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Neue jüdische Presse · 1919-05-23 · Heft 20 (23.5.1919) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 20 (23.5.1919)
Date
1919-05-23
Page
Seite 5 (sequence 6)
Language
German
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Hr. 20 Oe^tiatrat Fuchs sowie der andere Redner. Dr. Ed; S trauß, befürworteten eine Zusammenarbeit mit den 'Zkonisten unter klar« WahrungdeS Bekenntnisses züm deutschen Volkstum und, aus dieser Grundlage auch eine Beschickung deS jüdischen Kongresses. Me Worte beider Referenten zeigten , daßman heute auch in den führenden Streifen, des Centralvereins schon mehr Verständnis,, für 'den ZidniSmuS hat als dar Jahren; hoffen wir, daß eine /Zusammenarbeit dieses Verständnis uochi weitcrfördert; wir glauben,-daß, alle die, die ernst um ihr ^Judentum ringen . und - eine jüdische Zukunft wollen, schließlich zu dem Postu- ,läte . des Zionismus, zum jüdischen. VölkStum, kommen /werden., - . , /." , -/ ''Ein ..Wort let. noch /im Anklang an die Referate hin- SÜSsstigt: Wir Zionisten lieben LaS Land unserer Geburt, und wir empfinden die Deutschland jetzt.angetanene Schmach in dem Tiefsten unserer Seele. Wie man Vater und Mutter liebt, so lieben wir Palästina, das Land unserer Väter, als unser Vaterland, Deutschland, das uns geboren, als unser Mutterland, — und wir trauern ob .der Not unseres Mutterlandes, und jeder von uns -wird sein Bestes gehen, damit der Not ein Ende werde. Krarttfurter Berichte. täg.fie-0mct>9eter. Der Mo n tef io re-Verein beging den Lag-de-Omer- Tag durch eine größere Feier. Ten künstlerischen Vor- -trägen und Darbietungen ging eine kurze Eröffnungsansprache deS Herrn cand. Heinrich Speyer voraus. Herr Speyer legte dar, welch ein Widerspruch zwischen der festlichen Atmosphäre eines Lag-be-Omer-TagrS und den trüben Stimmungen und schmerzlichen Empfindungen, die/heute unS alle in ihrem Bann halten,- bestehe, und ließ - feine Worte in dem Wunsche auSklingen, daßdie jüdische - Welt, die Judenheit in diesen Zeiten der Not und der - Ungewißheit von ihren inneren Streitigkeiten ablassen und /über den parteipolitischen Angelegenheiten und Kämpfen nicht die ewig bedeutsamen Aufgaben vergessen möge, die ihr gestellt seien und in deren Erfüllung ihre große Mission auf dieser Erde bestünde. Der künstlerische Teil deS Abends wurde mit der Wiedergabe von Beethovens op. >14 Rr. 4 einaeleitet. Die Herren Franz Nassauer und Dr. Robert Kahn trugen im Verein mit Frau Wiener in. klanglicher Reinheit und Abgeschliffenhcit die Beethoven- - sche Komposition .vor. Fritz Emme? suchte durch eine sehr gute Rezitation Szenen aus Jakob'S Traum, dem gefühlsinnigen, gedanllich reichen und tiesen dramatischen Werke Richard Deer-Hoffmanns wie die ewigkeitsdurchschauerte, wchverhaltene Schlußansprache dos Propheten aus Stefan Zweig „Jeremias" den Förern näherzubringen. Die Ozean-Arie aus der Oper „Oberon" von Weber sang Fräulein Gerta Strauß mit gutem stimmlichen Können. Edith von Schrenck führte Kunsttänze vor, leicht und anmutig, ausdruckreich, in graziöser Lebendigkeit. Rach dem Vortrag von einigen humorvollen, wirksamen Liedern zur Laute durch Herrn Otto Einzig, wurde die Aufführung von Goethes „Die Laune des Verliebten" (unter der Regie von Alfred Auerbach) gegeben. . Sic jwar ausgezeichnet und stand auf erstaunlicher Höhe. Don dilettantischer Unreife und Unzulänglichkeit war hier nichts ---zu. spüren: es war alles »verlebendigt, künstlerisch wiedergegebc», beherrscht, echt und natürlich, von einer Kraft und Abgerundetheit der Darstellung, der man die Regie Albrrd .Auerbachs sogleich anmerkte und die ihm wie den Mitwirkendeii: Fräulein Lilly Dahlheim und Erna Robinsoh n, Herrn Fritz Emmel und Heinz David reichen - und dankbaren Beifall eintrug. Zenlralverein tmi ftnugrefefrugr. ' Am Sonntag, den ll. ds. Mts., fand hier analog zu Versammlungen des Zentralvereins in andern süddeutschen Städten eine große öffentliche Versammlung.des Ceirffiiue Aülisch«/Presse. X<esfiiiiig-lMele9 Zeit 50 ■T1 Erstkluilgts KQnatfar-Trlo. tralvereins statt mit dem Thema „Ein jüdischer Kongreß in Deutschland". Nach einleitenden Worten des Borsitzendech. Herrn Dr. Mainzer, ergriff Herr'Dr.-Strauß das Wort, um in längeren Ausführungen gegen den Zionismus zu polemisieren. Herr Dr. Strauß lehnte die Bezeichnung „jüdisches Volk" als politischen/Begriff, ab, und protestierte namens des Begriffes Gottesvoll gegen den! Kulturzionismus. Er forderte eine deutsche Politik, die zu Gleichberechtigung der Juden als. Glieder des deutschen Volkes führe, nicht als nationaler Minderheit» analog den Polen. Die Ausführungen des Redners, die zum Teil mit der Kongreßfrage nicht im Zusammenhang standen» riefen infolge einer gewissen sachlichen Schärfe eine starke Erregung beider Teile der zahlreichvertretenen Zionisten hervor, die sich in gelegentlichen Zwischenrufen und dadurch, sich-anschließe^en Tunmlten kundtat. Die erregte Stimmung hielt müh während der darauf folgenden Rede des Vorsitzenden des Ccntralvereins, Herrn Geh.-Rat Fuchs aus Berlin, an. Herr Geh. ° Rat Fuchs begann seine Ausführungen ptit der Notwendigkeit, daß auch die Zionisten an der Bekämpfung des Antisemitismus teilnehmen müßten, trotzdem sie ihre Anerkennung nicht als deutsche Volksgenossen, sondern auf Grund ihres deutschen Staatsbürgertums verlangten. Vertreter des Zionismus, wie Klatzkin, huldigten derselben Ideologie wie die Antisemiten, daß die Juden in Deutschland ein fremdes Bolkstum barstellten. Herr Geh. - Rat Fuchs lehnte darum den Begriff eines jüdischen Volkes ab, da fast alle objektiven Merkmal« wie Sprache, Boden und Kultur fehlten. In letzter Linie sei aber das Bekenntnis zum jüdischen oder deutschen Volke vom Willen abhängig. Trotz dieser Gegensätze sähe er kein Hindernis »gegen einen jüdischen Kongreß, um die Kluft zwischen den beiden hauptsächlichen Gruppen innerhalb des deutschen Judentums zu vermindern, und die gegenseitige Verhetzung abzuschwächen. Er selbst habe sich stets um eine mittlere Linie bemüht, und habe dies durch Begründung der Viod zum Ausdruck gebracht. Ms gemeinsames Programm schlägt Herr Geh- Rat Fuchs vor: Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern und Gleichberechtigung des Judentums: Beseitigung aller Ausnahmegesetze und Grenzsperren gegen Juden, nationale Autonomie in-den neugebildeten Ländern, wenn die Juden sie fördern: Schaffung eines jüdischen Gemeinwesens in Palästina. Herr Geh.-Rat Fuchs vertrat die Ansicht, daß mag seitens des Centtalvereins für eine solche Autonomie eintteten solle, da die Juden in Polen sich als nattonale Minderheiten erhalten hätten. und nicht von den Polen aufgesogen werden sollten. Der, Kongreß sei von zionistischer Seite ursprünglich als Teil des jüdischen Weltkongresses gedacht worden, als solcher sei er jedoch zeitlich überall, sodaß nur noch das innerpolitische Programm bestände, daran müsse auch von Seiten des Centralvereins energisch mitgearbeitet werden, um 'die Gefahren zu bekämpfen, die sich als Konseauenz aus der Trennung von Staat und Kirche ergäben. Es sei ferner Notwendig, daß der Centtälverein auch seinerseits sichan der Palästinaarbeit, beteilige, da das Gedeihen der Siedlung in Palästina auch den Mitgliedern des Ccntralvereins am Herzen läge. Aus dieser Mitarbeit der Centralvercinsmitglieder an Palästina wie aus der Mitarbeit der Zionisten an der Bekämpfung des Antisemitismus ergäbe sich ein gewisses Solidaritätstzefühl. Um den Kongreß, zu organisieren, sei ein Borkongreß der Organisationen notwendig, >nn den Aufbau und die Tagesjehwinn & Jfrartk / / ... /'/>, z.. 5. vÄmürg zu entwerfen. Geh.-Rat, FuchS schloß, ..wä/tec Ueberzeugung, daß der innere Friede der deutschen Lstlben erhalten werde, und daß, soweit ein Stampf stattsstnde, er die Versöhnung zwischen' Diaspora, Deutschtum und Judentum bringen werde, sofern er im Lichte der Wahrheit und Gerechtigkeit geführt werde. In der darauf folgenden Diskussion sprach von zionistischer Seite Herr Goldmann. Er betonte feine Freude über die von Herrn Geh:-Rat Fuchs «rllärte Bereitwilligkeit am Kongreß mitzuarbeiten und gab im wesentlichen seine Zustimmung zum Programm des.Herrn Geß- Rat Fuchs. Herr Göldmann,! wandte.sich dann gegen die allgemeinen politische«. Ausführungen sowohl. von- Herrn Geh.-Rat Fuchs, wie ganz besonders von Deren Dr. -Strauß, der ein Mißverständliches Mld vom ^Zionismus entworfen habe. Der Zionismus wolle nicht, wie Herr Herr Dr. Sttauß ihm unterstelle» dis Juden zu einem Bojk wie die andern Völker machen, da der offiziell« Zionismus überhaupt keine bestimmte Ideologie habe, da z. B. Blumenfeld und Klatzkrn ganz wesentlich von einander abwichen. Der Zionismus habe als einzige Basis den Willen, Palästina für die Juden zu erreichen und zugleich nationale Gleichberechttgung. Herr Gokdmann betonte, daß die Zionisten durchaus an der sittlichen Grundaufgabe des Judentums festhielten, und als einzige Form eine irdische Verwirklichung dieser Forderungen, das eigene jüdische Gemeinwesen sehe. Nicht um politischer Selbständigkeit willen, deren Gefahren der Redner ebenso wenig verkenne, wie Herr Geh.-Rat Fuchs, müßten wir Zion verlangen und dürsten uns, da es sich! um Verwirklichung einer .sittlichen Pflicht handele, nicht durch irgendwelche Gefahren davon abschrecken lassen. »nula» Jlr^el-JuaeuSgrupve Me im Lehrplane angekündigten Sidravorträge finde« jeweils am Sabbat 10 Uhr vormittags statt. Kommenden Sabbat spricht Herr Rabinowicz. Mittwoch, den 28. Mai, abends 7(4 Uhr, findet der 2. Borttag von Rechtsanwalt/Dr. Breuer über .Die Trennung von Kirche. und Staat in ihren Beziehungen zu den jüdischen Gemeinden" statt. Ve entsetzliche L«e des jüdischen B-lkeS tat Cfte*. Wie bereits im Jnseraten-Teil der letzte» Rümmer mitgeteilt, beruft die AgudaS Jisroel-Ortsgruppe Frankfurt gemeinrschaftlich mit der hiesigen AgudaS Jtsroeb- Jugendgruppe eine öffentliche Versammlung nrit der Tagesordnung „Die entsetzliche Lage des jüdischen BolkeS im Osten" ein, Tie Versammlung, die . zu einer flammenden Protestkundgebung der Frankfurter Inden gegen die von den Polen in Szene gesetzten Judenpogrome werden sott, findet am l. Juni, 7(4 Uhr, abends, im großen Saale des Kaufmännischen Vereins, Eschenheimer Anlage 33—41 statt. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn wird u. a. sprechen- Jüdischer Turnverein. Es veranstaltet obiger Verein am 29. Mai ein öffentliches Schauturnen- Wir verweisen aus die Anzeige in unseren Blatte. j Srnuttnrter Beranstaltnnseu- Die AgudaS Jisroel-Jugendgruppe beabsichtigt. Anregungen auS ihrem Mitgliederkreise folgend» Turnkurs^für - Damen und Herren unter fachmännischer Leitung einzurichten, falls genügend Beteiligung hierfür vorhanden ist. Interessenten wollen sich bis z»mr 10. Juni 1. I. schriftlich bei Herrn Theodor Klein, Sandweg 46 H. anmelden. Verein Mekvr Chajim. Samstag mittag 4Uhr: Mitt» (Julius Lewin). — Samstag abend eine Stunde vor Nacht: Midrasch (Rektor Falk). — Sonntag, 25. Mai- Jahrzeits-Stiftun^-Lernen (Dr. Israel Roos - Stiftung). „Und was werdet ihr mit dem Gelbe ansangen?" fragte sie. ,^>eut' ist Cholhamoed," antworten die Schreier im /Dreillang und rennen mit. ihrer Beute davon. Dort an der alten Synagogenmauer, wo die drei Nuß- - bäume stehen, die dem Schuldiener so gute Nüsse aufs : ganze Jahr geben,, ist ein Haufe spielender Knaben beisammen. Sie üben sich im »Kopf und Adler". Eine Münze; nämlichwird an die Wand geworfen; und da muß. -man -.entweder aus den „Kops" de-s Kaisers oder sein Wappen, den „Adler", gewettet haben, um, wie eines von beiden .. .fällt, zu gewinnen oder zu verlieren. Dem rothaarigen Bur- , .schien mit dem sommerfleckigen Gesicht lacht eine häßliche ,,Freude aus Len Augen: er trägt das Geld seiner meisten / Spielkameraden in der Tasche. Einein andern mit sanften lieben Zügen rinnen helle Tränen über die Wange. Er .hat alles verloren, was ihm. die Mutter zum Cholhamoed gegeben. . . _ Die Szene ändert sich mit einem -Male. Am Anfang der Gasse zeigt sich eine Kutsche, auf dem Bocke sitzt ein rotgejackter- Postillion, der die Peitsche lustig knallen läßt. - Einen Augenblick darauf sieht man einen jungen. Mann -heraussteigen, der kommt gerade auf das Ghetto los. Bei seinem Anblick geht ein Zischeln stiller Verwunderung durch die Gewölbe, durch die geputzten Hausfrauen. Neugierige Mädchenköpfe erscheinen an den Fenstern; selbst die Knaben rasten für einen Augenblick. Der junge Mann, wie . ein „Prinz" gelleidet, blitzende Ringe an allen zehn Fingern, die einen magischen Glanz um sich werfen, um den HalS eine vocnehm atlassene Krawatte geschlungen, ist-vor einem - ■ Gewölbe stehengeblieben und hat sich dort nach der Wöh- »..' nuntz des .Herrn" Schmul Brandeis erkundigt. /■;:.:/ - SSei'-'btcfer Frage sieht man plötzlich ans dem Rubel -?der Knaben einen "herausstürzen, der gleichsam mit verhängten. Zügeln mxf daS HauS LeS-.Herrn" Schmul Brandeis boSrennt. Dxr Glückliche! Er wird der erste sein, der dort die Nachricht von der Ankunft der Stutsche verbreiten wird. Das schönste „Beckenbrot"- wartet dann seiner!. „Dort wird's heut' einschlagen," meinte die Mutter jener drei Schreier zu einer Nachbarin; „ich Hab' den Schadchen das ganze Jahr da hinauslaufen sehen." „Es war' auch an der Zeit," eutgegnete die andere darauf mit spöttischem Lächeln, „mit ihren zehntausend Gulden llaubt sie sich schon lang' genug herum. Die schönsten Partien sind ihr schon geredt worden: vielleicht bleibt sie doch/ einmal hängen." „Kriegt sie denn wirklich, zehntausend Gulden?" „Bare zehntausend Gulden und eine Ausstattung, - eine IPrinzcssin kann sic nicht schöner haben." . Die beiden Frauen hatten es getroffen; der junge Mann in der atlassenen Krawatte »int den blitzenden Ringen war wirllich zu der Tochter von Schmul Drandeis aus die „Beschau" gekommen. Das alles aber, der junge Mann und die Tochter des reichen Hausherrn und ihre zehntausend Gulden und die .Beschau" wird jetzt über einen andern Anblick vergessen. Aus dem Hause des Rabbiners kommt jetzt eine Schar Bräute und Bräutigame .heraus/ Die gehen jetzt einen . schweren Gang, — sie müssen nämlich aufs „Kreisamt" wo sie «1x3 dem ,^8ne Zion"*) werden geprüft werden. Diese Furcht ist besonders einigen unter ihnen, stämmigen , Gestalten, . die man an der bäuerischen Aussprache Des Jargons als „Dorfmaden" und „Landuwtzen" erkennt, nicht zu verargen. Sie treten vielleicht znm ersten Male aus dem stillen -Bereich ihrer Heimat und sollen nun in Gegenwart *) Nach ^den damals bestehenden Gesetzen — »vir schrieben das Jahr 1847 — mußte jede Braut und jeder Bräutigam des Ghettos, bevor sie'an das „Einkommen" um die Heiratsbewilligung denken dursten, zuvor auS dem religiös moralischen Lehrbuch ,Mne Zion" in Gegenwart des Areis- . Hauptmanns und des Kreisrabbiners geprüft werden. des Kreishauptmanns Rechenschaft ablegen, was sie von der Religion ihrer Väter wissen oder nicht wissen. Bei andern ist der Blick wieder stolzer und sicherer. Denen ist die Prüfung nichts, sie haben das „Bue Zion" im Heute» Finger; sie lochen aixch die furchtsamen „Dorfmaden" aus- Mt denen hat sich auch der Hauslehrer nicht durch ein halbes Jahr geplagt, ehe ihnen die „Moral" in den Kops ging. Sie werden a»rch hochdeutsch antworten, und schon im voraus freuen sie sich auf die verkehrten Antworten -.so einer „Dorfmad" oder eines „Laudmotz", — die glücklichen, eingeschulren hochdeutschen Mädchen und Jünglinge des Ghettos! l Durch alle diese Austtirte und gleichsam wandelnden Bilder »rar das lächelnde Cholhamoedgesichr Jaikew LedererS durchgeschritten. Er hatte sich nttgends anfgehalte», keinen Augenblick war das Jontefliedel auf seinen Lippyi verstummt; wie ein Grundton zog es sich durch die" verschieden tlingenden und tosenden Laute des Ghettos. Nur als er an den zur Prüfung gehenden Bräuten und Bräutigamen oorüberkam. war er still geworden; er sah ihnen lange nach, bis sie um die Ecke des .Kriminals" verschwunden, waren. Jetzt ivar er in die Nähe der spielenden Knaben an der Synagogenmauer gekommen; es war gerade einhefttger Stteit unter ihnen ausgebrochen. . - Der Rothaarige nämlich, der mit dein sommersleckigen Gesicht, hatte falsch gespielt. Als er sah» daß sich die kugelnde Münze nicht zu seinem Bortell erwies, hatte er ihr^ durch eine schnelle Bewegung des Fußes eine ihm günstige- Wendung gegeben. Die anderen schrien Verrat und Betrug. Namentlich der Knabe mit den sanften lieben Zügen char darüber unttöstlich; denn er stand gerade mit dem-Rot», haarigen in der Wette. Der woltte sich aber -nicht f» ruhig ergeben» er behautete seinen-Betrug. Wich feurige Stteiter für Recht und Wahrheit stürzten die andervLxluf ihn los, und bald war der Rote eingekellt zwischen den Fänsten der jugexcklichea Rächer. (Fortsetzung folgt.)

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