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Neue jüdische Presse · 1919-06-06 · Heft 22 (6.6.1919) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 22 (6.6.1919)
Date
1919-06-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 22 ' Reue Jüdische Presse.' Seile 5. die Israelit. Religionsgemeinschaft aE Körperschaft deS öffentlichen' Rechtes mit Stelrerrecht anerkannt. Die Mitglieder der bisherigen israelit: Oberkirchenbehörde wurden von der Staatsbehörde bestätigt. ' : V , Aus der „Ugndas Jisroel"Beweguug.; Die P«likVi»«V»ur. Bekanntlich hat die ick Zürich stattgesundene Weltkonferenz der südisch-orthodoxen Verbände die Gründung einer Palästinabank beschlossen. Als Hauptsitz waren London oder Newhork gedacht. Der Bankrat, dem u. a. Sa ly Guggenheim (Basel), Julius Holländer (Kopenhagen), Leo Wreschner (Frankfurt a. M.), A. Hornstein (Kiew), Nach um Rosen seid und I. Rosenbaum (Warschau) angehören, hat zwecks schneller Organisierung der Bank beschlossen) die Zentrale nach der Schweiz zu verlegen. Gleichzeitig sollen in den verschiedenen Ländern Filialen gegründet werden. Die Bank wird den Namen „Jüdische Siedlungs- und Handelsbank für Palästina" führen. Zweck der Bank ist: Unterstützung aller Unternehmungen in Palästina, die sich bestreben, Palästina im Geiste der Thora zu entwickeln. Das Aktienkapital besteht aus 100000 Inhaber-Aktien zu Fr. 100.—. Aers»le»««es. In Hamburg wurde am 1. Mai das Heim der Agudas Jisroel-Jugendgruppen feierlich eröffnet. An Stelle von Arnold M e r z b a ch, der Berlin verläßt, ist der bisherige 2. Vorsitzende der Berliner Jugendgruppen, Siegmund Stein, einstimmig in den Vorstand der Agudas-Jisroel Jugendorganisation gewählt worden. Per^omttte» «. Net«e MttteU»»se«. Leipzig. Rabbiner Dr. Neuhaus-Sstrowo hat seine Stelle als Direktor der hiesigen jüdischen höheren Töchterschule angetreten. Posen Jn'olge der Bemühungen des jüdischen VolkSrats — besonders der Herren Dr. Calvary, Dr. Galland und Dr. Kollenscher — ist hier am 1. Mai eine jüdische Volksschule eröffnet worden. Benthe« Rabbiner Dr. Kopfstein erhielt den Titel Oberrabbiner. Frankfurter Berichte. Sie Lage de« jüdische« Volkes im Osten. Mit der Tagesordnung „Die Lage des jüb. Volkes im Osten" hatten die Agudas Jisroelgruppen, veranlaßt durch die furchtbaren Pogrome im Osten, die Frankfurter Judeuheit zu einer öffentlichen Kundgebung eingeladen. Mindestens 1500 Personen waren dem Rufe gefolgt. Direktor Dr. Lange wies in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß der Beschluß des amerikanischen Senats, die Friedenskonferenz zu einem energischen Einschreiten gegen die Judenpogrome in Polen aufzufordern, die Frage nahegelegt habe, ob sich damit die heutige Versammlung nicht erübrige. Es komme aber nicht nur auf einen Protest an, sondern vor allen Dingen darauf, daß wir uns des Verbunbenseins mit unseren Brüdern im Osten bewußt werden. Wir Juden erfassen auch die furchtbaren Schickungen als von Gott gewollt, und sie fordern uns daher zur Selbsteinkehr auf. Rabbiner Dr. P. K o h n - Ansbach und Seminardirektor Dr. C a r l e b a ch - Cöln, die die Vertreter der Agudas Jisroel während des Krieges im Osten waren, sprachen sodann zum Thema deS Abends. Fünf Jahre hindurch hatten die Juden des Ostens jede Unbill des Krieges zu durchkosten, und jetzt, da der Krieg vorüber ist, eütladet sich über sie die ganze Wirkung des gestürzten Zarentums wie mit einer letzten Kraftanstrengung. Das Zarentum hätte das polnische Volk kulturell niedergehalten und war stets auf eine Entfremdung, zwischen Juden und Polen bedacht. — die Folgen zeigen sich jetzt, da das polnische Volk frei geworden ist, in den Pogromen'. Wir Juden des Westens hätten nicht die sittliche Kraft, so Furchtbares zu durchleben, wie es die Juden des Ostens durchlebt haben und weiter durchleben. Satt sein und Gott danken> ist keine Kunst, — aber hungrig sein und Gott für den Bissen Brot, wenn auch nur in der Größe einer Olive, danken, das ist Größe: Wir haben hier im Westen keine Ahnung von der furchtbaren materiellenn Not der jüdischen Massen des Ostens, aber auch keine Ahnung von dem nur von der Erfüllung des Thorawortes geleiteten Streben, wie man es dort gerade unter den Aermste» der Armen findet. Ein unverwüstlicher, stets an Gottes weise Waltung glaubender Optimismus beseelt diq Massen der Judenheit des Ostens und befähigt sie, neben Hunger und Druck auch noch Pogrome zu ertragen. Mit einem Aufruf an die Zuhörer, »ach bestem Können Geld zu spenden (siehe Inserat Seite 8 in der heutigen Nummer) und einer einstimmig angenommenen Protestresolution' betreffs der Pogrome, schloß die Versammlung. ««»träge. Jin M ä d ch e n k l u b sprach Rabbiner Dr. Braun .über die Deutung des Wochenfestes: Wenn uns Schwuos, so führte der Redner mrs, heute vor allem das Fest der Gesetzgebung bedeutet, so war es doch ursprünglich eins jener Naturfeste, wie wir sie bei allen Urvölkern finden. 7 Wochen nach dem Pesachopfer brachten die Juden im Tempel zu Jerusalem die Erstlinge des Feldes zum Opfer dar. In Scharen strömten sie herbei, jeder sein Körbchen mit Früchten tragend, und unter Saitenspiel und Gesang zogen sie in den Tempel ein. Anklänga an diese Bedeutung des Wochenfestes finden wir auch beim christlisten Pfingstfest, rein äußerlich schon im Namen: Pfingsten, d. i. Penta Costa, der 50. (Tag.) Und wenn es im neuen Testamente heißt, daß an diesem Tage der heilige Geist über die Apostel kam, so daß sic in 70 Zungen redeten, ist das nicht eine Anlehnung an den Geist, der aus der Thora zu unseren Vätern sprach, in 70 Sprachen, so daß er von allen Völkern der Erde verstanden werden konnte? Diesen Geist uns zu erhalten als heiligstes Vermächtnis der Väter, ihn stets in uns zu pflegen, täglich neu zu erwerben, damit er als lebendiges Erbe in den Besitz der Kinder und Enkel übergeht,' das ist die Forderung wahren Judentums, edelsten Menschentums. Personalien. Mit schmerzlichem Bedauern vernahmen weite Kreise die Kunde von dem Ableben der Frau Jeanette Ett, 1 i n g e r, Gattin des vor Jahren verstorbenen Philanthropen Raphael Ettlinger. Mit ihr ist eine Esches chajil dahingegangen, deren Leben selbstlos und voller Hingabe, für Edles und Schönes in jüdischem Sinne war. Wer zu ihr kam, der bewunderte die ruhige, vornehme, jeder Aeußerlichkeit abholde Art, mit der sie ihr Haus führte, und den stillen Beobachter entzückte daS sanfte, bescheidene Wesen dieser edlen Frau. Wie sie innerhalb ihres Hauses als Priesterin wirkte, so war sie wahrhaft segenspendend in ihrer Fürsorge für Hilfsbedürftige und Arme. Die Nachricht von ihrem Hinscheiden erfüllte daher die Kranke» und Siechen des Gnmpertz'schen Siechenhauses. denen sie eine langjährige treu» Freundin war, mit tiefer Trauer. Nicht minder beklagen die vielen erholungsbedürftige» Kinder, die jährlich im „Raphael und Jeanette Ettlinger- Heim" ihre Gesundheit stärken durften, den Verlust ihrer um sie mütterlich besorgten Gönnerin. Dort in der freien, herrlichen Gottesnatur offenbarte sich ihr sonst verschlossenes Innere so ganz den jungen Menschenkindern. In überströmender Güte war ihr jedes einzelne ihrer Fürsorge anvertraute Wesen ans Herz gewachsen, und liebevoll interessierte sie deren Wohlergehen, wenn sie längst diesem schönen Heime ferne waren. Nun hat sie, die so vorbildlich in unserer heutigen von Sturm umtosten Zeit ein stilles, segensreiches Lebe» führte, uns verlassen, um die ewige Ruhe zu genießen. Wir aber, die wir Zurückbleiben, wollen hoffen und wünschen, daß der Samen, den sie gesät, reiche Früchte tragen möge, damit das Lebenswerk der Verblichenen späteren Generationen erhalten bleibe. H. S. Marmhei«er Berichte. Neutraler jüd. Fugendbund. Am 22. Mai sprach Stadtrabbiner Dr. Oppenheim über „Heinrich wrätz". — Am 29. Mai fand in der August Lamey- Loge eine Besprechung der süddeutschen Delegierten der neutralen jüdischen Jugendbündr statt. ' Oftenbacber Druckluft-Anlage Offenbaoh a. Telefon 123. Unübertroffene Tepplchreinlgasg mittelst Druckluft Wscheu-Saleuder. Samstag, 7. Juni (9. Siwan). Sabbat-Anfang in Frankfurt 7 Uhr 55 - Min. (Genieinde), 7 Uhr 50 Min. (Religionsgef.). Sabbat-Ausgang in Frankfurt 9 Uhr 30 Min. (Gemeinde), 9 Uhr 30 Min. (Religionsgef.). Wochabschnitt: Nassau. — Der Rasir. Die Pflicht des Priestersegens. W o ch e n g o t t e s d i e n st e. Morgens 6% Uhr in ben meisten Synagogen. Abends 7Vü Uhr in den meisten Synagogen. B<n»Memttchrich1e». Verlobte. Sali Goldschmidt, Königswarterstr. 10 mit Paula Stern» Rodheim. — Helene Spangenthal, Elkenbachstraße 15 mit Siegfr. Würzburger/ Grünestr. 12. — Dora Kahn, Elbestr. 62 mit Richard Kaufmann. Gestorben. Jeanette Ettlinger geb. Tusczinska. — Minna Altheimer, 34 I. Auswärtige Frmilieuuachricht««. Geboren.^. Sohn, Siegfr. Raphael (Feibelmann), Mannheim. Verlobte. Martha Herbst. Karlsruhe mit Otto Aron. Mannheim. — Jenny Jessel, Weilburg mit Emrk Königsberger, Ems. Gestorben. Leiser Kaufmann. 80 I.. Cassel. — Caroline Schneider Wwe., 84 I., Mannheim. Briefkasten. L. G. 19. Siwan 1897 fiel aus Freitag 19. Juni. Bekanntvachavgw An die Borstände der Israelitische« Gemeinde«. B e t r. Ersatz für S-P eck'und Schmalz. Auf Grund der Ermächtigung des Reichsernährungsministeriums I A 4g31 wird der rituell lebenden jüdischen Bevölkerung — zunächst sür zwei Wochenmengen — als Ersatz sür ausländischen Speck und Schmalz rituelle Margarine. geliefert und zwar wird für Schmalz die gleiche Menge, für Speck vier Fünftel der zur Verteilung gelangenden Menge in ritueller Margarine ausgegeben. Der Preis ist vom Reichsernährungsministerium auf Ji. 6.— für das Pfund festgesetzt worden, damit keine Erregung über eine Bevorzugung der jüdischen Bevölkerung dadurch entstehen kann, daß sie die Sonderfettzulage billiger erhalten würde, als die übrige Bevölkerung. De: über den gewöhnlichen Preis für rituelle Margarine enU richtete Betrag wird an das Reich abgefiihrt. Bestellformulare sind seitens der Vorstände der Israelitischen Gemeinden bei der Kriegskommission anzuforder». Berlin IV. 8., den 30. Mai 1919, Friedrichstr. 167/168. Kriegskommission für rituelle Lrbeusmittet, G. m. b. H. gez. Freirich. gez. Blank. Spendenliste sowie mehrere Berichte mußten fiir nächste Nummer zurückgestellt werden. ' traft (Kindergärtnerin od. Lehrerin) für jüdisches Heim gesucht. Arbeitsnachweis der Welbl. Fürsorge, Langeatr. 30 li. Kinderfräulein für nachmittags za Gjührigem Mädchen gesucht. Frau Selma Hirsch Grössere Manol-Bätkeiei da der Besitzer im Kriege gefallen, deren Ums. nachweisbar, zn verkaufe«. Näheres bei Gehr. Gutmann, Heidelberg. Junger Monn, 30 J. alt) sacht passende Stellung als Mithilfe in ein. grösser. Pferdegeschäft. Samstag geschloss. Die Eltern des Betreff, betreiben selbst grösseres Pferdegeschäft. Einheirat nicht ansgeschloss. Off. nnt 277t an die Exp. d. Bl. erb. , Für Ferienvertretung in den 'Wohnränmen der Weibl. Für- Borge, Fischerfeldair. 18 tflohtlga relig. Damo zum 15. Juni gesucht Arbeitsnachweis der WeibL Fürsorge, Langeatr. 30 H. Strebs. Kfm., mos., 27 J. alt (Ansländer, jedoch 24 J. in Deutschland), a.d. Felde gesund zurück, wünscht die Bekainnt; Schaft junger Dame von ung. Aeossem (such Witwe) zwecks baldiger Einheirat in Mannfakturwaren- Ges chäft (auch auf kl. Ort). Damen m.. gut. Eigenschaft., entsprechend. Alters, die nicht auf Vermögen sahen, wollen bitte Offerte (ev. m. Bild, welch. ehrenwörtL sof. zur ückges.wird), vertrauensvoll an Frau Bertha Schloss, Frankfurt a. M., b6mestr.29I(, einreichen. Streng *)B3 Streng Restaurant Kahn München Damenstiftstrasse 8, I Gote bürgerliche Speisen. Für Abonnenten ermäss. Preise. Inhaberin: Witwe Kahn. Bitte auf die Adresse zn achten Kohlenherde, Gasherde, Wa*8ersehiffe, Oefen, Gasschlänche/ Waffeleisen, Emaille- und Knpferkessel, Schamotte, Separatoren. \?Hh.Kcess,suftste.3t Hermesweg 81. Kaffee Haiecker (Inh.Robert Brilhl) Kaiserstrasse 62 (nahe dem Haupthahnhof). Erstklassige Künstler konzerte Kaffee — Mokka — Tee — Schokolade Eigene Konditorei, ------------- 3XT&ttmaaota.lneii für Familie and alle Gewerbe Zell 47. Tel. Hansa 3577. Beparatnr«Werkst. für alle Fabrikate. Bepar. werd. a. 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