Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 46 (29.11.1918)
- Date
- 1918-11-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Frankfurter -Israelitisches Familienblatt. Nr- 46. Jugend sei, gerade in der heutigen Zeit einen Einblick in moderne Bibelerklärungen zu bekommen. Bei der vom Verein veranstalteten geselligen Feier am Sonntag, den 1. Dezember wirken u. a. die Damen Frl. Bamberger und Dahlheim und die Herren Schaalmann und Herrscher mit. Die Veranstaltung beginnt mit dem Aüzünden der Chanukkalichter. Sodann ftlgt ein Vortrag über die Entstehung des „Moaus zur" des Herrn Stud. Speyer. Plätze sind erhältlich in den jüd. Buchhandlungen und an der Wendkasse in der Loge Mler, Seilerstraße 22. Wegen der frühen Polizei« stunde wird pünktlich angesangen. Für Torten und Limonade ist bestes gesorgt. Personalien. Der Verein Montefiore erlitt durch den Heimgang seines Mitgliedes Jakob Levita einen schweren Verlust, denn Jakob Levita nahm an allen Angelegenheiten .des Vereins den regsten und tätigsten Anteil. Mit ihm ist «cks Opfer des Sieges ein Jüngling dahingegangen, bex durch seine Treue zu den Traditionen des Judentums nnb seine jiddischen Interessen sich auszeichnete. . Verein selbständiger israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender E V- Der Verein ist wilder vollständig und alle Händ« werfer sind wieder vertreten. Die nächste Sitzung findet am 2. Dezember, abends 8 Uhr, im Kaffee Golbschmidt statt. Esragruppe Frankfurt a. M. Auch in ernster Zeit ist cs' unsere Pflicht, die Jugend rechtzeitig auf die Wege zu lenken, die sie dem von Gott gesetzten Ziele näher bringt. Leider ist auch in unseren Kreisen eine Entfremdung von dem Geiste des Judentums eingetreten, Zugeständnisse an westeuropäische moderne Anschauungen, eine Entwickelung, der man mit aller -Energie entgegentreten muß. Deshalb hat es sich die Esrabewegung zum Ziele gemacht, zur Unterstützung von Schule und Haus durch Beeinflussung der Jugend im Alter von 8—18 Jahren mitzuhelfen, dieses Uebel an der Wurzel anzugreifen. ~ Wir wollen unsere Kinder früh o» echtjüdisches Denken und Fühlen gewöhnen. Unsere Jugend soll die Welt wieder vom jüdischen Standpunkte aus betrachten lernen, an alles den Matzstab der Thauroh anlegen, uni so die Disharmonie zwischen europäischer und jüdischer Kultur auszugleichen. Dann wird die Jugend fähig sein, später «inmal die großen Ideen der Mudo zu erfüllen, alle Aufgaben im Geiste der Thauroh lösen zu können. . Vor allem soll bas erreicht werden durch persönliches Vorbild des Führers. Dieser soll in enge Fühlungnahme mit den Kindern Irrten, soll ihr Berater werden. Gemeinsame Wanderungek. und Zusammenkünfte werden bald ein Band der Freundschaft um Kinder und Führer schlingen. Die Esräer sollen schon frühzeitig an das Lernen gewöhnt und dazu begeistert werden, sodatz sich bei ihnen bas Bewußtsein befestigt, daß zur Bildung eines jüdischen Mannes vor allem Thaurohkenntnis erforderlich ist. Das Interesse der Jugend soll ferner auf jüd. Geschichte und Kulturgeschichte, aus jüd. Tagesftagen aller Art konzentriert werden. Den jüd. Idealismus wollen wir wieder erwecken und Hochhalten, die Sehnsucht nach dem Maschiach und nach Erez Fisroel in ihnen wachrufen, kurz, alle nichtjüdischen Anschauungen und Zuflüsse sollen zurückgedrängt und dafür echtjüdische begründet werden. Wanderungen und Heimnachmittage sollen bei Belehrung und Spiel den Kindern diese Ideen einpflanzen. 20 Eftagruppen mit je 15—20 Lindern haben bereits die Arbeit begonnen. Wir wenden uns an die Eltern, unserer Arbeit, die die Verwirklichung dieser Erziehungsideale unterstützen will, mit Rat und Tat zur Sei'e zu stehen. Anmeldungen und Anfragen: Frl. Rosa Mayer, Schesselstr. 9. Demokratisierung der Gemeinde. In einer vom „Freist Verein für jüd- Genie inbeleben" einberufene Versammlung sprach vor etwa 150 Herren und Damen Rechtsanwalt Dr. Rudolf Geiger über „Die demokratische Neugestaltung der Verfassung der Frankst isr. Gerne i n b e". Redner führte aus: » Die Revolution hat die Politisierung der Massen gebracht. Das Volksgewissen ist erwacht. Das Bewußtsein ist. heute vorhanden, daß jeder einzelne gebraucht wird. Auch wir Juden bedürfen jetzt mehr als je der Anteilnahme der jüdischen Masse an den jüd. Angelegenheiten, — und. die Frankfurter isr. Gemeinde muß diese Anteilnahme ihrer Mitglieder wecken, wenn sie unter den jüdischen Gemeinden Deutschlands eine führende Stellung einuehmcrl will. In der Frankfurter isr. Gemeinde besteht noch das Gemeinde-Regulativ von 1839, das ihr, trotzdem es aus einer republikanischen Zeit stammt, ihr jede verfassungsmäßige Freiheit verweigert. Der Polizeipräsident ist nach diesem Regulativ der unumschränkte Herrscher, er kann nach seinem Belieben Vorstands- und Ausschußmitglieder ernennen, hat den Vorsitz in den Sitzungen der Gemeindeverwallung zu führen, braucht beschlossene Ausgaben iiicht zu bewilligen usw. Der Gemeinde ist jedes Selbstvcrwaltungsrecht genommen und wenn sie in Wirklichkeit doch im beschränkten Maße die Selbstverwaltung hat, so geschieht es nur, well der Polizeipräsident sein Recht nicht ausnutzt. Der Freisinnige Verein hat gemeinsam mit dem Zenträlverein in einer Kommission in jahrelanger Arbeit einen Entwurf für ein Gemeindestatut ausgearbeitet und es kurz vor Ausbruch des' Krieges dem Vorstand der Gemeinde Aberkstben, damit er es auf dem Wege der'PctUron zu den maßgebenden staallichen Stellen weiterleitedoch der. Vor-/ flaitb gab den Entwurf mit einigen.Abänderungen und-dem Vemerken zurück, die beiden Vereine möchten selber bei den tätlichen Instanzen Las weitere veranlassen. Nachdem heute ein Abgeordnetenhaus und ein Herrenhaus für die Aenderung der Statuten nicht mehr in Frage komme und der Gemeinde jegliche Aenderung nach ihrem Belieben fteistrht, so solle die heute tagende Versanimlung in einer Resolution fordern, daß in verfassungsrechtlicher Beziehung die Gemeindebehörden sofort die Initiative ergreifen. Hierfür ist zu fordern: Verhältniswahl, Vermehrung des Ausschusses von.9 aus 27 Mitglieder, Wahl des Vorstandes durch den Ausschuß, dreijährige Erneuerung des gesamten Ausschuss^ und Wahl -des Vorstandes auf sechs Jahre (bisher 3 Jahre), Kontrollrecht des Ausschüsses über gesamte Rechnung (nach dem bisherigen Regulativ verfügte der Vorstand' über alle 'Ausgaben unter 500 fl. selbständig), Anstellung der besoldeten Beamten durch den Ausschuß, Wahl der Rabbiner und Kantoren durch die Besucher der betreff. Synagoge, Frauenstimmrecht. ' In Zukunft muß die Gemeinde auch die gesamte soziale Tätigkeit, besonders die Armenpftege, unter ihre Leitung bringen. Die Gemeinde hat ein Budget von V/s Millionen Mark, von denen 900008 Mir! durch Steckern einkommcn. Ihre Anleiheschuld beträgt 3 Millionen Mark. Deshalb muß durch eine demokratische und gerechte Verfassung das Interesse der Mitglieder nach Möglichkeit geweckt werben, sonst muß die Gemeinde für den Fall einer Trennung von Staat und' Kirche schweren Schaden erleiden. ■ 1 Ms zweiter Referent sprach Rechtsanw. Dr. Bärwald. Er bezeichnete als wesentlichsten Mangel im hiesigen jüdischen Gemeindeleben den Umstand, daß ein zu tleiner Kreis die Geschäfte der Gemeinde führt und dieser Kreis ohne Fühlungnahme zck der Masse der Gemeinde ist. Deshalb könne er, Redner, Dr. Geigers Forderungen nur unterstützen. ' Redner trat ferner für die Errichtung eines Wohlfahrtamtcs bei .der Gemcindeverlvaltung ein. Aus der anschließenden Aussprache sei folgendes wiedergegeben : Bankier Jakob Wolfs wünschte, baß der Ausschuß aus seiner Mitte den Vorstand wähle. Martin Levigard polemisierte gegen Aeußerungen Dir. Bärwalds hinsichtlich des Zuzugs von Ostjuden. Rabb. Dr. Lazarus verlangte, daß jetzt endlich dafür Sorge getragen werde, dem Rabbinat Sitz und Stimnie in der Verwaltung der Gemeinde zu gewähren. Die von dem ersten Referenten vorgeschlagene Resolution wurde angenommen. Franzefutz. Erzählung aus de« böhmischen Jubengasse von L. Kompert. Mtefon. ü (Fortsetzung.) Es war spät in der Nacht, als Hindel auf ihrer Wanderung in eine ihr unbekannte, menschenleere Gasse gelangte, die sie bis dahin nicht durchstrichen hatte. Sie mochte nicht fern von der Moldau sich befinden, denn sie hörte ganz deutlich das Wasser rauschen. Hindel fürchtete sich; ein Bangen überfiel sic, als sie die verlassene, todöde Gegend näher betrachtete. Wle Häuser und Fensterläden waren dicht verschlossen; cs hätte, wenn sie jemand angefallen, keine Hand sich gerührt, um ihr zn Hilfe zu kommen. Sie wandte sich entsetzt um und floh nach der entgegengesetzten Richtung, wo sie die Moldau nicht vermutete, denn besonders das Rauschen des Wassers war ihr schrecklich. Außer Atem war sie in. die „Zigeunergasse" gekommen. In demselben Augenblicke huschte an ihr ein Mädchen vorüber. - „Lisi, um Gottes willen, bist du es?" schrie sie: Das Mädchen drehte sich um. Es war wirllich Lisi. „Madame Hindel!" rief sie mit gellender Stimme. Hindel fuhr sich aber mit der Hand nach den 'Augen. Sie fühlte einen heftig stechenden Schmerz darin; aber es waren nur Tränen, die' zum ersten Male seit langer, langer Zeit mit Gewalt hervorbrachcn, und nun, da das Siegel,' das darauf gelegen, gebrochen war, unaufhaltsam strömten. Hindel vermochte kein Wort hervorzubringen. 1 „Madame Hindel, Sie weinen?" rief das Mädchen, dem um diesen Augenblick die dunlle Sage von der Tränenlosigkcit der reichen Frau eingefallen sein mochte. hättest du das von Hindel Spitz erwartet?" sagte sie unter Schluchzen. „Dahin kommt man aber, . . . wenn man Kinder hat." Lisi schaute die erschütterte Frau erschrocken an; sie glaubte, ihr Verstand habe gelitten. Hindel war auch in der Tat im Zustande der äußersten Verwirrung . . . plötzlich rief sie: „Aber um Gottes willen, Lisi, wie bist du hergekommen? So Hab' ich dich in Altbunzlau doch recht gesehen und gestern auf (dem Mtstädtcr Ring? Sag, was hast du in Prag zu tun!" „Ich such' einen," siüsterte bas Mädchen fast unhörbar und stockte. . „Du wirst ihn nicht finden," rief Hindel in verzwcifeltem Tone, „in Prag findet man keinen, der sich einmal verloren hat. Geh nur wieder heim." Mit gerungenen Händen, den sonst so stolzen Kops kummervoll gebeugt, stand Hindel vor dem' Mädchen da. »Verzweifeln Sie nicht, Madame Hindel," sagte diese in den weichsten Tönen des Erbarmens, „mit ‘ Gottes Hilfe werden wir ihn doch wieder finden/' -! „Wen meinst du?" rief Hindel in ihrer Verwirrung. „Ihren Sohn," flüsterte Lisi und wandte sich ab. „Suchst du den auch?" fragte Hindel auffahrend. „Deswegen'bin ich ja nach Prag gekommen," sagte Lisi — und stockte. ~ „Deswegen?" rief Hindel . . und eine lange Pause trat zwischen beiden ein. „Bist du gefahren, Lisi?" ftagte sie danach mit fast trockenem Tone. - „Nein, Madame Hindel," antwortete diese, „ich bin zu, Fuß gegangen." „Die ganzen neun Meilen zu-Fuß gegangen?" rief Hindel. „Wann bist du denn fortgegangen, da ich dich .schon in Altbunzlau gesehen habe?" . . . - „Gleich in der Nacht, als der Jontef (Feiertag) aus war," sprach Lisi. „Und hast dich 'gar nicht gefürchtet, so in der finsteren zu wandern?" meinte Hindel. i Bcr hätte mir-, was tun sollen?" meinte Lisi als verstehe sich das' von selbst. „Geld häb' ich keines bei mir gchckbt." „Ohne Geld bist du in Prag?" rief Hindel beinahe ungläubig und trat einige Schritte nach rückwärts. „Lrsi, Lisi!" rief sie dann mit drohend aufgehobenem Finger, „das laß ich mir' nicht einreden, du magst sagen, , was du willst." Statt aller Antwort zog Lisi ein kleines Beutelchen, mit dem sie vor Hindels Augen auf und nieder fuhr:' „So ganz ohne, Geld, Madame Hindel," sagte sie lächelnd, „bin ich nicht gewesen; aber ein Räuber hätt'. sich bedankt, wenn er nur das bei mit geftmden hätte." „Gott! Gott!" rief Kindel dann ganz außer sich, „was bist du doch für ein merkwürdig' Mädchen, Lisit Wie ist dir das aber nur eingefallen? Du hast mir ja gar nichts gesägt, als ich bei dir war?" „Ich habe schon damals daran gedacht, Madame Hindel," sagte Msi bescheiden; „aber ich hab's in-mir behalten, bis meine Mutter nach Hause gekommen ist. Da Hab' ich zu ihr gesagt: Mutter, ich muß noch heute Abend nach Prag. Sie hat's nicht zugeben wollen; aber ich bin doch gegangen." „Gott! so allein, so mutterseelenallein!" rief Hindel: „Geht neun Meilen bis Prag, und -ich fahre an ihr vorüber in einer Postkutsch' und laß sie zu Fuß gehen! Lisi, das werd' ich mir all mein Lebtag nicht verzeihen. 'Aber jetzt sag' mir nur: Was willst du eigentlich in Prag?" „Ihn. will ich aufsuchen," lispelte Lisi; meinetwegen, weil ich ihn gekränkt habe, ist er ja nach Prag auf und davon! Es wär' ja mein Tod, wenn er ein Unglück davon hätte." Gut war es, däß die Dunkelheit der Nacht ihren nur halb durchsichtigen Schleier um die beiden geworfen hatte- Sie ersparte dem armen -Mädchen einen Anblick, der es wirllich zu Tode erschreckt hätte. Unwillkürlich hatte sich Lisi in das Herzi blicken lassen, und es bedurfte nicht einmal eines so scharfen Miges, wie es die Mutter Bäreles namentlich in diesem Augcüblicke befaß, rmr zu sehen, ,vas in diesem jungfräulichen Gemüte sich zur Blüte drängte . . . Nun wollen wir nicht behaupten, daß es in diesem denkwürdigen Momente keine Sekunde gab, in der sich nicht des reichen „Rebb Aschers Weib" in ihr geregt hätte; über das fuhr nur blitzschnell durch sie und verschwand ebenso rasch. Hier stand nur das einfache, mitfühlende Weib tem Weibe, die Mutter einem Mädchen entgegen, dessen Leiden dem ihren verwandt war. Hindel hatte zudem die ersten Tränen seit undenklicher Zeit geweint . . . - und fließen nicht die meisten Tränen aus der Quelle der Demut? aus den Tiefen einer schmerzlichen Entsagung? Plötzlich fühlte Lisi eine warme Hand an ihrem Kinne. ,Iwnn wir ihn ganz und wohlauf nach Hause bringen — soll's dein Unglück nicht sein. Verlaß diL drauf!" Mehr sprach die reiche Frau nicht; *Lisi verstand sie aber nicht. Wohl aber fuhr etwas wie ein grausames Weh durch dieses jungftäuliche Gemüt. „Sie wird mir meine Reise bezahlen wollen," hätte Lisi gesprochen, wenn sie in diesem Augenblicke hätte sprechen können. „Was Hab' ich aber vom Geld? Ich brauch' ja keines." -. „Und jetzt sag', wo bist du im Quartier?" ftagte Hindel kurz. „Ich Hab' keines," meinte Lisi, „ich Hab' mir gerade eines suchen wollen." „Gott!" schrie Hindel, „in Prag sein, und kein Quartier haben! 'Au was denkst du denn, Lisi?" „Ich Hab'' immerfort daran gedacht, wie ich ihn finden könnte, . . ." meinte Lisi treuherzig. „Du gehst mit mir, Lisi," sagte Hindel nach einigem Bedenken mit gebieterischer Stimmt, „du wirst bei mir schlafen und wirst mtt mir nach Hause fahren. Keinen Augenblick laß ich dich wehr von meiner Seite; du kennst das Prag nicht. Wie leicht kann dir da ein Unglück passieren. Jetzt komm!" . „Was sollen wir aber . . . mit ihm ansangen?" fragte Lisi. > „Mit wem?" meinte Hindel, die ganz .in das Anschauen Lisis versunken war. „Mit ihm — mit Bärele!" rief Lisi. : „Den müssen wir ftndcn," sagte Hindel, und ihre Stimme bebte, „ohne deni können wir beide nicht nach Hause gehen.", ' Hindel hatte sich nach diesen Worten, als. erinnerte sie sich, weswegen sie nach Prag gekommen war, wieder in Bewegung gesetzt. Aber in ihrer Aufregung geschaht es, daß sie mit Lisi/ die ihr stillschweigend folgte, gerade nach derselben verlassenen Gegend zusteuerte, woher 'sie mit so großem Entsetzen geflohen war. Hindel merkte dies nicht; plötzlich standen die beiden Frauen wieder auf jenem' todöden Platze des „Frantjssek", und hörten das Wasser der Moldau ganzin der Nähe rauschen. , . i „Wqs tue ich 'beult wieder da?" rief Hindel und faßte im dunklen Drange der Furcht Lisis' Hand. „Auf dem Platze da möcht' ich nicht tot sein, er ist gar zu schrecklich! Wir müssen zurück!" Hindel zog das Mädchen nach der Seite der niedrigen Häuser hin, weil sie sich inmitten des öden.Platzes nicht sicher genug glaubte. Aus' einer Schenke, durch deren geschlossene Fensterläden ein Lichtschimmer sich stahl, erschollen wirr durcheinander rufende Stimmen, wie von erhitzte» oder betrunkenen Menschen. Unwillkürlich, schmiegten' sich die beiden Frauen aneinander, wie um gegenseitig sich zu