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Neue jüdische Presse · 1918-12-20 · Heft 49 (20.12.1918) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 49 (20.12.1918)
Date
1918-12-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Leite 6 Frankfurter Israelitisches Familienblatt: M. 49. " c. „Sie bekommt kernen Lohn und was sie ißt, verdient sie, wenn wir nur manchmal einen Arbeiter im Garten oder Feld sparen." . . „Und das Einkleiden kostet nichts?" „Das besorgt der Frauenverein." „Und wenn /sie gut cingeklcidct ist, geht sie sort, und der Frauenvereril hat das Nachsehen." ,^Veitzt Du was? Ich nehme sie drei Tage auf Probe." . ,/Hättest Du mich doch nicht gefragt. Du tust ja doch immer,, was Du willst."; Und sie 'machie es wirklich wie immer, sic tat, was wollte und fragte, als sie wieder unten war, nur kurz;,. Sie heißt Du?" '' . . M ,Mcke." " „Gut, Rieke, ich i behalte Dich drei Tage; bist Du vrdenllich und anstellig/ dann kannst Du ganz dablciben." - „Frau Lehrer, soll ich gleich was tün?(. „Kannst Du Feuer anmachen?" „Alls dem Felde Hab ich schon oft Feuer gemacht." . „Gerade so machst Du es hier auf dem Herde. Hier Kegt das Reisig und da das Holz. Dann stellst Du gleich einen großen Kessel Wasser auf. — Ehe Du etwas anrührst,' mußt Du baden. Der großp Waschzuber steht hier neben in der Waschküche." ' „Ja. Frau Lehrer." . ,Mst Du überhaupt rein?" „Sie sehen doch, wie schmutzig ich bin. Wer wenn Sie w«B anderes meinen, dann bin ich rech." ,Sch . sehe nach." „Das brauchen Sie nicht, ich lüge nie." ,Mntt Du badest und ziehst von Deinen.'Sachen nichts an, ich lege Dir von meinen.alten Sachen hin, die ziehst Du an und Deine legst Du in . einen Bündel geschnürt auf den Heuboden. — Bleibst Tu da, so kannst Du sie in drei Tagen waschen und zurecht machen, — nnd bist Dunicht ordentlich, dann ziehst Du Deine Sachen wieder an und marschierst Weiber/' Rieke wurde während der Erhitzung des Wassers damit beschäftigt, baß sie aus hem HolzsiAppen Holz in die Küche.tragen mußte, bis die große für das Mchenhölz bestimmte Ecke voll war. Die Frau Lehrer betrachtete cs als bestes und unumgängliches Erziehungsmittel, die neue Magd auch nicht einen Augenblick unbeschäftigt zu lassen. Riebe verrichtete die aufgetragene Arbeit flink und unverdrossen. Sic war froh, daß die erste Arbeit, die man ihr austmrg, etwas war, das sie ohne Anweisung verstand. Die . Nachbarn, die Rieke so oft nach dem im Garten auf der andern Seite der Straße liegenden Holzschuppen lachen und die Arme vollbeladen ins Haus zurückkehren sahen, schüttelten verwundert die Kopfe, daß die Frau Lehrer sich von einer so schmutzigen Bettlerin etwas tun ließ, während sie sich doch sonst keine Bequemlichkeit gönnte. . . Nach dem Mittagessen bewegte Rick einige Augenblicke die Lippen, sagte den ersten Vers des Tischgebets und fing daun gleich an abzuräumen. Der Lehrer schob ihr das Gebetbuch hin, aus dem sein zehnjähriger Sohn Aron dasselbe Gebet las, und knurrte einige Male „hm, hm" dabei, um ihr anzudeuten, daß sie das' ganze Tischgebet sagen möge, und zwar solle sie es ablesen, wenn sie es incht auswendig kenne. Aber da stellte sich gleich heraus, daß- Riekes Erziehung ganz harmonisch geleitet worden war: , sie konnte weder arbeiten noch beten, sie konnte weder hebräisch noch deutsch lesen, ja es war »och nie ein .Versuch geinacht worden, ihr, irgend welchen Unterricht angcdeihen zu lassen. - - - . (Fortsetzung folgt.) Offenbaetier Druckluft-Anlag* Ittenbach a. ■. Telefon 123. (Anschluss mitFrankftat) e?rShrteste TopolsbrPfntR^üig (lOO.QOO qm jährlich iowie unOb'artroflena Bettfadarnreinlgung mittels- Druckluft und Waaserdampf. Woche»-Sale«-er.!! , Samstag, 21. Tez. (18. Tcwes). 7 Sabbatanfang in Frankfurt 4 Uhr 05 Min. , Sabbatausgang in Frankfurt 6 Uhr 20 Min., in Berlin 4 Uhr 45 Min. Wochenabschnitt: Wajechi. — Jakobs Tod. Josefs Tob. : ■ ■ . ■;' Wo che ngottesdie nft in Frankfurt- Morgens 7 Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagoge 7Vr Uhr, Königsteinerstr. 7V» Uhr). .Abend? 4 Uhr in den meisten Synagogen (Königsteinerstraße 7 Uhr, Hauptsynagoge 4. Uhr). . Berews-Saleuder. /> Berein für Statistik und Demographie bcrlJuden. Samstag,' abends 6V4 Uhr, lleiner Saal des „Frankfurter Hofs" (Eingang Bethmannstraßc): „Wiederaufbau der jüdischen Bevölkerung nach dem Kriege" (Sanitätsrat Dr. W. Hanauer). . Verein „Mekor Chajim". Freitag abend nach Schluß der Synagoge: Miftv (Michael Kohn). Sonntag, 6 jtlhr: Jecheskcl (Dr. Joseph Breuer). Freitag morgen, nach Schluß der Synagoge: Jahrzeitsstistungslerncn (Hermann Lehmann--Stiftung). ' Verein Tifereth Bachurim. SonntaF. 7 Uhr, Bleichstr. 70: 7,Die Propheten in der neueren Forschung" (stub. Fritz Goitein). Talmud-Thora Verein. Freitag Abend: Bortrag (H. Schwab). Urtmkfurter ^amilieuuachrichte«. Geboren. E. Tochter, Zahnarzt Bermann (Falkenstcin). Fellnerstr. 7. * B a r m i z w 0 s. Karl Güggenhciin, Eschersh. Anl. 30, Synagoge, Fricdb. Anlage. — Kurt Kaufmann, Hansaallee 12; Bcrthold Majer. Sandweg 49; Ernst Sichel, Mittelweg 17 Synagoge Börncplatz. — Franz Neumeier, Cornelinsstr. 19, Synagoge Königsteinerstraße. Verlobte. Irma Bäck, Wvlfsgangstr. 83 mit Sally Schleimer, Mannheim. — Erna Rothschild. Ob. Meiner 10 mit Leo Slobotzky, Ostenbstr/ 1. — Paula Fraenkel, Mainzerlandstr. 17 mit Referendar Fritz Gütenstein. - - G e st v r b e n. Henriette Neumüller,; 46 I., HumboWstraßo 18. — Dina Mms geb. Seligmann, 48 I. SamNek. Reumann, 31 I., Ob. Atzemer 19. — Leutnant Max Straus, .Inhaber, E. K. 1 ul 2., 30 I., Grnnestr. 9. — Hewriette Lötvenstein geb. Jekcl, 82 I., Hermannstr. 37. )-r Moses Meier, 71 I. — Valentine Mainzer geb. Mayer, 59 I., Böhmcrstr. 40. — Harry Golbschmidt, 69 I., Bockenhcimcrlandstr. 74. — Fanny Moses geb. Hirsch, 83 I. Auswärtige Famttieuuachrichteu. Gest 0 rbc n. Liebmann Freund, 70 I., Aschasfenburg.i ': Speude«. -; A Beim Franks. Jsr. Familienbl. gingen ein:. , )> Auf den Namen des Brautpaares Erna Rothschild — Leo Slobotzky 4 Bäume i. Herzlwalb 24 Mark. \ \ " Hedwig Schottenfels auf den Namen ihres geliebten Gatten 3 Bäume; Mathilde Schotte'nfels auf den Namen ihres geliebten Sohnes 1 Baum; Rosei Mayer -Schotteirfels, Richard Schottenfels auf' den Namen ihres geliebte» Bruders Heinz Schottenfels je 1 Batztm il Sim 6 Bäume gleich 36 Mark. , Bei der Nationalfondskommission (I. Heimann, Zell 21) gingen ein: ' N. N. anl. s. glüMchen Rückkehr aus dem Felde 8 Oclbäume i. Harry Goitein-Garten 50 E. Ms 1 iOelbaUm i. Walter Katzeustein-Gürtcn 9. Tewes 6, I. H. 1 Oelbantn i. Walter Katzenstein-Garten 6 Mark. . Ehanuka-Spenden: , ’ Sch. Schloß 5, M Ehrlich 10, W. Sich 20 Mark. : N. N. anl. glücklicher Rückkehy seiner Söhne ans dem. Felde 200 Mark, Sally Noßbaum für Zion. Ortsgruppe 50 Mark. Spendenbuch Frau Isaak L. Goldschmidt 10 Mk. V. I. St. Saxonia gratuliert ihrem l. a. H. Fritz Nachuiann und Fritz. Güttenstcin. z. Verlobung 6 Bäume gleich 36 Mk. Kammergerichtsrrferenbar Julius Simon, Max Mioritz, Alfred Moser gratulieren ihrem l. a. H. Fritz Gu'ttenstein z. Verlobung 3 Bäume gleich 18 Mk. Erich Rosenberg gleichfalls 1 Baum gleich 6 Mk. Eingesandt. ' Das Interesse für die aus dem Felde zahlreich zurückkehrcnben gesehestreuen jüdischen Mädemikcr erfordert es, daß man ihnen möglichst bald die Gelegenheit verschafft, in geeigneten Stellen sich wieder ihrer Friedenstätigkeit zu widmen. Das Präsidium des Bundes Jüdischer Akademiker, Berlin N. 24, Oranienburgerstr. 39. bittet daher,, alle, denen Niederlassungsmöglichkeiten für junge Akademiker bekannt werden oder die von freiwerdenden Stellen für Wademiker erfahren, baldigst ihm Nachricht zu geben. Das' Präsidium des Bundes Jüdischer Akademiker, l ' I. A: Zahnarzt R. Stein. . ,. I und Posi aucl Bt 1 c N c „ »orm. J, « B. 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