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Neue jüdische Presse · 1919-07-18 · Heft 28 (18.7.1919) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 28 (18.7.1919)
Date
1919-07-18
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sbwt Jüdische HMe. -~alede jetzt Kalsarftraste 23. ■^JBeiteds^ äTnbllSanugeidienbe. 'ifyTrriVrrr];- .77- .: . - •. - . fflr Synagogen- und Hausgebrauch. 1. zdirs der W>. Geschichte, S. Hebräischer S^rachftirs, 3. Wünsche Gegenwartsfragen. Neben der wissenschaftlichen Arbeit soll ein ausge- "ckchntes gesellschaftliches Programm den Konnex unter &en Wereinsmitglickern ausrechterhalten. -f An seinem Schlußworte setzte der neugewählte Borsitzende daZ Programm nochmals auseinander, vor allen Magen: kulturelle Arbeit und Flüchtlingshilfe. N. Personalle». Die Besucher der Synagoge an: Börneplatz können sich gewiß des ckrwürdigen Greises erinnern, der, ob« Mar er in den letzten Wchren infolge eines Beinleidens .einen Stock benutzen mißte, stets in aufrechter '.Haltung dem Gotteshause zuschritt, in dem er schon seit der Gründung der Synagoge seinen Platz hatte: des Herrn Markus Sternberg s. A. Me, die ihn kannten, schätzten ihn, besonders seine zahlreichen Geschäftsfreunde, . vie auch »ach seinem Rücktritt aus dem Berufsleben^ rwch. gerne mit ihm verkehrten und seine! alten Nachbarn, E denen er stets friedlich zusammengelebt hatte; denn GWe und Menschenfreundlichkeit gehörten zu seinen hertwrpechendsten Eigenschaften. Indem er gab, empfing er: Tvtzltun war ihm selbst Wohltat. Im ganzen Krankenhaus, woselbst er im letzten Jahre infolge einer schweren .Operation lange Zeit verwetten muMe, .kannte man ihn - "nuc. «dä den Großvater, der die Kinder beschenkte,, bie Kranken besuchte und für jeden ein gutes Wort und «ne-Aufmerksamkeit bereit hatt. Am 6. Juli, kurz nach Ausgang des Sabbats, schied er friedlich aus diesem •Bäten- An seiner Bahre schilderte Rabb. Dr. Horovitzckas Wesen des herzensguten, .schlichten' Mannes. Krankfurter Veranstaltungen. Tiferes Bachurim. Donnerstag, 8lk Uhr, Kursacck Mlani: Die Zerstörung Jerusalems (Rosen). — Me kor Chajim, Samstag, 41/2 Uhr: Mikro (Em- Kaufmann); 8fy2 Uhr: Midrasch lGust. Kaufmann).— Montefiore,'Bleichstr- 70, Samstag, 11 Uhr: Schiur; Sonntag 2Vi Uhr: Güterplatz (Linie 11): Besichtigung Teuerwache, Waldspaziergang; Montag 8,Uhr: Heimabend »er Wandergruppe; Mittickoch, 9 Uhr: Zu Arnold Zweigs Drama „Riüialmvrd in Ungarn" (Rabb. Dr. Salzberger). Verein der Ostjnden, Sonntag, Zi/z Uhr: Kausm- VereiushaUs: Herzl-Gedächtnisfeier. — Talmud- Tbora-Berein, Hörsaal Gemeindesynagoge Börnepsatz: Samstag, 3V« Uhr: Raschi (Lipinsly); Sonntag, nach Schluß des Morgengottesdienstes: Mischnah (Dr. Trickmann), 9 Uhr vorm.: Schulchan Aruch (Lipinsky): Wpnmg, 8*/< Uhr abends: Josuah (Unna); Mittwoch, - Nhch Schluß des Morgengottesdienstes: Mischnah (Dr. gdmann): 8% Uhr abends: Chauwaus halewowauS -Braun); Donnerstag,?Vz.Uhr abends: Kermesweg Gemovo (Unna). ' Jr Wsr.-Jugendgr., Mittwoch, 8*A Uhr: Aussprach« eiS> (bie Kriegsarbeit der A- I ). Stimme« ««s dem Leserkreise. Der ArÄel „Gartenbauschulen" in Nr. 27 Ihres . g^chätzten Blattes gibt mir Veranlassung, an dieser Stelle . aus ein weiteres Projett ähnlicher Art hinzuweisen, das - z. Zt. vorbereitet wird, und das vorzugsweise für die :: Ernährungsfrage von besonderer Bedeutung werden kann. Es ist nämlich die Errichtung von landwirtschastlichaärtuerischen Großbetrieben aus genossenschaftlicher ' Grundlage vorgesehen. Als Mitglicker der Genossenschaft „ sollen kinderreiche, bezw. größere Familien bevorzugt wecken, denen in ausreichenden Mengen und zu mäßigen Tagespreisen sämtliche Erzeugnisse der genossenschaftlichen ^Betriebe geliesert werden können. Der Genossenschafts-Anteil dürste Mark 1000.—, bis Mark 3000.—, je nach Umfang des in Betracht kom- . urende» Gutes und je nach der Anzahl der Teilnehmer betragen. ". Die Anteile wecken verzinst und sichergestellt. Das , Gut wick unter fachmännischer Leitung bewirtschaftet u>ck> - bietet sich darum jüdischen jungen Leuten beiderlei Ge- : < jchlechts sodann eine günstige Gelegenheit zur praktischen ^Ausbildung in allen Zweigen des vielseitigen Betriebes. tranksurter jüdische Familien, die beabsichtigen, enossenschast als Mitglicker beizutreten, wollen ihre . Adressenvorläufig der Nachrichten-Zentrale Gmt 7 vH-, dahier, schriftlich usttteilen. zZÄ.. ._ I. Bauer. 4 Literarische Rundschau. _ Altert S. Asse»: „Das Massengrab'. (Verlag Max Rascher, Zürich). Das Massengrab, dessen Bild Asseo in glühenden, :dHteren Farben malt, liegt ün Südosten Europas, auf ckn» vullünhaft erregten, erschütterten und unruhigen.;WdÄkan. -ES trug und trägt nach außen eine heilere, ^Pffttckeue Miene, ein bWeMMundes Antlitz zur Schau und heißt Saloniki. In Atmosphäre und Klima und Natur Ecke' des mchen Orients,' kann Salvnik, die türkische und griechische und jüdische Stadt, seines Wesens nie eigentlich froh wecken, weil in ihm; Osten und Westen, Asien Lind Mropä, Orient und Okzident feindselig zu» sammenstoßen und seit Jahrzehnten jn stetem, unfruchtbarem, die Krast und den Willen zu»r Ausstieg lähmendem Ringen miteinander liegen. Weil seine Menschen, durch unausgesetzten Krieg nick Kampf verbitteck, verhärtet, stumpf gemacht einander entgegen, übelwollende Nachbarn. Gegner sind. Weil es H alb-Orient ist, in dem orientalisches und europäisches Wesen sich nicht ansgesöhnt und verschmolzen haben, und der innere Rhythmus seines Lebens durch den Widerstreit seiner beiden Elemente ewig gestört und durchbrochen wird. Weil es an tiefem Zwiespalt und an schroffer Gegensätzlichkett in seinem Wesen leidet. Dock dieses Stück Orient, das in sich zerfallene, an Asien und Europa zugleich kranke Saloniki, bildet es nicht eigentlich auch ein lebendiges, plastisches Symbol sür das Sein und das Leiden des Balkans überhaupt? Zieht sich nicht wie durch sein Schicksal auch durch das Schicksal des ganzen, türkischen Süoosteuropa von gestern jener tiefe, bedeutsame Widerspruch und Gegensatz hin, nicht nur — im primären Sinn — der zwischen Asien und Europa, sondern — noch offenbarer — der zwischen asiatisch-europäischer Kultur und asiattsch-europäischer Barbarer? Ist nicht wie e§ die Stadt oer offen zutagetteicuden Zwiespalte der Balkan das Land krasseri innerer Gegensätze, das wnchttg, mit dumpfem und tragischem Pathos seine — die europäische, die menschliche — Paradoxie offenbart? Wie die Natur des orientalischen Saloniki so jäh und plötzlich ihr Gesicht wechselt, erst die Stadt mit dämonischer, zerMrerischer Wut erschitttecud und erbarmungslos peinigend, dann ohne Uebergänge, mit betäubender Schnelligkeit ihre Ruhe und Heiterkeit' wieder ans Licht hervoriehrend, so sind seine Menschen in zwei schroff einander gegenüberstehende Typen geschicken, in zwei Parteien gespalten, die durch eine tiefe Kluft voneinander getrennt: Böse und Gute,, nein, teuflische, grausame und reine, wahrhafte Menschen. Dort ist das Land, und seine symbolische Verkörperung,, die Stadt, >v» selbstlose Liebe und finsterer Haß, Rttterlichkeit und Niedertracht, Größe und Kleinheit, Wahnwitz und Weisheit dicht nebeneinanderwohnen, in einem dauernden Kampf miteinander liegend, dessen Fluch und nickerdrückendes Verhängnis das stete Unaüsgefochten-, Unterschickenscin und das stete Wickerentbrennen scheint. Und es steigt die Vision des Massengrabs: Saloniki, durch seinen jüdischen Sohn Albert. S. Asseo beschworen, düster herauf. Das Massengrab, dessen Tote die Toten der Naturstürme sind, der ewigen Banditenkämpfe und der ununterbrochenen, verheerenden Kriege, 'von 1908 angefangen bis auf den heutigen Tag. Und das Massengrab weitet sich und wettet sich, bis es den ganzen Balkan unrfaßt nick umschließt. Unheimlich ist es,, von tragischem, bewegendem Anblick. Und tä erhebt eine leidenschaftliche Anklage gegen jenes kulturlose Europa, das den Balkan seine ’ politischen Praktiken gelehrt, noch mehr verwirrt und in einen Herd ständigen, zerrüttenden Fiebers verwandelt hat. Es fordeck für ihn Frieden und Oeffnung des Wegs zur Gesundung,, zur Ueberwindung des inneren' Zwiespaltes, zur harmonischen Einigung, zum endlichen Emporstieg. Albert S. Mssöo hät das Schicksal Salonikis, seiner Waterstadt, und des Balkans in seinem Buch groß hmgemalt und niit verhaltenem Pathos, in tiefer Erregung ihr Sein voller Tragik zur symbolischen Darstellung gebracht, bildhaft, wahr, ergreifend. Massengrab -und dennoch nicht Trümmerstätte und Vergangenheit ist Salvnik. Es ist eine Hoffnung, ist Zukunft und Diorgen, weil es rntiner nur besiegt, nie überwunden werden, nur niedergehalten werden und nicht vernichtet werden kann, weil es nie untergehen kann und immer hon neuem seine Auserstehnng feiert. Wonach es sich 'heute leidenschaftlich sehnt ist:, erlöst sein vom Muck seiner unftucktbaren inneren Tragik — es gibt auch fruchtbare, proouttivierende Tragiken — eine Synthesis finden für die widerstreitenden Elemente seines Wesens, wahrhafter MUtler wicker werden zwischen Orient und Okzident. ' K. Schalkowitz. L. Audnal: „Der Holzweg". (Ein Roman, 876 Seiten. Berlin, Erich Reiß-Aerlag.) Der .Roman geht den Weg, den schon so mancher Berliner Judenroman gegangen ist: er führt in eine Welt, die das, was sie ist, nicht sein will, die ihre eigenen Werte nicht schätzt, ja verachtet und alles Erstrebenswerte, die Freude ihres Daseins, außerhalb dev ihr gezogenen Grenzen zu finden wähnt, — aber nicht findet und nur das eine erreicht, daß sie zerrissene Menschen erzieht, die in ihren Besten wohl noch sympathisch, in ihrem Durchschnitt aber verächtlich wirken. Der aus den Traditionen des Judentums entwurzelte, assimilierte Jude wird in verschickenen Typen vorgeführt. Der Autor hat das Problem jckoch nur gesehen, aber nicht in seiner Tiefe ersaßt, er kommt deshalb auch nicht zu einer Lösung. H. H. van Kol: „Die Zukunft deS^jüdischen Volles." (R. Löwit - Verlag, Wien.) Der holländische Sozialist Senator H. H. van Kol ist bereits des öfteren aE Freund der zionistischen Bestrebungen hervorgeireten. In der vorliegenden Schrift schildert er die Momente, die die kategorische Notwendigkeit einer Lösung der Judenfrage im nattonaljüdischen Sinne nahelegen. Kbradii-Speiiden , erbeten auf Postscheck Konto Emil Bflhler 18,503 Frankfurt am'Halb . Skr. SS. Lemiiog-Biele, Zeil 50 ly Erathlaaslges Künstler - Trio. -MP Die ersten Kapitel der Schrift, zu Rr der holländische Zionistenführer I a c o b u s H. Kan» ein kurzes Vorwort geschrieben hat, umreißeii in knappen Sttichen die Gestalttmg der jüdischen Lage im Laufe des Krieges in den Ländern des Ostens und die Entwicklung der Judensrage im gleiche» Zeitz:aum bis zu ihrem heuttgen Stand. Die Stellungnahme der politischen Mächte zu der natiouajüdischen Idee und Bewegung, zu der jüdischen Frage, wie sie sich in den letzten Jahren auch mit größerer Deutlichkeit .herausgehoben hat, wird in einem besonderen Kapitel dargestellt, ckenso wie die Wandlung der sozialistischen Internationale inbezug auf die jüdische Frage in einem weiteren Kapitel geschildert wird. Beschlossen wird die in einem freundichaftlichen, warmen Tone gehaltene Schrift durch einen aufrichtigen, echte. Sympathie kundgebenden Aufruf an den ewigen Wanderer, an „Nesach Jisroel, das ewige Jisroel",. guten Mutes zu sein und bleiben angesichts der nahenden Stunde der Befreiung und „des Beginns einer neuen Zukunft." . Ofteubactor Druckluft-Anlage Offenbaoh a. M. Telefon 123. Unübertroffene Teppicbrelnlgong mittelst Druckluft. Woche»--Sale»der. samstag, 19. Juli (21. Tannls). Sabbat-Anfang in Frankfurt ■ 7 Uhr 35 Minuten (Gemeinde), 7 Uhr 30 Minuten (Religionsgcj.j. Sabbat-Ansgang in Frankfurt 9 Uhr 25 Minuten (Gemeinde) 9 Uhr 20 Minuten (Religionsges.). Wochenabschnitt: Pinchos. — Pinchos. — Der .Verteilungsmodus des Landes.—Me Töchter Zelofchod'S. — Opfer. % Krartlfurter Ha«Me»»achrichte». BarmizwvS. Gabriel Feuchtwanger, Bockenheimerlandstr. 45, Synagoge Frickb. Anlage. Auswärtige Famitteuuachrichteu. Gestorben. Leop. Leeser, 92 I-, Bochunt. — Salv Seelenfreund, 56 I., Eisenach. — Joseph Michael, Hamburg. —Theodore Guggenheim, geb. Grünebaum, Würzburg. — Leop. Oppenheimer, Hanau. schafft de« Natioual- G-eude«. Bei Herrn Hermann Wronker gingen für bie Lemberger Pogromopfer ein: Beer, Sondheimer & Co. 1000 Mk- — Herrn. Wronker 300— Ml. — M- Borchardt Nachf-, Berlin 200 Mk. — Alb. Aron Jul. Goldschmidt, v- Gvldschmidt-Rvthfchild, Kaufmann-Löffler, Rob. Koch, Alb. Levy, Rich. Nathan, Carl Marx-Bruchsal je 100 Mk. — durch Dr. Taubert 67 Mk. — Beruh. Heymann, N- N. durch Martin Meyer, L. Bauer, Gust. Drvllrr, Dr. Warwdrstnu, N Loeb je 50 Mk. — Otto Rappaport, Dr. A- Lazarus je 40 Mk. — Michel Mainz 30 Mk. — durch Taubert 99 Mark — durch Taubert 70 Mk. — durch Frau Dr. Burstyn 165 Mk. — Bei der Nationalfondskommission (I. Heimann, Zeil 21' gingen ein: Rechtsanwalt Dr. Hugo Emmerich Mk. 250.— A- D- ,,. 50.- Nachtrag Palästina-Woche. Sammlung durch Rita Gacke. Jacob Simon, M. E-' Korngold, Frau . K. Hamburger, -Max Grünebaum-Gr. Karben je 20 Mk. — Phil. Simon, Louis Rothschlld-Frickberg, Jos. Grünblatt, Rost Grünblatt, Hermann Leoni, Henny Schiratzky xe 10 Mk. — Sträußi, N. N., Sigm. Lilienstein-Usingen, F. Siegel- Offenbach, Max Kahan, Grete Krämer je 5 Mk. — Diverse 77 Mk. — Salo Gittler 25 Mk. — F. O., Siegfried Eulau je 50 Mk. . ' Büch senleerung. Caf6 Mangel 18.80 Mk. — Dav. Hamburger 6.30 Mark. — Pens. Wolf 1.25 Mk. — N. N. —.31 Mk. — C. Rubinstein 3.22 Mk. — Sophie Horowitz 8.01 Mk. K. I- Der. 25.30 Mk. ' . - ' Nur die Setbstbesteueruug MMoueufsuds des jüdische« fovds! Letzte Berichte. z«deuerr»ge tu Lodz: ^Am '1. Juli fanden in Lodz JüdeneMsse statt, an denen sich auch westeuropäische Soldaten betxiligten.- Jüdische JmMgranteu iu Palästiua. - In Haifa trafen 100 jüdische Immigranten ein. Tausende von jüdischen Immigranten laus Rumänien, Polen, .. Und Bulgarien sind unterwegs , nach Palästina./-; .

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