Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 17 (1919)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1919)
- Date
- 1919-02-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2692297-2693126-2693132--10604-2705956- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
tyiltlftiyiHltlWfHWfWfTfHW^HIWHHfl!HtWWHT»TlICTfHlfTCTfWHTTH¥l| K<3xfdjefat wöchentlich am Freitag. ÄezügSpreis pro Viertel« > iZphr-In Frankfurt a.M. Mk.i.ü0steiinsHaus. Lei der Post : - :.iabannlertMk.it.ü0,steiinsSaus4pfg.proMonat mehr./Lei j Zusendung durch Streifband stirOeutschland unvösierreich>llngaru;!; Mk.2LS,st!r alle übrigen LänderMk:r.so.Gnzelnummer15pfs. i .u1...........uiMM.UMlll1umm..nUuil; Redaktion und ExpedMon: Frankfurt a.M.,Langestfaße 2 Fernsprecher Amt Hansa LS02 Herausgeber: Satz Geis iiimtHiiiiiiiHiiiniiiuiiinnimniwHiiiiuiiuimiiiiiiiuinoiiniiM, | Insertionspreis für die fechszeshaltentz petitzelle SN ph., für \ | die Reklamezeile 2Jtf. 1.50. Lei UDlederholungen entsprechender! : Rabatt. / Platz« und Datum-Vorschrift ohne Verbindlichkeit^ : : Annoncen-Annahme bei der ^ped.und in a.Annoncen-NureaE J - S | Konto bei dem Postscheckamt in Frankfurt a.M. unter Rr.4SH4. j; * j«imi..........................i.............................................a l?v Jahrgang Kreirag, ve» 7. ^äar rlr-edsun Lv.A <7. Februar 1819) Rr 6. - - . A»ch ei» Kampf um hie Weich- . brrechtiguna. Wie seit Jahren nicht, herrscht gegenwärtig in,.v der traditionstreuen Judenheit Deutschlands eine biszur Siedehitze gesteigerte Erregung. '„Für oder wider den Zionismus", diese Frage ists, die Gesinnungsgenossen kampfbereit gegen einander stehen m- -. U -eT ^flubog.. Jisroel-Organisation, jener Organisation, deren Programm es sein sollte, die MgMte ' traditionstreüe' Judenheit ohne Rücksicht tiiif-' ihre jüdischpolitischen Anschauungen für gemeinsame Aufgaben M vereinen, rangen von Anbeginn an zwei Strömungen mit einander, die eine, die" ehrlich nichts anderes beabsichtigte als die-'Erfüllung dieses Programms) die andere, die ' eine^ bestimmte jüdischpolitische Anschauung als die . einzige für wahrhafte Traditionstreue verpflichtende Anschaüüng zur Geltung bringen wollte. ' ' Hereits gelegentlich des Ende Juli vergangenen -Jahres in Würzburg abgehaltenen Bundestages der Agudas Jisroel Jugend-Organisation erwies sich, , daß die Anhänger der letzteren Anschauung nicht gesonnen waren, auch nur einen Deut von ihrem Standpunkt abzugehen, und entflossen waren,-die in der jüdischen Politik dem Mschplß an die zionistische Bewegung betätigenden Mitglieder als nicht vollwertige Thorajuden. hinzüstxllen und zu entrechten. Nur weil der JugendtE'picht die Kompetenz zur Entscheidung dieser MaDhatte, kam es'damals nicht zur Abstimmung/ob den zionistisch gesinnten Mitgliedern das pMjpe Wahlrecht zu gewähren sei. Doch die Tatallein, daß eine derartige Frage ernstlich ieMf^'lyerde» konnte, genügt zur DokumefttierüMMaß . ein bestimmter Teil der gesetzestreuen Jüh'eptzeit sein Denken als Maßstab , für die Bcwertnng - als Jude ansieht und jedem anders gearteten ..Denken keine' Gleichberechtigung zugesteht. Wohl hat die vor einem Monat in Cassel zusammengetretene Tagung der GesmnÜeitung her Ägndas Jisroel. beschlossen, .auch den' Mitgliedern, dMAnhänger der Zionistischen Organisation süld, dM passive Wahlrecht - zuzugestehen, —-" aber wie . dass Verhalten ' der Leitmlg . in der seitdem verflossenen Zeit zur Genüge zeigt, geht es mit dieser Meichberechligung wie mit der der Juden Rumäniens, sid Mt aus' gewissen Rücksichten auf dem Pästicr, —- weiter. auch nicht. , M/Mcht "nur, daß das- Presseorgan der maß- ' gÄenden7 leitenden Kreise der Organisation seitoM ^Äfs heftigste den Misrachi^ die Fraktion der MhdAionstreuep in der Zionistischen Organisation. WKmpst? es hat der deutsche Gruppenverband der AMLas Jisroel, dessen" Sitz.Halberstadt ist, eine HerMffferlläMng desMisrachi an seine. OctM gvMen - erlassen. Diese VerrufserNärung"" lautet: -'HptzstgenüLer zionistischen^ und misrachistischen Kund» geKinßen verweisen wir unsere Mitglieder erneut auf folgende IÄscuhen: --'Der "Zionismus erklärt, unsere Thora als Privatfache (Wo stzht dies?- D- Redakt:), der Agudas Jisroel ist die-Thora die SeelediS'sildislheu-Bslkesl der Misrachi versucht als Partei innerhalb des Zionismusseinem ttzoraireuen Standpunkt-zuHpertreten. UMs -ziMstisM,'PMm^k«Mist nicht die bevöllmäch? tjgw^Bertretüntz desjMslKnBolkeS.dessenMassenmehü ^N'ihr nicht ängehSrt,. -DerZüinSmüS kä Nu daStjstdischv Volk nicht vertreten, weil seine Auffassung des Judentums als politische Nation unter anderen Rationen unter Aussckaltung Gottes und des jüdischen Nationalgesetzes den Gott zugewandten thoratreuen Massen unerträglich ist. Tatsächlich unterstützt der gräme Teil der Juden die Förderung der „Agudas Jisroel", daß im öffentlichen jüdischen Leben in Palästina das Gottesgesetz herrschen muß. Tatsächlich wissen die Großmächte, daß es in der Judenheit drei Gruppen gibt. Orthodoxe, Zionismus und Reform, und es haben die Westmächte den Willen bekundet, diese drei Gruppen zu hören. .Tatsächlich stimmen diesem drei Gruppen in ihren konkrete« Forderungen überein. Nur die Begründung ist verschieden, aber grundverschieden.' Das Siedelungs- > recht in Palästina und. das Recht auf Autonomie in den Ländern jüdischer Massensiedelung wird gefordert: Don der Reform im Interesse der Ostjuden; vom Zionismus als rein politischer Machtanspruch; und von der Orthodoxie zur ungestörten Erfüllung unserer national-religiösen Aufgaben. i ' Tatsächlich leistet die „Agudas Jisroel" praktische Palästinaarbeit und Hat die Besiedelung Palästinas mit thoratreucn Juden als einen ihrer wichtigsten Programmvunktemcfgestellt. Tatsächlich hat „Agudas Jisroel", zur Feststellung der. Forderungen der thoratreuen Juden bei den Friedens-' Verhandlungen, für Mitte Februar einen Weltkongreß aller, orthodoxen Organisationen in die Schweiz einberusen. Wir-, ehren und schätzen unsere thoratreuen Brüder im Misrachi und ihre idealistischen Wünsche; aber wir warnen unsere-Agudo-Brüoer und Schwestern vor "dem Anschluß an den Misrachi und damit an den Zionismus. Haltet ihm Euch fern! Ladet nicht aus Euch die schwere Verantwortung, in diesen weltgeschichtlichen Schicksalstagen Gott und die Thora als „Privatsache" erklären und unserem Volk die Volksseele rauben zu lassen. Durch die Zugehörigkeit des Misrachi zum Zionismus wird, den . Führern des letzteren die Möglichkeit gegeben, behaupten zu können, baß auch die thoratreuen Juden die Ideenwelt des Zionismus anerkennen. Man kann diese nicht bekämpfen und gleichzeitig Mitglied der zionistischen Organisation sein. Es bedeutet der Misrachi dadurch eine Gefahr für die Einheit und innere Geschlossenheit des thoratreuen Judentums. Bekunden wir daher die geschichtliche Tatsache, daß ohne Gott /und Thora das jüdische Volk nicht bestehen kann, vielmehr dem langsamen aber stcheren-Tode ausgesetzt wäre. Unser abq» ist das Leben." Dieses Borgeherr der führenden Agudokreise macht es' dem Misrachi zur gebieterischen Pflicht, , im Interesse seiner Mischen Würde und Gleichberechtigung und im. Interesse seiner Selbsterhaltung der traditionell gesinnten jüdischen Oeffentlichkeit den Nachweis zu liefern, daß er getreu dein Geiste einer fast viertausendjährigen Tradition, getreu den überlieferten Anschauungen seit des jüdischen Volkes Stammväter Zeiten handelt, wenn er sich einer Bewegung anschneßt, die die große jüdische Gesamtheit auf dem Erdenrund als ein eircheitliches Volk begreift und diesem Volke im Lande seiner Väter wieder eine Zukunft bauen will. . Ans diesem Grunde mußte auch die nach dem Kriege nunmehr in Frankfurt a. M. wieder gegründete Misrachigruppe in ihrer ersten Versammlung, die letzten Samstag Abend ein sehr großes Publikum in die Stadthalle geführt hatte, ,J:dj wesentlich mit der Beleuchtung dieses Fragenkomplexes befassen. Jacob S. Posen, der erste Redner, ein Talmudgeledrter von. Weltruf, zeigte an einer; Fülle von Stellen aus unseren Schriften, welche Bedeutung unsere Weisen der Einigkeit und dem ' Frieden in Israel Kermeflen.. So wurde der zweite T^istpeWachr dem'TaliNnd, obwohl/nlan die,Thora und so sollen die ^vier/Mflanzenprten des. Snckosjdcapßßs nach edler Erklärung lehren, daß Israel nur in Verbindung/ seiner verschieden gearteten Glieder Bestand habe.' Es hat nie eine Zeit gegeben, in der ein Teil m Israel sprach : Wir sind die „Zadikim". unn .dich^ andern die „Reschoim". Ter Talmud sagt-, jeder solle sich halb „sakei", halb „chajow" betrachten.- Rangstufen festzustellen, ist nur Gott anheimgestelü! An einer anderen Stelle heißt es sogar, selbst, weMdie Israeliten Götzendiener wären, würde Gott M nicht strafen, so sie einig Zusammenhalten. Ter Sifri sagt: Gott wird auch „Scholaum", Friede» genannt, dies beweist, wie hoch wir Juden ,derr Frieden zu bewerten haben.. In unserem täglichen Gebete bitten wir Gott, daß er den Rest Israels behüten nröge, damit das Israel, .das die Einig-: feit Gottes verkündet, nicht untergehe. - Aus deut; Geist unseres Thorajudentnms heraus sei es higher unsere Pflicht, uns der. zionistischen Bewegung anzuschließen. . , \ T Dr. Ansbacher, -der zioeite Redne.^ einen Ueberblick über die zionistische BewegunAmrjüdischen Volke, dieso alt ist wie sein.GöLitG) und dann über den Misrachiden Mabbiner ReinM 1902 in Wilna gründete. Ter Misrachi zählG heute in Polen mehr als 25 000 Anhänger mch habe auch in Amerika, Ungarn, Rußland, Ukrame'. und in Deutschland stark an Kraft gewonnen. Di^' scharfe Gegnerschaft eines Teiles dev traditions-, tteuen Judenheit Deutschlands der politischer^ Lösung der Judenftage gegenüber atme den Geist des Trennnngsgedankens, der zum Prinzip iet^x jüdischen Bewegung gemacht werden solle. WeK aber die Leiden unseres in Ost und West üns^-? - ljch geplagten .jüdischen Kolkes sein eigenes MM fei, der vermöge es nicht, bei Seite zu stehend Dr. Ra bin, der letzte der Referenten, be- "zeichnete es als ein Unding,, heute in einer" Zett» in der nur ein kleiner Ausschnitt aus der Thor« zur Verwirklichung kommen kann, sich, wie e§ die Bekämpfer des Misrachi tun, als Thoranation zu hezeichnen. Eines sind wir: das Volk.GoftE in jeder Lage und in jedem geistigen ZustcWiA Sogar in unseren Atheisten lebt noch ) mehM' Menschhcits- und Gottessinn als in den Indifferenten 8k anderen Nationen. Am jüdischen VolGkörper darf kein Glied amtzuttert werden, synst ist er verkrüppelt. Sind nicht manche, die zn üD Größten unseres Schristtuurs gehören, aus den schliiymsten Kreisen erstanden? Selbst die Entfremdesten unserer Brüder lieben wir. Die Wege der Ägrcho führen nicht zur Rückkehr derer, otz wir lieben, — doch der Ruf.des Misrachi ergeht an das ganze jüdische Volk. Waren die Pioniere des Zionismus, die ihre ganze Kraft dem jüsischen Volke weihten, nicht vom jüdischen Wiste getragen! Nur in Deutschland wird heute .noch um die Frage gestritten, ob „Jischnw,'Erez jisroel" eine „Mizwoh" sei. Wir Juden, haben iM zu allen Zeiten als ein Volk mit besonderen Aufgaben gefühlt, und diese Aufgaben sind nur in Palästina zu erfüllen. -. In der anschließenden Debatte wurde^dern ' Misrachi von agudistischer Seite der Vorwnrst gtz macht, daß er Steine des Zerwürfnisses, in.-, d« tradickanstteue Judenheit trage: Das heißtl doch den Spieß umdrehen! ' Ter Misrachi befindet- M in der Drjensioe, er. wchrt M