Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 42 (31.10.1919)
- Date
- 1919-10-31
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.■ Setze]L- '■ /V?*'-'s ' -v.- -ßf 11 1 . .. .. — .. " Otto Stiel es hat in -er ,Miener Mörgenzeituqg'< «us Grund der Wiener Aufführung Zweigs Schöpfung ge-- würdigt. Wir geben Abeles Besprechung hier zum Teil wieder. Nachdem AbeleS das Ganze als „die Tragödie des Mischen Volles, ergreifend durch das Bekennen der Mtschuld des Zudentums an seinem Schicksal, groß im Verzeihen, unerbittlich im Rufe »ach Reinigung" charmterisiert und von dem Vorspiel gesagt hat, daß es die Mische- Lehrer vom „Kiddusch .Kaschem" der Heiligung GotteL durch den Menschen, zum Gegenstand hat, fährt er forr: i „Mit ungewöhnlicher Kraft werden-dann die hiswrischen Ereignisse dargestellt, von einer Reihe überirdischen Szenen beglölet, in denen der Dialog zu erlesenem Wohlklang ge» stimmt ist. Die Gestatt des Knaben Moritz Scharf, den Semael (der Satan, den der Mensch überwinden soll) zum Werkzeug wähtt, hat der junge Dramatller mtt sparsamsten Mttteür erstaunlich gut gezeichnet. Nach den Qualen, die man ihm Lufügt, um jhm ein Geständnis abzupreffen, ^überlegt das Änd : „Jede Woche Inrill er mich zweimal hauen taffen, — 'nein, .nein! Das tut'so weh! Warum soll üb nicht lügen? gt will Loch, belogen sein, er will durchaus. . . . Und es ischadet ja auch nichts. Mein Vater weiß ja, ps ist nicht wahr, alle wiffen's ja: sie werden sagen: Der Moritz hat gelogen, und aut. Do ist noch das Gericht; sie werden Len Männern -glauben und mir nicht; sie werden sagen: gc hat gelogen, weil der Vary ihn-so gehauen hat. Wie er sich dann in der Rolle' des Lügners immer mehr gefällt, wie er nach Aufdeckung seiner Lüge durch, den Staatsanwalt allein steht -zwischen den zerrissenen Thorarollen ür der von den Bauern - zerstörten Synagoge und . sich ins Schächtmesser stürzt, ist, herausgelöst, das' dichterisch Bedeutendste dieser Tragödie und trägt Arnold Zweigs eigenen Stempel, wenn auch die Anlehnung an Wedekind sichtlich wird. , ■ Von den zahlreichen^ scharf umrissenen Bildern, in die sich die Karwlung auflöst, seien noch einige schöne Eindrücke festgehalten: . Bor allem das Gebet der Juden in der Untersuchungshaft. Der Rabbi -kasteit sich und ruft?die Sünden: um die Hast unseres Lebens, um die Gier nach Geld, um die Schmach des Verleugnens, .... um das Lechen aus Zins, das Langen nach Fremdem" And Josef Scharf zähtt die Sünden die.er gn dem Sohne beging: „Ich habe chn von den Helligen Büchern fortgenommen zu Handreichungen. Ich habe gewollt, er sollte in große SMte ohne Jüdischst gehen, ein Verdiener, ein Lauer, ein Fremder sollte er werden." Trefflich die antisemitische Rede.des Abgeordneten von Jsioczv vor dem Gerichtsgebäude. Der Dichter, der die Sendung fühtt, die Wahrheit zu dringen, vermeidet jede karikierende Geste und deckt den tieferen Grund des Haffes auf, die Fremdheit: ,Mer von euch kennt einen Judenrichtig? Keiner kemit chn. Der Jude lacht' nicht wit uns Akne Jüdische. und trinkt nicht fmtt uns und trauert nicht mit ims. und sitzt für sich Ida; wie ein Steiri, -Pen auch keiner leimt." Da ist noch düse päckerwe Gerichtsszene, aus der . der leidenschaftliche Protest des Magyaren Dr. Eötvös gegen-den Mtualmordwahn förmlich aufschießt, und da ist dieses andere Gerichtim himmlischen Blau, das die Erzväter über den Untersuchungsrichter - Barst abhalten. Sie .spreiben ihn frei. „Er handelte wie ein Tor/ der die Kröte erschlägt, well er vermeint, in ihrenr Haupte finde er einen Edelstein. Er sah das Bild der Gerechtigkeit verzerrt und dämmrio^nnd strebte ihm zu. Er brachte Läuterung über das Voll und schuf, daß cs sich auftürmte^ schreiend zum Herrn und Moschiach heranzvg. an sich." Mle Sehnsucht und alle Skelennot seines Volles hat aber der Dichter in die letzte- Szene gegossen und das Pathos seiner Sprache zu edler Schlichtheit gebändigt. Die Sagengestalt des Baalschcm -streitet gegen Akibah für den Knaben "Moritz Scharf, der -aufwüchs, „genährt mit Unterdrückung und getränkt mit fremden Wassern." „Du kennst nicht das Leben in diesen Sünbciu," ruft er Akibah! zu, „und wie es die Seele schwächt." Bon Gott zur Entscheidung berufen, bestiinmt Basischem denr Knaben, der „ein Gefäß des Uioschiach war, .ein. Bote der .Glorie undein Wagen Gottes," daß "er wiedergeboren werde 'als Bauer ini Lande der Väter, „in Freiheit, Wissen und Freude." - _ . Offenbacher Druckluft-Anlage Offenbaoh a. ■> Telefon 123. Unübertroffene Teppichrelnignng mittelst Druckluft Woche»-K«Le»oer. Samstag, 1. November 18 Cheschwan). ' Sabbat-Anfang in Frankfurt 4 Uhr 35 Min. (Religionsgesellschaft und Gemeinde). Sabbat-Ausgang in Frankfurt 5 Uhr 50 Min. (Religionsgesellschaft und Gemeinde): Wochenabschnitt: L ech-Lecho.' Ar«»ksttrter Kamilie»»achrichte«. Barmizwos: Hans Hirschler, Savignystraße 55. Synagoge Königsteinerstraße. , Verlobte.: Jacob Oppenheimer mit Bella Spier, Merzhausen. ' Gestorben: Meta .Schwarz, 22 I.. Thüringerstraße 23. — Henriette Buseck geb. Strauß, 79 'I. — Die Selbstbesteuerung iür den Jfid Vationalfonds ist die Einkommensteuer des jüdischen Volkes. Nr. 48 Goethestr. 19. j ^Tapeten-l&toleumi Simon Grünebaum, Prokurist bau Felsenstein -L Co. — August.Marx, 60 I-, Liebigstr. 34. — Moses Freudenstein, 74 I. , Auswärtige. Famitteuuachrichte». ' Verlobte : Alice Bodenheimer, Basel mit Dr. Ludwig Ascher, Nürnberg. — Sech Bodenheimer, Walldorf mit Jos. Oppenheimer, Beerfelden. — Erna Oppenheimer. Mannheim mit David Felixbrodt, Halle. — Erna Schüstan, Berlin mit Max Malinowski, Berlin/Franksurt a. M. >— Esther Bondi, Mainz mit Samuel Munk, Berlin N. 24. Vpeude». Bei der Nationalfondskommission (I. Heimann, 'Zeil 2!)' g.ngen ein: ' National sonds. Martin Levigärd „Matnaß Jad" Mk. 20.— Moritz Strauß . ' ' Atath. Rosenstock 5 Oelbäüme a. d. Namen Jacob Wolfs im Herzl-Wald „ gg._ Dr. Rabin bei Ing. Grünstein ges. für 2 Bäume a. d Namen Leo Grünstein „ 2V.— Josef Springut im Lea Abigajil Springut Hain anl. Jahrzeit 8 Bäume - 50.— a. d. Namen Theodor Bernstein im selben' Hain 5 Bäume „ 50.— Wilh. Kurz, Berlin, anl. Medersehen seines alten Freundes „ 4.10 Büchsenleerung. Benj. Baumritter Mk. 9.30; P. Buchbinder 3 —; Phil. Ehrlich 2.—; Elias Hcrzberg 6.20; Schiratzki 6.—; S. Walperl 4.10; Max Freimark 5.50; S. Goldschmidt 3.— Bäckerei Karpf 2.50; Kaffee Präsidium -17 50; Carl Her» berg 5.50; Herrn. Ptaschnik 4.—; H. Irret 10.15; E. Löwh 10.—. Bei Neue Jüd. Presse gingen ein: Stahl anl Jahrzeit s. gute Zwecke Mk. 5.-— - vriefkaste«. B. Der Titel der Broschüre' des Abgeordneten Robert Stricker lautet: .Der Mische Nationalismus'. Die Broschüre, dir Kr. 2.50 lostet, ist im Berlage.der Wiener Morgen-Zeitung Erschienen. "■ Schuhe und Stiefel in allen modernen Formen, braun, gelb, schwarz, sowie Lack, elegante Ausführung. Nur bei und Schuh-Hass Fernruf B. 6682. 'Abhol. u. Liefer. frei. Reparatur-Geschäft Born wiesen weg 14. Bep. in gewissenh. Ansführ. 2 blnezL für Familie und alle Gewerbe R.. Stern Zell 47. Tel. Hansa 3577 Eep aratur-Werkst. für alle Fabrikate. Bepar. werd. a. Wunsch geholtu. gebracht. -1 Neu eingetroffen: |= 1 laFnssbodenlaokfarbe •zom Selbststreichen. — Trocknet über Nacht. 1 Plusei -vorrätig. 1 Sftngfreie Tapeten- Industrie Kupsch & Co., G. m.b.H., Frankfurt a.M, Altegasse 27-29. ttr Statt Karten.. ZEIed-wig Straixss Ferdinand.. XTiedexmann Yerlobte Frankfurt a. M. S in d olsh eim (Baden) Empfang den S.ß. 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