Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 26 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 Frankfurter Israelitisches Fainilicnblatl. als vb ein TeU dieses letzteren Volkes auf Kaphtor zurück» geblieben sei und der Insel den späterem Namen Kreta gegeben habe. Die Festlandsphilister gliederten sich nicht in Stämme, sondern in StädtvFürstentümer. Vielleicht beruhe dies darauf, daß sie auch in der Rasse sich von ihren semitischen Nachbarn unterschicken: auf den ägyptischen Bildern werden sie mit geraden Nasen dargestellt, und für ihre auffallende Größe spricht schon die Gestalt des Goliath. Die Zahl ihrer Städte betrug fünf. 303 sie daher bei der Zurückgabe der von ihnen erbeuteten Bundeslade, die. auf ihr Land Unheil über Unheil herabgezogen hatte, als Sühnegaben fünf goldene Pestbeulen und fünf goldene Mäuse mitschickten, fügten sie bei, dasientspreche der Zahl ihrer Städte und Fürsten. Der Hauptort war das in den letzten Wochen wicker zur Berühmtheit gelangte Gaza. Hier brachte Simson .den Tempel ihres Hauptgottcs Dagon zum Einsturz. In Ekron wurde der Gott Baalzebub, der „Herr der Fliege'", verehrt. Literarische Chronik. Das vorliegende Heft der in Wien erscheinenden Monatsschrift „Die Neuzeit" (Herausgeber: Samuel Meium.s’iuji'iii, tfMj v c yitugvu . wuiuuv» ä»v»- sels. Abonnement 12 Kr. jährlich) hat folgenden Inhalt: Samn! Meiseis „Zeit-Glossen". — Dr. S. Bernstein „Die rumänischen Juden als Kulturelement." — Bernard Tag ,Lur jüdischen Jugendtagung." — * * * „Monisten über das Judentum." — S. Ben Jehuda „Nietzsche im Ghetto." — Marek Scherlog „Gedichte." — Otto Äbeles „Die Hohe Gafs." - . Jerusalem von Sven Hedin. 158 Seiten, 25 Abbildungen u. 1 Karte. Mt. 1,50. Leipzig, F. A. Brockhaus. - i Der bekannte schwedische Forschungsreisende Sven Hedin zeigt in diesen Schilderungen, die den Auszug eines demnächst erscheinenden großen Werkes bilden, daß er in der Bibel bewandert ist und damit die erste Voraussetzung erfüllt, unt über das Land der Bibel zu schreiben. Die Gestalten unserer Bibel sowie die des sogenannten Neuen Testamentes der Christen gewinnen Form und werden lebend, denn wohin der Fuß in Palästina tritt, ist geschichtlicher Boden. Aber noch ein weiteres wird dem Leser bewußt, nämlich, daß Palästina heiliger Boden nicht nur für uns Juden ist, sondern auch für die Anhänger der beiden anderen monotheistischen Religionen. Wir Juden begründen unser Vorrecht in Palästina auch nicht allein mit unserer Religion: unser Volkstum gibt uns das.Plus der Anwartschaft auf dieses Land. Nur in Palästina, in dem mir 1500 Jahre als Volk lebten, können wir selber sein, können wir uns ungehindert ' nach unserem Wesen entwickeln.- Das sieht auch Sven Hckin ein. Er schreibt: „Der Zionismus ist der Kampf des Judentums gegen die Vernichtung, und sein Ziel ist die (Sammlung einer rein jüdischen Bevölkerung in Palästina mit Landwirtschaft als wirtschaftlicher Grundlage und dem Hebräischen als Volkssprache." Neue JüdischcMon als hefte. 2. Jahrg., 17. Heft. Berlin. Inhalt: Die Juden in Litauen (Leo Rosenbcrg). — Die Litwaki (v. Zwickineck). — Die Wiederkunft des biblischen Motivs im jüngsten deutschen Drama lJulius Bab). — Montaigne, ein jüdischer Denker (Wbrecht Hellmann). — Kleine Geschichten (Schalem Alechem). — Umschau. — Literaturblatt. — Bab kommt in seiner Abhandlung zu folgendem Ergebnis: „Es läßt sich nicht leugnen, daß irgendwie eine neue starke Anziehung zwischen den ältesten und vornehmsten Schöpfungen des jüdischen Geistes uird dem jüngsten Deutschland stattfinbet; und bas Phäiwmen wird nur so zu deuten sein, daß die Jugend, die neuerdings dem Kreis sinnlicher Abhängigkeiten und Gereiztheiten rntstrebt, ein Gleichnis ihres Willens findet in diesen Kämpfen, wo sich freieste menschliche Kräfte doch stets im Zeichen eines göttlichen Geistes messen. Ob diese Begegnung juilgdeutschcn und altjüdischen Geistes für die Möglichkeit oder gar für die Nähe einer endgültigen Verständigung zwischen diesen uns wichtigsten Geistesmächten zeigen darf, — das wird davon abhängen, ob der Deutsche sich gewöhnt, das wahre jüdische Wesen mehr in seinen zeitlosen großen Manifesten als in zufälligen Erscheinungen einer oft sehr unmaßgeblichen Gegenwart zu suchen. Und '"freilich nicht Iveniger davon, ob der Jude aus den zufälligen Zerrissenheiten seiner Gegenwart den Rückweg zu deck großen, reichen, tiefen Ouellen seiner Art finden wipd! ..." Die jüdische Nerv.vsitä't, ihre Art, Entstehung und Bekämpfung von Dr. nick. Rafael Becker. 30 S. 1 Frs. 1918. Zürich, Speidel & Wurzel. :!. . i Es gibt Krankheiten, für die wir Juden auffallend weniger, und. -Krankheiten, für die wir ausfallend mehr empfänglich sind als die Richtjuden. Der Schreiber der vorliegenden Broschüre würdigt beide Kategorien, wenn er auch das Schwergewicht seiner Untersuchungen auf die Nervenkrankheiten legt. Aus seinen Ausführungen erfährt man, daß die Krankheiten der ersten vier Jahrzehnte des Meirschenlebens in der Judenheit seltener sim>, und wenn bei bestimmten Krankheiten des späteren Lebens ihr Anteil ungünstiger ist, dieses Mehr deshalb in Wirllichkeit kein Mehr ist, weil die Juden durchschnittlich ein höheres Alter als die Richtjuden erreichen, also unter ihnen die Alterskrankheiten mehr vertreten sein müssen. Verfasser schreibt diese größere Widerstandsfähigkeit der Rassenrrinheit des jüdischen Volkes zu. „Die Rassenreinheit ist die beste Bürgschaft für die große Produktivität eines Volkes wie ans phychischem, so auch auf.physischen Gebiet." Hierzu kommt das reinere Familienleben, ein Vorzug, der freilich mit der Assimilation schwindet.; > Die jüdischen Speiseg es c tze hält Verfasser heute gesundheitlich für bedeutungslos. Mr sind nicht so vermessen, über die Bckeutung unserer Speisegesetze ein Urteil abgeben zu wollen, aber so viel wissen ivir, daß ihr Zweck ein ethischer ist und nur ihre Folgen gesundheitlich segensreiche waren und auch sind. Das Verbot des Blutgenusses, die unübertroffene Methode der Fleischbeschau, die Erlaubnis des Tiergenusses nur für ganz bestimmte pflanzenfressende Tiere usw. sind sicherlich auch der Gesundheit des Körpers in hervorragendem Maße förderlich und werden für keine Zeit an ihrer Bedeutung auch in gesundheitlicher Hinsicht verlieren. Ein recht nachdenkliches Kapitel bei uns Juden sind aber die Nervenkrankheiten. Um nur eines der angeführten Beispiele hier anzuführen: 1895 kamen in Preußen ank je 100 000 Personen 291 evangelische, 231 katholische und 423 jüdische Geisteskranke. Verfasser weist nun nach, daß hieran nur die Bedftigungen schuld sind, unter denen zu leben wir gezwungen wurden, und zwar: 1. Die unnormale rechtliche Lage, die wir unter anderen Völkern einnehmen. Eine Lage, die allein schon seelische Konflikte Hervorrufen kann. 2. Die aus dieser Lage resultierende Bevorzugung der für das Nervensystem schädlichen Berufe. 3. Das durch die Bevorzugung dieser Berufe bedingte anormale geschlechtliche Leben (Spätheirat). Das einzige Mittel, das Uebel ausznrotte», sieht Verfasser in der Schaffung eines eigenen Landes. , A. I. Slutzki (Jsaj habawli). Bei dem blutigen Judenpogrom, den bolschewistische Horden in R o w o g r a d - S e w e r s k veranstaltet haben, fand mit vielen anderen Juden der hebräische Schriftsteller A. I. Slutzki (Jsaj habawli) seinen Tod. Das jüdische Volk, das diese fürchterlichen Schreckenstaten an seinen Söhnen niemals vergessen, das diesen Märtyrern fit seiner Geschichte für ewig einen Ehrenplatz anwcisen wird, muß unter diese» Ehrennamen stets A. I. Slutzki rühmend hervorheben. Slutzki ist ein recht angesehener und bekannter Schriftsteller gewesen; so war er neben I. L. Gvrdon der langjährige Leiter der hebräischen Zeitschrift „Hameliz", so gab er das viel gelesene Werk „Schiwas Zion" (Rückkehr nach Zion) heraus. Slutzki tst, was der Titel des letztgenannten andeutct, ein Anhänger, ein glühender An- Nr 26 bänger der Zivnsidea gewesen und hat als Borkämpfer, du ZionsgckankenS eine rastlose Tätigkeit entfaltet und hier manch schönen Erfolg erzielt. Ehre dem Andenken dickes überzeugungsstarken Mannes, der zugleich mit seinent Ted die Treue zu seinem Volke besiegelte! Literarische Notizen. Der diesjährige „Jüdische Kri e g S k ale n de t“ enthält eine Ehrentafel für Gefallene. Die An gehörigen und Freunde werden um Angabe der Born»d Zunamen, Wohnort, Alter, Charge und Tag des Todeersucht. Zuschriften sind an Redakteur Max Hickl, Wie, VIII., Lcrchengasse Ga, erbeten. Draddnfi" A ulage IdHBDbSStl S. & Telefon 183. (Anschluas mitFrankfmt). I -»ewfihrteate Te$$iSfe?aSntSBBB (100,000 gm jährlich) ri« unübertroffene Bottfedernralalguno mittelst Druckluft and Wasserdampf. ■sowie I Woche«-Aale«der. Samstag, 6. Juli (--- 26. Tamns). Wochenabschnitt: Mattnus und Massei., —. <5)c lübde der Ehefrau. Krieg gegen Midjau. Uebergabe de Ostjordanlandes an die Stämme Rüben, Gab und bei halben Stamne Menasche. Die verschiedenen Lagerstätte! seit dem Auszug ans Aegypten. Die Grenzen des Wef! jordanlandes. Die Zufluchtsstädte. Erbsvlgerecht. Mittwoch, 10. Juli: Rausch - C h a u d e s ch. Sabbatgottesdienst in Frankfurt. Freitag abend Synagoge Friebb. Anlage 8V2 Uhr, Sßörnc platz 8 Uhr, Köyigsteinerstr. 7 lUjr, Hauptsynagog 6 Uhr. Samstag früh 8'/« Uhr in den meisten Synagogen (Haupt synagoge 9 Uhr, Königsteinerstraße 9>/r Uhr). Sabbat-Ausgang: 10 Uhr 35 Min. Woch.engottesdienst in Frankfurt. straßc 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr). (Königsteinei Vereirrs-Kalerrder. Verein Me kor Chajim. Samstag, Uhr: Mikrohvortrag (Holpern);!l' Uhr, Hörsaal Fricdberger Anlage: Midrasch (R ab bim Lorsch). srs«kstlrter Aamilieusachrichteu. Geboren. E. Sohn Siginnnd Hirsch (Falkenstciii Nesenstr. 8. — Verlobte. Else Kassel mit Felix Ettliuger, Karl! ruhe. — Johanna Bing, Wingertstr. 3 mit Adolf Rückländci Graz. — Gestorben. Salomon Götz, 80 I., Thüringcrstr. — Unteroff. Herbert Wolfgang, Niederhofheim, Leerbali straße 13, i. F. — Siegfried Beifus, Mauerweg 3, i. F. - Bernhard Strauß, 50 I., Mainstr. 13. — Auswärtige FamiNenuachrichLeu Geboren. E. Sohn Etnil Karliner (Boldes), Düssi darf. — E. Sohn Zahnarzt Greiffenhage» (Nosenfeli Berlin. — S° Verlobte: Adelheid Wolf, Heidelberg mit Dr. S Fcibelmann, Landau. — Aennie Moseska, Rheydt in Willy Roscnberg, Hannover. — Else Pinthus mit Das Allgemeine jüdische Krankenhaus „Schaave-Zedek“ zu Jerusalem bittet für seine KLranbLen. Organisation rein europäisch. Isolierhäuser für Ansteckende. Aufnahme unterschiedslos für Alle. Geschäftsleitang: Frankfurt am Main. Höchste Anerkennung aller Behörden, hält räch für gewissenhafte Uebemahme von Stiftungen empfohlen. Betten«, Zimmer-, Jahr zeit-, Postscheckkonto No. 7785 Frkft. a. M. Gedenktafel-Stiftungen. Briefe zn richten nach Böderbergweg 63. Man fordere die Bedingungen ein. Nr. Ulbrecht Paul L «ally % Heim mi Plaut u Ge i. F. - 20 I., i. y'. Grünba Löwentf i. F. — iS I., Karolini blum. - bürg. - Bei Seil 21' Ges Perzl-W P. Mib, im Wal 9 Ecl nach Tenbe Stnu Fdr n che in mr Erle Familien Off. n. S Ferlei hOher« ai R £omf., 1 ae und laichend — Nach! Vanden jüd. Preis Sofortig! t.Bothi In g' raf dem Jungen ■ sucht.-. I bei liebe Sie Exp