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Neue jüdische Presse · 1919-11-21 · Heft 45 (21.11.1919) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 45 (21.11.1919)
Date
1919-11-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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%w-' . 4# Neue Jüdische Kresse. Lch?sävrmÄerei«Meissbinävi^vi1vn . Philipp Trauner Textorstrasse 68. Telephon Römer 5778. und auf eigene Kosten verbreitete! Diese Gedichte fanden überall Anerkennung. So erhielt der Verfasser unterm «. .September 1914 durch Vermittlung des Kultusministeriums ein königliches Kabinettsschrciben, in dem < für „die im den überreichten Gedichten zum Ausdruck gebrachten vaterländischen Gesinnung" gedankt wird. Weitere, in gteichein Sinn sich aussprcchende Zuschriften erhielt der Verfasser von fast allen deutschen regierenden Fürstlichsten, so vom König von-Bayern, von Württemberg, von Sachsen, den Grotzherzögen von Hessen und von Bade», dem verzog von Braunschwcig, von den Prinzen Leopoldvon Bayern, Eitel Friedrich und Joachim von Preußen, vom.Reichskanzler von Bethmann Hollweg, von Tirpitz, .von Hiudenburg, Mackensen, Falkenhayn, Ludendorsf und noch anderen hochstehenden Militär- und Zivilpersonen. Auch das stellvertretende Generalkommando in Stettin lies; seinen Dchik „für die von Liebe zu Kaiser und Reich getragenen Dichtungen' aussprechen" und teilte gleichzeitig mit, „das, ,■ - die Dichtungen den Reservclazarettcn" überwiesen werde» sollten, wo sic manchem -Verwundeten Freude. bereiten - weichen." Um 12. Oktober 1915 sandte Generalfeldmarschall von Hiudenburg den Rittmeister v. Ch. zu Herrn Kiewe, um diesem für seinen bewiesenen Patriotismus irgend einen Titel oder ein El,rc»Zeichen anznbieten. Herr K. lehnte jede Auszeichnung ab.!; i'iodi am 14. Juni.1918 erhielt Herr K. aus hem kaiserlichen Hauptquarsicr ein großes, prächtiges Kaiscrbiid, die lebte Aufnahme des früheren Monarchen^ zn- . gestellt, das - zwei Tage nach dessen Abreise nach Spaa abgcsandt worden war. Das 99 niak M große Bild trägt die Widmung: „Dem großen Patrioten und vaterländischen Dichter Herrn Willy Kiewe in Bromberg in Anerkennung ' seiner großen Verdienste." Für llebcrsendung 'vo>H 14 Gedichten und einem Kriegsmarschliede erhielt Herr Kiewe vom „Deutschen Krieger-Hilssbund" eine ^Ehrenurkunde. Die Sendung wurde der Sammlung des Hinden- - burg'Musevms zu Posen übepwiese». KSntgöberg. Der Verein Hachnassath kOrchim eröffnetc im Hause Kläpperwiesc,11.eine Volksuud> Wittelsta nd StA. che: dje erste verabreicht zu 1.25 Mark, die zweite zu 9 'All. . ein vorzügliches Essen. ' Thor», Für die bisher preußischen Landestelle des polnischen Staates hat sich eine politisch und religiös neutrale Jüdische Bereinigung gebildet, die die staatsbürgerliche und gesellschaftliche Gleichstellung, die sozialen und Wohltätigkeitsangclegenheiten, die geistigen und religiösen Interessen zu ihrer Ausgabe gemacht hat. Sanitätsrat Dr. Wolpc-Thvrn ist der Vorsitzende. °Pose«. Die Jüdische Schule besteht mit Beginn des Semesters, nuninehr ans drei Klassen mit drei Lehrern und <8 Schülern. Lraka«. Wilhelm Feldmann, -einer dey, bedeutendsten Kenner und Kritiker der polnischen Literatur» ist gestwrchen. Während seines Lebens ein völlig assimiLertcr Jude, ließ sich Feldmann auf dem Sterbebette taufen: " - - Frauksurter Berichte. A«S dem BereiuSlebe». Im Tifares Bachurim sprach,...Student Fritz Tortcin über „Antisemitismus . Er machtezunächst Laraus aufmerksam, daß das Rätsel des modernen Aull- '» semitismus darin bestehe, daß er seinem innersten Wesen nach atavistisch, d. h. durch tausendjährige Uebmig; SeÄlenbepandteil der europäischen Menschheit oewordeu sei. Er gehöre mit zu dem Kulturgut, das Europa durch Bermitüung des Christentums von der Antike erhalten ' habe. Die ersten aufgellarten Hellenen freilich, die mit unseren Vorvätern in Berührung kamen, brachtender bildloscn Gvttcsvcrehrung, Sittenstrenge und sozialen Gerechtigkeit, die sie in, der jüdischen Geinein-' schast antrafcn, Anerkennung und Bewunderung entgegen. Sobald sich aber einmal die jüdische Diaspora,, die mit zäher Strenge am Gesetz der nationalen Ge- Aneinschaft sesthielt, in den Grenzen der damals bekannten -Welt verbreitet hatte, mußte ihre außerordentliche - , staatsrechlliche und kullurelle S o nd e r st e l l e eine immer mehr .anwachsende Antipathie erzeugen. Die Märchen von der Vertreibung Israels aus Aegypten wegen ekelhafter Krankheiten, Born Efclskops öder gar dem aus Ehrfurcht nicht verzehrten Schwein als jüd. Gott, vom Ritualmord nsw. sind symptomatisch für ben stets - sich steigernden Judenhaß. In Anbetracht der furchtbaren ieeliscben üzcd physischen Verheerungen, dje das traurig« Verhältnis von Juden und Nichtjuden in der Antike «»gerichtet hat, kann nur der Hinweis auf, die tragische Notwendigkeit, die sich .aus der Bestimmung unseres Volkes und dem Charakter der umgebenden Heidemvelt ergab, zu einer gerechten Beurteilung .hinl'eiten. Im gleichen Verein sprach Student Erich F r o m in über „Aufgaben und Ziele der g csc tz es tr e ne lV j üüis che n I n g c nd". Redner führte aus, daß es sich stinächst fiir die gcsetzestrcne Jugend hariun handle, die Krisis des gesamten traditionellen Judentums wie ihre eigene Krisis zu erkeimen. -Sei dieses Problem erkannt — und die Lage sei deshalb so gefährlich, weil man niemanden zwingen chö»»c, Probleme zu erkennen — müsse cä sich darum handeln, aus „gcsctzestreucii" jungen Juden traditionelle Jugendbewegung" zu werden. Der Referent sprach dann über die Grundlagen dieser traditionellen Jugendbewegung. Zwei Forderungen seien an sie zu richte»: sie nuijsc innerhalb'der gesamten .jüdischen Jugendbewegung stehen, und sie inüsse ferner nicht das Formale, sondern das Inhaltliche der jüdischen Tradition und der gesamten -jüdischen Jugend nieder lebendig machen. Frankfurter Beranstattungen. T a lin nd - T h v r a -Ve r e i n, Freitag, Schluß des Ävendgottesdicnstcs, Bortrag tDr. Braun), Samstig, Schluß des Morgengvttesdtcnstes: Dinim (Dr. Fried mann), 3>/> Uhr: Raschi (Lipinslli); Sonntag, Schluß des Morgengottesdienstcs: Mischnah fDr. Fricdniann), vorm. 9 Uhr: Scknlckan Aruch (Lipinsky), Schluß des AbcndgotteIdienstes: Josuah iUnna): Dienstag, 6 Uhr abends: EhauwauS » Halwowauth (Dr. Braun); Mittwoch, Schluß des Morgengottesdienstcs: Mischnah fDr. Friedinann); Donnerstag, abends l,l/i Uhr, Herineslveg 27: Gcmoro iUnna). M e k o r C h a j i m, Freitag, Schluß des Abendgvttesdien-. steS: Mikro (Lcop. Schivab); Sonntag, ß Uhr: Jccheskel (Dr. Jos. Breuer). — Jüdische F r a n c n v e r e i n i - gung und Ag. Jisr.. Mäd che »gruppe, Sonntag, '>>/-» Uhr, Hanauer Landstr. 17: Jüd. Schulwesen in der Vergangenheit (Pros. Dr. Schiller). — Tiferes Back'» r im, Sonntag, 8>,s. Uhr, Langestr. 33: Atoses Heß (Grete 5lrämer). — Z i o it. Vereinigung, Dienstag, S Uhr: Wirtschaftsfragen in Palästina tDr. Sternberg), Donnerstag, 8 Uhr: Palästina u>,d die Jndenheit der Diaspora sDr. Rabin). *- Literarische Rundschau. Das hebräische Schrifttum des Jahres 887» vo« Jakob Fichma««. (Schluß.) Wenn wir nun unseren Blick von der Diaspora nach Ercz Israel wenden, so erkynien wir, wie groß das Bedürfnis nach Literatur -und wie stark der schöpferische Wille ist. Diese kleine Einwohnerzahl hat dem hebräischen Buch und der hebräischen-Dichtung eine viel festere Basis geschaffen, als die großen Dolksmassen des Galuth. Die erste Zeitschrift, die nach der Eroberung des Landes durch die Engländer wieder erschienen ist, war der „Happel Hazair", eine Wochenschrift, welche bereits eine .eigene Tradition und ei» bestimmtes literarisches Ansehen hat. Diese Wochenschrift der' Arbeiter hat sich seither nicht nur mit Parteifragen, abgegeben, sondern war. stets ein-WiederklckNg des Lebens des ganzen Jischuw und hatte immer euren Platz für die Angelegenheiten der Literatur und des-Gedankens. Roch -eine Wochenschrift „Kuntres" erschien bis zum 1. Elul, herausgegebeu durch die Achduth Haawv-' ■ Pie ersten Kflnstlerapiele im Platze. I Kaiseratraape 69. und Arkadia-Dlele Telefon: Hansa 5516. Nr?45. Eaiserstrasse 56 TSglich erstklassige Kaiserstrasse 56 Unterhaltnngsmnslk , “i S ie ine ebr dah. In den Kuntres' wird.viel inwrmätives Material geboten und allgemeine Fragen berührt. „H a c s r a ch" (unter Leitung Ach: ben Zions) .rvar im Lause des Jahres sehr arm im literarischen Teil. Der Redakteur, welcher selbst ein berühmter Belletrist ist, hat sei» gesegnetes Gebiet vertasseir und ist zu estfem Gebiet übergegangen, Ivelches seiner nicht bedarf Ht»d ans welchem er sich nicht auszeichnen konnte. Im ersten Band hat der literarische Teil wenig Platz eingenommen, und die literarische' Kritik fehlte gänzlich. Im "srsteu Lest des zweiten Bandes ist jedoch iir dieser Hinsicht civc Acndernng zum Guten zri konstatieren.- Vom Monat Tamus an erscheint wieder'die „Ai s» led eth", von der Drganisativn der Lehrer heransgegeben (Red.:- Schreiber. dieser Zeiten). Sic ist mehr für das jüngere Mter und für Kinder bestimmt. -Denjenigen, welche mit' der früheren Moledcth sympathisierten, tut,- diese Veränderung leid. Aber es ist kein Zweifel, daß dies den richtigen Weg, für die Entwicklung der Mole-.- deth bedeutet. .^Nicht nur die Kinder, sondern auch die Jugend in Palästina ist nicht entwickelt genug,'als daß wir die Moledeth in ihrem früheren Geiste fortsetzen' töiinten. ..Me wird jedoch Moledeth zur schablonenhaft«» Kinderzeitschrist -herabsinte». Es wird immer ihre-Aufgabe sein, den Geist unserer Jugend zu heben, den'Geschmack zu verbessern und ihre Gedanken ■ zu vertiefen Im Ab begann die Monatsschrift „Mäaharolh" zu erscheinen, Herausgeber Hapoet Hazair, Red. Schreiber dieser Zeile». . . . Ans Platzmangel konnte ich hier keine detailkiertr Auszählunn, aller literarischen Sammlungen, welche ' im Laufedes Jahres erschienen sind, geben. tHagalil, Revir vim,'Hachinuch, Hacheruty, Haawadah), ebenso nicht von den Büchern, welche erschimen sind: „Jnc Gefängnis und in der Verbannung", von W. Zigcl, „Gedanken über unsere jnnge Dichtung",'von A- Katmanson, die.„Lieder > der Gnade" von A ben Israel, „Väter und Söhne".von I. Turgenjew (Uebersetzer Ai. Posnansky) und besonders die Ausgaben des Verlages Biksar, hervorragentie Bücher in größtenteils guten Iebersetzungcn und in prächtigen Ausgaben. Mit dieser allgemeinen Uebersicht habe schwur beabsichtigt, den Daseinssinn der südischen Literatur zu zeigen, ihren Willen Zum Leben und ihren Glauben an das Leben in diesem Sturmjahr, wie es ein solches im Leben unseres Volkes noch nicht gegeben hat. . ■ .v., lest 06 0 Ui ma giöi O N 5 o B 'S o Martin Buber: Cheruth. Eine Rede über Jugend und Religion. 1919. Wien und Berlin, R. Löwit-Berlag. Dieses. Werk zeigt alle Vorzüge uni» alle Mängel seines Autors. Vielleicht darf man von einer Rede über Jugend und Religion nicht gleich eine philosophische Durchdringung erwarten, aber andererseits darf auch das religiöse Problem (denn darum handelt es sich im letzten Grunde) nicht allzusehrmit anderen'Motiven verquickt werden, durch welche es nur unllar werden kann. Er geht von dem lebendigen Bewüßtsein des „Absoluten" aus, ohne allerdings zu versuchen, das Absolute ein wenig objektiv zu definieren, wie es jeder' Denker zu tun verpflichtet ist. - . Das lebendige Erlebnis des Unendlichen werde durch Lehre und Gesetz beengt, und müsse durch sie beengt, wenn nicht gar aufgehoben werden. Und nicht ohne Anlehnung an Kant und die philosophische Romantik'wird die wahre religiöse Einstellnng als Freiheit in Gott, das ist Cheruth, bezeichnet. Diese schöne Auslegung, die Intuition als Urkraft des inenschlichen Gemütes erfassend, ist dennoch in ihrer Ausführung einseitig, da sie merkwürdigerweise. übersieht, wie Lehre und Gesetz nicht anderes als Aeüßerungsformen des Absoluten siyd. Denn in Lehre und Gesetz sucht'das menschliche Gemüt das Absolute in die Kategorien' des Denkens und Willens zu spannen. Noch in jeder Lehre und!in jedem Gesetz ringt das Unendliche zur Gestaltung, ohne aber in ihnt je die letzte Erfüllung fiiideu zu können. Denn dies ist das grundlegende philosophische Problem: wie die Idee sich in den, Einzelformen erhalten, soll, oder wie die Einzelformen in der Idee ihre tiefste Belebung, ja innerste Berechtigung und - Rsktfertigung erst finden müssen. Dieses philosophische Problem hat Buber übersehen. — 1 ' After deutscher Cognac Rttdeeftrim am t;. In den einschlägigen'^Greschäften der Genuesmittelbranche wieder .erhältlich. ■fpfeneral-Vertreter: Oerhardt, & janasen, Frankfurt a. 9E., BTiddaatrasHä 56. Telephon Hansa 1329. Kauf, Verkauf, Ausbesserung, Bethmiminlr. 48. I. Stock. Tel. R. 340. XunstDlattepaScapbUs □ Xunstgenerbe. Stylvolle vornehme Einrahmiingen in eigenen Werkstätten Brndterel Louis Golde Frankfurt (Mali) Gr. Friedbergers.tr. 13 Hanra 2671.. Gegr. 1877. Drnekflachen: aller Art la Buch- «nd Steindruck. Ni-' 446299

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