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Neue jüdische Presse · 1919-08-08 · Heft 31 (8.8.1919) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 31 (8.8.1919)
Date
1919-08-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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SM L Sr Kaffee Kuhland S Kaiseretrasse 56 . Kaisersträsse 56 Tggiiftii erstklassige WW7» ünterJultangsmösik *3jM auf 5>cn assimilatorischen Standpunkt stellen und gegen die sie betreffenden Bestimmungen des Friedensvertrages protestieren. England. Die PalöstivaPetUio» der englischen Jude« an die Friedenskonferenz. Die von der Zionistischen Organisation inaugurierte Aktion für die Einreichung einer Petition der englischen Judeuheit an die Frichenskonserenz, in der gefordert ivird, daß die Friedenskonferenz bezüglich Palästinas Bestiinmungen trifft, die dem jüdischen Volke weitgehende Rechte und die Möglichkeit sichern, Palästina als seine nationale Heimstätte wieder auszubaucn, ist nunnieho zum Abschluß gelangt. Die Petition ist der Friedenskonferenz überreicht worden. Sie hat 7 7 039 Unterschristen erhalten, davon allein 42,000 in London. „G/ ist anzunxhmen," "schreibt Jetvish Chronicle, „daß noch niemals^ eine Petition der englisch-jüdischen Gemeinschaft so zahlreiche Unterzeichner gefunden hat". Frankreich. Eine Anfrage iu der Kammer. Abg. de Monzie wandte sich mit folgender Anfrage an P i ch o n, den Minister des Aenßeren: „Glauben Sie, daß es eine richtige Politik ist, den Zionismus zu ignorieren, wie Sie cs getan haben, urib sich mit .einer Vorrede zu den Schriften des Herrn Sokolow tzu begnügen und den Fußspuren des^Herrn Balfour ober anderer Förderer eines jüdischen Staates zu folgen? Sie wissen, daß Völker, und insbesondere die jetzt entstehenden neuen Völker, sich nicht mit Manifestationen Kon Gefühlen begnügen- Glauben Sie, daß die Elite der Inden, weNn sie das Land ihrer Sehnsucht wiedererlangt haben, zögern wird in der Wahl zwischen der eloquenten Vorrede, die Sie zum Büche des -Herrn Sorolvw geschrieben haben, und der praktischen und wirksamen Hilfe, die die amerikanischen Zwnisten in Ucbereinstiinmung mit Oberrichter Brandeis und Präsident W.ilsvn der Errichtung eines jüdischen Staates oder einer jüdischen Heimst ätte zuteil werden ließen? Die Zionisten werden sagen: Frankreich Kat gesprochen, aber nicht gell andelt. - [ Sie haben zwar einen Vertreter in der Kommission, die mit der -Organisierung einer jüdischen Heimstätte in Palästina beauftragt worden ist. Aber wer ist dieser Vertreter? Ein ehrenwerter, aber unbedeutender Herr, ein naturalisierter Bulgare, ein sehr braver Mann, der aber gegenüber den sehr bedeutenden Persönlichkeiten, durch die England und Amerika vertreten sind, den Eindruck Hervorrufen wird, daß Frankreich die Schulden des Herzens, zu deren Anerkennung es sich verpflichtet hat, nur mit Abzügen bezahlen will." . Der Minister gab keine Antwort. Tschecho-Slowakische Republik. 8iue neue Zeitschrift. Der „Volksvcrband der Juden für die Slovakei" — Sitz: Preßünrg, Turnergasse 44 — wird dieser Tage unter der Redaktion von Dr. Moritz Zobel die erste N»»iwer einer Wochenschrift 'erscheinen lassen. Sic trägt den Namen „Jüdische Volkszeitung" und wird späterhin möglichst zu einer Tageszeitung ausgebant iverde». Palästina. Ueber die Zukunft Jerusalems. Wie dem „Daily Expreß" aus Jerusalem geschrieben wird, schreitet der Aufbau Jerusalems sort.' Die Bevölkerung. deren Muster Teil vor dem Kriege von Almosen lebte, beginnt sich von ihrer Hände Arbeit zu ernähre». Der von der englischen Regierung bevollmächtigte Leiter der Ausbanarbeiten Palästinas beabsichtigt nicht, Jerusalem zu rnoustrialisieren. Jerusalem war seit dein vierten Jahrhundert kein Industriezentrum und soll es auch in Hinkunft nicht sein. Es soll nur den Einwohnern Perdienstmöglichkeiten bieten. Rach dem Plane des Jerusalcnicr Sladtingenieurs Mr. Meklan soll die Stadt so ausgebant werden * daß sie eine Million Einwohner fassen kann. Dampferverbinduug mit Amerika. Laut einer Mittcllung der Anrrikanischei, Zionistischen Organisation hat die C u n a r d - L i n i e bekannt gemacht. daß sic einen regelmäßigen Dampserverkehr zwischen Amerika und der Levante, iusbesonoerc Aegypten und Palästina, einrichtcn wird. ' Kurze politische Nachrichten. London. Eine ukrainisch-jüdische Abordnung — iu. fl. Hillel Slatopolsli und Nciditsch-— ist aus Paris hier eingetrosfen, um mit der c,;> gl i sch e>, Negier» ii g über Mittel gegen hie Pogrome in der Ukraine ZU beraten London. „Manchester Guardian" scheibt: Harmworjhs Erllärung, die Regierung habe die Regierung der Vereinigten: Staaten angcsragt, ob die britischen Regiernngsvertreter sich an der. amerikanischen Untersnch- Wue Jüdische Presse. nngskommission in Polen beteiligen könne, wird als Zeichcn dafür angesehen, daß das Auswärtige Amt von den bisher von nnscrem Warschauer Vertreter erhaltenen Berichten nicht zufrieden ist. Nur wer. mit den verz w c ifrI te » B em n hungen der po lnischen Be- ^örden, die Wahrheit Liber die judeufcindllichen Ausschreitungen zu verbergen, vertraut, ist, kann begreifen, wie schwer es für diplomatische Vertreter ist, den Schleier zu lüsten. Wien. Zu den Kultuswaylen hat sich m.t Prof. Dr. K ö iij gstci n als Obmann ein vereiui.gtcs.Wahlkonritce der n ich tsstd i sch nati o n ale n Parteien -gebildet, dem sich auch die Orthodoxie angeschlossen bat. ' ■ _ Zionistische Nachrichten. Nordau-Ehrnng Ter Jüdische Nationalsonds hat nn Aufträge des Aktionskomitees beschlossen, anläßlich Nordaus 70.. Geburtstages in Palästina eine G a rten sieb lnng ,,R ordau - Stadt" zu errichten, in der, zu volkstümlichen Preisen erbaut, Wohnungen für eiite große Menge nach Palästina Heimgekehrter sich erheben sollen. Zur Errichtung dieser Siedlung sind zehn Millionen Franes nötig. Die jüdische Oesfentlichkeit wird aufgefordert, für diesen Zweck zu spenden. Max Rordans 7«. Geburtstag. . '!Das Engere Äktionskoniitee sandte an. Dr. Rordan folgendes Telegramm: „Znm siebzigsten Geburtstag sprechen wir Ihnen unsere herzlichsten Glückwünsche und den tiefgefühltesten Dank der Zionistischen Organisation für die nnschäßbarcn Dienste 'ans. die Sie uns seit den Tagen Theodor IHerzls geleistet baben. Wir hoffen, daß die Zeit gemeinsamer Arbeit am Anfbau Zions bald beginnen wird." /chwinn & Jf-arck I Goethestr. 19.! [Tapeten-Ifnoleurol PersouaUeu u. deine MMeUunge«. Berlin. Prof. Dr. Siegmund Mahbaum, Rabbiner an der Berliner jüdischen Gemeinde und im Vorstand verschiedener Mischer Körperschaften, ist im! Alter von 75 Jahren, und Dr- Hugo Heinema.nn, Rechtsanwalt beim Kammergericht »ud Umerstaatssekretär im Preußischen Justizministerium, hervorragender Mitarbeiter der „Sozialistischen Monatshefte", im Alter von 59 Jahren verschieden. 50t. Emil L ev y, bisher Oberrabbiner von Siraßburg, ist in sein Aul als Rabbiner der hiesigen siidi>- schc» Gemeinde ein ge führt worden. ' ' Dr.xH ermann P i d, Mitglied des Zentralkomitees der Zion. Vereinigung für Deutschland und des AtiLracki, wurde zum Professor ernannt. Stuttgart. Aus der Hauptversammlung des Vereins württem belgischer Rabbiner sprach Oberkirchenrat Dr. K r v n c r Aber die Gleichstellung vvn Man» und Frau im jüdischen Schrifttum. Er kam zu dem Schlüsse, das Frauenwahlrecht in der Kirck-enverfassnng fei in der Aktivität nicht zu beanstanden, in ocr Passivität aber beschränkt. Parts. Alfred Levy, 1908—19l8 Großrabbjncr von Frankreich, ist im , Alter von 79 Jahren verschiede n. I _ Frankfurter Berichte. - Personalien. Jjfjreii 8 0. Gcburtst aß beging am 28. Juli Fron M a t h i l d c Mainz, geb. Mainz, Uhlandstr. -l«> II. Zahlreich: Gratulationen und Ovationen von nah und fern bewiesen die allscitige Beliebtheit der greisen Jubilarin, oie sich einer staunenswerten körperlichen »nb geistigen Frische erfreut. Der alle jüdische Friedhof. Unter übcraüs großer Beteiligung veranstaltete der Verein '„Tireres Bachutim" eine Führung durch den alten jüdischen Friedbor am Börneplatz. Professor Dr. H ü l s e » hatte die Erläuterungen übernommen. Wir entnehmen seinen Worten folgendes: , 7000 Steine sind vorhanden, die ersten nachweisbar ans den Jahren 1270 und 1272. Ueber 000 Jahre wurde der Friedhof benutzt und ist seit 1828 geschlossen. Die Steine sind nicht von Inden gemeißelt, da die Inden kein Han^lvert erlernen durften. Das Eigentumsrecht den Gemeinde ist mit einer Urkunde vom Jahre 1310 verbrieft. Ei» großes Verdienst hat sich Raphael Kirchheim . erwerben: ans seine Beranlassung wurde der Friedhof in Ordnung gebracht und einstweilen 700 Steine wiedcrhergestellt. Man schätzt die Zahl der Beerdigten ank 40,000- Manchesmal sind 0—7 Gräber übereinander. Es läßt sich ans Grund der Steine seststellen, daß viele jüdische Franksiirter Familien ihre Stammbäume bedeutend weiter 'zurück verfolgen können, als fast alle Fraiilfurter Patrizierfamilien. Allgemeine Ilusmerksämkcit fanden di-: Gräber Rabbi Pinchas Horlvitz, Rabbinergräber und der Märtyrcrhügel. Vom Friedhof ans kann man die jüdischen Spitalhänschen sehen, die zugleich die ältesten Spitäler Frankfurts sind; Frantfnrt selbst hatte damals kein Krankenhaus: die Kranken wurden in den Klöstern, z. B- — ■ ■ Arbadia’s Künstlerspiele and Arkadla-Diele Eaiseretraase 69._Telefon: Hansa 5516. ■ Die ersten Kflnstlarsplels an Platze« > Nr.. 31: Schildermalerei u. Weissbinderarbeiten Philipp Trauner Textorstrasse 68. Telephon Römer 5778. Gutleuthos, aufgeiiouimen. Auch i» den Judenspitcilcrn wurden öfters Christen aufgeiiommcn. Bei Verfolgungen flüchteten die Juden häufig auf den Friedhof, Trost und Schutz bei den Toten suchend. Ans den meisten Steinen fleht die Aufschrift: ' „Und er beschäftigte sich mit der Thaino". , . . . Wandergruppe des Vereins Montefiore. Sonntag, den 10. Anglist, Wandergruppentag des Landesverbands für Hessen und Hessen-Nassau. — Treff- Punkt: 7.15 Ubr Hauptbahnhof, Hanptportal. Fahrt nach Auerbach. Wanderung: Auerbacher Schloß, Heppenheim; daselbst Zusammenkunft mit sechs 'Verbandsvereinen in, ' „Halben Mond". Es wird gebeten, Fahrkarten nach Anerbach zu lösen. .! Verein Montefiore. Der Verein „Montefiore" erhebt, den Mitgliedsbeitrag 1918 noch einmal; ab 1. Januar 1920 betragt der - Mitgliedsbeitrag 3 Mk. das halbe Jahr. Ab Mitte August .beginnen neue Kurse in Hebräisch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Stenographie, Buchsübrung nsw., Literatur, Philosophie und Turnen.' Der Verein errichtet eine Jugcndgruppe für Schüler und Schülerinnen vom 10. Jahre an. Erster Ausflug dieser Gruppe Donnerstag, 17. August. Frauksurteo BerauftaUnngen. M ekor Chaj-int, Samstag, 4>/-> Uhr: Mikro (Ober-' lehrer Munks- Montag und Mittwoch, abend» 7 Uhr: Gemvroh (Dr. I. Breuer). — Talmud-THora- Verein, Hörsaal Gemeindesynagoge Börneplatz: Samstag, 3".ü Ubr: Raschi (Lipinsky); Sonntag, nach Schluß des Morgengottesdienstes: Mischnah (Dr. Friedina»»!. 9 Uhr vorm-: Schulchan Aruch (Lipinsky): Montag, 8>F. Uhr abends: Josuah (Unna); Dienstag, 8>/: Uhr abends: Chanwans ha' Lewowaus (Dr. Braun); Mittwoch, nach Schluß des Morgengottesdienstes: Mischnah (Dr. Friedmann); Donnerstag, 7t/» Uhr abends: Hermesweg 27: Gcmoro (llnna). — M o n t e s io re - B e re i n, Montag, 8 Uhr: Wandergruppcnabend lAssessor Timon: „Die Saalburg",. Offenbacher Drucklntt-Anlage Offenbach a. H. Telefon 123. Unübertroffene Teppicbrelnignng mittelst Druckluft Woche»-ttale»der. Samstag, 8. August (13. Aw). : Sabbat-Anfang in Frankfurt 7 Uhr (Gemeinde und Neligionsgcs.k - Sabbat-Ausgang in Frankfurt ftfl'-t Uhr (Gemeinde und Rcligioiivges.''. Wvchenabschnitt: Woes'chanan. — Ermahnungen, dein Goltesgesetze tre» zu bleiben. WAederholiing der „Zehn Gebote". Der erste Abschnitt de» Schema. ArauksArter Aamiliert«achrichte«. B arm izwos: Kars Buchbinder, Banmweg 23, Ernst Scheuer, Elkenbachstr. 7, Josef -Kampler, Brüühofstr. 3, Synagoge Bvrneplatz. — Rüben Salomvn, Gr. Eschenheiinerstlaßc 18. Synagoge^ Friedb. Anlage. Verlobte: Sally Teitelmann mit Frida Hahn. Auerläch. . Gestorben: Jenny Unna, geb. Mela, 52 I-, Kl. Obennainslf. -10. — Jda Wreschner, geb. Cramer, 44. I., Trutz 43. — Albert Wolf, 67 I., Liebigstr. 48. — Eva Knaelmann, geb. Hochheimer, 76 I. Auswärtige Familienuachrichte». Gestorben: Sigmünd Stern, 70 I., Mcerholz. — Josef Gnggenheim, 78 I., Obcr-Endiiigen. — Julius Gntmann, 58 I. Stuttgart. . Nur die Selbstbesteueruug schafft de« Millioneusouds des jüdischen Ratidnal' fouds! Epeuden. Tis.laeiellschaft Restaurant Salomon, Gr. Eschenheimerltraße, Versleigcrung des Tischgebetes bei der 1. Mahlzeit nach Tischoh-b'Aiv zu Gunste» d. Beth-Hämidrafch 150.— Mk. ■ Bei der Renen Jüd. Presse gingen ein: S. Buchbinder ank. Bormizwoli seines Sohnes Karl (für Pogrvmopfer) 25.- Mk. - . c ' : ' Bei . der .Nationalfondsloinmission (I. -Heimann, Zeil 21) gingen ein: '_V- Selbstbesteuerung: . Tr. H. Feitl 100 Mk. , ' Nationakson d §: Moritz Karlebach, Herr und Frau Herm. Strauß aul. der Bcrmähknna7 ihrer Kinder Rosi and Btuny 40 Mb.: Frau Saiiitätsrat Dr. M. Kahenstein 4 Bäume iü Walter Katzcnsteiiis Garten zum Andenken an ihre Eltern: Anton Seckbach -und Fra», Bertha, geb. Oppenheimer am Fahrzeittag 24 Mk.;/ Referendar ^Arthur -RöseubWt dankt s. k. Bbr. Wild 2 Mk. ' '

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