seile 3 nriert Buber — wie schon Landauer — als richtunggebendes Ziel Lre föderalistische' Lockerung und' Entspannung, die allein Äen Weg zu einer Erneuerung des Gemeinschaftslebens, zu seiner Durchdringung mit der Warme des Geistes und Ethos, zu seiner höchsten Entfaltung durch Auslösung all seiner inneren Energien öffnen. Nicht durch die Mechanik, die geist- und lebentötende, ewig unfruchtbare Mittelbarkeit des Staates und seiner Verwaltung kann das Gemeinschaftsleben der europäischen Nationen freier, erhübener, gottgewollter gestaltet werden, sondern nur durch die Organik, die Unmittelbarkeit des Miteinanderlebens von Menschen in einzelnen 'Genreinden, die sich autonom entfalten und die Keime, die Zellen des größeren Gebildes, der die ganze Nation umspannendcn Gemeinschaft bilden. Es ist ein schwerer Weg für das an die Erbschaft vergangener Jahrhunderte unselig gekettete Europa, ein Weg, an dessen Anfang, der entscheidende Bruch mit dern Seither und eine ganze innere Umwälzung stehen, aber ein Weg, der aus der unübersehbaren Wirrnis niu> denr Düster der Gegenwart hinausführt in die Weite, inS Freie, und in die Bereiche geistig-sittlicher und religiöser Erfüllung einmündet —, und darum ein gottgewollter, ein „heiliger Weg". In einem also betitelten weiteren Werk**) baut Buber die oben in zusammenfassender Form wiedergegebenen Einsichten in die Forderungen des Geistes, des Göttlichen an die Menschheit aus. „Ein Wort an die Juden und an die Völker" nennt Buber dieses neue Werk und gibt darin auch die Formulierung der geistigen Notwendigkeiten für daS neue Palästina in dem loben gekennzeichneten Sinn. Dem jüdischen Volk ruft, wie Buber ansfiihrt, seine ganze innere Veranlagung und Einstellung, seine historische Vergangenheit und seine göttliche Bestimmung gebieterisch und unüberhörbar zu, das neugewonnene Heimatland im Sinne der Verwirklichung des Göttlichen auf Erden anfzubalien, Ethos und Politik miteinander zu verschmelzen, die „wahre Gemeinschaft" zu gründen auf dem einzig möglichen Weg über die Schaffung von Teilgemeinden, von Bü/trden und Genossenschaften. Eine Synthesis zwischen' den geistige» Forderungen und den gegebeiien Realitäten muß Leitspruch-, und anzustrebendes Ziel sein für das'neuschaffende Judentum bei seinem großen Werk in Palästina. Buber setzt sich zum Schluß mit drei gegnerischen Richtungen auseinander: dem Humanitarismus, dem „formal" gerichteten Nationalismus, der Gesetzesorthodoxie. Die Polemik ist nicht stets mit durchschlagender Beweiskraft geführt'; zumal die Ablehnung an den Orthodoxen löst Fragen und Zweifel aus. Wo immer es ein religiöses Neuerleben gibt und den Drang, es in äußere I-orm überzuführen, wird eine feste Ausdruchsgestalt, "eine Norm, ein Gesetz geschaffen werden müssen. Die Traditious form sprengen wollen um eines Inhalts willen, «der in ihr szunr wenigste» keinrhaft) lebt, ist allzu bequem, doch immer gefahrvoll: ein anderer Weg, inühereicher, doch iichjrrer, führt noch zu diesem Ziel: der über die Erneuerung und Fortbildung der Form' von innen heraus. Buber wählt den **) »Der heilige Weg". Bei Rütteu u. Loening, Frankfurt a. M. Talenhoni Hansa 1866. anderen. Ob-nicht dieser Weg für Las Volk der rechtere und klügere ist? Die belebende, befruchtende Wirkung der Buberscheu Ideen in der Richtung der fortschreitenden Wandlung zum Judentum hiir ist heute offenbar. Sie wird wohl — wir glauben: am Ende nicht zum Schäden des Judentums — auch in Palästina auhalten und in geistigen Strömungen manifest werden. - K. >S ch a l k o w i tz. . Literarische Notizen. Unter dem Titel „O st j u d e n in D c u t s ch l a n d" erscheint Ende März exn Sonderheft der „Neuen jüd. Monatshefte". Es enthält Beiträge von Arnold Zweig, Siddy WronSky. Julius Berger, Dr. Martha Efchelbacher und C. Z. Klötzel. Ofienbacher Druckluft-Anlage Offanbaoh a. M. Telefon 133. Unübertroffene Tepptchreinigung mittelst Druckluft. | Wochen-Salender. Samstag, 20. März (t. Nissan). Sabbat-Anfang in Frankfurt 6 Uhr 05 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 7 Uhr 25 Min. Wochenabschnitt: W a j i k r o. P a r s ch a s H a ch a u d e s ch u. S ch a b b o s Rausch- C h a u d e s ch. Arankfnrter KamMennnchrichte». B a r ni i z w o s. Jul. Emmerich, Ludwigstr. 16, Ernst Straus, Etkenbachstr. 10, Fritz Tockus, Adlerflychtstr. 41, Synagoge Börneplatz. Vermählte. Julius Greif mit Else Hochschild, Ob. Atzemer 9. Gestorben. Mina Reinheinier geb. Strauß Wwe., 75 I., Oberweg 42. Auswärtige FamUiennachrichten. Gestorben. Jakob Hirsch, 65 I., Hanau. — Rabbiner Dr. Bernstein, 32 I., Pr.-Stargard. Condltorei und Cafd Wilhelm Wendel Alte Gasse S» W* Neu renoviert und vergrößert. "WN Feinste Torten und Desserts Kaffee, Tee, Schokolade in Tassen« Spende«. Bei der Nationalfondskommission (I. Heimann, Zeit 21, Postscheck 41441) gingen ein: Ing. Borikowsky, A. Levison je 5 Mkj, für Telegrammformular 1 Mk., Hochzeit Rosenbusch 125 Mk. Purim sammln ng: Grete Wolf, Max Heinemann, London, 170 Mk., Fritz Sondheimer. Julius F. Gold-, fchmidt, Max Wolf je 50 Mk., Frau Elise Golvschmidt, N. N. je 20 Mk-, Leo Goldschmidt, Frau Anna Neu, Frau Elsa Werner, Frau Dr. Nettie Kaufmann, Frau Rosie Guggenheim, Frau Weißmann, Frau Theodor Gnggenheim, Frau Dr. Ansbacher je 10 Mk., Josef Osten* bacher 12 Mk., Frau Rothschild, Frau Dr. Seckbach, Frau. Dr. Salomo», Julius M. Bier, Frau Helene Fuld, Fra« Rieka Schott, Manfred Goldschmidt. Wilhelm Sch am es, Grete Wolf je 5 Mk., Frau Dr. Mannheimer 2 Mk., Hans Wolf 1 Mk - " Walter Carsch 200 Mk., Isaak Haas 10V Mk., Herm, Gntenstein, Leon Maier, Schaffer je 25 Mk., L. B«tew» stein, Max Lewisohn, E. Buchsbaum> je 5 Mk., Heinr. Dir» kenstein, I. Rosengarten je 10 Mk. Purim-Gesellschaft bei Dr. Rabin 1< Bäume rat Herzt* Wald 170 Mk. Jul. Sichel und Frau 2 Bäume a. d. Namen Her* mann und Mina Strauß 20 Mk. Purün-Gesellschaft b. Dipl.-Jng. Grünstein 18 Mk. Selbstbesteuerung 1919: Alfred Pick .50 Mk., Emil Wolpert 75 Mk., Benno Kohn 100 Mk. Büchsensammlungen: Rudolf Hartwig 13,85. K. Rewia* dowski 5,30, A. Araben 40,—, D. Hainburger 2V Mk. Sammlung Feldstein: 10 Mk. Purim-Sammlung Johanna Herzberg: 243 Mk., Lehreck 50 Mk., W. Nemety 20 Mk., A- Lehrer 3V Mk. Salomon Wahrer aus Namen s. verstarb. Bruders Zacharias Mohrer 1 Baum im Wahrer - Lombietz - Tokula- Garten 10 Mk. Gesammelt durch Anni u. Margot Sondheimer: Fritz Sondheimer 100 Mk., Manfred, Auguste Sondheimer 7V Mark, Hugo Beer 25 Mk., Isaak E. Sondheimer, R. R., N. Fromm, Alex Paradies, Dr. Michael je 10 Mk., Feist, Frau B. Beer je 60 Mk., Emil Beer, Th. Fürth u. Co., A. u. L. Sondheimer je 40 Mk., D. Stavenhagen, Julius Werner, Eisemann se 20 Mk., Max Wolf 50 Mk., N. N. 5 Mk. Briefkasten. R. D>er dieser Tage verstorbene Geh. Regierungsrat, ordentl. Prof. Dr. Martin Freund war ein getaufter Jude. Vir erlauben uns. unsere Mitglieder hierdurch nr DPdBntUchBBllltgliBiliPVBPsaBBltiB in Berlin, FIugverbandhauB (früher Anwalthaua) Blumeebok 17, zu 'Montag, 19. April, abends 7 Uhr ergebenst ein zuladen. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts. 2. Entlastung der Verwaltung. 3. Statutenänderung. . ■ 4. Wahlen. 5. Verschiedenes. Hilfawerein dar Daatnctaea Judas Dr. James Simon. Talephoa» Hansa11868. Hardenberggtrasse 9 Inh.: Gebr. Hol ft er. Harden n erggtrasse 9—11. Damen-u. 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