Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 36 (12.9.1919)
- Date
- 1919-09-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Jakob Klatzkin 2× ep/1011037
- Anton Chekhov 1× ep/1025808
- Chajim Bloch 1× ep/1024809
- Charles Dickens 1× ep/1024921
- Davis Trietsch 1× ep/1010431
- Hermann Schwab 1× ep/1352806
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Max Nordau 1× ep/1011077
- Peter Altenberg 1× ep/1024724
- Sholem Asch 1× ep/1000021
- Simon Bernfeld 1× ep/1041441
- Vilnius 1× ep/1000947
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Mitteldeutsche Creditbänk Depositenkasse u. Wechselstube Hanauerlandstrasaa I befasst sich mit allen bankmässigen Geächzten Friedmann): Donnerstag, 7i/a Uhr abendS: Hermesweg 27: Gemoro (Unna). rohtce»»n,Taurohjudentum, GotteSgefetz, GotteSvolk ns«, usw" operiert hätte. Das uns heute not tut, ist, der Jugend den Weg zur Vertiefung und. Verinnerlichung des Judentums zu zeigen, in ibr Liebe zum Dolksganzen zu erwecken und sie zu den Uronellen' des jüdischen Schrifttums zu führen. Jur wahrhaften Erfüllung dieses Programms mutz die Jugend von Parteigezänk und Oberflächlichkeiten' ferngehalten werden. Mes wird auf die Jugend mehr erzieherisch wirken, als die Kampfschriften des Berlages .„Ärzenn". Literarische Rundschau. Hermann Schwab: „Orthodoxie und Zionismus". (Verlag „Arzenu". AgudaS Jisroel-Jugrnd-Organisatlon Zürich). Mit dein Verfasser Dieses Büchleins ist schwer zu diskutieren; für ihn (steht fest, ohne nur ein beweiskräftiges Faktum anführen zu können, daß die Agudas-Jisroel die Äleinige Besitzerin der Tauroh und daher auch die einzige Revräsentantin des jüdischen Volkes sei. Bon. die scnr Gesichtspunkte ausgehend, verfluchet der Verfasser »on höherer Warte herab . seine Verheißungen an daS jüdische Volk, welchen jvir uns natürlich ohne jeden Einwano zu unterwerfen haben. Nur einige dieser Aussprüche: „Das ist Agudas-Jisroel? Agudas-Jisroel ist Tat gewordenes Judentum, Taurohjudentum; nicht mehr und nicht weniger, ist der Zusammenschluß all derer, die in Tauroh das Ideal ihres Lebens und all ihrer Lebensbätigungen erblicken. Was ist Zionismus? Erhebung des Volksbewußtseins zur obersten Instanz des Judentums, ausschließliche Betonung des Volkstums unter Ausschaltung der Ewigkeitswerte der Tauroh." Der Verfasser befaßt sich eingehend mit der Frage, ob die Agudas-Jisroel berechtigt sei, int Namen der Orthodoxie zu sprechen, und sagt nachher folgendes: „. . . und darf Agudas-Jisroel nicht auch ohne förmliches Mandat im Namen der Gesamt-Orthodoxie sprechen? Ja, rnUß sie es, nicht? und ist's nicht die Tauroh selbst, die sie zu der Hut ihrer Heiligtümer berufen?" i Also die Tauroh selbst war es, die die Agudas-Jisroel nach Ansicht des Verfassers zur Hut ihrer Heiligtümer berufen bat. Mir ist zwar von einer zweiten laincii« Offenbarung in jüngster Zeit nichts bekannt geworden. Vielleicht ist dem Verfasser diese Offenbarung an den Ufern des Zürichsees zur Zeit der Tagung des „Weltkongresses" geworden. Auch dem Misrachi redet der Verfasser ins Gewissen und weist Uns seine Bedeutungslosigkeit .für die «ache der 'Tauroh hin. Nun wird der Verfasser mit schmerzlichem Gefühle fcststellen können, daß seine Broschüre schon einige Monate in die Lande gegangen ist, ohne daß jedoch die verstockten Misrachisten sich reumütig der Agudas-Jisroel zugewandt hätten. Es diäre ein Leichtes, an Hand von mindestens so kräftigen.Zitaten das Gegenteil von dcnr, was der Verfasser behauptet, zu beweisen, doch wozu auch? Was man aber dom Verfasser fordern kann, ist, daß er, wenn er über Orthodoxie und Zionismus schreibt, die Gesamt- Orthodoxie nicht mit der Agicdas-Jisroel identifiziert, denn die Orthodoxie hat sich bis heute noch nicht entschieden, wer in ihrem Namen zu sprechen berechtigt sei. Ferner hätten wir es gerne gesehen — und die Broschüre dätte dedurck sicher keinen Abbruch erlitten —, wenn der Rttfaffer nicht mit so vielen Schlagworten, wie ,.Taufo weiß er. was er ninnnt und was mit dem Gelbe zu üm ist. Man kann sich schon ans ihn verlassen. Dein feiner Mensch wird wohl ein schönes Vertrauen genießen! Woraufhin soll man ihm etwas anvertrauen? Auf seine Jüdischfeit? Aus seine gestutzten Pejes?" „Auf seine Ehrlichkeit, so wahr ich lebe!" widerspricht Jontel: „Ganz gleich ob er Pejes hat oder keine Kat, so war ich Jude bin!" ,L>ör auf!" sage ich: „Was willst du mir cinredcn? Die Ehrlichkeit will ich dir schenken. Wie kann man aber einen solchen mit dem Amt eines Sandeks oder mit Mezize beehren? Eine neue Mezize ist es wohl bei diesen seinen Menschen! Pfui, so wahr ich lebe! Es ist zum Lachen. Die ganze Welt' sagt, daß vierzig Werst um Odessa herum die Hölle brennt und das wird schon stimmen." „Und dock,," sagt Jontel giftig, „gefällt eß mir hier m der Hölle viel besser, als im Glupsker Paradies!" Nun sah ich Jontel mit ganz anderen Augen an. Odessa hatte ihn verdorben, und ich mußte mit ihm oft streiten. Was er gut nannte, nannte ich schlecht imb was ich für gut hielt, hielt er für schlecht. flWir konnten wS niemals einigen, .so z. B., wegen der Großen Schul, wegen des Chasens und des Rows. Das nennt sich auch Chasen: ist wie ein Narr gekleidet und singt mit einem ganzen Choc. Nicht etwa wie unser Chasen Rcb Jevachmiel Mlogmutter, der den Daumen an der Kehle und die Haut an der Wange hält, bald aus vollem Halse-und bald mit Fistelstimme singt, dann, wieder mit Baß «insetzt - die Worte bald laut und ball» leise ausspricht» Triller losläßt, bald eine süße Tanzweise anstimmt und bald eine herzzerreißende Klage erhebt: .Himmlischer Vater, weh ist mir, weh ist mir!" und kein ganzes Leben in einem .^Jekum-Purkon" ergießt. . vo zu arbeiten fällt ihm gar nicht ein! Er selbst, schweigt last die ganze Zeit. Und wenn er einen Don von sich gibt, fangen ihn die Chorjungen gleich auf, zerteilen ihn m einzelne Stückchen und rühren diese wie einen Brei durcheinander, urck das nennt sich bei ihnen Chorgesang! Bon unsmr lustigen, ünl^ traurigen Weisen, von einem richtigen »Zekllm-Purwn" haben sie keine Ahnung. Das Löst Eure Roschhaschonoh-Glückwünsche für -du Jüdische« Ratioualfouds ab. Der Sthbelverlag in Rew-Uork. Nachdem der Stybel-Berlag in Moskau infolge der in Rußland herrschenden Verhältnisse seine Arbeit einstellen mußte, (700 Pud hebräischer Satz wurde von der bolschewistischen Behörde requiriert), hat er sein hauptsächliches Arbeitsfeld nach New-Uork verlegt. In Europa soll nur noch das Journal ,^>atekufah" (unter der Redaktion von D. Fikchmann in Warschau) erscheinen. Die Warschauer Abteilung deS Stybel-Verlages hat inzwischen eine Reihe von größeren belletristischen Werken herausgegeben: „Mit Feuer und Schwert" von Sienkiewicz; „Jngeborg" von Kellermaiin; „Rabbi Samuel Nagid" von Schalom Asch: „Tot" von Schnitzler. Ter Stybel-Berlag in Nem-Pork. gibt ab 15. September eine 160 Seiten starke Monatsschrift „Millat" (Sammelpunkt) unter der -Redaktion von I. D. Berkowitz heraus. Der Verlag gibt bereits den Inhalt der ersten beiden Hefte belannt. Wir finden hier Braini» (literarische Kritik), Dr. Simon Bernfeld (Forschungen über das Hohe Lied und Mbelkritikt Brenner (Erzählungen), Berkowitz ,(Erzählungen), Dr. H. Czernowitz (Geschichte des Schul- 'chan Aruchj, Dr. Jakob Klatzkin (Philosophische und publizistische Essays) G. Schoffmann (Erzählungen), S. Schnenr (Neue Werke, wie „Wilna", „Aus den Liedern des Schicksals",, „Wälder", .ein Roman „Geschichte der Wanderungen" und über Chaim Bialik). Außer den erwähnten Werken enthalten dje Hefte Arbeiten zahlreicher anderer Schriftsteller und Dichter. Der amerikanische Stybel-Vcrlag kündigt ferner die Herausgabe einer größeren Anzahl von Werken in hebräi'cher Sprache (Originalwerke und Uebersetzungen) an. Aus der großen Liste, der- Werke, die nach Mitteilung des Berlages im Lmife der nächsten zwei Jahre erscheinen werden sollen folgende erwähnt werden: Original-Werke: „Es war einmal eine Königin", Roman von A- IA. Kabak; „Elend und Verlassen" . Erzählung von I. Eh. Brenner: „Geschichte der jüdischen Philosophie", (6 Bände) von Prof. D. Neumark; „Geschichte der hebräischen Mathematik" von I. Ginzburg: „Geschichte der allgemeinen Mathematik" mit einer Einleitung von Prof. D>. I. smith (2 Bände) von I. Ginzburg. Uebersetzungen aus der klassischen Weltliteratur: fast sämtliche Werke von Shakespeare und Charles Dickens. Kaffee Holtland ~S Kaisers trasse 56 " Kaiaerstraase 56 Tätlich erstklassige BMF' Unterhaltungsmusik wichtigste ist bei ihnen eine .solche Kleinigkeit wie Ejn- Komejcho": daraus machen sie eine ganz große Geschichte. Und dann haben sic noch die lächerliche Sitte mit den Thorarollen Umzüge zu machen. Wo hat man das gebärt? An einem Sabbat Umzuge wie am Ssimchas- Tejre! Werdet Ihr fragen: wo ist der Row? Das ist ja das Traurige, daß der .schöne Röw den ganzen.Tanz mitmacht. Er schreitet voraus, hat auch ein Narrengewand km. und erst sein Gesicht! Ich glaube, das alles ist übel genug, aber Jontel war von allem entzückt. „Gewalt!" schrei ich: „Was ist aus dir geworden, Jontel? Bist.' du verrückt oder von Sinnen? Wie kommst du dazu? Wie kann ein Mensch so tief sinken? Der böse Geist fahre, in deinen Vater! . . ." Er aber schaut mich mit strahlendem Gesicht an und sagt nichts als: „Fischte, du bist ein Narr du weißt nicht, was gut ist." Geb einer und rede mit einem solchen! Wie ich merkte, daß da nichts mehr.'zu machen ist, daß Jontel sich nicht mehr bekehren läßt, gebe ich mir das .Wort, mit ihm chon solchen Dingen nicht mehr zu reden. Und wenn sein Odessa sich auch auf den Kopf stellt, ich kümmere mich nicht mebr darum! .„Hör mich an." sage ich einmal zu Jontel: „ich will mit dir wegen der Odessaer Einrichtungen nicht mehr streiten. Du bist ein eigensinniger Mensch, und ich werde mit meinen Worten bei dir nichts erreichen. Wollen wir »lieoer nicht von wichtigeren Dingen sprechen. Ich will nicht mit dir beraten, wie ich mich hier eiurichten soll. Das Betteln von Haus zu Haus bin ich ordentlich satt. Es gibt hier auch ohne mich Bettler genug, die die Häuser wie die Heuschrecken überfallen unb wohl bald die ganze Welt überschwemmen werden. Die Bürger sind schon unzuftieden und schreien: „Gewalt, es ist nicht mehr zum Aushalten!" — Ich möchte gerne irgendeine Beschäftigung haben. BMe miL was ich anfcrngen soll." ' W „Ick meine", antwortet Jontel, „daß du kein Kon- . tor gründen willst, wohl auch kein Schmttwarengeschäst. . Waß willst du denn beginnen?" «ertMnng folgt.) Thea #oha^ Konfitüren und Schokolade Steinweg 12___Steinweg 13 ferner von Walter Scott, Peter Altenberg, Anton Tschechow, Dostojcwsli^Longfellow usw. _ Uebersetzungen wissenschaftlicher Merke: Spinoza (Ethik), übersetzt von Jakob Klatzkin; Albert Lange (Geschichte des Materialismus), übersetzt von Bartvwicc. Sämtliche Werke erscheinen in Prachtausgaben und sind durch den Stybel-Berlag — The Stybel Publishing House. 1U—11t, Fisth Avenue, Rem-Jork City — zu bezieh«:. Herzl's Juüenstaat. Besprochen in der Genercklversammlung der „Chowewe Erez Israel" in Krakau am 10. Januar 188? von A b r o n Marcus s. A. 2. Auflage. 1.— Mk. Hamburg 36, Postfach 58, S. Marcus, Berlagsbuchhdlg. Der Vortrag -es augeseheneü Gelehrten nnd heißblütigen Juden Ahron Marcus s. A. gibt mannigfaches interessantes Material zur Vorgeschichte des Zionismus. Hickels jüd. V o l ks k al e nd e r. Jahrgang 5860 (1919/20). 100 Seiten. Verlag, Max Hickel,. Brunn, Adlergasse 9, Wien VIII, Lercheng. 6a. Ter seit Jahren eingeführte Kalender enthält auch diesmal vneder eine reiche Fülle wertvoller literarischer und belletristischer Beiträge. Literarische Notizen. Ende September erscheint: „Tie Gemeinde der Chassidim" Ihr Werden Und ihre Lehre, ihr Leben und ihr Treiben. (2 Teile) von Chajim Bloch. Preis des ca. 15 Bogen starken Buches ans feinem holzfreien Papier, K- 22.50. Bestellungen sind zu richten an die Ostiüdische Bücherei bei der Societö Graphique Wien, 18- Bez-, GersthoferstraSe 107. (50 Exemplare sind auf extrafeinem Papi« bergeste/lt, -vom! Tüutor nummeriert in Prachtband zu K. 60.— zu haben.) ' Zeitschriften. Volk jund Land. Jüd. Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Palästina-Arbeit. Herausgeber: Davis Trietsch. Heft 33/4. Berlin. Inhalt: Max Nordau, Maximalist. — Landwirtschaft <und Sozialismus (Kcrutsky). — Zur Frage der Achusa-Kolonisation. — Die öffentl. Arbeiten in Palästina als Notstandsarbeiten (Hecker). — Das Formcnproblem der neujüd. Universität in Jerusalem (Tr. Rappaport). — Im Namen Palästinas (Dr. Birnbaum). — Die Wahrheit aus Palästina (Arlosocoff) usw. Der Jude. Eine Monatsschrift. Herausgeber: Dr. Martin Buber. Juli 1919. Wien. 'Inhalt: Westjüd. Dylmmik (Amann). — Zur mat. und form. Bestimmung des Nationaljudentums (Schlesinger): — Das Prinzip der Entwicklung in der jüd. Geschichte (Levinsohn). — Die jüd.-gricch. Episode (Perles). — Bon unserem tägl.- Leben (Helene Hanna Cohn) usw. Jeschurun. Monatsschrift- Herausgeber: Dr. I. Wohlgemuth. Juli/Aug. 1919. Berlin. Inhalt: Chalizcchs (Feilchenseld). — Liter. 'Notizen (Hosfmann). — Palästina im Widerstreit der Großmächte (Stein). — Die jüd. Schule und die Gesundheit des Kindes (Leon). — Aus dem Leben der Schule (Heinemann). — S- K. Kaddisch, der 1. kurbrandenburg. Landrabbiner (Stern). — Gesetz and Freiheit (May). — Die Einheit des Judentums (Simvnsohn). — Die legitime und die sogenannte „Bolksreligion" Israels (König) usw. Offenbacher Druckluft-Anlage Qffenbaoh a. M. Telefon. 123. Unübertroffene Teppichrelnlgmig mittelst Druckluft. Wocheu-Saleu-er. Samstag, 13. September (18k Ellul). Sabbat-Anfang in Frcuckfurt 6Y* Uhr (Gemeinde); 6 Uhr 10 Minuten (Religionsgesellschast). Sabbat-Ausgang in Frankfurt Uhr Wemeinbe uns» Religionsgesellschast). . Wochenabschnitt: Ki-Sowan. — Das Bringen der! Erstlingssrüchte nach Jerusalem. Der zweite Zehnte. In der Naclit vom 4. zum 3. September verschied plötzlich der Syndikus unserer Gemeinde Berr Mrai Dl Mid Buer. Tieferschüttert beklagt die Gemeindeverwaltung den Verlust .eines Mannes, der über ein Menschenalter hindurch seine besten Kräfte ihr gewidmet hat, von dessen Wirken alle in den letzten Jahrzehnten geschaffenen Institutionen der Gemeinde beredtestes Zeugnis ablegen. Ueberall, wo der Entschlafene für nns wirkte, hat seine Persönlichkeit die gemeinsame Arbeit befrachtet und alle Mitstrebenden mit bewundernder Verehrung seines reiches Wissens und seines reinen Wollens erfüllt. K Sein Hinscheiden Unterlasst eine schwer ausfüllbare Lücke, sein Andenken wird in unserer Gemeinde dauernd fortleben. Vorstand nnd Ausschuss der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M.