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Neue jüdische Presse · 1919-05-16 · Heft 19 (16.5.1919) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 19 (16.5.1919)
Date
1919-05-16
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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otx. 19. Seite 4 Neue Jüdische Presse. Ooki!ävi'ML!sreiu.Wvi88dinlIvpLi'dk>1sn Philipp Trauner Textorstrasse 68. Telephon Römer 5778. Persouatte» u. Uehte Mitteikuuge». SetUu. Die „Freie Jüd. BolkLho chschule" Büro: Bellc-WKance-Platz 3, zählte in dem ersten Vierteljahr 1300 Hörer. Die Li.ppmann-Tauß-Synagvge wählte Dr. Singermann zum Rabbiner. Berlin. W e der „Vorwärts" schreibt, hängen am Hauptportal der früheren königlichen Bibliothek Plakate, deren eines einen Werbeaufruf für eine angebliche greiwilligenformation darstellt. In diesem Plakate befin- :n sich! wörtlich folgende Sätze: Offiziere und Mannschaften, deutsch-germanischer Abstammung» die Wert darauf legen, bei Truppen einzutreten, bei denen weder Juden noch Hnlbjuden noch Judengenossen Aufnahme finden können, können sich in unserem Werbebüro einschreiben lassen. > Berlin. Der zum Dolmetscher der deutschen Friedensdelegation ernannte Justizrat Dr. Schauer, ein bekannter Zionist und Freund des früheren Präsidenten der zionistischen Bewegung David Wolffsohn, befindet sichbereits in Versailles. Dr. Schauer war zunächst Rtthtsanwalt in Mainz, dann Justiziar der Deutschen Botschaft in Paris und zuletzt, während . des Krieges, Chef der deutsch«^ Justizverwaltung beim Generalgouvernement in Brüssel. — Den letzten spartakistischx» Unruhen ist der Schüler der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt Jean Leidinger zum Opfer gefallen. Der hochbegabte junge Mann, der erst vor kuzer Zeit aus dem Felde znrückgekehrt war und Samariterdienste leistete, war gerade auf dem Wegs zum Unterricht begriffen, als am Hackeschen Markt infolge der Schießereien Verwundete niederfielen. Er erbot sich freiwillig, die Verwundeten zu verbinden. Während seines Samariterdienstes traf in .selbst ein Geschoß ins Bein. Rach wöchenlangem Siechtum ist er nun seinem Leiden erlegen. — Prof. Dr. Ernst Levy ist als Extraordinarius fstr römisches Recht an die Frankfurter Universität bc- rufen worden. Haiustaöt t Baden). Hier wurde eine Frau zu Grabe getragen, deren Namen weit und breit bekannt war. Frau HermL-nu Lißberger ist im 80. Lebensjahre .ihrem vor 4 Monaten verstorbenen Gatten gefolgt. Sie war eine Esches chajil im besten Sinne des Wortes. Tiefste Frömmigkeit, Zedokoh und Gemilus chesed zeichneten sie aiisi Ihr Haus stand den Armen und Bedrückten offen, ihre größte und aufrichtigste Freude war es, Talmide-Chachomütt zu bewirten und zu unterstützen. Ueberaus groß — auch von nichtjüdischer Seite — vürr die Betelligung an der Beerdigung.. Lehrer Simon Schereschewski und Rabb. Dr. Löwen stein - Mosbach hielten Nachrufe. Offenbach a. M Am 20. Mai feiert Rabbiner Dr. Goldschmidt seinen 70. Geburtstag: Die Gemeinde Ästet sich, den Tag sestüch zu begehen. HeiSelberg Eine „Arbeitsgemeinschaft der jud. Inge nd " ist hier gebildet worden. Zweck: durch Vertiefung des Wissens vom Judentum die Jugend zu 'ausrich-ten, ehrbewußtcn Juden heranzuziehen, ausgehend von dem Gedanken der Abwehr des Antisemitismus das Verständnis für die Bedeutung des Judentums zu wecken und zu fördern. Vorstand: Alfons Schönemann, Assessor Hugo Marx, Frieda Marx, Fritz Klestadt und Kurt Gold scheid er. Breslau. Geh. Sanitäts.r.at Dr. Carl Reich, Vorsitzender der Repräsentantenversammlung der Jsr. Gemeinde, beging den 70. G e b u r t s ta g.' Köln. Emil Blnmenau wurde zum Bosttzenden, Sal. Linz zum stellv. Vorsitzenden der Jsr. Gemeinde gewählt. Köthen. Dr Walter Roth, Chefieüakteur der Chemiker-Ztg., wurde von der anhaltinischen Regierung an die hiesige Gewerbe- und ' Handelshochschule berufen. Altona Dberkantor Nathanson beging seinen , 70. Geburtstag. Budapest. Die Räteregierung hat das zionistische Organ „Zsido Szemle" eingestellt, da sie es nicht als politisches, sondern, als konfessionelles Blatt betrachtet. Konftantinopet. Albert Antebi, der langjährige Vertreter der Alliance und der Jca in Jerusalem,, eine der markantesten Persönlichkeiten der Fudenheit Palästinas, ist hier, wohin ihn Djemal Pascha verbannt hatte, verschieden und hat sein geliebtes Palästina nicht wieder gesehen. - Er hatte ein warmes jüdisches Herz und half, wo er Helsen konnte. Auch förderte er mit ganzer Kraft die jüdische Koüvnisation. Rabbiner Narhau Bamberger s. A. Dem Tode unseres großen Lehrers Mose gleich, verschied ohne Kampf und Schmerz der -ehrwürdige Rabbiner Nathan Bamberger-Würzburg. MS Sohn und Amtsnachfolger des großen »Würzburger Raw", Sesigmann Bär Bamberger s. A., bildeten Thorafiuddir.'., Gotwsdicnst und Werke der Menschenliebe den Inhalt seines Lebens. Vornehm in seinem Wesen, gütig in seinem Worte, friedliebend in seinem Charakter, »war er das Vorbild eines „Raw", wie wir ihn aus alter Zeit kannte» und pMdern hörten. Auf „deü Knien der Thora", zu-Füßen seines Vaters erzogen, wirkte er über 40 Jahre im Geiste seines Vaters in Würzburg, dessen jüdische Gemeinde mit Stolz von dem selbstlosen,' bescheidenen, nur im Dienste der Allgemeinheit stehenden Führer sprach. Gründliche Kenntnis aller jüdischen' Werke, peinliche Beobachtung aller religiösen Vorschriften, tiefe Gottesfurcht, unermüdliche Freude im Dienste der Wohltätigkeit vereinten }idj mit einem Reize seiner liebenswürdigen Persönlichkeit, die zum Ideale, seines großen Bekanntenkreises wurde. Wcr könnte die Art und Weise schildern, »vie Rabbiner Nathan Bamberger s. A. für sein Licblingskind, das Israel. Lehrerseminar in Würzburg, dein er vier Jahrzehnte hindurch' nichr imr ohne irgend eine Vergütung Vorstand, sondern noch überdies aus seinen bescheidenen Mitteln beisteuerte, für die Armen des heiligen Landes, für die Armen aller Konfessionen unermüdlich sorgte! Mit Recht erinnerte der Bürgermeister der Stadt. Würzburg an die vielen - Verdienste des Dahingeschiedenen als Mitglied des ArmcnratS, an seine eifrige Mitarbeit an der geistigen und sittlichen Entwickelung der Stadt. Hand in Hand mit seiner reinen Gottesfurcht ging seine Menschenliebe, die ihn den Glauben an die Menschheit nie verlieren ließ; aus der Menschenliebe entsprang seine Toleranz, die den irrenden Bruder tvohl anfllärte und - belehrte, nie aber von sich stieß; streng gegen sich selbst, peinlich' gewissenhaft in der Erfiillung jedes göttlichen Gebots, suchte er mit Liebe und Güte „die Menschen der Thora zu ' nähern", — ans jüdische Herz pochte er nie vergebens! r ■ Mit rührender Liebe hütete er die Gepflogenheitrill seines großen Vaters, dessen Andenken er wach hielt, indem er sein Leben lebte; das schlichte Rabbinerhaus in Würzburg 1>lic& der Sammelpunkt einer großen Zahl der Thorajünger, der Mittelpunkt reichster Wohltätigkeit. Me Amtsstube des 'Dahingeschiiedcnen blieb die geistige Zentrale, »vie sie sein großer Vater geschaffen hatte. Tiefes Weh ergriff unser Herz, als »vir in der Vorwoche von dieser „Amtsstube" aus den großen Rabbi s. A. zi»r letzten Ruhe begleiteten. Neben der großen Anzahl der Verwandten und Gemcindemitglicdcr, umstanden der Bischof, der Regierungspräsident, der Nniversitätsrektor, die Stadtverwaltung usw. den „Oraun". In ttefeinpfundenen Worten würdigte Dr. T a ch a u e r den Lehrer und Meister, Rabb. Dr. Weinberg -Neumarkt Yen. Schwiegervater und Lehrer Anfänger den Direktor'des Lehrerseminars. Auf dem alten'Israel. Friedhofe in Höchberg sprachen sodann Rabb. Dr. W o h 1-- gemuth-Kitzingcn und der Vorsteher der Israel. Gemeinde für die Gemeinde Würzburg, Rabb. Dr. Schweizer-Horb als Schwiegersohn, Rabb. Dr. Bamberger- Hanau und Naphtali Fromm -Frankfurt als Verwandte, Rabb. Dr. Klein-Nürnberg für den Bahr. Rabbiner-Verband, Lehrer S t oll für das Lehrerseminar und Lehrer M a n d e 1 b a u m für den Bayr. Lehrerverbanb. Misraclii-Spenden erbeten anf Postscheck - Konto Emil Bfihler 18,503 Frankfurt am Kain. Frankfurter Berichte. Monlefiore-Verein Begünstigt von schönstem Wetter unternahm die Wandergruppe des Möntefiore ihre erste Wanderung nach Buchirainwciher—Grafenbruch. Die außerordentlich hohe Anzahl der Teilnehmer — es mögen ungefähr 80 gewesen fein — bewies, daß die frühere Tätigkeit der Wandergruppe bei vielen Mitgliedern des Vereins noch in bester Erinnerung steht. Nach! einer einstündigen Rast im Gasthaus Grafenbruchdie durch gemütliche Plauderei und photographische Aufnahmen ansgesilllt wurde, wurde der Heimweg bei bester Stimmung angetreten. Nächste» Sonntag veranstaltet der Montefiore in der Loge zur Einigkeit, Kaiserstr .37, eine Lag-be-Omerteier in künstlerischem Rahmen. Mn Einakter („Di« atme der Versiebten" von Goethe) und musikalisch-desiamatorische Beiträge erster Kräfte füllen das Programm aus. Eintrittskarten zu JL 3,60 abends zwischen 6—9 Uhr im Vereinslokal. Verein „ESras JiSroel" Der jüngst gegründete Verein, der die Förderung der Interessen der hiesigen Ostjuden tvahrnehmen und die Bedürftigen unter ihnen unterstützen will, tvählte Max Ncbenzahl zum Vorsitzenden und CH. L. Werth-ejmer zum stellvertretenden Vorsitzenden sowie 1b weitere Vorstandsmitglieder. Ruth-Vorträge. Ab Sonntag, den 18. Mai, spricht allabendlich % Stunde vor nacht in der Agudas Jisrocl-Jugendgruppe Zahnarzt E h r m a n n über Alegillath Ruth. Ausschuß der Israelitischen Gemeinde. Der Ausschuß der Jsr. Gemeinde setzte den Steuersatz auf 8°/,o bei Einkommen bis 6000 Jt. und auf 1% auf höhere Einkommen fest. Der Ausschuß beschloß den Vorstand zu ersuchen, die Aufstellung von Wählerlisten anf Grund der Be- Vogelweidstraeee 12. — Tel. : RBmer 4970. in aitbewSbrter 6 fite. Kaffee Kuhland Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige Kaiserstrasse 56 Untorbaltuigsmnslk "7 schlüsse der Berfassungskommission schnellstens zu veranlassen. y. ' Sentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens- ' Da der nächstwöchcntlichc Leitartikel unserer Zeitung sich mit der in der Versammlung des Centralvcreins behandelten Kongreßfrage ausführlich beschäftigt, so bringen wir den Bericht über die Versammlung gleichfalls in der nächsten Nummer. Frankfurter Veranstaltungen. - Verein Mekor Chajim, SamstaÄ, 4 Uhr:Mikrv (Fritz Hamburger), abends 8',« Uhr, i Hörsaal: Midrasch (Schachnowitz); Donnerstag: Jahrzeits^tift.-Lernen. — Ostjüd. Jugendverein, Samstag, 4Uhr, Kmssm. Verein: Leben u. Treiben in der Franks. Judengasse (Posen). — Verein Montefiore, Sonntag) 4 Uhr, Käiserstraße 37: Lag-be-Omer-Feier. — Organisation Jüd. Hansa ngestellter, Sonntag, 4 Uhr, Langestr. 30: Versammlung. — Israel. Waisenhaus, Röderb e r g w e g, Sonntag, 6>/- Uhr nachin.: Jahrzeits-Schiur für den sei. Verwalter Sondheimer. . Montefiore-Verein, Samstag, den 17. Mai, gemütl. Zusammensein 43/i Uhr; Ansprache Herr Rabbiner Horowitz;- Sonntag, 18. Mai, nachuü 4 Uhr: Lag-Beomer- £ier, Loge Mnigkcit, Kaiserstr. 37; Mittwoch. 21. Mai: ster Diskussronsabend, Leiter Herr Speier, abds. 8 Uhr. Mittwoch; 8 Uhr: Judentum und Christentum (Jakob Herzbcrg). Manuheimer Berichte. Wege und Ziele des Centralverei ns. Syndikus Dr. Holländer und Geheimrat Dr. F u ch s - Dersin sprachen in einer Bersanrmkung, die der Mitgsiederwcrbung fiir den Centralverein dienen sollte. Dr. Holländer wandte 'sich vornehmlich gegen den Antisemitismus, zu dessen Bekämpfung ein« gckoße und starke Organisation notwendig sei. Dr: Fuchs setzte sich mit dem Zionismus auseinander, der ihn: die kräftigste Bewegung im deutschen Jndenttim zu sein scheint, lehnte das Bekenntnis, zum. jüdischen Bolksttlm ab, kam ober zu dem Schluß, daß eine Verständigung zu gemeinsamer Arbeit und die Einberufung eines jüdischen Kongresses in Deutschland notwendig seien. In der Diskussion betonte Rechtsantvalt MaxKaufmann, daß man den neuttalen Jugendbund nicht übergehen dürfe. Er wies darauf hin, daß Anerkenming des jüdischen Volkstums garnicht mit den Staatsbürgerrechten, in Widerspruch! steht. Dr. M oses hertrat Pen zionistischen . Standpunkt. - I Offenbarer Druckluft-Anlage I Offenbaeh a. H. Telefon 123. I Unfibertroffene Teppichrelnigang mittelst Druckluft. | Woche»-Aale«der. Samstag, 17. Mai (17. Jjar). Sabbat-Anfang in Frankfurt 7% Uhr. Sabbat-Ansgang in Frankfurst 9 Uhr, in Berlin 8 Uhr 50 Min. Wochenabschnitt: Behar. — Schniitto- und Jowel- Jahr. . - Diner - Tabelle. . . .Tomstag, 17. Mai, abends: 33. Omer. Mittwoch, 21. „ „ 37. „ Fra»ksttrter FamUie««achrichte». Geboren. E. Tochter, Perez Mosbacher (Trainer), Kl. Psingstwcidstt. 9; Dr. Felix Ochs (Cohn), Böhmerstraße 23. Barmizwos. Arthur Levy, Taimenstr. 8, Synagoge.. Königsteinerstr. — Max Wallach, Sandweg 108, Synagoge: Börneplatz. — Jonas Halberstadt, Schützenstr. 8, Synagoge Friedb. Anlage. Verlobte. Erna Jwiensky, Fellnerstr. 6 mit Julius' Mainz, Hamburg. — Julian Eichenberg, Hanauerlandstr. 307 mit Toni Wartensleben, Darmstadt. Gestorben. Darüd Schwärzschild, Seniorches des Seidenhauses Schwarzschild-Ochs, 81 I. — Adele Selig- , mann, 63 I., Sternstr. 14. — Paulinc Geiger geb. Auerbach. Auswärtige Fawilieuuachrichreu- Verlobte. Lina Frankfurter, Heusenstamm mit Moritz Katz, Bürgel. — Recha Löwenthal, Hösbach mit David Weichsel, Rimbach. — Gerte! Sommerfeld mit Max. Michel, Darmstadt. — Jenny Maier mit 91. Mannheimer, Mannheim. —" Luise Mager, Mannheim mit- Arthur FisA^ Heidelberg. Gestorben. Dorothea Katz geb. Schlesinger, Wwe.» 75 I., SMerstein. — Gerson Jacob,.74 I., Kirchhain. 7b Lea Wertheim geb. Rosenbaum, 77 I., Fulda. — Ann<r Gutmann geb. Meuhäuser, 58 I., Fürth. -

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