Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 37 (19.9.1919)
- Date
- 1919-09-19
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2692297-2693126-2693163--10874-2706257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Schildermalereiu.Weissbinderarbeiten ,t Philipp Trauner . T<extörstrasse 68. Telephon Römer 5778. wordene Distriktsrabbinat «.»geteilt wie bisher öeiznbeholten und die «teile niit einem AnfangSgehalt von 12006 Mk. «mszuschreiben. Dortmund. DersozialistischeStadtverordneteStern« Lvrg, bisher Leiter der 'Israelitischen Privatschüle in Beckum, wurde zum Beirat des Reichskvm missars für West polen ernannt. . '■ Hannover Der Deutsche Kriegerbund schreibt in " feinem Organ, der Krieger-Zeitung: „Die Israel. Gartenbauschule Ahlem, früher Israel. Erziehungs-Anstalt zu iAhlcm, hat sich bereit erklärt, einige Plätze für die Waisen hon Kriegerrereinsmitgliedern gegen eine bestimmte Jahres-» Entschädigung zur Verfügung zu stellen. Dadurch sind wir kn die Lage versetzt, nunmehr auch Kinder jüdischer Konfession in unsere Waisenpflege zu übernehmen, wäs bisher rr^t der Kall war. Die Bedingungen such dieselben wie beiden evangelischen beziv. katholischen Waisen, insbesondere muß die satzungsgemäße Voraussetzung erfüllt sein, daß der Vater bis zu seinem Tode einem Kriegerverein des Bundes angehhrt hat bczw. noch angehört, falls er noch am'Leben ist. » Pkedderehetm Heinrich H erzog beging den 90. Geburtstag. - Pose«. Stadtältester Jakob Schleyer, der Repräsentantenvorsteher der Jüdischen Gemeinde, ist verschieden. ' - Prag Mar Kahler, Präsident der Effektenbörse und der Unionbank, lange Jahre Mitglied der Repräsentanz der jüdischen Gemeinde, ist — .73 Jahre alt •— bcrschtcden. Budapest. Friedrich Ernst, Vorstandsmitglied der orth Gemeinde und Präsident deS Bilur Chajim-ÄeremL, wurde von Polizisten überfallen. Er ist seinen Verletzungen erlegen. Drei Polizisten ermordeten funer den Uhrmacher Talomou Kätz. Frankfurter Berichte, Kleine Notize». Dem Itachrur auf Jnstizrat Dr. Bär ist noch hinzuzniüaen, baß im der Bahre Gemeindesekretär Daniel W v r m s im Namen her Beamten warm «npfundene Worte sprach. Krmlkfurter Beranstaltungev. Talmud-Thora-Vereiii, Hörsaol Gemeindestznatzoge Börneplatz: Samstag,' 3^/r Uhr: Raschi (Ligsch): Sonntag, nach Schluß/des MorgengottesbiensbÄ: schnah <Dr- FriedmaNn), 9 Uhr vorm.: «chulchan Arnch (Lipinskh): Montag, 81/2 Uhr' abends: Josuah (Unnas; Dienstag, 81/2 Uhr abends: Chauwaus halewowaus (Dr. Braun). — M e k o r Chajim, Samstag, 4^/s Uhr: Mikro (Louis Kahn). —Agudas Jisroel'- Jugendaruppe, Sonntag, 41/, Uhr: Mitgliederversammlung (Halberstadter Delegiertcntag usw.).« Fischte Ver Krumme in Oveffa. (Schluß.) „Spotte nicht, Jontel," sage ich ihm, „rede" wie ein Mensch. Gibt 'es denn bei ums Juden außer einem Kontor und einem SchnittwarengeschäfL kein anderes Mchäft?" ,Mch!" sagt Jontel: „Geschäfte gibt cs genug. Du kannst, zum Beispiel die Fleischsteuerpacht übernehmen, Vorstand in einem Wohltätigkeitsverein werden, mit den j Mejer-Baal-Hanes-Büchsen zu tun. haben, sich mit Gemeindesachen abgeben, in alle Dinge die Nase hineinsteckeu. Es gibt viele solche gute Geschäfte.. Aber das alles ist nichts für dich! Wollen wir nun die Liste der gerinaeren jüdischen Geschäfte durchuehmen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Altkleiderhandel? Biele Leute ernähren sich damit gar nicht schlecht!" „Nein!" antwortete ich ihm: ' „Alte Kleider muß man erst einkaufen, dann allsbessern, und dazu braucht Man Geld. Wirb Muß man das Handwerk lernen und das wäre für mich zu schwer. In Glupsk ginge es ja noch: dort macht eS nicht viel aus, ob die Hosen zerrissen sind oder nicht, ob sie.gut oder schlecht geflickt sind. Wer hier in Odessa ist es doch ganz anders. Die ,- Hosen sind hier eine große Sache, und man muß sie mit Respekt ünfassen." .Wenn du vor den Odessaer Hosen solche Ilngst . hast, so versuch es mit Zwiebeln, Knoblauch, angefaulten Zitronen, Apfelsinen oder dergleichen. Du mußt aber . - wissen, daß es hier Sitte ist, sich vor einem Karren zu spannen und die Ware laut und mit einer gewissen Melodie anszuschreien." „Schreien kann ich sehr gut," antwortete ich. ihm „iwriit bin ich ein Meister. Aber um' mich wie ein Pferd vor einen Karren zu spannen, habe ich keine Kraft. Und .dann ist doch wieder dieselbe Frage: Wo nehme ich düs GÄb her?" - ■ „Hör mich an, Fischke" sagt Jontel mit ernstem Gesicht: - „SHe Geschäfte, die wä>er Mühe noch Geld, verlangen, habe ich dir gleich am Anfang aufgezählt: das sind' die vornehmen' Berufe. Andere weist ich nicht. Weißt du denn selbst etwas?" ,Mn. liebsten ginge ich an ein Bad)" sagte ich zu Font». „Im Glnpsker gemauerten Bad', wo ich gelebt Montefiore. Sonntag, morgens 8»/« Uhr. Treffpunkt .Goethe^Gvirmasium: Führung durch die Ausstellung Hof und Garten.. Am Montag 8 Uhr:. Heimabend. Ltterarische Rundschau.. „Die Arbeit." Organ der zionistischen 'volkssozialistischen Partei Hapvel-Hazair. Heft 17. Berlin SW. '7. Inhalt: Dem Andenken'Chawer Josef Bussels (Israel Reickertl. — lieber Poppers System (Max Brod). — Hebräisch und Palästina (Chajim Krupnik). — Statut der genossenschastl. Arbeitsbank des Hapoel-Hazair. — Die Spaltung der polnischen Zeire-Zion (Ch. Ben-Schaul). — Umschau. ' ' > - Aus dem vielseitigen Heft sei folgendes Hervorgeboben :; Der Nachruf würdigt Bussels, den Gründer und Leiter der genossenschaftlichen Siedlung Dagania. ,Lfn Dagania hat Her-Arbeitslose Arbeit, bis zur Arbeitsbeschaffung Unterkunft gesunden. Dagania war für Iden jüdischen Arbeiter ein Symbol und eine Hoffnung, eine Mahnung für das ganze Kolonisationswerk. Allen Feinden, dem Menschen und'der Natur, zum Trotz.hat er es gezeigt, daß eine freie jüdische sozialistische Siedlung keine Phantasie ist, sondern im Gegenteil die Zukunft auf ihrer Seite hat." Max Brod beschäftigt sich mit des greisen Wiener Philosophen Popper-Lhnkeus Buch „Die allgenieine Nährpflicht als Lösung der sozialen Frage." Poppers System sieht für jedermann ein Lebensminimum vor, dieses Minimum an Kleidung, Nahrung usw. unterliegt der Bergesellschaftlichnng, darüber hinaus bleibt der freie Wettbewerb. Brod kommt zu folgendem Schlüsse: „Als ethische Idee des Sozialen scheint inir dieses, Programm dazu berufen, mit der ethischen Idee aus nationalem Gebiet, dem Zionismus, in enge Verbindung zu treten." Festgehalten sei auch hier aus dem Statut für die genossenschastl. Arbeitsbank des Hapoel-Hazair der erste Paragrah. Er lautet: : ul Zweck, der Genossenschaft ist: ' Die genossenschaftliche Arbeit ans der Grundlage gegenseitiger Hilfe, um I. Die jüdische Jugend der Diaspora in der Vorbereitung ans die Ansiedlung in Palästina als Arbeitender zu unterstützen.. H. die jüdischen Arbeitenden in Palästina in ihren Bestrebungen zu unterstützen, sich von de» gegenwärtigen Arbeitsbedingungen freiznmachen und zu neuen, freien und selbständigen Arbeitsformen zu gelangen; III. die Bestrebungen der Arbeiter, ihre wirtschaftliche und kulturelle Lage zu bessern, zu fördern; d) Aufgabe der Genossenschaft ist: I. ihren Mitgliedern in Palästina ausreichenden Geldkredit in verschiedener Form für ihre selbständige und genossenschaftliche Arbeit zu verschaffen; II. ilren Mitgliedern außerhalb Palästtnas eine» entsprechenden Gelbkredit für die Reise nach Palästina und Arbeitseinrichtung zu gewähren; Jgi Kaffee ßnhlniid Kaiserstrasse 56 Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige (PF* Unterhaltungsmusik »MK habe, war man mit mir sehr zufrieden. Zn.dieser Arbeit habe ich getaugt. Wenn nicht meine unglückliche Heirat, hätte ich es dort sehr weit gebracht. Wenn du hier in Odefla wirklich ein Ansehen genießt, so tu mir den Gefallen,'liebster, bester Jontel, und hilf mir an irgend einen: Bad nnterznkoiürnen. Sei mir ein Bruder, Jontel, und zeig mir, was du kannst!" „Jetzt kann ich idir ans deine Bitte noch gar nichts sagen/' erwidert Jontel mit einem Lächeln. „Sei so gut und schau dir zuerst die hiesigen Bäder mit eigenen Angen an. Dann wollen wir darüber sprechen." Ich folgte diesem R<ü und ging erst in ein Bad. dann in ein zweites und in ein drittes. Sie kamen mir alle sebr merkwürdig vor. Könnt Ihr Euch so ein Bad vorstellen?! Es ist darin hell und sauber wie in einer Wohnstube, und' es stehen gute gepolsterte Bänke, so währ ich Jude bin! Man sieht kein Einziges Hemd hängen! Es ist wirklich zum Älchen! Nein, sage ich mir, an einem solchen Bad kann ich nicht sein. Hier fehlt mir die Freude, 'die ich am Glnpsker Bad hatte. In Glupsk ist es gcknz.anders und sieht nach was aus. Dort halten sich viele Menschen <ätf und' man liegt ig großer Gesellschaft ans den Bänken. Man > unterhält sich, man erzählt Geschichten und bespricht alles, was in der Welt vorgeht. - Es ist so schön, so angenehm, ein wahrer Hochgenuß! ... Ich halbe noch verschiedene andere Bäder besucht, doch alle waren anders als das Glnpsker Bad- Es riecht dort aNch ganz anders als das Glnpsker Bad- Es riecht dort Mch gänz anders als in unserm gemauerten Bad! Und ihre Mikwes sind einfach zum Lachen. Unser Mikwewaffer läßt sich greifen, cs hat eine andere Farbe, einen andern Geschmack und eine andere Dichtigkeit alÄ jedes andere Waffer. Man fühlt sofort die Jüdischkeit heraus ... In Odessa ist aber das Mikwewasser durchsichsig und gewöhnlich, wie jedes andere Waffer, >vie Trinftvasser .... „Nun, Fischke?" fralgt mich Jontel mit einem Lächeln: .Hast du dir die hiesigen Bäder angesehen?" „Ach," . folge ich, „es" lohnt sich! gar nicht davon zu reden. Bei euck ist ja! alles toll. Dein Odessa ist für mich kein Ort." Nr. 37. s= Arkadla’s Künstlersplele ----- und . ary : Arkadfa-Diele "! Kaisaratraage 69i_Telefon; Hansa 5,516. x ■ Pie epsten Künstlerspiele am Platxe. III. den gemeinnützigen, wirtschaftlichen und kulturellen Institutionen der jüdischen Arbeiter in Palästina Kredite zu gewähren: IVihren Mitgliedern in Palästiim und außerhalb des Landes die Möglichkeit zu gewähren, Snminen anzusammeln, die ihnen hie dauernde Allsiedlung in Palästina auf nationalem Boden oder in genossenschaftlicher Arbeit ermöglichen. Theo Joba£ Konfitüre« und Schokolade Stein weg 12_Stoinweg 12 Zeitschriften 1« Palästina. Nach «einem Bericht des Kopenhagener Zion. Büros beginnt die jüd. Arbeiterorganisation in Palästina Hapoel Ha'zair in kurzem mit der .Herausgabe einer literarischen Wochenschrift „Maabarot/ -Uebergänge), deren Redaktion dem Dichter Jakob Fich inan n übertragen .ist. Die erste, voraussichtlich Ende Tamus' erscheinende Nummer enthält Auflätze, von Brenner, A D. Gorddn, I. Arononowitsch, I. Ra bind witsch u. a. in. Ferner gibt Achduth haawodah demnächst eine Monatsschrift unter dem Titel „Haadamah" (Der Kosmos) unter der Redaktion von I. Ch. Brenner heraus. ' Presienachrichte». . I» Züri ch ist kürzlich die erste Nummer einer hebräischen Wochenschrift ..Haderech" lDer Weg) erschienen Als Herausgeber zeichnet das Zentralbüro der „Agudas Jisroel" in Zürich. Kleine Mitteilungen Unter der Redaktion von I. L- Z i t r v ii erschien in Wilna ein hebräisches Sammelbuch „Mcet leet" (Bon Zeit zu Zeit). » /-:-“ Offenbacher Druckluft-Anlage Offenbaoh a. M. Telefon 123. Unfibertroffene Tepplchreinignng mittelst Diucklaft. Woche»-Aaleirder. Samstag, 20. Sept. <25. Ellul). Sabbar-Anfang in Frankfurt 6 Uhr (Gemeinde) 5 Uhr 55 Min. (Religionsgesellschaft). Sabbat-Ausgang in Frankfurt 7>/i Uhr (Gemeinde und Religionsgesellschaft). Wockenabschnitte: Nizowim und Wajeilech. —/ Ermahnungen Moses an Israel. Mittwoch: Erew Roschhaschmwh. Talmudische Weisheit. (Aus „Westöstliche Poesien" von Samuel Krifteller.) . Suchst Du nach der Wahrheit Spur Auf des Mannes Angesicht, Suche sie, wenn die Natur Ungezügelt aus ihm spricht. / Acht' auf ihn, wie er sich zeigt, Wenn's ihm an den Beutel geht, Wenn der Wein zu Kopf ihm steigt Und wenn er in Zorn gerät. Erubin 61. Beim Schätzen der Leute Laß'die Nase beiseite. Ob Einer mischt Salben, , Ob Einer gerbt Häute, Sind beide deßhalben . Doch ehrbare Leut. Kiduschin 82. . Wer prahlt 'mit seinem Bettelstäbe, Wer ärmlich tut bei reicher Habe, Wer spielt den Herrn und ist Verwalter, Wer spielt den Jüngling und ist ein Alter, Solch'. N'arrcn können sich lästig machen, Doch mehr »och geben sie zu lache». Pesachim 113. Des Nächsten Schmerz mit Tränen ehre», Wo Andre froh sind, fröhlich lachen, Dre Schluinmerndcil im Schlaf nicht stören, . Und schlafen nicht, weim Andre wachen. Wo Alles sitzt, sich nicht erheben. Wenn Alle stehen, sich nicht bücken — Das heißt sich schicken in das Leben, Und wer's so hält, dem wird es glücken. ' , Derech Erez rabba. Absch». 6. I