Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 29 (25.7.1919)
- Date
- 1919-07-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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mg Seite 4. Neue Jüdische Presse. JLrkadia's Runsftlerspiele und : Arltadia-DIele i Kaiserstraase 69. Telefon: Hansa 5516. g Dle ersten KOnstlerspiela am Platze. beruhenden Staatsleistungen an Religionsgesellschasten ^dnrch die Lanbesgesetzgebung abgelöst werden sollten. Dagegen wurde mit geringer Mehrheit der Antrag der ' Deutsch-Nationalen angenommen, daß, öi#[ zum Erlaß eines ' Reicksg'esetzeS die bisherigen Staatsleistungen bestehen bleiben. llugar» Masseuausweisnugen ans Und atzest. Emil Horty, der-Leiter der Kommission zur . Entlastung der Hauptstadt, äußerte sich folgendermaßen: - - „Die erste und wichtigste Ausgabe bildet die -LuZ- Weisung der Galizianer. Jeder Galizianer, der nicht .glaubhast macken kann, daß. er sich bereits vor dem 1. Rovemder vorigen Jahres mit produktiver Arbeit beschäftigt hat, wird ausgewiesen. Mit den Tschechen -und den Polen werden bereits Verhandlungen wegen der Beiörderung der Ausgewiesenen eingeleitet." . Pole«. Elemente«« zu« vertrag mit Pole«. Der französische Ministerpräsident C t-Ä trf c n c e a n hat dem Vertrag der Wlierten mit Polen ein Begleitschreiben ängesügt, in dem es bezüglich der die Juden betreffenden ' Bestimmungen heißt: „Diese Bestimmungen sind auf das Minimum dessen begrenzt worden, was unter den gegen- _ wärtigen Umständen notwendig erscheint, nämlich auf die Errichtung jüdischer 'Schulen und den Schutz der Juden in der religiösen Beobachtung ihres Sabbath. Es wird angenommen, daß. hiese Bestimmungen kein Hindernis für .die. politis^e Einheit Polens schassen werden. Sie! bilden \- leine irgendwie geartete Anerkennung der Juden als einer ' besonderen politischen Gemeinschaft innerhalb des polnischen . Staates. Dre Bestimmungen betreffs des Erziehungswesens enthalten nichts anderes, als was in den ErziehungZinflitutionen vieler hochentwickelter moderner' Staaten be- < reitS vorgesehen ist. Die Anerkennung und Unterstützung y von Schulen, in denen die Kinder in den religiösen Ein- ' flüssen erzogen wechen, an die sie zu 'Haus gewöhnt sind, ist in reiner Weise unvereinbar mit der Souveränität der Staates. Weitgehende Schutzmaßregeln gegen den Gebrauch nichtpolnischer Sprachen zum Zweck der Stärkung eines Geistes der nationalen Separationen sind in der ° ausdrücklichen Anerkennung vorgesehen, daß bie' Bestimmungen dieses Vertrage? den polnischen Staat nicht ’ daran hindern, die posnische Sprache in allen Schulen 'und Erziehungsanstalten obligatorisch zu machen/' (Stehe Lettaäikell D. Redakt.) - Stockholm. Am 21. Juli-beginnt hier eine Beratung des Allweltl., Jüd-, Sozialist. Arbeitcrvcrb an des „Poale-Zio n." Bon der Verbandsleitung sind anwesend: C h a s a n owlisch, .Kaplansky, Locker und Rovuzky (früherer Minister für jüdische Angelegenheiten in der Ukraina). An dxr Konferenz beteiligen sich Delegierte aus (Deutschland (S. Rubaschow), aus Dentschösterreich (M. Kvhn» Malke, Schorr, Serpow und 'Nudel),-aus Polen .(Jahrb ln in, der auch die'Pariser Gruppe vertritt'! und aus der Tscheckwslovakei (R u d o l k Kvhn). Die Delegierten Resalkes'-Warschau und Edelmann-Lodz sind unterwegs. Warschau. Prckutzky der Fahrer der jüdischen Volkspartei, wurde zu 14 Tage Arrest oder 600 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil'er sich nicht als „Fremder" registrier hatte. Prilutzky erklärte, daß er als.gewesenes Mitglied de? Gemeinderates von Warschau, de? Staatsrates Polens und des polnischen Landtages und als praktizierender Advokat sich nicht als Fremder in Polen betrachten könne. Prilntzch ivohnt über 20 Jahre in Polen. Nach dem Minoritätenvertrag, den die Allierten mit Pole» abgeschlossen habe», ist jeder frühere Bürger Rußlands, der aegenwärtig in Polen lebt, polnischer Bürger. Alexandria. Louis D. Brandeis hatte hier auf der Durchreise nach Palästina eine Besprechung mit dem Oberlommandiercnden General Allenby> London. Die englische Arbeiterpartei nahm eine Protestresolution gegen die Pogrome in Polen an. Koostantinopel. Sämtliche jüdischnationalgestnnten Kreise v e r l a u a e n die Absetzung d e S OberrabbinerS Chaim Na hum, der auf ungesetzliche Weise sich sein Anit ungeeignet und in den zehn Jahren seiner Tätigkeit als Autokrat gewaltet und die Interessen dev Genieinde» so sehr vernachläjsigt habe, daß sie heutej verwahrlost sind. Nahm» wird heute nur von den früheren-Alliance-Schülern lind den anderen assimilatorischen Kreisen gestützt. /chwlnn ScJ tarck Goetliestr. 19.1 Tapeten Lfnoleuml England. Auch ein Sympathiestreik. - Am 261 Juni hat die gesamte Judenheit des Ionrböner OsteNds nicht gearbeitet und — gefastet- Des Morgen? in der Frühe wurde in sämtlichen Synagogen 1 "Slichos gebetet und geweint. Ilm 2 Uhr bildete sich ein Demvnstrationszng, um der Welt zu zeigen, wie . eng die Juden y des Londoner Ostends mit der gepeinigten Judenhert Polens sich verbunden fühlt. Voran 'Soldaten, dann Schulkinder, dann die jüdischen Arbeiter- , Verbindungen, dann der endlose Zug von mindestens 60-000 Menscken. Ueberdies fanden Massenversammlungen .' stakt. Die ganze Beranstalürng war für das Volk der - Religion charakteristisch und seiner würdig. Ku^e -olttische Rachrichte«. BergenL.Frankfurt. Pferdehändler Hermann Heb . Frau Zerline, geb. Hirsch feierten in Rüstigkeib '--die goldene Hochzeit. „ ~ Wie«» Die polnyche Regierung hat in ihrer Unteri^drücknng jüdisck-nationaler Bestrebungen in Ostgalizien 1;'Ltwa 250 Mitglieder der jüdischen Nationalräte ver- . .haste» lassen. Rew-Aork. Samuel SomperS ist als Präsident der Amerikanischen Arbeiter-Organisation wiedergewählt ^morden. '; Paris. „HumanitS" veröffentlicht Briefe franzöer Offiziere über die mittelalterlichen Scheuß- ~ die die Soldaten des polnischen Heeres unge-, gegen die Juden ansüben. > Lemberg. Bon den 17000 jüdischen Familien Lembergs inb 12000 auf die Unterstützung des jüdischen Rettung». 7 Komitees «»gewiesen. In,der Provinz herrschen furchtbare '^"rHu n g e r.e v i d em i e n. . Persouelteuu. kleine Mttteiluugeu. Berlin. Die Verbindungen im K. C. haben in den Rännien des Zentralverein» beutsck^r Staatsbürger jüd. Glaubens, Lin! enstr. 13, ein eigene» Büro errichtet. Dr. Kurt Alexander steht dem Büro vor. DaS Büro erledigt die Angelegenheiten des Geschäftsführendeil Ausschusses, pflegt die Beziehungen zu anderen Organisationen und übernimmt den Verlag der K. C.-Blätter. Berlin. Geh Medizinalrat Dr. Ludwig Art eg er, der am 26. Juli den 70. Geburtstag begeht, wurde zum ordentl. Honorarprofessor an. der Universität ernannt. Krarttfurter Berichte. Frankfurter Veranstaltungen. M e k o r E h a j i in, -U/s Uhr: Mikro . (Halpcrn); <t tllf.r: Midrasch (Prof. Sulzbach). — Montesiore, amstag, i?k Uhr: Genuttl. Zusammensein (Rede: Lehrer Willy Müller); Montag, 8 Uhr: Heimabend Wandergruppe; Mittwoch, 9 Uhr: Die Ursachen der Katastrophe des Judentums i. I. 70 (Speier). — Takin ud-Tho ra- Verein, Hörsaal' Gemeindesynagoge Börneplatz: Samstag, 3SA Uhr: Raschi (Lipinsky); Sonntag, nach Schluß des MorgengotteSdiensteS: Mischnah (Dr. Friedman»), 9 Uhr'vorm.: Schulchan Aruch (Lipinsky): Montag, 8Ä abends: Josuah (Unna); Dienstag, 83/< abends: ChauwauS ha' LewowaüS (Dr. Braun); Mittwoch, nach Schluß des MorgengotteSdiensteS: Mischnah (Dr. Friedmann): Donnerstag. 7ya abends : HermeSweg 25: Gemoro (Unna). Oüenbacher Druckluft-Anlage Offenbach a. M. Telefon 123. Uatlbertrofrene Teppichreinignng mittelst . Druckluft. I Wocheu-Kaieuver. Samstag. 26. Juli (28. TaniuS). Sabbat-Anfang, in Frankfurt 7 Uhr 36 (Gemeinde), 7 Uhr 25 iReUgionSgesell>chaft) Sabbat-AuSgang in. Frankfurt SV< Uhr (Gemeinde), S Uhr 10 (ReligionSgesellschast). Wockenabschnitte: MattauS.und Mas sei. —Gelübde der Frau- — Krieg gegen Midjan. —!Die Lagerstätten in der Wüste. — Die Einteilung des Lande». — Die drei Znsluchtsstädte. — Erbfolgerecht. Montag: 1. Aw (Rausch, Chaubesch Am). Xesiing-Diele, Zeil 50 Erstklassiges Künstler - Trio. Nr. 39 Literarische Rundschau. Sch. vorelik r „G»l«S, Li»« und Romeniik' (Jüdischer Verlag, Berlin 1918.) Die dialektische Form des Gesprächs ermöglicht es, Gedanken, .die logisch unhaltbar sind, in eine Fort» tzu setzen, die uns scheinbar.überzeugt, weil sie eine istuance des Empfindens trifft, die in »ins einen; Widerhall findet.' Denn das menschliche Bewußtsein blyvegt. sich in Gegensätze», und kein Gedanke, »lag er noch so überzeugend sei», rubt so fest i» seiner logisck-eit Sicherheit, daß nicht die Tendenz zu seinem Widerspnich entstehen kan», die ihn iveiin auch nicht sür .-nufere Ueberzeilgungeir doch sür unser nachfühlendes Erlebnis iteuartig nndi entgegengesetzt, gestaltet. Was kritisches Denken als absurd verwerfen muß, kann in der Analyse des .Gesprächs oder einer dialekttschen Philosophie eine Art Rechtfertigung nock, erfahren. Gorelik benutzt die Kunstforin das Gesprächs, um seine'Gedanken über Golns, Zion und Roinauttk zu entwickeln; denn eigentlich sind Golns und Zion Gegensätze, nur. der Romanttker kann beide zugleich in sich vereinigen. So wundert es.unS nicht, we'n» sich znm Schlnß die Möglichkeit ergibt: daß alles.Ausgesprochene eine Art Selbstgespräch gewesen sei: „als hätte nur er selbst mit sich selbst gesprochen, einmal für, das andere Mal acgcn, einmal so, das andere Mal anders, und hätte doch immer recht gehabt . . . ." Jin ersten Gespräch wird dem ivestenropäischen „idyllischen Zionismus" der „tragische Zionismils" der Ostjudenheit entgegengesetzt. Dessen Tragik beruhe auf der Diskrepanz zwischen der Erkeimtnis, daß Befreiung' notivenhig ist, von' der romantischen Gebundenheit an die gaiize Golusknltur. Denn Besreiung bedeutet in diesem Fall Bruch mit der in Jahrhunderteil von seelischer und materieller Not geschaffenen Eigenkultur. Aber der „idyllische Zionismus" wirb falsch definiert; und es ist lvciter iliirichtig,'?lchad-Haain als dessen geistigen-Vertreter hinzustellen. 'Denn grade er hat nicht „daS Idyll akzeptiert". Vielmehr hat er das geistige Problem tief erkamrt und in „Judenstaat ruck» Jubennot^', „Renaissance de? Geistes", „GoluSvereinnng^ und in vielen anderen Teilen feines Werkes sür alle zu lösen versucht: in der richtigen. Erkenntnis, daß eine neue positive Einstellung zur geistigen und sittlich-rellgiöseir Trabitto» Not tut- Ter . zweite Teil widerlegt die pessimistische Philosophie des ersten im OptiniiSmnö der Tat; das Argument des Enthusiasten.. Aber erst tm dritten Teil geschieht die mehr als gefühlsmäßige Entgegnung, indem . daS romantische Moment des Zionisinns psychologisch erkannt wird. Ganz folgerichtig bekennt er die Notwendigkeit des geistigen und religiösen Ideals und den Widerspruch von Inhalt und Form, unter dem der Zionismus bisher leiden mußte. Er setzt ein fast, romantisches Ideal an die Spitze und begeistert sich an dem „Irrationalen", das als wahre Urkraft des menschlichen Gemüts in seiner Bedeutung fitx unser Denken wohl kann» überschätzt werden kann. Eine Synthese -darznstelle» hat der Autor versucht; so rechten wir nicht mit ihm, daß. er noch in inanchen anderen Dingen sevlgeariffm hat; daß er vor allem die Erkeiintnis unterschätzt. Es ist z. Bnicht richtig, daß der Sozialismus an geistiger Bedeütnng verlorenhat, nachdem -ble wissenschaftliche Enttvicklnng ihn iauch aus historischen Gründen zu begreifen verftlchen mußte. Für nnS Erkennende aber ist dieses romantische Mißverständnis noch ein Fingerzeig zum Begreifen und zur besseren Kritik. H. W. Rruukfurter Aamilieuuachrichte». BarmrzwvS.' Robert Hainebach, Fischerfekdstr. 6, Synagoge Börneplatz. Gestorben. Viktor Berger, 18 I. — Julie Hertz, geb.' Kaufmann, Böhmerstr. 5. Kaffee Rnhland 2 . Kaiseratrasse 56 Täglich erstklassige Eaiaerstrasse 56 UnterhaltnngsnmBlk *1 Bekanntmachung! Betrifft Ermäßigung der Margariurpreise (Schmalz- und Speckersatz) Mit Aene.hmignng. des ReichSemShruckgsministcrs wird der PreiS für rituelle Margar.ne, welche als Ersatz für ausländischen Speck und Schmalz verteilt wird, hiermit auf Mk. 4.8» für daS Pfund (Berkausspreis an die Verbraucher) festgesetzt. »erlin W. 8., den 16. Juli 1919. > Kr iegskommission f. rituelle Lebensmittel @. nt. b.H. ' ge».: Frelrich, gez.: Blank. Gpeuve«. Bei Herrn Herniänn Wronker gingen für die Lemberger Pogroniopfer ferner ein: Durch Grünberg 28 Mk. — tz. Grünberg, A- B. je Mer deutscher )küöeshelm am Rhein In den einschlägigen Geschäften der Genussmittelhranche wieder erhältliche ' Generalvertreter: «]*b ardt&Ja n 8 g en, Frankfurt ^». Ml, Niddüitras«» sis TelepUon gausia lSSG.