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Neue jüdische Presse · 1919-04-25 · Heft 16 (25.4.1919) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
17 (1919)
Issue
Heft 16 (25.4.1919)
Date
1919-04-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 16. Neue Jüdische WeK.v Leite 5. Schildermaler Philipp Trauner Textorstrasae «8, Telephon Römer 5778. und Cogalniceanu, ihr Anliegen vorgebracht hatten. BeavonSfield sagte ihnen, die meinten, Dankespslicht müsse Rußland hindern, dem Bundesgenossen Beßarabien zu nehmen: „In der Politik mutz jeder durauf gefaßt sein, für wertvollen Dienst mit Undank bezahlt zu werden." Er schwieg, als Gortschakow die „jüdische Landplage" von den gebildeten Israeliten schied, die, wie der Blick auf London Und andere Hauptstädte lehre, höchst schätzbare Leute sein können. Sprach! kein Wort gegen die Türkenherrschast über Palästina und die Heiligen Stätten; ließ dem Marquis vf Salisbury die Sorge, ein paar Worte für die Armenier einzuflicken; schlief, währet» die Griechen ihre Wünsche ausdrückten (denn er, der jür Byron geschwärmt hat, sähe zwar gern ein größeres Hellas, will aber die lieben Türken -nicht zur Rückgabe Kretas zwingen). Die Palästine der Osmanen und der Habsburger hat er auf leise schon bebender Erde gestützt; nicht einem der jungen oder auferstandenen Völker den Pfad in den Wirkensbereich der Menschheit gebreitet; und die Russen genötigt, den schwanken Reichskörper wieder nach Asien zu wenden. „Du hast Dich, Benjamin, von dem Geist gelöst, von dessen .Gnade Du wurdest." Literarische Rundschau. Probleme des moderne« Judentums. Verfasser: Dr. Klatzkin. Jüü. Verlag, Berlin. Dr. Klatzkins soeben erschienenes Buch ist ein Versuch, die Zukunft unseres Volkes vorauszubestimmen. Dabei schireckt der Verfasser nicht zurück, seine Meinung in einer Weise zu äußern und klarzulegen, die selbst die äußersten Konsequenzen der zukünftigen Entwicklung unseres Volkes zieht. Biele mögen mit den: Verfasser nicht einig gehen, aber.Klatzkin liebt die Extreme, und er meint es gut mit seinem Volke. "Für ihn gibt cs' nur eine Wahl: entweder Jude .sein, voll und ganz oder es nicht sein. Das ist der, Hauptgedanke des Buches. Die Diaspora der Huden wird' Und mutz dadurch verschwinden. Rur in Palästina können -wir existieren und leben, dort kann sich der Jude ausleben, in der Fremde löst sich langsam aber sicher auf,. was -jüdisch ist. Hervorragend erscheint uns, was dex Autor in seiner gelehrten Art über die Einwirkung des religiösen! Lebens 'aus das Diaspora-Judentum sagt, indem er den Geist dieses religiös-nationalen Innenlebens bis in die kleinsten Details kennzeichnet. Das moderne Judentum aber 'muß, der Assimilation entgegen gehen. Alle äußeren Mittel bieten keinen Schutz gegen die langsame Auslösung des, Judentumes, weil die erhaltende alte Gesetzesverfassung zu wanken begonnen hat. Sie war allein imstande, auch außerhalb Palästinas die nationale Autonomie zu erhalten. Der so oft angegriffene Rabbinismus war Erhalter und Fortbildner des Judentumes. Mit der Lockerung der religiösen Bande ist auch unser Halt in der Diaspora verloren gegangen. Wenn die Assimilation noch nicht so stark werden konnte, so lag dies auch an dem Widerstand der Wirtschaftsvölker, die uns haßten und uns abstießen. ' Groß ist. die Zahl der Juden, die sich infolge des Antisemitismus nicht assimiliert haben. Auch unsere intellektuelle und sittliche Ueberlegenheit gegenüber dem Kulturniveau des uns umgebenden Wirtsvolkes war ein Hindernis für unsere Assimilierung. In dem III. Kapitel seines Werkes behandelt Dr. Klatzkin Palästina als nationales Zentrum und vertritt die Anschauung, daß entgegen der Meinung Achad Haams niemals Palästina das Zentrum der Judenheit sein könne, von wo aus Licht und Wärme nach der. Diaspora fließe und die Zerstreuten anregen und beleben kann. Im Gegenteil: Die Schaffung eines nationalen Zentrums in Palästina bedeutet bas Todesurteil für das Judentum in den Galuthländern. Aus dieser Behauptung folgen nun folgende Konsequenzen: Wir müssen. durchaus jüdisch-national bleiben und im Galuth uns als Fremde, betrachten. Fest muß in uns der Wille leben, nach Palästina auszuwandern, wo wir uns allein national ausleben können. Die ganze sog'. Renaissance des Judentnmes erscheint dem Verfasser dieses Buches für sehr unbedeutend, da das Bolksernpfinben viel zu schwach geworden ist gegenüber demjenigen des früheren Ghettolebens. Auch fehlt das tüchtige geistige Schaffen, das jüdische Denken und Dichten, die zu sehr von den Einflüssen der Außenwelt abhängig sind. Die Nationale Gedächtniskontinuität hat einen- Bruch er- , halten, der in der Diaspora nicht mehr zu flicken ist. Mit der Zerstörung der jüdischen Religionsverfassung be- . gann bei.uns die Zeitrechnung der inneren Zerstreuung und damit auch die innere Auflösung beS Judentumes. Lohnt es sich dieses Zwischending zu erhalten? Nur allein' für 'die Palästinazukunft hat es Wert,- Schühdämme auf- . zustellen, um die vollständige Auflösung zu verhindern. "Religion und Sprache allein genügen nicht, um den Bestand im Galuth zu sichern. Dieses verlangt ein starkes kampf« -lustiges Geschlecht, das keinerlei Konzessionen gegeiniber wer Umwelt macht. Das Judentum kann nur durch die zionistischen Bestrebungen Und Forderungen erhalten werden. -Man mutz nur als Jude leben. Diese Hauptzüge aus dem vorzüglichen Werke Dr. Klatzkifis beweisen jehem Leser, datz die darin behandelten Probleme die wichtigsten sind, die uns in der Gegenwart .beschäftigen müssen. Unsere Zukunft hängt davon ab. Wir 7-iWpfeM«-. deSMb.«lndringlW jedem Juden, dieses inter- -/essanw Büch selbst zu studieren und daraus die Schlüsse zu ziehen, die für chte Erhaltung- und Stärkung unseres Volkenotwendig beworben sind. Dr.D>«vid Vtrchuß, /- „Zur Lösung des Palästina-ProblKMs". Vorschläge für die Friedenskonferenz und den Völkerbund von Dr. Alfred Rosstg. R. Löwit Verlag, Wien 1919. 27 ©.- 1 — Nur eine geringe Zeitspanne trennt uns von dem Moment, da die Entscheidungen der Friedenskonferenz über Palästinas künftiges Schicksal fallen werden, über die politische Stellung, die es eignehmen und die Form, in der es uns gegeben werden soll. Für das jüdische Volk gilt es nun, sich üher seine Forderungen und Pläne völlig klar zu werden und ein Programm für die Friedenskonferenz auszustellen, das seine Ansprüche und Wünsche in schärfster Formulierung enthält. Dr. A. Nossig hat diese Tatsachen im Auge,- wenn er in einer soebenerschienenen Broschüre es unternimmt, alle Momente, die ihm für die erstrebenHverte Lösung des Palästina-Problems von Wichtigkeit scheinen, darzulegen und zu Vorschlägen zu verdichten; zu zeigen, was nottut, was zu wollen und zu fordern ist, und warum eS so zu fordern ist. Das Warum, — es ist allerdings vielfach zu kurz genommen und auf die Begründung, die, gerade hier von ausschlaggebender Bedeutung ist, zu wenig Gewicht gelegt worden. Man wird überhaupt im Nossigschen Werke die Schärfe und knappe Wucht der Formulierung und die lückenlose, zwingende Beweisführung vermissen. Es ist bei der Behändlung dieser Fragen, allenfalls im heutigen Stadium .ihrer Entwicklung, eine conditio sine qua non, weiter auszuholen, tiefer zu gehen und umfassender zu konzipieren als es hier geschehen ist. Und zum Schluß: wir hätten es gerne gesehen, wenn die Ostjudensrage, die doch des Judenproblems zweiten Teil bildet und gleichzeitig nrit der Palästinafrage der Lösung zugeführt werben mutz, in einer mehr positiven Weise gestreift, nein, im Zusammenhänge ausführlicher behandelt worden wäre. Immerhin: NossigMrt sich der Mühe unterzogen, jene Broschüre zu schreiben, weil er der jüdischen Oeffentlichkeit bie Stellungnahme zu den-Forderungen, die das jüdische Volk für die Lösung des Palästinas-Problems präzisieren muß, erleichtern wollte. Das mag ihm zugute gehalten werden, wie sein Bestreben, stets Objektivität in der Beurteilung der Dinge zu wahren, anerkannt werden mutz. ' —z. Der Jude unterm Schwert von Victor Goldschmidt. 48 Seiten. Berlin-Wilmersdorf, Verlag Dr. Basch u. Eo. Es gibt viele Situationen mr menschlichen Leben, zu denen der Jude in einem anderen Verhältnis steht als der Nichtjude. 'Während dieser leicht an ihnen vorübergeht, bringen sie dem Juden gegenüber Nachdenklichkeit und häufig schwere seelische Kämpfe und anderen gegenüber Komplikationen. — Dies ist ein quantitatives Mehr. Qualitativ fteilich wird der Jude durch seine. tiefere Art, wenn er noch! bewußtes Judentum hat. eher Herr eines schwierigen Augenblickes als der Nichjtftlde (siehe die Skizze „Ritus). Der Autor des vorliegenden Büchleins hat itt kurzen Skizzen eigene seelische Erlebnisse wiebergespiegelt, die ber Jude^unterm Schwert — in der Enge des Militärkodexes und rn den Wechselfällen des Krieges — als Jude durchzukämpfen hat. Die letzte seiner Skizzen hätten wir gern vermißt, sie ist Kitsch und hat mit dem Titel des Buches nichts zu schaffen. Ausgrabungen im Drieut. Professor Flinbers Petrie weist in seinem jüngst erschienenen Büchlein „Eastern Exploration. Past and Future" darauf hin. daß England durch seine Eroberungen in Palästina unb Mesopotamien in den Besitz der wichtigsten Quellen zur Geschichte der Menschheit gelangt ist. Sobald ber Krieg vorüber sei, müsse man an das Studium und die Hebung der 10,000 Jahre alten Kulturdokumente gehen. Ter Verfasser hat eine sthr geringe Meinung von dem Wert der bisher geleisteten Forschungsarbeiten. Er schlägt vor, diese Arbeiten in die Hände des «jüdischen Staates in Palästina zu legen. Auch solle das neu zu erbauende Jerusalem außerhalb des jetzigen Weichbildes der Stadt erbaut werde», damit man ungestört in Alt- Jerusalem wissenschaftliche Forschungsarbeit leisten könne. Offenbacher Druckluft-Anlage Offenbaoh a> ML Telefon 123. Unübertroffene Tepplchreinignng mittelst Druckluft. Lessing-Diele, Zeit 50 Uhr Tee mit Tanz. Hrankfnrter Kamiliennachrichten. Wochen-Aatender» Samstag, 26. April (26. Nissan). Sabbat-Ansang in Frankfurt 7 Uhr. Sabbat-Ausgang in 'Frankfurt 8 Uhr 25 Min. Wochenabschnitt: Acharei Maus. — Die Opfer- Handlungen des Hohenpriesters am Jaum-Kippur. Verbot des Blutgenusses. Ehebestimmungen. Rausch-Chaudesch J-jar: Mittwoch und Donnerstag. Omer - Tabelle. Freitag, 25. April, abends: 11. Omer. Montag, 28:. „ „ 14. „ Donnerstag, 1. Mai, „ 17. „ Vom 23 April bis 1. Mai int die Palästina-Worhedes Jnd.Watiönaltonds. Geboren. E. Tochter, Ludwig Grünebmwl (Kauf- -mann), Musikantenweg 17. — E. Tochter, Bernhard Rosenthal (Jordt), Luxemburger Allee 40. Barmizwos. Heinrich: Broch, Kaiserstr. 65; Alfted Lindheimer, Ostendstr. 25; Isaak Weühselbaum, Ostendstraße 80; Hans. Wertheimer. Merianpkatz 15, Synagoge Äörneplatz. — Hartwig Levin, Kettenhostveg 104, Synagoge Königsteinerstratze. Verlobte. Else Frank mit Max Löwensberg, Bürgerstratze 20 II.: Jenny Wetzler, Theobaldstr. 21 mit Gustav- Abraham, Okriftel; Edith Loeb mit Josef Mayer, Uhlandstraße 36. Gestorben. Leopold Sonneborn, 63 I., Grüneburgweg 94. —• Karl Heymann, 63 I., Liebigstr. 41. Auswärtige Familiennachrichlen. Geboren. E. Sohn, Edgar Fuld (Warschauer), Amsterdam. 4 Verl» btx. Else Moses mit Rudolf Blumenthal, Berlin; Hedwig 'Apfelbaum, Fürth i. B. mit Julius Reis, Nürnberg; Hedwig* Strauß, Nieder-Wiesen mit Robert» Kahn, Frankfurt a. M.; Erna M. Levi, Heilbronn mit Karl C. Reis, Mannheim. — Else Kauffmann mit Julius Löffler, Mannheim. — Lieft Tannhäuser mit Selber Lichter, Mannheim. Vermählte. Victor Ehrenberg mit Eva sommer, Rottenburg a. R. Gestorben. Babctte Odenheimer ged. Marx, 84 I., Karlsruhe i. B. — Bendix Rosenwald, 56 I., Bünde i. 98L — Therese Abrahamsohn geb. Sastdak, 67 I., Berlin-Hakensec. — Rosa Mayer, 74 I.; Emilie Kauffmcutn, 6A I., Mannheim. - Statt jeder besonderen Anzeige. Bertlia Drey Moritz Pli Verlobte. Wiesbaden.' Frankfurt a. X. Hananerlandstr. 41. Zu Hanse: Samstag, den 3. Mai 1910, Sonntag, den 4. Mai 191s Spende«. Bei der Reuen Jüd. Presse gingen ein: Siegsr. Rosenberg z. 23. Nissan d. Geburtstag s. unvergetzl. Freundes Walter Katzenstein 1 Baunr 6.— Jk — Briefkasten. W. 1) Wir konnten nichts drüber finden. 3) Ist dis gleiche Person. Der Schulgarten zur A sbildung vea Mädchen für den Gartonbai* in Palästina ist eröffnet. Die Teilnehmerinnen werden lür Obst- und Gemüsebau in Palästina praktisch und theoretisch vergebildet. ^Unterricht täglich. Für Mädchen, die beabsichtigen anszuvandern, unentgeltlich. Weitere Anmeldungen werden noch angenommen. Für Hospitantinnen monatliches Entgelt Mir. 5.—. bei freier Gerätegestellung. , . Bei Absicht der Teilnahme alsbaldiger* Beitritt: notwendig. Bar Vorstand dar ZioniatiaeliBn VarainiamiB. Franfcfurt a. N Israelitische Religionsscliule. Das Sommsrhalbjahr beginnt Samstag, den 26. Asrrik: Anmeldungen nimmt der Leiter, Herr Rabbiner Dr. Horovitz fin seiner Wohnung Staufenstraße 301. täglich von 3-^-4 Uhr entgegen, im S ch ulg eb ända Hermesweg 25/27 «onntag, den 27. April 11—12 Uhr und Mittwoch, den 30. April von 2Vs'-—3Vs entgegen, im Schulgeb äu-de lin tetlinbau 23 am Dttttwoch, den 30. April von 4—5 Uhr. Auch in der Schule am .Hermesweg bestehen besonders- Klassen für besser vorgebildete Schüler mW Schülerinnen: höherer Lehranstalten. Besonders aufmerksam gemacht sei'nrrf unsere Kurse in hebräisch und den radbiwescheii Unterrichtsfächern (Pentateuch mit Raschi, Mischna, Talmud, Schulchan Aruch) für Kinder mtb- Erwachsene sowie auf unsere Kurse füv ReligionslehrerinnS» und der Schule: euet« wachsen» junge Mädchen.

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