Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 37 (20.9.1918)
- Date
- 1918-09-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Erste berliner Wischerei und Gianz-Plätterei W»ma Tel. 2002. }g GutleDlSlTBSSe 18. Hans« Tel. 2002. Spezialität: KrBgen. Manschettfen und Hemden.' Seite 6 iieje oder jene religiöse Uebung nicht mehr so crnjp zu nehmen, entweder noch' selbst oder in seinen Kindern oder Ü&nfeTn mit vollkommener Gottblindheit endet.' - ■ - Für mich kann also die Frage nach der Bedeutung der jüdischen Frau für die Religiosität nur die Frage bedeuten, ob die jüdische Frau nÄhr dahin neigt, wo man bestrebt ist, den wunderbaren Dom des Judentums, in dem jedes Steinchen für das Ganze und für Len Geist, der in diesem Manzen thront, unersetzlich ist, zu erhaltetn und' zu festigen> oder dahin, wo nian Stein um Stein löst, Säule auf Säule stürzt und dem Ende zuarbeitct, La -der Tom in- Schutt liegt und aus diesem der Geist, die Erkenntnis und Anbetung Gottes fliehen; ob sie mit Mem 'Worte mehr bauen oder niederreißen Hilst." Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz. 5679. 1918/19. Herausgegeben von der Kommission zur Verbreitung jüdischer Volksbildung.in der Schweiz. 350 Seiten. Fr. 3. Luzern, Verlag des Jüdischen Jahrbuches für die Schweiz. , . * Wir kannten bisher wertvolle gelehrte Jahrbücher, hier wird uns ein wertvolles populäres Jahrbuch für das jüdische Laienpublikum -gegeben. Die Keine Schweizer Judenhell hat sich mit diesem Buche ein Ehrenzengnis für Hr ideales jüdisches Wollen ausgestellt. Für den ungewöhnlich billigen Prnise non Fr. 3 werden außer dem Kalendarium und einem Ueberblick über die jüdischen Gemeinden und Vereine der Schweiz dreißig Wer arische Beiträge geboten. Ans dem Inhalt sei folgendes hervorgehoben: Beachtenswert ist die Aufforderung, uns nicht Juden, sondern mit unserem vollen Namen „Jehudim" zu nennen, der mit den drei Buchstaben des Tätragrammaton anfängt. Sehr zu Herzen sprechen des Ehrwürdigen Rabbiners Dr. C o h n - Basel Worte zuur .Versöhnungstag. Im Talmud Bewanderte wird bex Aufsatz „Ein Talmudisch-methvdologischer --Versuch" von I. Sonne-Zürich fesseln. Genannt seien ferner folgende wissenschaftliche Auffätze: „Persönliches von Rabbi Jvchanan" von I. S. Znri-Zürich, „Philosophie und Naturwissenschaft in chren Beziehungen zur Religion" von B. Krup er nik-Zürich, „Die jüdische Staatsvcxsassung" von M. Sohlberg-Basel, „Das Leinen" von Joseph Messinger-Bern, „Judentum und hebräische Spracht von David Sch klar-Bern und „lieber Raturschönhmt" von I. Strom. ' Eine Reihe Feuilletons und Gedichte machen den Beschluß. Der jüdische Wille, Zeitschrift des Kartells -Jüdischer Verbindungen. Hest 3. (Herausgaben vom Präsidium des K. I. B., Berlin W. 15, erscheint während des Krieges alle zwei Monate, Bezugspreis für das Jahr M. P Kelch Kr. 8. Einzelhest M. 1.20 gleich Kr. 1,60. Es sind nicht nur äußere Erfolge, die der Zionismus in der letzten Krncgszell errungen hat, auch auf anderem Gebiete hat die Entwicklung des ziomstischen Gedankens und der ziomstischen Tat große Fortschritte gemacht. Neben den Ersätzen, die der jüdischen Tora- und Wanderbewegung beschieden waren, hat auch die zionistische Akademiker-Organisation das K. I. V. im Laufe des Krieges eine führende-StÄlung innerhalb der jüdischen Studentenschaft in Deutschland .zu erringen vermocht. Die Gefahr der Verflachung des nationaljüdischen Gedankens, dir manche Schwarzscher dem neuen großen „Kartell der Zweitausend" prophezeiten, ist nicht nur überwunden, sondern das rege geistige Leben im K. I. V. findet in der Herausgabe einer neuen öffentlichen Zeitschrift im Kriege einen beredten Ausdruck. Tie Probleme „Gvlusar beit" und „Mischehe", die in dem Gesamtzionismus schon lange eine überragende Bedeutung besitzen, werden im neuestW- Heft des. jüdischen Willen von der nationajüoischen Studentenschaft erneut diskutiert und -dne Klärung dieser Fragen mü Ernst und Sachlichkeit angestrebt. „Die Gegenwartsarbeit in der Diaspora"" erfährt van Dr. Fritz Löwenstein eine eingehende Würdigung. Das Problem der Galutharbeit ist bei ihm durch die Praxis gelöst. Wir hören von den politischen Ersätzen der nationaljüdischen Bewegung in der letzten Zeit Und erhalten gleichzeitig einen Überblick über die in Polen, Litauen, Großrußlmid, der Ukraine, Rumänien, Galizien tatsächlich geleisteten Arbeit. Bei ihm finden die Bestrebungen nach einer nationalen Autonomie für die Inden im Osten nur in der zionistischen Organisation einen geeigneten Wahrnehmer, da nur sie die Gewähr bietet, daß nur jüdische Interessen als Richtschnur sür eine zielbewnßte Galutharbeit in Betracht kommen. Den schärfften Gegner der Gcüuthbejahung findet Löwenstein in Chajim B. Arlosorofs. „Rationale Autonomie und Zionismus" sino.bei ihm Gegensätze, bei denen Kompromisse nicht gekannt werden dürfen. Er bezeichnet die nationale Autonomie als den geraden Weg zur Msimilation. - Ernst-Pi nner ist in der Beurteilung dieser Frage schon so weit gebmrmen, daß er ein „Programm der Znrückbleibenden" anfftrllt. Auch nach der zionistischen Lösung, der Juüenfrage wird noch ein starkes Diasporajudentum bestehen. Zionismus ist also nicht mehr ausschließlich das Streben nach der „öffentlich-rechtlich gesicherten. Heimstätte in Palästina"", sondern die große jü- ' Frankfurter Israelitisches -Familienblatt. dische Nätionalbewegüng, die alles Jüdische umfaßt- Pinner fordert von dem deutschen Judentum, daß es sich in den Kreis des Grsamtjudentnms einstelle. Afft dieser Bejahung des Galuth wird in der zionistischen Ideologie die Frage der „Mischehe" zum Problem. .Der vor einigen Wochen im Westen als Batl.-Arzt gefallene Privatdozent Dr. Arthur Pelz hat im' l. Heft des „Jüdischen -Willen" die Reinheit der jüdischen Ehe als unverletzbare Forderung „nationaler Ethik" bezeichnet. Wenn auch Dr. Walther Riese die reinjüdische Ehe nicht als conditio sine qua non im Kampfe gegen die Assimilation anerkennt, sondern ausschließlich dem jüdischen Willen und der jüdischen Tat eine solche erhaltende Kraft zuspricht, wenn er auch in diesem absoluten Zwange „den Weg zur Sekte, Weltsremdhell und Weltfeindschast" sieht, so müssen wir uns doch auf den Standpunkt von Dr. Gustav Krojanker stellen, der in der Auseinandersetzung „K. I. B. und Mschehe" eine Erziehungsftage sieht. Die jüdische Mutter allein wird im Stande sein, auf unsere Jugend psychologisch so einzuwirken, daß an ihr die Gefahren der Mischehe zu Schanden werden. Werner Fraustädter zeigt sehr llar den Unterschied zwischen einem „konservativen und liberalen Zionismus". Der konservative Bourgeois-Zionist in den jüdischen Zentren Westeuropas empfindet die jüdische Gemeinschaft als eine Bindung; Abgeschlossen von den-anderen Nationen soll sie Wiedererstehen und völkischer Egoismus svll sie auszeichnen vor allen anderen Nationen"". Ter proletarische Poalc-Zionist im Osten ist liberal; er opfert seine marxistischen Grundsätze nicht. Fraustädter wendet sich gegen den konservativen Zionismus, denn er wünscht nicht, daß der -Zionismus das Ende der alten universalistischen Ideale der Juden bedeute. Fraustädter bejaht eine starke jüdische Gemeinschaft, er erkennt ihre Entwicklungstendenzen und kommt so zu seinem „liberalem" Zionismus. Ter liberale Zionismus fordert keine Trennung mehr, sondern nur die Befreiung nationaler Energieen. Ter Gegensatz zum Liberalismus ist aufgehoben. Rabbiner Tr. Jampel mit der Selbstanzeige über sein Buch „Tie Vorgeschichte Israels und seine Religion"" Kbt uns eine unbewußte Waffe gegen den Rassen«ntiiemitismus" in die Hand, da er die kulturgeschichtliche Bedeutung der semitischen Rasse nachweist. „Zionismus und Assimilation" betitelt Georg Landauer seine Glossen zu Breuers Judenproblem. R u b a s,ch o f f veröffentlicht die letzte der drei Reden, die Eduard Gans im Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden in den Jahren 1820—23 gehallen hat. Alle drei Reden werden mit Eiickeitung und Anmerkungen in einem Sonderabdrnck als 6. Hest der Broschnrenbibliothek des K. I. B. veröffentlicht werden. < „Einzelheiten und Feldbriefe", die uns mll den Verhältnissen im jüdischen Osten vertrant machen, ergänzen den Inhalt dieses sehr gehaltreichen Heftes der neuen Zeitschrift. P. A.. Iüd. Monatsheftc. 5. Jahrgang, 7. und 8. Heft. Frankftirt a. M. Tie von Rabb. Dr. Breuer-Frankfurt a. M. und Rabb. Tr. Ko h n-Ansbach herausgegebene Zeitschrift begleitet ihr neuestes Heft mit einem Werberuf aus dem zur Charakteristik der Tendenz der Zeitschrift folgende Stelle wiedergegeben sei: „Tie „Jüdischen Monatshefte" dienen der Wahrheit und dem Frieden. Tor Wahrheit, wie sie von der Thora überliefert, in Bibel, Talmud, Kodizes niedergclegt ist, dem Frieden, der von dieser Wahrheit getragen wird. Sie anerkennen nur ein Judentum, das Judentum dieser Wahrheit, das orthodoxe, wie sie nur den einen Gott anerkennen, der sich in dieser Wahrheit verkündigt. Tarum müssen sie den polytheistischen Wahn von einer Gleichberechtigung aller Richtungen im Judentum, die Anschauungen des liberalen Judentums, ebenso wie die dem Zionismus zu Grunde liegende Anschauung bekämpfen. Jüdische Gemeinden und Verbände, die sich; zu diesen Anschauungen in verbindlicher Form bekennen, zerreißen die Einhell der von Gott gesttfteten, von Gott geadelten Religionsnakion. Darum ist es die zweite dringende Aufgabe der „Jüdischen Monatshefte"", den Austritt ans den jüdischen Reformgemeinden, und die Ablehnung der zionistischen Propaganda als unabweisbare Pflicht zu fordern." In einem Artikel „Die Einheit des Judentums"" heißt es: „Wenn der ^bewußt-orthodoxe Jude die abtrünnig gewordene Gemeinde seines Ortes verläßt, wenn er sich beharrlich weigert, der Willküreinhell des taggeborenen Zionismus beizutreten, so tut er das wahrlich nicht deshalb, weil etwa die Angehörigen dieser Verbände in seinen Augen nicht mehr als Inden erachtet werden könnten. Das Gegenteil trifft zu: Gerade wefl sie für ihn nicht einen Augenblick auftzören, der Seinseinhell des Judentums zugerechnet zu werden, gerade weil sie für und für Juden sind und bleiben, darf er nicht durch .Verharren in der Reftrmgemeinde die objektive Berechtigung des Abfalls, durch Bellritt zur zionistischen Organisation die Erniedrigung der Orthodoxie zur Partei neben Parteien anerkennen, will er nicht durch solches Anerkenntnis jene andere Einheit des Judentums untergraben, die letzten Endes auch das Wesen der Seins ei nh eit ausmacht: Die Einheit des Svllens vom Sinai her." Auch 'wir Proklamieren „Die Einheit des Sollens vom Sinai her"", wir wüßten atet nicht, wieso uns dies daran hindern sollte. Überall dort für die Respektierung und Förderung dieses. Sinai-Judentums tätig zu sein, wo sich ) ■ Str. 37. seorg ftmendt Nacbf.!£fl (K Schlafzimmer -IStnriclif nngen. Bleidenatrasse IO. tt :ie it Juden als Juden vereinigt haben, sei es in Gemeinden, 'sei es in der Zionisttschen Organisation, im Gegenteil, wir tfl glauben so erst dem Gebote „Haureiach tanriach eß amisecho" Genüge leisten zu können. Die Juden und die österreichische Bei fassnngsrevision von H. Kadi sch. Wien 1918. (Jüdische Kriegshefte, 2. Heft.) Verlag von Dr. Wilhelm Berkeihammer (Moriah"). Brosch., 30 Sellen. Der Verfasser geht davon aus', daß die Jndenfrag, 4 auf dem zukünftigen Friedenskongreß gelöst werden müsst '! und zwar einmal in Richtung auf die .Verwirklichung de, - nationalen, rKgiösen, politischen und sozialen Gleichbe- , rechtigung der Juden in allen Staaten, sodann durci Schaffung eines palästinensischen Emigrations- und Kulturzenttums. Beides läßt sich »«einigen, wie das recht anschaulich aus d.^m sog., Krakauer Programm rmd Programm des Jüdrschen Rativnalvereins in Oesterreich her vvrgeht, das her Verfasser HUM Abdruck bringt. Tie Ausführungen des Verfassers hierzu bieten nicht viel Neues, denn diese programmatischen Forderungen sind in Zeitungen und Versammlungen zur Genüge dem Publikum bekannt geworden". Eher hätte noch eine eingehendere SchUderung interessiert, wie sich Verfasstr dir Verwirklichung der einzelnen Puntte denkt. Am beachtenswertesten erscheinen Sie Ausführungen darüber, daß eine national-kulturelle Autonomie der Juden Oesterreichs auch dem Staate selbst mir. von Vorteil sein könne. Die Länderantonomie habe sich in Oesterreich nicht bewährt, es bleibe daher nur die Autonomie der Bolksstämme übrig. In diesem Rahmen müßte und würde das jüdische Volk sowohl von seinem, wie vom gesamtösterreichischen Standpunkte aus für eine Milderung der nationalen, konfessionellen und Rassengegensätze eintreten. Also kein jüdisch-nationaler Chauvinismus, sondern ein kultureller und sozialer Nationalismus! Gerade auf diese national-soziale Regeneratton.. des österreichischen Judentums legt der Verfasser besonderen Nachdruck, nur durch sie, verbunden mit einer auf wahrhafter Solidarllät ge-' gründeten Organisatton, könne die oben geschilderte Aufgabe verwirklicht werden. Es wäre 'wünschenswert gewesen, wenn der Verfasst! auch noch angedeutet hätte, welche prakttschen Verwirklich ungsmöglichkeiten heute für dieses Programm bestehen, nicht nur von Seiten der Regierung, sondern auch der andern .Vvlksstämme, denn theoretisch scheinen diese Vorschläge in der Tat “mit dazu beizutragen, das iunerpolllisr" Leben Oesterreichs einer Gesnndug zuzufnhrnen. Schwarzschild, z. Zt. inr Felde. Dr. lOffenbaeber Draeblaft-Anlagf I lOffenbacil a. M. Telefon 123. (Anschluss mit Frankfurt) I iewährteete TspplBhrelnlpang (100,000 qm jährlich! |sowie unübertroffene Betnederaralnlgimp mittelst | Druckluft and Wasserdampf. Woche»-Sale«der. Suckans. Beginn Freitag, 20. September, .abendß 5 Uhr 55 Min. (Frankfurter Zeit). Samstag- und Sonntagabend Nachtbeginn 7 Uhr 10 Minuten. ‘ Schemini Azeres. Beginn Freitag, 27. September, abends 5 Uhr 40 Mnuten. Samstag- und Sonntagabend Nachtbeginn 7 Uhr, Bereirrs-Kaleirder. Verein „Mekdr Chajim". | 1. Tag Sukkaus, nachm. 4 Uhr: Mikro-Bortratz § (Gustav Kaufmann). - Donnerstag, abends 9 Uhr: Haschonoh-Rabbok Lernen. Z Schmini-Azeres, nachm. 4 Uhr: Kauheles (Prof. Dr. § Sulzbach). z Montag, 30. September und Mittwoch, 2. Oktober, | abends 7 Uhr: Gern»roh (Dr. Jos. Breuer). | - I Wir bitten unsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme auf unser Blatt bei nufere« Inserenten zu decken. . Frankfurter Israel. Familieublatt. \