Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 26 (4.7.1919)
- Date
- 1919-07-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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H 3h. 26 Neüe^JüdrscheMresse. Seite. 5. anderes als ein Kampf gegen'Len Semitismus, gegen die jüdische Mgendrt der -Jilden selbst/' - . OLsndsoher Vruvklutt-Lnlage Offenbaoh a. Telefon 123. Unübertroffene Tepp 1chreinl gung mittetet Druckluft Woche»-Kale«-er. Samstag, 5 Juli (== 7 Tamus), Sabbat-Anfang in Frankfurt 7 Uhr 55 Mimrten (Gemeinde!, 7 Uhr 45 Minuten (Religionsgesellschaft!. — Sabbat-AuSgang in Frankfurt 9 Uhr 40 Minuten (Gemeinde), 9 Uhr 35 Minuten (Religionsgesellschaft). - Wochenabschnitt: CH» las. — Das Gebot der „roten Kuh." — Mirjams Tod. — Arons Tod. — Die kupferne Schlange. . Kr«»kfurter Ks«ilie«»achrichte». Geboren: Ein.Sohn Meier Eisemann (Dreysutz;. Barmiswos- Rathau Bindefeld, Hanauerlanbstraße 1U Synagoge Friedb. Anlage. Gestmrben: Eugen Mler, 45 Jahre, Westendstraße 84. ' . , Mi«rachl>RpeM«ii erbeten auf Posteeheek«Konto Emil BUhler 13,608 Frankfurt am Valn. — Kurt Eisner und Walther Rathenau — als - kategorische Forderung, der Gegenwart und der Zukunft auf ihre Fahne gejch n^den haben. . K. S—z. „rer Heg der Dentschjuden. ') Der Weg der Deutschjuden, die ihre Wesensverwaudtheit mit dem jüdischen Stamme als schicksalhaft tief und von ihrem Ich im Grunde untrennbar erkannt haben und tatentschlossen die wiedergefundene, ihnen gemäße jüdische Richtung einschlagen eitfcet int jüdischen Volk. An seinem Anfang steht die Zwiespältigkeit, die Geteiltheit, die Widerspruchshaftigkeit - des geistigen Wesens, an seinem Ende winkt das Ziel: Ganzheit, Ausgeglichenheit, harmonische Einheit. Er verlangt klares Bekenntnis, wahrhaftes Wollen, Krast zur Ueberwindung und Zielbewußtheit; er fordert Besinnung, Selbstprüfung und entschiedene Abkehr. Wenn solcher Entschluß für den bewußten Dentschjuden. (der als Typus des emanzipierten, mit der. europäische» Kultur schon engverwachsenen Diasporajudentums ' überhaupt zu nennen ist) eine wie immer starke Neberwiitdung kostet, so bedeutet die Tat keineswegs schon die restlose Verwirklichung, die Erlösung vom Fluch der inneren II nganzhcit, das Teilhaftigwerden der Wesensharmonie,/ sondern höchstens - Ziel n ä h e; es bedeutet eigentlich -4- und das in einem viel höheren Maß — Opfer und Hingabe; bedeutet das Strebe» nach Einswerden mit dem Volk um des geistigen Wohlergehens der Nachkommen will-n,-um hes Geistes willen. Die Erkenntnis der Notwendigkeit des Zurück zum Volke ist nicht durch allzu starke Hemmuirgen erschwert, ist int Gegenteil relativ einfach und leicht, weil sie bedingt ist durch die ganze innere Geartetheit. des Deutsch j u d e u, durch seine Geistes- und Seelcneinstellung zur Umwelt, zur Welt überhaupt, durch seine „orientalische" Wesenseinstellung, die mit ihrer „Jnnengekehrtheit", mit ihrem Hang zum religiösen Erleben und Erfassen der Welt, ihrer Geringschätzung des Tatsächlichreale» sich von der geistigen Verfassung des europäischen Menschen, die die Realität,-die Gegebenheit, das Stofflichgreifbare wichtiger nimnit, in wesentlichem unterscheidet. Der Jude, besser: Der Ostjude, als reinster Typits des echten unverkümmerten Judentums, in d'er Gegenwart, der Ostjude, der in sich ein ungemein starkes Religiositätsgefühl trägt? ermangelt des Blicks für die Welt der Tatsachen und Wirklichkeiten in hohem Grad; so ist bei ihm der „wissenschaftliche" »Sinn des Europäers zumindest unausgebildet geblieben. Ihm sind auch mangels Berührung mit der Außenwelt — die Ergebnisse des philosophischen T«>ckns. der Forschung und der Wissenschaft ganz verschlossen geblieben, so kennt er nicht den heutigen geistigen Zustand de? bewußten, analysierenden, um die Erkenntnis sich müheUben Europäertunis, mithin' des von ihm beeinflußten Teils der Deutschjuden. Im intellektuellen Deutschjuden ist heute ein starker Drang nach Religiosität lebendig, einem mit der Wissenschaft harmonierenden religiösen Glauben. Ihm, dem zu seinem Volk zurückkehrende»/ die religiöse Vergangenheit insoweit bejahenden wird dann die Aufgabe erwachsen, wissenschaftliches Denken und religiöses Mythos miteinander auszusöhnen und zu verknüpfen. Doch nur als lebendiges, tätige? Glied seiner jüdischen Volks- Gemeinschaft, das innig verbunden ist mit den übrigen Glieder» lim' engen Aonnex mit dem Ostjudentum wird der Deutschjude sich innerlich erneuern können) und darum ist jener Weg der Deutschjuden zugleich der rettende Ausweg, der aus der Enge in das Freie führt. Zu diesen in manchem wohl negierbaren Erkenntnisse, die ich oben nur in wichtigsten Grundzügen wieder- *) Alfred Le mm: „Der Weg der Deutschjuden". Der Neue Geist-Verlag, Leipzig. Mk. 1.20. gegeben habe,, ist in jÄnem Buche 1>er vor -nicht langer Zeit jung gestorbene jüdische Schriftsteller Alfred' L e m m gelangt. Das Werk, das von einer nichtgewöhnlichen Begabung Zeugnis ablegt, umfaßt eine Reihe von gedankenreichen Aufsätzen, in denen die Ergebnisse einer längeren, sympathischen -Denkarbeit niedergelegt find. Lemni, der die geistige Not und Krisis des Teutsch- Judentums in der Gegenwart tiefer und intensiver als viele andere an sich erleb, hat,. und in dem die Forderung der Entscheidung durch den Gegenwartsmoment einen klaren Widerhall gefuilden, ringt tu dem Buche um die Erkenntnis der Wege der Gegenivart und Zukunft, die der "Deutschjude, der nicht die Wahrheit sckMt und seine volklich-jüdische Eigenart nicht ntehr leugnet, sondern mutig bekennen will, beschreiten muß. Eine Menge, von Beziehungen und Zusammenhängen wird ihm klar; er gelangt jedoch in seiner Arbeit nicht dazu, sie bis in die Einzelheitrn zu veriolgea und bloßzulegru. So' sind die Aufsätze zu einem Teil nur Stücke und Umrisse, die allerdings durch die Art der Behandlung des Problems und durch die Klarheit der Gedanken hie Aufmerksamkeit aus sich lenken und zu fesseln vermögen. Die Form Lemms.ist von einer zuweilen beengend wirkenden Kompaktheit und Ungelösthcit, die aber immer starken künstlerischen Stilsinn und sprachliches Können verraten. (Man beachte hierzu die Ausführungen Lemms über das Verhältnis des Juden zu der fremden Sprache.) AE Ganzes wird aber das Lcmmsche Buch manchem Deutschjuden, der heute ii» Begrijf ist, sich mit dem Problem seiner jüdischen .Entscheidung auseinanderzusetzen, bedeutsame Ausschlüsse geben, zil einer tieferen Einsicht in die Dinge verhelfen. Schalkowitz. «uS Seitschristen. Reue Erde. 'Halbmonatsschrift. München, Dreiländerverlag. Worte aus dem jüiigsten Heft: Otto Schneiders „Europa dächte nur an die Mittel zum Leben und Asien an den Wert des Lebens selbst." „Die europäische Monroedokirin von morgen heißt: Arbeit am Menschen." . Gustav Radbruch: „Es war die Schwäche der bisherigen Friedensbewegung, sine international« Streitentscheidung schaffe» zu wollen, ehe cs noch eilt wahrhaft internationales, ein übernationales Leben gab." Jüdische Jugend- Herausgegeben vom Kartell Jüd. Verbindungen und von der Jüd. Titrnecschaft. Berlin, Jüd. Verlag. Worte aus Heft' 1 und 2: Arthur Stein: „Der moderne deutsche Jude befindet sich überall in vorderster Reihe, wo es gilt, für Ideale zu dilettiereit oder zu kämpfen, und (heute stehe» im deutscheit Bürgerkriege Jude» aus allen Seiten uttb opfern sich, Idealisten und Politiker, die für ihre jüdische Gemeinschaft keine Stunde der Besinnung übrig haben, obwohl alle ihre guten und schlechten Gaben sie als jüdische Typeit —- weit» auch der Assiinilafionsepvche — erscheinen lassen." „Unsere Väter haben die Tradition forlgeworfcn, und der Respekt vor dein Geldbetitel und dem Geheimratstitcl hat keine neue geschaffen." „Statt Zucht und Erziehung -Vergötterung »nd Anbetung des Kindes." „Soweit Orthodoxe natioiutle Gesinnüng pflege», sind sie in der glücklichen Lage, Tradition .und Leben mitemauder zu verknüpfen und über Fvrin und. Inhalt zu verfügen, wo der irreligiöse oder'religiös-liberale Nationaljude mühsam danach sucht. Soweit sie jdie nationale Gesinnung ablehnen oder gar bekämpfen» dienen sie der Assimilation." Kurt Blumenfeld: „Nie ist ein Kampf mit schlechteren Mitteln geführt worden als der sogenannte Kämpf gegen den Antisemitismus. Er ist in Wahrheit nichts Oläre iCraAxb XsicLox 3r3Zirsc3a beeilten sieb. Verwandte, Freunde und Bekannte zu ihrer Sonntag, den 6. J uli 1919 (TlltSfl *n) um 1 Uhr in dar Synagoge der ter. Religionsgesellschaft, Friedberger Anlage, s. 6. w., fctattfindenden Trauung freundlichst einzuladen. Heirat! ’ Suche für religiöse junge Dame,. 25 Jahre alt, häuslich erzögen, 15 Mille MUgift, jg. , Manufakturisten. Demselben wird Gelegenheit geboten, sich eine/ Exiatenz zn gründen. Anonym zwecklos. Off. unt. 2796 an die Exped. d. Bl. erb. Wegen Verheiratung meiner Stütze suche i,b für meinen Haushalt zum baldigen Eintritt ein streng religiöses, tüchtiges, fungea ■Adohen, d s schon in grösserem Haas selbständig tätig war u. perfekt im Kochen und Einwecken ist. 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Ihnen ist es leider versagt, wen» sie ins Kranlenhaus müssen, in jüdische Umgebung zu kommen, denn es gibt in ganz Deutschland kaum eine jüdische Anstalt, die. .sür die unverhältnismäßig große Zahl jüdischer Nervenkranker in Betracht käme. Bor Jahresfrist hat Schreiber dieses auf die Wichtigkeit d>r geeigneten Unterbringung solcher Krauter in diesen Spalten hingewiesen, und eine Fülle von Mitteilungen aus Kreisen betroffener unglücklicher Familien, die hierauf einliefen, zeigten deutlich, wKe verheerende das Fehlen jüdischer Hilfeleistung auf die Nervenkranken wirkte. Nun haben fick» namhafte Retter in dieser Not eingefunden, um den .unsagbar traurigen Zuständen ein Ende zn bereiten. Jetzt gilt es zu zeigen,*) daß trotz all unserer eigenen Sorgen das jüdische Herz noch vorhanden ist. *) Siehe Aufruf Seite v. Wir bitten unsere Leser, ihre» Ledars unter Bezugnahme auf unser Blatt bei unsere» Ansereute» zn decke». Rene Jüdische Presse' Für kl. streng rel. Haushalt (2 Personen) tüchtig, ordentliches Alleinmädchen bei gut. Behandlung and sehr hohem Lohn gesucht. Ucent. Stellenyermittl. d. Jüd. Frauen- ▼ereinig. E. V., Schützenstr. 14. Junger Mann, 34 Jahre alt, Geschäftsleiter eines grösseren Detailgeschäftes in Frankfurt a. M„ mit einem jetzigen Einkommen von Mk 10000, später mehr, sucht auf diesem Wege eine gebildete junge Dame aus bester Familie zwecks kennen zu lernen. Mitgift ei wünscht. Offerten erbeten unter K. 25 an die Expedition dieses Blattes. Bild erwünscht. Diskretion Ehrensache. Schadchen verbeten. Ispaelitlsoha Hairat. Für schöne junge Dame aus angeseh. Farn., 23 J., einf. und häuslich erzog., mnaikal., geschäftstüchtig, v. tief. Herzensbildung, wird pass. He’rat gea. Gntsit. Herren in dnrehans gesicherten Verhältn., auch Wwr, die nichtauf Vermögen zusehen brauchen, belieb. OCeinznreichl unter 2795 an die Exped. d. BL Vermittlung erwünscht. . 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