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Neue jüdische Presse · 1919-12-05 · Heft 47 (5.12.1919) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 47 (5.12.1919)
Date
1919-12-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Heimabend; Mittwoch, IV- 6t§' 61/2 Uhr: Jugendgruppe, 8 Uhr: Expressionismus ' in der Malerei sDr.. Gallrner). Literarische Rundschau. , Die Leiden des jungen Mose. » ((Sine chiblische Erzählung von Oscar Lehma n n, _ Verlag Sänger u. Friedberg. Preis Mk. 7.80.) Ein Werk,, halb Roman, halb Lehrbuch. Hnräierte von Bücken: nennt der Verfasser, aus denen er sein Material > schöpfte. Hinter dem effektvollen Titel verbirgt sich ein tiefer Sinn, denn wenn es auch kaum verschiedenere Charaktere geben mag, als den Befreier JiraelS und Goethes Weither, so ist Ihnen beiden doch gemeinsam, daß .ihr Name zunr Symbol geworden ist. Unter Lehmanns meisterlicher Feder ersteht ein plastisches Bild jener Epoche der jüdischen Geschichte, no. aus der Finsternis Egyptens - das, Licht zu leuchten begann, dessen Träger Mose und fein Volk werden .sollten.' Wir sehen die Kinder Israels in ihrer harten Fron, wir erleben ihr .Leid und begleiten angstvoll den Weg des Kindes und Jünglings Mose. Gar viel Neues weiß uns der Verfasser aus dem unerschöpflichen Bronnen seiner Gelehrsamkeit zu .erzählen, — aber bei aller „Belehrung behält das -Buch seinen romanhaften, spannenden Zug und wird sich .gerade dadurch bei Jung und Mt viele Freunde erwerben. Es ist im Grund ein neuer Typus jüdischer Belletristik, insofern es em.r unendliche Fülle von..Sagen und Legenden, die über das ganze Schrifttum zerstreut sind, um Moses Person ranken, mit Phantasie durchtränkt, und io ein ungemein anziehendes und lebensvolles .Gemälde vor unserem. geistigen Auge vorüberziehen läßt. In seinem inneren Wesen ist das in icder Hinsicht interessante Buch jenen Perlen der jüdischen Erzählerkunst verwandt, die wie ..Bügele .der Maggid'' und „Mendele Gibbor" so gut wie Karl May oder 1001'Nacht das Entzücken. unserer Kinderjahre tpären. So' ist dieses Buch, das iin expressionistischen L>inn gewiß. kein Kunstwerk ist, ans der-heilig-reinen Luft-der jüdischen Vorzeit geboren zuid .darum reicher 'an. jüdischem/Erlebcn, als sämtliche Sendungen Semaels. Das Buck gehört auf jeden Gabentisch in jüdischen Häusern. - M. Jeremias. (Dramatisches Gedicht in 9 Bildern von , Stefan Zweig, Jnselverlag.. 1918.) - >>Auf dem Umweg über ihr Volkstum, vielleicht geweckt erst durch den Krieg, haben sich ejne Reihe jüdischer Dichtenauf' ihre Stammeszugehörigkeit besonnen und dies literarisch, durch Wahl biblischer Stoffe bekundet. So schreibt dev Bearbeiter des Grafen von Charolais einen „Jaakobs -Traum", so kürt sich Stefan Zweig eine biblische Gestalt, die er Jeremias' iiennt. Bon besagtem Jeremias erfahren wir, daß er der Sohn Hilkia's ist, von den Priestern zu Anatoth. Mithin ist hie Vermutung nicht ganz» von der Hand zu weise», dieser Jeremias sei identisch mit dem Propheten Jirmijahu, dessen Vater ebenfalls Hilkia hieß, und der gleichermaßen von den Priestern zu Anatoth hcrkain. Der Nachweis dieser Identität wird nirgends erbracht. Zweig zählt zu den Sänlenheitigen des jungjüdischen Parnasses. Vorliegendes Werk offenbart, daß er dort durchaus heimätberechtigt ist. Weil er aber als Stern erster Grösse gilt, muß sein Werk genau geprüft werden; nur gewissenlose Richter verfahren nach beliebtem Rezept, die ' kleinen Diebe zu hängen, große aber laufen zu lassen. „Mi som'cho ssar weschaufet olenu" wird Zweig etwa fragen könnest die alte jüdische Frage, ans die sogar ein Mosel, -die Antwort schuldig bleiben mußte. Nun, über Dichtung und Dichter mögen die Ansichten ausernandergehen; können. Erscheint aber eine Dichtung unter dem Vorgeben, jüdisch-biblischen Inhalts zu sein und stellt sich heraus, daß. sie allenfalls biblisch ist, nicht aber jüdisch, unbeschadet ihres sonstigen literarischen Werts oder Umverts, — so hat jeder Jude die Pflicht, dagegen aufzutreten. Seit dcr Hanptinanii-'schen Grisolda ist der ilnfug cingerissen, Dramen und dramatische Dichtungen, was beileibe _’ _ i nicht dgs nämliche ist, in Bildern statt der üblichen, durch-, aus bewährten Me und Szenen zu schreiben. Ein Unfug, der abev der etwaigen Güte des Werkes und der, Wiedergabe auf der Bühne an. sich keinen Abbruch tut. ' Betitelt ein Autor von Einsicht sein Werk „dramatisches Gedickt", 'so kündigt er' bannt an, sich wohl bewußt zu sein, kein Volldrama geliefert zu haben. Mit dieser Selbstbescheidring entwaffnet er diejenigen, ine den Matzstab streng dramatischer Kunst an seine Arbeit anlegen möchten. Er hat aus irgend einem Grund die Form des Dramas gewählt, auf Pie Gedrungenheit. der Handlung aber verzichtet, was nicht ausschließt, daß sein 'Werk dennoch bühnenfähig sein kann , 1 „Die Erweckung des Propheten" heißt das erste Bild. Jeremias, gepeinigt von nächtlichen Halluzinationen, stürmt ans das flache Dach feines Hauses. Er glaubte, die Stadt brennen, die Mauern fallen zu sehen; nun liegt sie da unten friedlich im Mondlichte, — er allein findet seit langer Zeit keine Ruhe. Und er forscht klagend nach dem Unsichtbaren, der ans ihn „vom DunkA ziele mit Pfeilen des Entsetzens" und will wisse», „den Sinn dieser Qual". Da ruft ihm eine Stimme; er, (wähnend, sie sei die des Herrn, crklärtyich, in immer steigender Ektase, halb ergebungsvotl, halb frohlockend, bereit, die Mission ans sich zu nehmen. Aber die Stimme ist nur die der Mutter, die ihm ängstlich gesolgt ist. An seine Geschichte glaubt sie nicht, offenbart ihm, daß sie nach langer Kinderlosigkeit ein Gelübde tat, so ihr Schoß gesegnet werde, dem Herrn die Frucht zu weihen und überdies in ihrer schweren Zeit zu schweigen, „damit ihm dereinst der Rede Fülle sei". Das ist ihm Bestätigung seiner Sendung; sie besFwört ihn, keine böse Botschaft zu verkünden, flucht ihm sogar, wenn er dies tue und sieht, da erfest bleibt, ihr Kind füv sich verloren. Zweig hat wirklich seltsame Vorstellungen von dem Pflichtenkreis eines jüdischen Kohen, oder besser gesagt, überhaupt keine Vorstellung „(S- 20) geweiht, daß Deine Stimme lobsinge dem Herrn». Das hatten allenfalls die Leviten zu besorgen. Und ein „neunm'onatlicheZ Schweigen als Gglübde", wem will er das als' biblisch, als jüdisch glaubhaft machen? .Mit welchem Defizit an Logik stattet er die. gute Frau aus? Entweder ist Jeremias dem Herrn geweiht,' dann ist es unsinnig,. ihm zu fluchen, da er die rhetorische Konsequenz daraus ziehen zu müssen sich nickt entbrechen kann. Oder er ist es-nicht, dann lügt'sie glatt. Aber Zweig braucht die alte Dame später zu einem Theaterconp, wie wir noch sehen werden, und darum, muß sie hier in die Exposition hinein, wieivohl die ganz gleichgültige Gelöbnis-Angelegenheit kaum etwas exponiert, wietiirtAC iiiff Sit hnV i'm litth IPtlfi* - grund sich nicht als „Bath Kol", sonder» als leibhafte Mcnschcnstimme erweist. (Fortsetzung folgt.) Ivfleudsodsr Druckluft-Anlage I Offenbach a. HR« Telefon 123. I Unübertroffene Tepplchreinignns mittelst Druckluft. | Wochen-Aalerrder. . Samstag, 8. Dezember (i i. Kisleiv) Sabb rt-Anfaug in. Frankfurt 1 Uhr '(Religionsaefellschaft und Gemeinde), Sabbat-Ausgang in Frankfurt Itftr (Religiovsgeiellschast und.Gemeinde). Wochcnabschnitt: W a i.i s chl a ch. Wockeirgöttesdieuste in Frankfurt: morgens 7 Uhr 05, 'Min., abends 1 Uhr »tu den »reisten Synagogen Ararttsttrter Familieuuachrichlr». Barmizwos: Julius Weill, Bockenh. Aul. 2, Max Levi, Allerheiligenstr. 61, Albert Salzmann. Hanctnex. Uarrbstr. 80, Berthold Stern, Ostendstr^ 22, Alfred Strauß bei Heinrich Kahn, Sandiveg 8, Synagoge Friedberger Anlage. c - ‘ Verlobte: Nelli Strauß mit Adolf Heimann. — Bertha Rosenbnsch mit Arthur Salomon. — Louise Neuburger mit Jacob ist ch hock, Fürth. — Siegfr. Steinhardt mir Hilde Lob, Psasfenbeersurth. —Hedh Löwenstein mit Adolf Kahn, Baisnrgen.; . Gestorben: Mathilde Eskeles,"geb. Franks 89 I. — Jette Amerikaner, geb. Weifenfxld, 78 I. — Jacob Kleeblatt. - - , Auswärtige Familiemrachrichte». Verlobte: Alice Kahn mit Max Selig, Mann», heim. — Martha Salomort, Bochum, mit Beruh. Berlin' II:, Gr.' Buseck. — Hedwig Grünebaum, Nieder--. ursel. mir Edniund Wechsler, Vilbel. — Paula Wrescbner, Samter, mit,Rabb. Dr. JakobowitS, Königsberg. - Gestorben: Josef Fulda, 88 I., Mainz. — Samuel Loeb, 70 I., Düsseldorf. — Herm. Siegel., 80. I., Heidelberg: .— Anna Strauß,, geb. Levi» Darmstadt. — Olga Levi, geb. Neumark, Mannheim. Speudeu. Bei der Nationalsondsfommiision (I. Heimann, Zeit 21') gingen* ein: Silit und Jsaae Knotler-Garten, gesammelt aur der Hochzeit in Jugenheim, 20 Bäume, 200 Mk.- Aron Sulzbacher an!. Jahrzeit 8 Mk. 1 Oelbaümgarten auf den Namen Ludivrg Rapp, gefallen '11. Nov. 1914 bei Whtschaete in Belgien, Gustav I. Rapp und Frau 120 Mark, Zeno Darmstädter und Frau 300 Mk., von einem. Spiclabend bei Fam. Darmstädter 125 Mk., Mennv Rapp - 125 Mk., 67 Bäume 670 Mk. Natronaismrds: R. 4k. 20 Mk. Im Lea Abigajil Svringut-Hain David Springut, Scheveuirigcu, 10 Bäume, 100-Mk. Hermann Faust und Frau, Hannover, 5 Bäume, anläßlich Jahrzeit ihrer sel. Mutter, 50 Mk. Bei der Neuen Jüd. Presse gingen ein: Auf.Hochzeit Freudentbak, Gera/Karvs, Nürnberg, aes. für Tuch.» kemonischule, 22 Mk. — Mbert Lilienfeld :md Frau - grat. Hochzeit Mahler/Halberstadt 2 Mk. Briefkasteu. 2901. Sie wollen noch Briefe abholen. K- Mandel der jüngst zurückgetretene Kabinetlchej Clemenceau's, soll mit Bateruamen Rothschild-heißrim 8tatt Karlen. Julius SehmMt u. Frau, Else geb. Fick,' Langestrasse 3 pari danken (anf diesem Wege herzlichst für-die anlässlich ihrer Yer'mählnng erwiesenen Aufmerksamkeiten. Der Briefträger . nimmt Abonnements auf die' Reue Jüdische Preffe, Frauksurt a.M. entgegen Ohm! leihst MMi U msM habe ich in Frankfurt am Main ein Laboratorium für itliniscfm und cbimiSEbt UntBFSucbuns Von Eint, Harn, Stuhl, Magensaft, Answurf uaw. eröffnet. Dp. med. W. Ginsbepg ehern. Assistent am physiol. Institut Halle (Geb. Bat Abderhalden), an der medizinisch. Klinik' Kiel (Prof. Lüthje f), am Institut für vegetative Physiologie Frankfurt a. M. (Prof. Emhden). BeethoTenstrasse 9. Tel. Tannns 2313. ■ - r./T- RRer deutscher Cognac arniX^nm , „ "; In den einschlägigen Geschäften der Genussmittelbranche wieder erhältlich. General-Vertreter: Gerhardt & Janssen, Frankfurt a. 31., 3idda4ras*e 56. Teleplioa Hansa lSS$v BeHimmiiBfr. M. 1. Stoch. TehUM il Kunstötatter □ srspdik □ Kunstgewerbe. Stylvolle vornehme Einrahmungen in eigenen Werkstättm *. . : Grlaserei. — — —— ^5- Fib,iiutloaw*^/ Stempel u. Schilder * O Tel.H.1228 .^V .

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