Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 9 (5.3.1920)
- Date
- 1920-03-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit- 4 Neue Jüdisch- Kresse. Nr. 9 'Ui, . ■■'4 „ . Neoeingang von Model len für unsere Mass-Abteilung Jackenkostüme uyä Mäntel Eigene Stoffe werden für Massenfertigung angenommen RO BIN SO HM. die Erfordernisse einer Hauswirtschaft in Palästjua praktisch zu lehre». Dieser Beschränkung abznyelsen und die Zwecke des Kursus eindringlicher zu fördern, dient eine »ene Einrichtung. Der Ortsgruppe ist ei» 'Landhaus bei Oberursel zur Verfügung gestellt worden, dazu geeignetes Gelände zur Bewirtschaftung. Der Wirtschaitsberrieb. der unter der Führung der erprobten Leiterin de» vorjährigen Kursus stehen soll, wird nicht nur Gartenbau und seine stiebenzweige umfassen, sondern' auch Kleintierzucht und Hauswirtschaft. Die Teilnehmerinnen werden iu dem Landhaus wohnen und dort gemeinschaftliche streng-rituelle Küche fuhren. Neben der" Arbeit im ÄMen gehl ein theoretischer Unterrichtstursus. ' Die Kosten des Betriebs, der Unterkunft usw., sollen durch Vermittlung der Ortsgruppe ansgebracht, die lausenden Kosten für den Lebensunterhalt der Teilnehmerinnen dagegen von diesen gemeinsam getragen werde». Es ist vorgesehen. das; jede Teilnehmerin monatlich 180.— Mk. als' Entgelt der Verpflegung, Heizung, Beleuchtung und sonstige Untosten zahlt. Hierin ist auch das Lehrgeld einbegriffen, ''während für die Wohnung als solche nichts berechnet wird,. Sollte», insbesondere infolge allgemeiner Steigerung der Lebensmittelpreise, die Kosten sich höher stellen als vorgesehen, so würde evein. eine Erhöhung der 180.— Mart in Erwägung z» ziehen: — anderseiis soll der Beitrag hercchgesetzt werde», iveuu die Unkosten sich verbilligen,' was infolge des Bezuges von Gemüse usw.,- aus de» eigeneir Pflanzungen, wohl der Fall sein kann. Die Zahl der Teilnehmerinnen kann nur eine beschränkte sein. Anmeldungen werden deshalb umgehend an die Zioni-. stische Bereinigung Frankfurt a. M„ Unterlindau 21, erbeten. ■ ' ' Die Einrichtung setzt voraus, dag die Teilnehmerinnen deir festen Willen bestimmter landwirtschaftlicher Ausbildung haben und ihn so ernst betätigen wolle», daß darauf die mühevolle Organisation ausgcbaut werden kann. Es sollen, deshalb .nur Teilnehmerinnen zugelassen werden, die sich zur'Teilnahme für ein Jahr fest verpflichten. Kleine Rotize«. Der T a l ui u d - T h o r a - B e r e i n veranstaltet außer den regelmäßigen Veranstaltungen im laufenden Monat Borträge über G e s e p e s v o r s ch r i f t c n für Pesach (Svnutag, 7., 14. und 21. März, Dozent: Lehrer Unna) sowie über die Haggadah schcl Pesach (Sonntag, 28. SOiörg, Dozent: -Dr. Rahm). Die Vorträge, für die auch die TeiliiHstzme von Damen erwünscht ist, finden anschließend an den M i n ch ag o t t e s d i e n st im H ö r s a a l der Synagoge Börueplatz statt. . . Der vom Verein für j ü d. Geschichte und Literatur und von dem Verein für jüd. Volksbildung an den Samstag Abenden des März im Philanthropin veranstaltete Vortragszyklus: Die Welt-« anschauung der Propheten (Dozent: Dr. R a b i n) beginnt, von jetzt ab um 8vi Uhr. Die von den hiesigen Agndas Jisroel-G nippen veranstaltete Erez-Jisroel-Wlocht: hat bisher einen sehr günstigen Verlaus genommen und zwar nicht nur hinsichtlich ihrer materiellen Ergebnisse, sondern auch in' der Förderung des' Verständnisses für' die jüdische Bedeutung Palästinas füreinen jeden Inden, der der weitgehendsten Erfüllung des' Giottesgesetzes Nachkommen will, dem die Zukunft der Jndenheir am. Herzen liegt. Professor Wehl, der Leiler der beiden bereits hinter uns Hegenden Veranstaltungen der Erez-Jisroel-Woche, Jacob Ro^ enheim, Zahnarzt E h r in a n n, Dr. A »er- 't bach., die Redner, ein jeder von ihnen wurde dem Thema,' von einer anderen Seite gereck)t. Besonders tief drangen die Worte Dr. Auerbachs, der bereits Jahre hindurch in , Palästina gewirkt hat und den zuversichtlichsten Optimismus für den Ausbau eines jüdischen Palästina bekannte. Condltorei und Caf£ Wilhelm Wendel Alte Gasse 0. ■f* Sen renoviert und vtrgrönerl« Feinfeie Torten und Desserts Kaffee, Tee, Schokolade in Tassen* KrONkfnrter veränftnltimge« ' Talmud T h o r a - B e r c i n, Samstag. Schluß des ' BkoogengottesdienstesL«Dinim (Dr. Friedmann), 3i/j Uhr: Rasch! (Lipinsky),' Sonntag, Schluß des Morgcngottesdienstcs: Mischnah (Dr. Friedmann), vorm. 9 Uhr: Schulchan Arnch (Lipinski)), Schluß des AbendgvttesdieiisteS:' Diiiim schel Pesach (Unna), Montag, 6> ., Uhr: Mikro (Unna), Dienstag, 6 Uht,' abends: Ehauwans Hatwowanth (Dr. Braun),'Mittwoch, Schluß des Morgengottesdienstes: Mische nah (Dr. Friediiiann), Donnerstag, abends 6>/,, Hermesweg 27: Geinorä (lliiuo). — Mckvr CYaji,n, Samstag, 4 Uhr: Mikro (Eschwege), .Sonntag, Midrasch (Pros. Snlzbach). Montesiore, Goetheplatz .'>, Sonntag. 4 Uhr: Pnrimseier, Montag, 8 Uhr: Heimabend, Mittwoch, 8 Uhr: Alte Tempelbaute» (Schragenheim). — Verein selbst, i fr. Handwerker, Cafe Goldschmidt, Mittwoch, 8 Ubr: Erlebnisse eines Zivilinternierten (Dr. Seckel). Theo Johad Konfitüren und Schokolade Arsgmerrte. Von Ehalm SchuMopfer. ' 1. Der gute Toni in Gotteshaus. ' Mit dem zunehmenden moralischen Fortschritt de« Menschheit wächst unleugbar die Erkenntnis, -daß man nicht notwendig beim Essen schlürfen oder schmatzen muß, daß man, sein Gemüse nicht mir mit bcn< Messer, sondern auch mit! der Gabel essen'kAim, daß man die Gabel also anher als Zahnstocher auch noch zu anderen Zwecken benutzen darf. Ueberschätzen wir den Umsaiig dieses Fortschrittsvicht, — ein Blick i-ii unsere Restaurants warnt vor übertriebenem Optimismus. Immerhin, schüchtern wie ein Märzveilchen regt sich, die Hoffnung auf eine schönere Zukunft, in ' der niemand mehr in der Synagoge auf den; Boden spuckt, in der das.Gebet wieder zur Hauptsache! wird. Im Osten' allerdings, wo das. Gotteshaus mit dem Lehrhans eine lebendige.Einheit bildet, laiin man erleben, daß ° der Zeitungsjunge hereinstürzt und mit gellender Stünme die.neueste Nummer des „Haint" („den Haiirt vnn morgen!") anpreist, während der Herr Shnagogendienen am Thorapull träumerisch einen. Hering verzehrt, wobei gleichzeitig in einer Ecke daS Abendgebet verrichtet wird und in der anderen der „Säger" seinen Lehrvortrag hält. Aber bei''uns im» Westen, wo die Synagoge nur für den- Gpttesdienst da ist »der da fein sollte, müssen andere Ansprüche gestellt werden. Man kann von. .den Frommen unsrer Zeit gclviß nicht verlangen, daß sie, wie die Mischna von den Frommen) der ältesten Zeit..'berichtet, eine ganze Stunde in innerer Sammlung und ihren Sinn auf Gott richten, bevor sie ihr Gebet Tiberhaupt beginnen; aber.es braucht auch nicht gerade Das Gegenteil zur: Gewohnheit zu werden, daß man nämlich erst eine Stunde nach Beginn des Gottesdienstes erscheint. Znnial mich dann nochersahrnngsgemäß eine Spanne Zeit verstreicht, bis sestgestellt ist, wer da ist und iver fehlt, bis mit deck Nachbarn die dringlichsten Neuigkeiten ansgetäuscht sind. Wobei der wahrhast Fromme allerdings den Borbetet halb im Ohr behält.und darauf achtet, daß er keine vor» geschriebene Antwort ausläßt. Infolgedessen kann man Bruchstücke von . Gesprächen erleben wie dieses: „Haben Si,e gehört, daß Kolm — boruch hu nwornch sch'män — ein Haas gekauft hat?" „So, so.. — Omein. — Der hat's auch weit gebracht." Daß in den Pausen zwischen solchen. Gesprächen auch gebetet wird, versteht. sich von selbst.' ('Auch dabei wird für Abwechslung gesorgt, indem die einen mit dem, Vorbeter zusammen singen, die andern schon etwas früher, wieder andere etwas später. Seinen Höhepunkt jedoch erreicht das UnterhaltungSbedürsnis mit dem Beginn der Haftara.. Da lösen sich alle „Bande frommer Scheu", es ist, als ob' eine Schleuse hochgezogen würde, damit der Redefluß sich ungehindert ergießen kann. Man könnte meinen, daß die Bor.lesnng des Prophetenabschnitts überhaupt nur zu diesem Zweck ringeführt sei. Hier wird die Untere haltnng beinahe zu einer religiösen Pflicht. In :iner besonders frommen Synagoge hörte ich einmal, wie beim Beginn der Haflara hinter mir einer befriedigt ansrtef: „So, jetzt geh' ich vor, ein bißchen schmusen!" UebrigenS haben 'die Propheten diesen; Zustand wohl. vorausgesehen, dcnck es heißt nicht umsonst in Ezechiel: „Du sollst zu ihii'rw reden, mögen sie zuhören oder nicht." Nur nebenbei sei bemerkt, daß ähnlich wie das Redest auch daS Räuspern, Niesen und Husten im Gottesdienst seine Ebbe und! Flut hat. Der gegebene Moment zur Beseitigung aller Hals-, urfb Nasenbeschwerden ist beim gewöhnlichen Gottesdienst die Wiederholung des Achtzehn? gebetes, bei besonderen Anlässen aber die Predigt. Kaum, 'beginnt der Rabbiner, so setzt von allen Bänken der Orkan ein, und dieselben Leute, die sich lieber die Zungei abbcißen, würden, als im Theater das hohe C eines HeldcnteiwE zu überhaste», nehmen nicht die gleiche Rücksicht ans i>W meist ebenso hohen Worte, die von der Kanzel erklingen. Das Uckiherfchaueii ist ein Kapitel für sich. Es hat seiner Ursache zum Teil in der Architektur unserer Synagogen, die durch die räumliche Einteilung des Gottesdienstes -bedingt ist. Hier', wie so oft im Judentum, gibt es zwei. Richtungen, nämlich die sogenannte Misrachwand und das ■m Opernplatz , ein paosn Erstklassiges (Famllien-Kaffee Täglich von 4 Uhr ab. Künstler - Konzert. Pult des Thoraworlesers. In manchen Gegenden, besonders; wer den Sephardim, ist diese Schwierigkeit durch amphitheatralische Bauweise umgangen. Der Talmud meint zwar, man dürfe sich nicht leichtfertig gegen das Tor des Ostens verhalten, denn es stehe dchil Allerheiligsten gegenüber. Aber, wie soll ein braver Hausvater beim, Mittagessen vor seiner Frau bestehen, wenn er nicht weist, wer aufg'eriifen wurde? Wie sollte man-anch den Segensspruch „dies ist die Thora" aussprechen, ohne sich ihr zuzuwenden? So kommt es, daß ähnlich wie die Peripatetiker, die im Umhergehen philosophierten, viele unsrer Gläubigen ihreAndacht im Umherschauen verrichten. - 7 Diese kleine Smnm-liing von Unkraut ans unserem, schönen Garten erwächst nicht nur aus schlechter Erziehung, mindestens ebensosehr daraus, daß der Sinn für dah Wesen des Gebetes und dev Andacht vielen abhanden gekommen ist. 'Viele Menschen haben-die Distanz zu ihrer eigenen Seele und damit zum Göttlichen verloren. Sie sind zu sehr auf dem Duzfuß damit. Aber je größer die, Intimität, je nähet und lieber etwas uns ist, umsogrößer soll die Achtung vor ihm sein. — Ist nun dies alles ein Purim scherz? Bielleicht. Vielleicht auch nicht. . Offenbacher Druckluft-Anlage Off.nbaoh a. M* Telefon 123. Unübertroffene Tepplohrelnlgnng mittelst Druckluft. Wochen-Salerider. Samstag, 6. März (16. Adar). Sabbat-Anfang in Frankfurt 5 Uhr 50 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt. 7 Uhr. Wochenabschnitt: Ki - Sisso. ArL»kf»rter KamMe»«achrrchte«. G e b o r e n. E. Tochter, Dr. Levi (Eisemann), David Kohn (Kreschower). Ba rmizwos. (Herbert Wolfs, Gwiniierstr. 34,. Synagoge Friedb.' Anlage. — Georg Guthmann, Wittelsb, Wlec 87, Synagoge Börneplatz.' Verlobte. Dr. Isaak Posen mit Bertha Flörsheim, Hamburg. , Gest p r b c n. Lina Speier geb. Speier, Bockenheimerländstraße 97. — Babette Goldschmidt geb. Carlebach, 7ö I., Bleichstr. 10. —-Johanna Kormis, '>0 I., Seilerstr. 50. — 'Sara Steigerwald geb. Freudenreich,-^3 I., Ostendstr. 43. — Emilie Kulp Wwe. geb. Langenzeiui, MI., Allerheiligenstrcrße 34. —> Frieda Goitein, Rabbinerswitwe, 48 I., Windeckstr. — Siegln. David) 65 J„ Ganßstr. 38. — Wilhelm Lvedl, 60 I. Bei der Nationalfondskonimission (I. Heimami, Zejl. 21, Postscheck 41441) gingen ein: ' Julius Krynenberger anl. Jahrzeit 50 Mk.-, Martin Levi- 'gard u. Frau 2 Bäume im Herzlwald 20 Mk.; gesammelt' bei Hochzeit Hauser 475 Mk.: nachträglich gesammelt bei Hochzeit Diller-Dankowitz 50(25 Mk. - Purim spende n. Adolf Schönberg, Bergmann, Joses L. Oppenheimer, N. N., I. Aschkenasy je 20 Mk. — M. Jansen, Nene Kräme, 500 Mk.; Hagel Geldwerth, Willner je 2 Mk.: K. Kaufmann, Wolf Salzmann, Katzenstein, Fellhändler je 5 Mk.; N. N., Neumann, Kormann, Jakob Grünebaum je 10 Mk.; Beiserglück4Mk.; Jernchcin Flank, Wiesbaden, Josef.Amslxr je 20 Mk.; Abraham Bornstein, E. Gewürz je 10 Mk.; Salomo» jteller, Kolicer, L. Reich, David Bergmann, Bendziowsky, Ch) Laulicht je 5 Mk.; Geschw. Lehrer 50 Mk.; A. Zellerkrant, Josef Sonnenblick, Isaak Sonnenblick je 3 Mark, Renj. Schiminci, Hermann Ptaschnik, A. W. Brandstälter, David Birnbach je 5 Mk.; : Bei der Neuen Jüd. Presse gingen ein: Ä G. Mühlfelder u. Frau grat. Hochzeit Jnla Goldschmit- Fritz Nußban« 3 Mk. DIE ^TELEFONerFülll- ALLE Ansprüche. FRANKFURTER PRIVAT-TELEFON-GESELLSCHAFT.;-i r:-,- FRANKFURT VM, Kauf, Verkauf, Ausbesserung, V ervi elffiltigungeo Hethmimgtr. tu 1. Stoch. Tel. R. Xottstbllttev □ SrrM° Xtmstgeveüe. Stylvolle vornehme Einrahmongen in eigenen Werkstattm Aelteres Ehepaar auf kleinem Platx in Unterfranken sucht raliglBses ■Stfohon für Küche und Haushalt. Familienanschluss and' hoher Lohn zugesiehert Geil. Offerten unter 2979 an d:'e Expedition dieses Blattes.