Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 38 (24.9.1919)
- Date
- 1919-09-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. i . / Irbadia’a Künstlersplele ' ''''and , -- Arfcadia-Diele .. Kaiserstrasse Telefon: Hansa 5516. a Die »raten KUnatlarspiele am Platze, s I;js v g - - - Sr V-.<- h ■ Perjonnttenn. (leine MitteUnngen. Berlin. Das Zionistische Zentralbüro teilt mit: Unser Gesinnungsgcnysse Erich Schmollet', Heils- . Berg, Ostpr., Durchgangslager, hat sich erboten, Nachforschungen nach. Gefangenen und Vermißten aus Rußland zu übernehmen. Anfrage» 4Name, letzter Truppenteil und letzter bekannter Aufenrhaltsort) sind direkt an ihn zu richten. ... Berlin. Der Gemein devor st and beschloß auf. Eingabe der Rabbiner, einen konservativen und einen lioeralen Rabbiner zu allen Kultusuno Unterrichtsangelegenheitcn betreffenden Sitzungen ein zulade n. Die Rabbiner wägten Dr. Weiße und Dr. Löwenthal und.als Vertreter Dr. Blumen thal und Dr. .Petn cbowski. — ■ Der bekannte Musikdirektor Joseph Lewinski ".beging den 80. Geburtstag- — ' Der bekannte Nervena^t Dr. Toby Coh n wurde zum Professor ernannt. > ' Stuttgart. Nachdem das Lehrgut Steinhorst der Simonschen, Stiftung, in Hannover aufgelöst worddn ist,, hat.sich Der hiesige Fabrikant Weinschel bereit erklärt, die Mittel für die Errichtung eines großen jüdischen landwirtschaftlichen Lehrgutes zu geben. Pose«. Die Aerzte Dr. Caro und Dr. MarcuS erhielten den Professortitel. ' Bon angesehenen Persönlichkeiten der Gemeinde starben: Großkausmann Rudolf Petersdvrff. Frau Kommerzienrat Jda Wolfs geb. Briske, Frau Dorothea Neumark geb. Jacobi und Frau Bianca. Lewy geb. Abraham. — - ' Ü to n Wolfk in TempelbIrg, Ehreichorsitzender des Vereins ist. Lehrer Pommerns und vielseitiger Schrift - stcller, beging am 24. Septbr. sein fünfzigjähriges Rmtsjubiläum. Haag. Der Jüdische Nationalsonds"verei. - iiähmtc im Juli und August 433 446 Francs an -»peydcn. Rew-Aork. Benno Loe.wh — geboren 1v54 in .Berlin, — eines der angesehensten Anwälte New Dorks, Besitzer einer Bibliothek von mehr als 53 000 Bänden, ist von einem Automobil getötet worden. —- Der Gouverneur des Staates Utah ist ein ' Jude mit Namen öimon Bamberger. — Lu ewig Dreyfuß hinterließ 600 0M Dollar den - 'Bereinigten Jüdischen Wohltätigkcitsgesellschaften, 200000 Dollar der Bereinigung der Jüdischen Philanthrophischen - Gesellschaften und 240 000 Dollar Krankenhäusecri, risiv. -4;: - Frankfurter Berichte. Agudnh'Turnllub. Im Anschluß an die Hssreüs bestehenden Kurse jür -Damen. und Herren sollen nunmehr auch, solche für die Schuljugend eingerichtet werden, sofern genügend Beteiligung vorhanden ist. Anmeldungen unter Altersangabc nm- Hrhend an Theodor Klein, Landweg' 46. " ' Moutestore-Verei«. ' Die erst vor einigen Wochen ' begründete Schülerun8 SchWerinnengruppe zählt bereits 80 Mitglieder. Jeden Ransch-Hafchonoh.*) . „Unvergänglich steht Jakauws Leben vor Gottes Auge. Sein Bild ziert Gottes Thron: denn auf beni gotthuldigenden - Leben reiner, starker Menschen erhebt sich oer Gottesth.on, ocnn Gott Ist Jauscheiw Thillaus Israel Gott muß uns Jakauws Stärke verleihen, die uns aus Sündcnschulo er-, hebt, denn, sonst fehlen seinem Thron die notwendigen ....-Stützen." , Ein scbmerzenreiches und gnadenreiches Jahr erreicht sein Ende. Ein glückverheißendes Jahr überschreitet die . Schwelle. Gebeugt von der Last des Vergangenen uich ' doch die adelnde Würde des Leidens erkennend, steht und v ^fleht Israel vor Gott, das Herz voll Weh und Angst, '->.dos Herz -zugleich voll Hoffen und Freude. Steht und . fleht die Gesamtheit Israels, steht und fleht der Einzelne,- - strandet und murmelt das Meer -und schlägt die Welle empor. Das ist das seltsame und. einzig köstliche Doppel- . -gesicht des Rausch Haschonoh, dieses hohen und heiligen *'• Aagrs: in Zittern jauchzen, unter Tränen jubeln, sich ■ seiner winzigxn Kleinheit und seines erbärmlich«! Unwertes . bewußt sein und doch das stolze und beglückende Gefühl' r, chege» und Hochhalten: Gott ist der Allerbarmende und mnentlich Liebreiche, Gott kennt meine sündige Schwäche üno richtet mu väterlicher Huld nach dem Maß Seiner unerschöpflichen Gnade und Seines Bedürfnis s e s. '7. *) Die Gedankengänge sind angeregt durch das in diesen Blättern beretts rühmend erwähnte Buch „Die Piju t it» kür R v sch Haschckna übersetzt und erläutert .vonDr.Joseph Breuer, Frankfurt a. M. Verlag von Sänger & Friedberg 191g, in dem der Ber- . sasser mtt reifer und seiner Kunst die ttefere Bedeutung ■ uiib die inneren Zusammenhänge der Einschaltungen der ' FPgebete darlegt. . Neue- Jüdische' Presse:. ‘ Mittwöcki und Samstag/um 4>/2 Uhr sind Zusammenkünfte,; Am 6. nnd'-^7. -Ottober findet rein zweitägiger AnSftM; statt. " " - ' Pxrsonalie«. Dipl. Ing. Archttekt Richard Kaussmanil in Kristiania, Sohn des hiesigen Lkiisals Heinrich-I. Kanffinan» ülid verdienstvolles Mitglied der hiesige» Zionistischen Vereinigung, erhielt bei dem Wettbelverb' für den Bebauungsplan der Stadt Bergen zusinnnien mit dem norwegischen Architekten Hofs den zweiten Preis. Frankfurter Veranstaltungen. Agndas I i srv el - Iu g e n d g rn p p e : Donnerstag und Freitag, 3>/° Uhr: Tehlllim; Samstag, 5 Uhr: Vortrag über Haftorv (Rabiiwwitz). — Mekor C h a si m , Samstag, 4V-- Uhr: Mikro (Dr. Hofmanii). — Talmud- T h ora-Berein, Hürsaal . Gemcindefynagoge Börneplatz: Samstag vorin. nach Schluß des Gottesddicnstes: Schulchan Aruch (Dr. Friedmaiui): 30/4 Uhr: Rascht sLipinskl)); Sonntag, nach Schluß des Morgen- »gottcsdienstes: Mischnah (Dr. Friedmann), 9 Uhr vorm.: Schulchan Aruch (Lipinsky): Montag, 8'/» Uhr abends: Josuah (Unna); Dienstag,-8>/- Uhr abends: Chauwaus ha' Lewowaus (Dr. Braun);- Mittwoch, nach Schluß des Akorgengottesdienstes:' Mischnah (Dr. Friedmann): Donnerstag, 7i/» Uhr abends: Hermesweg 27: Gemoro (Unna). Tbeo Joiia£ Konfitüren und Schokolade Steioweg 12 _^_Steinweg 12 Literarische Rundschau. Festnummer der. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Zum 70. Geburtstage . M. Brauns. 63. Jahrgang, 4/6 Heft. Breslau.' Die sonst von Prof? Dr. M. Brau» herausgegebene Zeitschrift wurde diesmal von' den .inzwischen zu Profiffsoren .ernannten Gelehrten Dr. I. iEl b0 g cn-Berlin und Dr- A. Frei in a n n - Frankfurt ia. Bt. redigiert. Sic entbäl. eine Reihe bemerkenswerter wissenschaftlicher Untersuclmngen, die wir nachstehend, ohne kritische Bemerkungen anznschtießen, -kurz streifen. " Lew ko Witz schreibt über „Iü d. G csch ich tc und R.c l i g i o g s p h i l 0 sv.p h i e Er meint: „Soll djq jüdische Religion, nicht anfhören, dgs Herz der jüdischen Geschichte zu sein, so darf'.die lebendige Auseinandersetzung!, .mit deni. Gottesgedonken in Zielsetzung und Tat nicht aushören, Ouellpuukt alles jüdischen Lebens zu sein. Es ist die höbe Pflicht! her jüdischen Religionsphllosophie, das Zentrum dieser ewig neuen Prüfung und Orientierung des jüdischeu Lebens im Lichte des Gottesacdankens zu sein/' . * 'Trcitcl zeigt in seinen „ G r e » z s r ag e u zw.i scheu Philosophie und Geschichte," wie diese beiden . Diszipline in der Bibetloisscnschast von einander abhängig sind. Heinemann widmet seine Feder dem „Poseido-- n io s ", einem Gelehrten, der auf die jüdischen Hellenisten, des letzten vorchristlichen und ersten nachchristlichen Jahryuuderts von nachhaltigem Einfluß war, und der in gc- Nur Sie Selbstbesteueruug schafft den Millionensonds des jüdischen Nationalfouds l Er weiß: auch Israel, aus lauterstem Gold gegossen, hat in den wirren Zeilläuften der Gegenwart seine blanke, ursprüngliche und für alle Zukunft von ihm gebieterisch ' geforderte Reinheit nicht immer bewahrt. Er weiß, die entsittlichende Macht, des Mammons^ hat vielfach Schlacken um Israel getürmt. Er weiß: die entsitllichende Macht der tondläufigen Unzucht hat mich vor seinen Türen, nicht immer Halt gemacht. Er .weiß: Nächstcnehre .und : Nächstenliebe waren auch Israel manchmal nur Schale, schöne Worte. Und dennoch: legt der Jude ernsten und festen'Blickes auf den Altar der Selbstprüfung das Opfer seiner Ichsucht, rafft er sich, pus Lethargie und aus dem vergiftenden Einfluß seiner Umwcst mannhaft uns und schluchzt empor zu seinem Vater und zu feinem König: Ich bin doch dein Lieblingskind und will sürderhin als gehorsames Kind dieser Ehre wert werben, ich bin doch dein erkorener Knecht und will fortan auch ein getreuer Knecht sein: so werden ihm droben in der Höhe alle Tore des .Mitleids und der Fürsorge weit geöffnet, so ver-. stumme» Engel und Ankläger vor Gottes Absicht und' Willen.. Denn 'Gnadcnpflicht hat der jLatcr, Gnadenrecht der König. Des Vaters .herz sehnt sich unaussprechlich ' und ftndet sein höchstes Genügen und seine siesste Befriedigung darin, unendliche Fülle der Segnungen über Israel' aüszugießen, und ist schinerzvollbewcgt,' muß cs über Israel selbstverschuldetes Leid brringcn. Und der König kann sein Volk nicht entbehren, aus dessen Gebethymnen und Tathymnen..Er thront. Welche ungeheure, unermeßliche Verantwortung ist Israels Gesamtheit ist jedem Glied Israels damit ausgebürdet, daß sie sich sagen 'müssen: Bon mir hängt in gewissem Sinn Gottes Welt- und .Schöpsungsvergnügen ab'. Er. bedarf meiner, denn mit jeder Mizwoh, die ick) vollbringe, mit jedem Wort Thaurvh, darum ich mich mühe, mit jeder Untat und Missetat, die ich unterlasse, blinkt ein Strahl von Freude in Scin, .^es. Allwissenden, ' ' ' .. ' ' V v ' >JU. 33. N Sch ildermalereiu. Weissbind erarbeiten Philipp Trauner Textorstrasse 68. Telephon Börner 5778. wissem Sinne zum Vorläufer der hnite meist nach Wcllhausen genannten Vorstellung von der Entmicklnug der israelisischen Religion geworden ist." Horovitz gibt in „Die Komposition des Talmuds" eine Anzahl, die Redaktion des Talmuds betreffende B«nerkungcn hinsichtlich der von den Saboräeri, stammenden Zusätze und Bloch behandelt in „Die Pisk a z n nt W 0 ch enfe st". Textkritischcs zur Pcsitta.Deral Kahana. Eine längere Abhandlung Blau's über die Strafklanseln der griechischen „ P a p y r u s u r k u n d e n " schließt: „Ich glapbe bewiesen zu. haben, daß die griechische Papyrusurkunde kcinst Originalschöpfung ist, sonder» die Nachfolgerin der Um Jahrzehnte älteren araiilSisch-ägypttjschen Urkunde. Sie ist eine beredte Zeugin für den auch sonst sich zeigenden entscheidenden Einfluß,^ den die ultorientalische Kultur, zu deren Bereich auch Aegvpten ge-, hört, ans die hellenistische Welt ansgeübt hat. Der einzige ' überlebende Zeuge der alten vorderasiatischen Kultur ist aber allein der Talmud, ein Corpus Papyrorum in 12 Foliobänden, das für die Wissenschaft noch immer nicht ausgegraben ist. Er müßte, wie cs scheint, erst sterben, um durch den Spaten seine Auferstehung feiern zu können." G utmi n n schreibt „ Uebcr die U n c ch t h e i t der dem Isaak ben Salomo Israeli beigclegtcn Schrift „Sitte der Aerzte", Ep Penstein über die „Frühgeschichte der Inden in D e u t r ch l'a n d", Kracauer über „Frankfurter Judentätigkeiten" und Elbogen Wer „Die B e z e i ch irt: n g j üd isch e N a t io n", die nur vorübergehend im Zeitalter der Auflläruiig gebraucht wurde und nichts, fiir den hensigen Sinn des Wortes sagt. vlleudaeder vrueLluti-^nlage Offenbaoh a. ■, Telefon 123. Unfibertröffene Teppichrelnignngmittelst Dmcklnft. Wochen-Salender. R aus ch -Has ch 0 n 0 h. Beginn Mittwoch abend. (Synagogcnzeiten der Franko furter Jsr. Gemeinde, siehe Inserat), der. Religionsgescllschaft: Mittwoch abend 6 Uhr, Donnerstag abend 7 Uh.r 10 Btin., Freitag abend 5 Uhr- 40 Min. und SamStag abend 7 Uhr. .■ Samstag (Schabbos Schuwoh), Wochenabschnitt: Haosinu. Sonntag: Zaum Gedaljah. Kranlsnrter FamUiennachrichten. G c b 0 rc n: E- Sohn I. Friedmann (Rosenthal), Schillerstraße? Verlobte : Julie Lorch, Sosienstr. 34 mit Emanuel törtcr. — Leopold Halberstadt, Schützenstr. 8 mit Hanna evi, Nenstad/ (Kr. Kirchhain). . Danz - t t»!ün < Stab lin. rat , raub et d Tag, das ES Pnri als Zell WN! ,e c stein und Sini Levi Levt Will Reis I- S 6 Ä Dav ijrai Moi ling S-! OPP Gei A > 1 B] Herz! Und jede Untat und Missetat» die ich begehe, jedes Ablenken von dem von Ihm 'gewiesenen Wegen schmerzt Ihn an und fiir-sich, schmerzt Ihn um der i» Seiner Weltordnung festgesetzten für mich unheilvollen Folgen willen! Wahrlich, wären wir alle dessen inne geworden und jnnegeblieben: Das scheidende Jahr 'hätte nicht so unsäglich viel Trauriges tind Grauenhaftes für Israel gebracht! Männer Wären nicht zu Tausenden crnwrdct, Frauen nicht zu.Hundertci'l cntadrlt worden, Armut, wehe, bittere, siirchtbare Arniut hätte sich nicht' airs' strotzende Gefiioe gesenkt. Heimatlosigkeit atlübcräll, Heimatlosigkeit draußen und drinnen und in sich heimisch und in alle» Geschickeit innerlich umfriedet iiiimcr noch und imnrer nur ' der Gottesfürchtige! B'chol zorosom lau Zar! All das Leid Israels empfindet Gott zutiefst mit. Panzern wir uns mit Stärke ' gegenüber all«: Verlockungen. Weisen wir entrüstet zurück, jvas uns eine gefällige, dem M.ammon und »der Sucht noch physischem Genuß liebedienerischunterwürsige Umwelt tarbietct. Gießen wir .mit Unserem Tun und Lassen, mit unserem .Wollen und Wünschen Sonne in Gottes, des Mitleidenden, Herz! Und Er wird Sonne aus Seiner hellen, srvhgestimmten, srohbereiten Mitsreude über niiS alle im neuen Jahre ausgießcn! Sonne in die Seelen und Sonne in die Häuser! Glück auf unsere Wiesen und Glück ans unsere Felder! Heilung über unsere Kranken und Hellung über de» Beuch unseres Volkes! Zerllüftetes wird Er znsammenfügen, Wüsteneien in blühende Gärten umwandeln, Herzen der Väter, zu ehrfürchtigcn Kindern, die Kinder zu ausjauchzendcn Vätern zurückfiihren und 'wird Stein um »Stein schichten zum Bim des ewigen' Helligtums in geweihtem Lande, in ' deren Umkreis allein wir wahrhaft ausleuchten und uns wahrhast aufvichten können zu stetem rein«n Gottesdienst! . M? Sp. ra e sich galje köhi Expi i