Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 42 (1.11.1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 42. „Ja, wir wollen Ascher!" rief sie freudigen Tones. Und das „Pasch" Karten ward hervorgeholt, und wie n.manchen Häusern ein iBalettrunk beim Scheiden gebräuchlich ist, so spielten Ascher und Hindel einen „Franzesuß" ins das glückliche Gedeihen ihres Sohnes! ' BärAe hatte ibeim Weggehen saus'dem Hause auf Hindels Zrage, wann er zurückzukommen gedenke, unbedenklich geantwortet: „Auf die letzten Tage des Jontefs (Feiertags)." Denn er-auf die Hin- und Herreise einen Tag rechne, so seien die zwei anderen, die bis dahin fehlten, gerade hinreichend, um das „Geld" anzubringen. Zürückzubringen brauchte er es nicht, mjeinte Hindel noch zu guter Letzt. „DÄfstr solle sie nicht sorgen", bemerkte Bärele fast lustig, „ein Dukatenmännchen sei er nicht." Es versteht sich Von selbst, daß Hindel ihrem Sohne außer dem „ungezählten" Gelbe auch noch «inen ganzen Reisekoffer ebenfalls ungezählter Ratschläge mit auf den Wog gab, wie er sich mit den Prager Kaufleuten zu benehmen habe, von denen jeder, besonders aber die Frauen, einen, eisernen Kopf auf sich habe>; wie er sich durch ihr Schmeicheln und Zureden nicht solle berücken lassen; das sei so ihre >Art, besonders wenn sie wüßten, daß der Kunde vom „Land" sei. In den Wirtshäusern, wo er übernachte, solle er das Geld jedesmal unter sein Kopfkissen legen und ja nicht vergessen, das - Licht auszülöschen und die Türe zu verriegeln. Schließlich möge er sich vor den Ladenmädchen auf dem „Tandelmarkte" hüten! Bärele war wahrscheinlich schon nahe bei Brandeis, einem an der Prager Straße gelegenen Städtchen, vorüber, als sich Hindel noch erinnerte, sie habe vergessen, ihm ein „Tvakteurhaus" anzuempsehlen, das sie aus ihrer Jugend noch kannte; dorthin möge er gehen und den „Trakteur" Und die „Trakteurin", wenn sie noch lebten, voin ihr grüßen. Abpr cs war schon zu spät. Uebrigens konnte Hindel kaum den Tag erwarten, der ihren Bärele ihr wieder zurückbrachte. Zu der Sorge um den Abwesenden, der zum ersten Male sich den Gefahren einer großen Stadt aussetzte, kam noch ein gewisses dunkles Gefühl, das sich im Laufe der wenigen Tage immer mehr und wehr klärte. ' . Der plötzliche Entschluß ihres Sohnes, ein „Geschäft" anzufangen, die ganze Art und Weise, wie er ihr dies angekündigt, drängte sich ihrem Nachdenken immer stärker auf. So viel sah sie klar: der Zinstag der Nähterin und die Lektion, die sie ihm erteilt hatte, standen damit in .Verbindung. Dennoch war es ihr Ligen zumute, wenn sie überlegte, daß Bärele, bei dem Gesühlswallungen nie die starke Seite waren, eben durch diese Vorwürfe dazu bestimmt sein sollte. Sie, die jedes Aederchön in ihrem Sohne zu kennen glaubte, zweifelte selbst, ob sie den Eindruck auf sein Gemüt hervorgebracht. Fortsetzung folgt.) Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 5. Die Wafferteit«»« in Jerusalem „Daily News" bringt folgenden Bericht: ' Was die Türken während ihrer vierhundertjährigen Herrschaft Jerusalem nicht boten, haben die englischen Ingenieure ui kaum zwei Monaten zustande gebracht. Zum erstenmal in der Geschichte Jerusalems kann jeder Bürger soviel frisches und reines Wasser bekommen, als er mro wünscht. Der pittoreske Wasserträger wird verschwindxn. Die Krankheitskeime, welche sein lederner Wasserbeutel enthielt, werden nicht länger das Leben des Landesbewohners bedrohen, und Hie löbliches Gefahren des Brunnenwassers werden jetzt zu einem großen Teil verschwinden. Die Ingenieure fanden eine Gruppe von, Springquellen in einem absolut klaren Sammelbecken, die der .Stadt ungefähr 14,000 Hektoliter die Stunde liefern. Das Wasser wird durch besondere Vorrichtungen bis zum Gipfel eines Hügels emporgezogen und von dort in langen Röhren nach der Stadt geleitet. Die Spitäler sind direkt an die Leitung angeschlossen. Die Bevölkerung ist überglücklich, reichen Gebrauch von dem Wasser machen zu können. Literarische Chronik. JüdischeMonatshefte. Herausgeber Rabb. Dr. Breuer, Frankfurt und Rabb. Dr- Kohn, Ansbach. Septemberheft. Inhalt: Palästina. — Vom lieben Gott (R- B.). — Beiträge zur Erklärung der Gebete. — Die Namensänderung bei einem Kranken (I. Br.). — Der Bann ,(R. B-). Die Neuzeit. Herausgeber Samuel Weisels. Oktvberheft. Wien VII, Neubaugasfe 84. . Inhalt: Jesajas (Weisels). — Die jüd. Universität rn Jerusalem “ (Dr. Weizmann). — Eine historische Frage (Benjamin Segel). — sBie Spaniolen in Üesküb (Otto Hauser). — Der jüdische' Cagliostro (Fritz Mauthner). — Mein Aennchen, Gedicht von Michael Kaplan. — Die Enkelin, Feuilleton von R- Zdziechowski usw. lOffenbMher .Druckluftlnl»gd Ittenbach a. M. Telefon 183. (Anschinss mitFrankfmt).| ewährteate Toppfshrafnlonng (100,000 gm jährlich I howie unübertroffene BcttfodararalnIgunB mittelst Druckluft and Wasserdampf. Wochen-Kalender. Samstag, 2. November (— 27. Cheschwan). Sabbat-Anfang in Frankfurt 4 (Uhr 35 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 5 Uhr 50 Min. Wochenabschnitt: Chajei Soroh. — Der Tod Sllras. Der Kauf der Höhle Machpela. Jsaks Heirat. Dienstag, 5. Nov. — 1. Kislew (Rausch Chaudesch). Wochengottesdienst in Frankfurt. Morgens 6% Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagoge 7Vs Uhr, Königsteinerstr. 7Ha Uhr). Abends 41/4 Uhr in den meisten Synagogen (Königsteinerstraße 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr). Bereius-Saleuder. Zion. Bereinigung. Donnerstag, 8% Uhr, Unterlindau 21: Die altisraelit. Staatsverfassung (Jacob Wolfs). Verein „Mek»r Chajim". Freitag abend: Mikro (Joseph Bamberger). Sonntag nachmittag ’6 Uhr: AUdrasch (Rabb., Dr. Lorsch). Talmud-Thor a-B er ein. Freitag 'Abend: Borträg (Dr. B- May). Jr»»kstzrter FamU1e»«achrich1e». Geboren. Eine Tochter Rabb. Dr. Salzberger (Caro). Barmizwos. 26. Oktober, Siegsried Goldschmidt, Weberstr. 26. — 12. Nov., Alfred Ochs, Uhlandstr. 50, Synagoge Friedberger Anlage. Vermählte. Siegmund Weiskopf mit Agathe, geb. Rosenbaum. Gestorben. Max Carow, 53 I., Sofienstr. 8. — Dagobert Peichert, 15 I., Schöne Ämssicht 4. — Bernhard Triwaks, 35 I., Angestellter von Bder, Sondheimer u. Co. — Sofie Schloß, geb. Marx, 52 I., Feldbergstr. 20. — Beruh. Jacobsohn, 51 I., Weflendstr. 75. — Selma Cohn, 28 I. — Mina Schonfeld, geb. Strauß, Mitteli» - weg 4. — Emil Ackermann, 46 I., Sandweg 49. Auswärtige FamUieuuachrichte». Geboren- Ein Sohn Richard Eliek (Eichtersheimer), Köln. — Fritz Hermann (Bcermann), Charlottenburg. — Mpx Crohn (Schleimer), Staßfurt. — Eine Tochter Dr. Hugo Loew (Auerbach), Nürnberg. Verlobte. Regine Neuberg, Wiesbaden mit Gerard Treem, Amsterdam. — Elisabeth Neumann, Stettin mit ' Willi Saff, Danzig. — Marie Scheuer, Worms mit Rechts- ' ainvalt Tr. Emil Simon, Düsseldorf. Gestorben. Michael Sternberg» 63 I.» Hildesheim. — Dr. met». Clara Badt, Charlottenburg. — Georg Feibusch, Bautzen» i. F. — Julius Neumann, 54 I., Filehne. — ,Albert «Älberstein. Schöneberg. i. F. — Alfred Weinberg, 26 I., Erkelenz, i.* F. — Walte» Behrendt, 19 I-, Elbing, i. F. — Oskar Stern, 80 I., Cottbus. — Rosa Redlich, geb. Guth, 44 F„ Dresden. — — Fanny Aronstein, geb. Buchdahl, 56 I., Bonn: — Charles Rvsenthaler, 62 I., Minchen. — Jette Stein, geb. Falk, 68 I., Crailsheim. — Meier Orthal, 70 I., Nürnberg. — Siegfried Binswanger, München. — HeLne Herz, geb. Abraham, 30 I., Mühlhausen i. E. — Susi Cohn." 1« I., Münster i. W. — Henriette Lichtjeystein» geb. Solomon, 88 I., Bonn. — Cilly Siegel, Mannheim. — Eduard Eisig, Heilbronn. — jlnteroff. Fritz Meyeo- Gerngroß, Mannheim, i. F. — Ernst Heidenheimer, 69 I., Nürnberg. — Mathilde Kern, geb. Susmann, Landau. — Felix Ehrjlfch, Magistratsrat, 63 I., Kissingen. — Rechts- 'anwalt Dr. Leo Seligmann, Nürnberg. Brieskasteu- —.— Zu dem Berichte über den Bortrag HeinrichEisemann sei ergänzend bemerk:Das Kownoer Gymnasium wurde von Rabb. Dr. Rosennck begründet .und wird von Dr. Carleb ach geleitet. Es ist für entsprechend vorgebildete Kinder bestimmt. Der Schubfonds hat die Wiederbildung des Cheberschulwesens als Aufgabe. Die deutsche Verwaltung halte den größten Teil der Chederschulen nicht aus „angeblich" hygienisthen Gründen, sondern wegen der wirklich unglaublühen Zustände ihrer Räume geschlossen. Bekanntmachung“. Ab 15. November da J. kann -jeder für den Bezug rituellen Fleisches Eingetragene gegen entsprechenden Vermerk auf dem Mittelstfick der Fleiachkarte bis anf weiteres monatlich 15 Flelschbräheeraatswurlel „Harck“ In den einschlägig*!1 Geschäften erhalten. Die Fleischbrüheersatzwürfel sind sowohl für die Fleischals such für die Milchkflehe verwendbar. Alle Kleinhändler haben ihren Bedarf hei den nachstehend bezeichneten Grosshändlern bis zum 15. eines jeden Monats anzumelden. . Die Grosshändler Haben ihre Bestellungen der Kriegekommission zum 1. eines jeden Monats einzureichen. 1 Der Kleinhändler erhält die Dose mit 100 Würfeln Inhalt zu Mk 3.90 » 500 . ,, n n ,1 19.00 .. 1000 .. .. „ „ 37.00 Der Verkaufspreis an die Verbraucher beträgt 5 Ffg pro Würfel. Bituell lebende Heeresangehdriee werden durch die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Jadtntnms, Frankfurt a. M., Schützenstrasae 14, beliefert. Gemeinnützige Anstalten und gewerbliche Betriebe haben|einmaUg ihren monatlichen Bedarf der Kriegekommission unter der Aufschrift „FleisohbrüheersatzwOrfel“ bis znm 15. November d. J. aufzugeben. Hierbei ist die Anzahl der durchschnittlich pro Tag verabreichten Suppenrationen mitzuteilen. Für die nachstehenden Bezirke sind als Grosshändler zulässig: Für Brandenburg, Pommern. Ostnnd Westprenssen, Posen Schlesien ausser Breslau, Königreich und Provinz Sachsen, Brannschweig, Hannover, Thüringen: J. Anton Alexander, Berlin N. 24, Oranienbnrgerstrasse 3 und Ad. Goldschmidt, Berlin C. 2, Nene Friedr>chstr. 45. Für Baden, Württemberg, Hessen-Nassau, GrosBherzogtnm H-ssen, HobenzoUern; David Bauer, Frankfurt a. M., Börnestrasse 29 and Albert Landauer, Frankfurt a. M., Stiftatr. 22 Für Bayern: Louis Müller, München, Romfordstr. 42. I Für Bheinprovinz, Westfalen: David Bauer, Coln a. Rh., Schaafenatrasse 36. Für die HanBastädte, Schleswig - Holstein, Oldenburg, Mecklenburg, Anhalt: Adolf Zjnner jr.-, Hamburg, Grindel-Allee 138. F'ür Elsass-Lothringen: Leo Well, BnchweQer, Unter-Elsasa. ' : Für Breslau: Benno Sklarz, Breslau, Antonienstrasse 15. Berlin W. 8, den 25. Oktober 1918, i Friedrichstrasae 167/168. jCiiegskommission für rituelle tebausmittel <5. mb. Xgez. Freirich. gez. Blank. Echte Filet-Handarbeit Gardinenstreifen, fertige Gardinen, :: Decken und kleine Filetteile :: nach neuesten künstler. Entwürfen ansgeführt von J. Wernecks Nachf. A. Jahn Tanbenhofstr. 12, 1. Tel. B. 6740. Spitzenwascherei. — Kunststopferei. Fassonieren S von Damen-Hüten in Filz, Velour nnd Samthüten. — Reiche Auswahl in Musterhüten. Hüte werden gleichzeitig garniert, alte Zutaten verwendet. Mode Jermy Roaen thal Schillerstrasse 10, 1. Tel. B. 2414. Carl Grebenau - Juwelen — Uhren — Silberwaren. Perlool 1 iera Perlpaare Brillanten, farbige Edelsteine amtlich beeidigter Taxator. 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