Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1919)
- Date
- 1919-04-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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>7 Kaiserstrasse .56 Kaiaeratrasse 56 Täglich erstklassige BV Unterhaltungsmusik *3 ' ""! Gesangs-"Einlagen. .hauptsächlich von einer Schar junger Menschen ausgesucht wurde, denen eS an einem Zuhause nicht fehlte, die aber eine willkommene Gelegenheit gefunden zu haben glaubten, ihrer Spiellust zu frönen; die ehrenamtlich! tätigen Aufsichitsdamen hatten Mühe, das Verbot des Spielens gegen Geld aufrechtzuerhalten. Gewiß wurde das Heim auch von anderen benützt, aber'nicht in dem Maße, um die Kosten, die es verursachte, zu rechtfertigen. Der Wohlfahrtsbund beischloß deshalb, das Heim der sachverständigen Letiung des Neutralen Jugendbundes zu.übergeben. . Die Purimfeier des Jüdischen Jugend- Lundes'war nicht nur sehr gttt besucht, sondern nahm auch einett angeregten Verlauf. Ebenso bot die Purimfeier des Ostjüdischen Vereins sehr viel Unterhaltung. Auch die Ostjüb. Franenvereinigung und der Jüd. Kultus der ein hielten fröhlichle Purimfeiern ab. Am 30. März fand der Unterhaltungsabend des Jüdischen Turn« und Sportvereins statt, der, mitten im Krieg gegründet, dank der starken Anziehungskraft, die er auf seine Mitglieder ausübt, selbst während der schlimmen Fliegerzeit sowohl die männliche als auch die weibliche Wteilung aufrechterhalten konnte und der jetzt in einem Schauturnen zeigte, was unter so ungünstigen Verhältnissen geleistet worden war. Zu den Rezitationen aus hatte man Max Grünberg vom Nationaltheater ge° jüdischen Werken, die weiter auf dem Programm standen, Wonnen, Rudolf und Franz H.irschler (Geige und Klavier) boten gute Musik. Den leichteren Abschluß machten Frl. Kläre 2 e v i und WM Hirs ch, die Lieder zur Laute sangen. Die neue Leitung des Juge'ndbundes. In der Generalversammlung des Reutralen Jugend« bundes erstattete,Rechtsanwalt Max Kaufmann Bericht im Namen des interimistischen Vorstandes, der bis zur Rückkehr der alten Vorstandsmitglieder aus dem Felde die Geschäfte geleitet hat. Sodann übernahm Karl I ü d e l den Vorsitz und dankte dem interimistischen Vorstand. Darauf wurde vorgeschlagen, den alten Vorstand wickber« zuwählen und ihn durch zwei neue Mitglieder zu verjüngen. Daneben soll ein neuzuwählender Ausschuß im lvesentlichen jüngere Mitglieder enthalten. Der Vorstand, den die Versanrmlung alsdann wählte, besteht aus Rechitsanw. Max Kaufmann, Löffler, Rosenthal; Weißmann, Hofmann, den Damen Levi und Dr. Moses, der Ausschluß aus Hauptlehrer Stiefel, Dr. Nordmann,Beermann, Würzburger, Baer und den Damen Jeselsohn, Treu, Oppenheim und Berg. -Die Juden als Volk und als Religionsg e m e i n s ch a f t. Gemeinsam eingeladen von dem „Verein für jüd. Geschichte und Literatur", dem „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens", der „Zion. Ortsgruppe" und dem „Jüd. Jugendbund" sprach« Geh. Oberregierungsrat Dr. Mayer- Karlsruhe über „D i e I u d e n als Volk und als Religionsgemeinschaft". Redner, der erklärte, als liberaler Jude , zu sprechen, kam zu dem Schluß, daß die Juden aller Länder ein Volk bildeten, allerdings ein ganz einzigartiges, dessen völkischer Inhalt «religiöser und ethischer Natur. sei. Aus diesenl Schildermalereiu.Weissbinderarbeiten Philipp Trauner Texterfitraue 68. Telephon Römer 5778. Grund sei auÄ der Konflikt zwischen der Liebe zmu Judentum und der Liebe zum Deutschtum ausgeschlossen. Redner HegrüWe stne Aussicht auf ein meires jüdisch^ Kulturzentrum in Palästina,- denn des Judentums allgemeine Kulturwerte seien weder au fdas Christentum noch auf eine andere Religion übergegangen. . Mannheimer Veranstaltungen. (Z. O.-Zionistische Ortsgruppe, I. I. B.-Jüd. Jugendbund, I. T. S. B.-Jüd. Turn- und Sport-Verein.) Samstag. 5. Oefftl. Bortrag Dr. Kurt Blumenfeld-Berlin: „Der Antisemitismus und seine lleberw i n d u n g". (Z. L>., Kunsthalls, 8 Uhr). Sonntag: Turnfahrt des I. T. S. D. Mittwoch>: I. F.-B.: „Fragen z. jüd. Religionsunterricht", Hauptlehrer Rosenthal, Loge, 8 Uhr. Literarische Rundschau. Eine Anregung. Bekanntlich gebraucht man im Deutschen die Fremdwörter im Genus der Sprache, aus der sie genommen sind. Das müßte auch für die dem Hebräischen entnommenen! Wörter gelten. Weil aber diese chft durch das Medium des Jiddischen ins Deutsche gelangt sind, so ist der Gebrauch ihres Genus schwankend. '' So sagt und schreibt man „das" und „der Galuth" statt des richtigen „die Galuth", ebenso „das" .statt „der Cheder", „das" statt „die Schiboleth", „das" statt „der Beth Hamidrasch" und vieles dergleichen. Es wäre zu wünschen, daß dem einige Aufmerksamkeit zugewendet werde. Die Schriftsteller, die über jüdische Themen schreiben und so jene Wörter oft gebrauchen, müssen da vorangehend Wien. . Dr. Abraham Schwadron. Wocheu-Saleuder. Samstalg, 3. April (5. Nissan). Sabbat-Anfang in Frankfurt 6tyo Uhr. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 73/» Uhr, in -Berlin 7 Uhr 28 Min. Wochenabschnitt: Sasrija. '— Reinheitsvorschriften für die Wöchnerin. Gesetze über den Aussatz. Wochengottesdienst in Frankfurt. Morgens 6Ve Uhr in den meisten Synagogen, Hauptsynagoge 7Vs Uhr, Königsteinerstraßo 71/z Uhr. Abends 6% Uhr in den meisten Synagogen, stönigsteinerstr 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr. Das Naschern in der Gemeinde-Synagoge, Triedberger Anlage 5, findet statt: Mittwoch, den 9. and Donnerstag, den 10. April Vormittags 10—12 Uhr, Nachmittags .2—5 Uhr. Spepde«. Bei der Nationalfoudskonnnission (F. Heiman», Zeit 21) gingen ein: . ' Purim-Spenden: Frau R. Kulp, Corneliusstr. 17 100 JL — M. Langenbach, Ferd. Freudenstein, Helene Israel, I. H. Strauß je 20 JL — Louis Wolfsohn, M. Goldschmidt je 3 — Jos. Halbreich, Max M. Rosenbaum, I. Weißhaupt, I. Kahn je 10 JL — Sarika Rosenbaum, Siegm. Singer, Jchwinn ä/farck | OoeöKstr."l9. Tapetenthioleum kfou orSkisnati Nai (cSl{iiat! Selterswasser- und Lfmpnadeiiäbrili Seltecwasaer r®D bo Mter ÄnWcht Herrn Rahb. Dr. Nobel. " .BV* üiekerung krai Äaua. Tobias Hokoloff) Brackbofstrasse 8. TeL: B. 9133. Herrn. Speier, H. Dorszuun je 5 JL — Albert . ArrMberg oO r4L i. Sa. 296 JL Sammlung Bernhard Tannen» bäum: B. Tannenbaum 10 .<£ — I. Rohr 20 stik.—: Dav. Schächter, I. Weis, Gischw. Badvr je 5 JL!— Diverse 17 JL i. Sa. 62 JL — Sammlung Anny u. Margot Sondheimer, Liebigstr. 1: Max Wolf 25 JL —Aathar» Sondheimer, Dr. Sondheimer je 40 .iß — Frau Th. Moser, Emil Beer, Geschw. Cori, Ludw. Beer, Max Dilp, Ed. Feist, Wreschner je 20 „fc — Geschw. Feist 50 .L — Haas, Jul. Werner, Jul. T. Tack, Fürth, Siegst. Rofenberg. Lewis, Besthof, I. Ettlingxr, Stavenhagen, Frau ERfe Gvldschmidt je 10 JL — Harry Goldschmidt, David.^Frau Jda Sondheimer, Uhlfelder, Schames, Frau A. Gyldschimidt je 5 — Fritz Sondheimer 75 — OscaüÄRier 35 — Diverse 28 JL i. Sa. 563 Jk > Bekanntmachung. Unter Berufung auf unsere Veröffentlichung in den Synagogen bringen wir folgende AusführungsbestimMWgeu betreffs des Gebrauchs von Hülsenfrüchten zur KenWpgL: 1. Unsere erleichternde Entscheidung bezieht sich ausschließclich auf Bohnen, Erbsen und Linsen und erfolgt nur - ausnahmsweise in Anbetracht des wirtschaftlichen--Äotstandes. Sie bezieht sich nicht auf Mehl von HUsenfrüchjten. ' 2. Die Hülsenfrüchte müsse« vor dem Pessachfeste dremral genau besehen werden, damit die Gewähr dafür gKöteir . ist, daß alle eingestrenten Wetzen- und GerstenoDaydteile sorgfältig entfernt sind. ' 3. Dieses Besehen ist religionsgefehlühs von solcher PÄ>eu>- tung, daß es von der Hausfrau oder de« Hcnchvater persönlich vorgenommen werden soll. 4. Nach erfolgtem peinlich genauem Besehen find die-Hüksenfrüchte, wie alle für Pessach bestimmten Lebenschittek, i in Pessachgeschirr aufznbewahren. Solches behält'-für dieses Jahr und für die Zukunst selbstverständlich.tzinen Pessachcharakier. > 5. Beim Kochen der Hülsenfrüchte ist darauf zu achten, daß sie .erst dann in das - Kochgeschirr gegeben wäcken» tvenn das Wasser siedend heiß geworden Et, nicht twrher- 6. Unsere Entscheidung gilt für unsere Gemeinde, ohne in das Entscheidungsrecht fremder Rabbinate irgendwie rinzugreisen. Frankfurt a. M., War 79. Der konservative ksmeindslsdbmsr N. A. Nobel. Wir beabsichtigen die Eröffnung eines Schulgartens tu unmittelbarer Nähe Frankfurts zur Ausbildung Von Mädchen für den Gartenbau in Paläste««. Der Unterricht findet täglich Vormittags oder nachmittags statt und ist für Mädchen, die beabsichtigen nach Palästina zu!cphen, unentgeltlich. '? Anmeldungen müssen spätestens bis Sonntag, 6. April, an das Sekretariat, Unterlrndau 21, erfolgen. Ferner können Hospitanten n,en an drei halben Tagen der Woche zur Teilnahme an den Knrsen^gegen, Entgelt zugelassen werden. Anmeldungen sind gleichfalls an das Sekretariat M richten. riüü gelassen. Ich habe sie aber darnach traktiert. Niemand darf mir in das Haus, und wenn ich! sterbe, so bekommt . keiner einen Groschen. Mein Gütchen erbt mein Diener, und Sie, Regenstreif, Sie bekommen diesen Sekretär. .Alles, was darin enthalten ist, gehört Ihnen. Nur versprechen Sie mir, 'die Papiere und Bilder zu verbrennen/' „Gott soll mich strafen, wenn ich es nicht Ute!" erwiderte der Prostek, „und er soll auch geben, daß Sie hundert Jahre alt .werden, gnädiger Herr Wohltäter." . ,Zch wünsche es nicht," sagte Bojalsky, „aber jetzt legen Sie. das Futteral mit den Bilderit wieder an seincit Platz und schließen Sie das Fach, vergessen Ste aber 'nicht, wie Man .es öffnet!" Der arme Prostek verließ den alten Edelmann wie betäubt. Während er im Trabe die Kaiserstraße sortging, wackelte er immerfort mit dem Kopfe und focht mit den Händen, soweit es ihm' sein Bündel gestattete. Er konnte : die Gedanken nicht los werden, die ihm der Alte erregt - hatte, und wie er so ging, hörte er plötzlich j laut lachen, und zivei in seidene Talare gekleidete Juden standeit unter einem Apfilbmim auf und näherten sich ihm. . ' ,A1as tust Du hier. Du Prostek?" begann der eine, „verdrießt es Aich; noch immer nicht mit dem schweren Vündel umherzutraben und dabei noch Hunger unb Durst zü leiden wie ein Maulesel?" ,Mas soll es mich verdrießen?" gab Amster Löbl Rcgenstreif zur. Antwort, „andere verdrießtihr Reichttim, muß ich doch,zufrieden sein bei meiner Armut." ,MteiliDü nicht fähig bist. Dich aus dem Staube zu . -erheben," isägte, dm zweite, „deshalb bist Du arm, nicht tveil es Dir aut Gelbe fehlt.^i. , . ■ - „Als ob alle Chassit^n glücklich wären." „Gewiß sind sie glücklich," fuhr-der. erstere fort, „ist ja doch der Mßimtt bei uns verboten wie. jede «ndere Sünde, aber Ihr anderen, Ihr haltet Euch nur ängstlich an Aeußerlichkeiten und meint, Ihr habt den Himmel gewonnen, wenn Ihr einem Bettler Aufgewärmtes zu e)>en gebt. Wir wissen den Weg, auf dem sich, die Seele vervollkommnet und endlich mit Gott vereinigt. Wirf Dein Bündel weg, Du tust besser daran, einem Zadik die Pfeife zu stopfen oder Wache zu halten vor der Türe des Rebbe, als zu beten, koscher zu essen, und um etn paar Groschen - zu hattdeln. Wenn Du die Fürbitte des Rebbe für Dich hast,, was brauchst Du noch mehr? Die ewige Seligkeit ist Dir gewiß, und Du wirst des irdischen Lebens froh, denn der Zadik wendet jedes Unglück von Dir ab." „Ich bin zu einfältig zu diesen Dingen," gab Amster Löbl Regenstreif zur Itntwort, „wie aber soll der Rebbe abwcuden das Unglück von mir, das Gott nicht abwenden kann? Ich! denke jederzeit» so viel ich nur immer kann» über das göttliche Gesetz nach, ttnd tue Gutes, so viel ich! kann, mehr weiß ich nicht zu tun." „Du bist eben ein Amphibinm." »Was schintpft Ihr mich?" „Latz ihn gehen!" sagte der zweite Cyasside, „er ist und bleibt ein Prostek." 2lls Amster Löbl Regenstreif das irächste Mal zu Herrn Bojalsky kam, war dieser nicht mehr fähig zu sprechen. Es ging zu Endemit ihm. So viel entnahm der Prostek aus seiner Miene und seinen Gesten^ daß. er bleiben solle, und so blieb er bei dem Alten zwei Tage und drei Nächte,- bis -der lahme Jagdhurid plötzlich mitten im Zimmer entsetzlich zu heulen begann und sein. Herr kurz darauf seinen Geist aufgab. Der alte- Diener und der Prostek, beide beteten und weinten bei dem Toten. Sie gaben ihm auch das Geleite zum Grabe und mit ihnen der alte Hund, nur daß dieser sich auf den . frisch aufgeworftnen Schollen ausstreckte, um nicht mehr fortzugehen, unb Hier nach einigen Tagen zu enden. Das Testament lautete genau so, wie der: Whe,eSi,-dem . Prostek vorausgesagt hatte, der alte Diener erhielt..das- ' Gütchen, und der Faktor den Sekretär. Amstiw, .Höbl Regenstreif brachte denselben auf einem Bauernwageu Mch Hause, entferute Frau Und Kinder und öffnete dann das geheime Fach. Nach einer Weile kam er bleich uttd verstört, am ganzen Leibe bebend, heraus. „Frau," begann er stammelnd, j,ich glaub«, Gott will mich versuchen." »Wie siehst Du aus, Amster," rief Abia, „ist denn ein Unglück geschehen?" ' - »Wie man es nimmt," erwiderte Prostek schwerstuf-! zend, „der Herr Bojalsky, Gott lasse ihn selig werden, hat mir vermacht seinen Sekretär mit allem was darinnen ist und .hat mir ftlbst gezeigt zu öffnen das geheime Fach, und wie ich es aufmache, fütde ich darin — Frau erschrick nur nicht — ich finde 42000 Gulden und noch einige Hunderr darüber." „Ist das wahr?" schrie Abia auf, „kann das wahr ,sein? so ein Glück!" »Wer kann wissen, ob es ein Glück ist," antwortete der Prostek. Ec führte seine Frau und seine Kinder hinein und zeigte ihnen das Geld. 2llte freuten sich-, nur er nickst, er fürchtete sich vor den vielen Dukaten und Banknoten. „Da das Geld mir zugekommen ist," sagte er endliche „so ist es Gottes Wille, und wir wollen es redlich!^ ver^ walten für Alle, die arm siitd und unglücklich! und der Hllfe bedürftig, und nur so viel für uns verwendend aßg wir notwendig brauchen. Zuerst aber werde ich gleich gebe» Maßer, damit man bauen kann ein Spital für die Kranken hier in Mielntza." Er ging. noch in derselben Stunde zum Borstand der Gemeinde und übergab ihm. genau 4257 . Gullren-, , «.»tsttzunss falzt.) saaM»w«aB8BgBe.<gBa8gaB^wag8a88a^igaeBaäa8aaBgsia8iieaBaeasagBa