Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 22 (4.6.1918)
- Date
- 1918-06-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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2. KUft aus chiu ines agte chon!ringe- : bu ' s° Airs ernst ganz hat euch helt^ nehr cklich cmer rttex war »llte, und Oft. Umber eine lpfel als sie man tlern Lust hnen über dxe!lrni ja ernte eil," vor jceit. alS lechunb rheit jnen t Von als hne- Lage inen ließt nrd, acht' ruskosel en," korihm en," num » in UNS» nrok lalu. srat» Stk. 22. ' „Krank? Ich weiß nicht, ob man »reinen Zustand so nennen konnte. Aber daß der Doktor recht hatte, mich aufs Dorf zu schicken, trotzdem mir eigentlich nichts gefehlt hat, ist das nicht wie ein Wunder? Ich habe mich genug dagegen gesträubt, er hat aber nicht abgclassen. Soll ich dir etwas sagen, Josef? An dem Tage, wo ich meinen Koffer für die Abreise packte, kam Herr Julius Arnsteiner, nrein Lehrer, zu niir. .Haben Sie auch alles, was Sie gelernt haben, eingepackt?" fragte er mich. ,Da, Herr Lehrer/ sage ich, ,alles, bis auf di: Partizipialkonstruktion!' ,Gerade die Sprachlehre müssen Sie einpacken/ meinte er, ,und »küssen sie öflers wiederholen, denn wie wollen Sie sonst auf dem Dorfe Ihre hochdeutsche Sprache von den Bauersleuten unterscheiden?' Ich habe also die Sprachlehre einzcpackt zu all den andern Büchern, und immer ivaren i: dem Herrn Julius Arnsteiner viel zu wenig; er lälte verlangt, daß ich alles andere zu Hause lassen md nur Bücher und Papier mitnehnren sollt'. Wie sich ms aber. merkwürdig schickt! Mit einem Male kommt unser Doktor Prager . . . Wie der die Bücher sieht, echt er erst laut auf und sagt dann: ,Was soll mih m vielen Büchern da geschehen?' /Sie nehme ich. aufs üorf mit, Herr Doktor!' sage ich. Da sieht der Doktor rst mich, dann Herrn Arnsteiner mit einem ernsten blicke an und sagt feierlich: ,Rosa geht nicht aufs Dorf, um dort zu lesen ... es darf nicht ein Buch ütgenommen werden.' Bor denk Doktor haben wir uns eiöe sehr gefürchtet. Herr Arnsteiner noch mehr als ih; wir haben nicht gewagt ihm zu widersprechen. Aber wie der Doktor fort war, habe ich's doch ans Irotz und Eigensinn gewagt, und ganz auf den Grund es Koffers habe ich einen Roman gelegt, den inir >crr Arnsteiner geliehen hatte. Das Buch war's, in iclchenr ich die erste Nacht gelesen habe, als ich zu ach kam — auch aus Trotz und Eigensinn, denn ich abe euch damit zeigen wollen, daß ich Bücher lesen inn, ihr aber nicht! Mit dem Buch in der Hand abe ich mich schützen wollen gegen euch, damit ihr mir - icht zu nahe kommt. 'Weißt du aber, was ,damit cschehen ist? Deine Mutter ist gekommen »nd hat es >ir mit Gewalt weggenommen!" „Davon habe ich ja nie gehört!" rief Josef verändert. „Die Mutter hat mich nicht beschäme» wollen!" gte Rosel. „Sie hätte dir sagen »küssen, wie ich mich tmals kindisch und trotzig betragen habe. Erst habe > geweint und gejammert, habe mich so unglücklich fühlt, daß ich den Tod vorgezogen hätte! Einmal hatte > schon das Fenster aufgerissen und habe mitten in der acht aus eurem Hause entfliehen wollen. Wie ich ier zum Fenster hinausgreife, da schnuppert oraußen er großer Hund herum, daß ich erschrocken zurückhr. Merkwürdig! Bon diesem Akkgenblicke an bin! ruhiger geworden; ich habe nicht mehr geweint, ich be angefangen zu überlegen. Was soll ich dir viel zählen? In dieser Nacht bin ich itnt einige Jahr: Ier geworden. Bis dahin bin ich nur die Schülerin 3 Herrn Julius Arnsteiner gewesen, jetzt war ich nt gleichsam weggelaufen. Deine Mutter hat zu mir sagt: ,An einemBuch sollt' es liegen, ob ein Mensch sund wird öder nicht?' Und — siehst du, Josef, glaube, diese Worte waren es eigentlich, die :n,ich geid gemacht haben. Wie ich anr andern Tage deiner utter. unter die Augen getreten bin, da >var ich Frankfurter Israelitisches Familiendlatt. -- eine andere geworden. Bon da an hat mein neues Leben - begonnen." s „Ja, ein neues Leben für uns alle, für dich, für/ mich, für Vater und Mutter," rief Josef freudig. „Mein Prinzessele wird die allerschünste Bäuerin werden." Rosel drohte ihm schalkhaft mit denk Finger. „Jetzt bist du im siebenten Himmel," sagte sie, „vorgestern am Sabbat hast du aber Lust gehabt, wieder Komniisbrot zu essen und auf die Weisheit deiiles klugen Feldwebels zu horchen!" (Fortsetzung folgt.) Die Kriegstranuug von Verwalter H. S. „Na, Kinderchen, nun erzähle ich Euch heute aber etwas Neues!" So ungefähr lautet die Begrüßung der Oberin während einer morgendlichen Visite. Und bei den Verwundeten des Lazaretts, bei den Kranken der Anstalt und in den hellen Räumen der Kinder gab's frohe Gesichter, als man dann hörte, der „Herr Doktor" werde kriegsgetraut. Das größte Ereignis aberj war, baß. die Trauung in der idyllischen Synagoge des Krankenhauses stattfindeu sollte. Monatelang befand sich der junge Arzt infolge seiner schweren Berwtindung iin Lazarett. Durch sein einfaches, stets freundliches Wesen, durch die verständnisvolle Art des Verkehrs den Verwundete» und Kranken gegenüber, hatte er sich die Wertschätzung aller errungen. Es war nicht nur der Mediziner, sondern der sangesfrohe Mensch, der bei besonderen Gelegenheiten, sei eS bei den Semiraus an den Freitagabenden oder bei bcti Gesängen in der Synagoge, seine prächtige Stimme ertönen ließ. Anr schönsten waren die Jargonlieder, die er. den kranken Kindern ab. und zu in köstlicher Wiedergabe vortrug; da gab's ein Jubeln ohne Ende. Mit welcher Freude daher die Nachricht der Oberin aufgenommen wurde, läßt sich denken. Der Tag nahte heran, und in dem hell leuchtenden, feierlichen Gotteshause fand sich eine andächtige Gemeinde zusankmen. Selten wohl sitld Worte des Rabbiners, die dem jungen Paare galten, so eindringlich und tief in aller Herzen eingedrungen. Als bctim der ehrwürdige Redner daraus hinwies, wie gerade diese heilige Stätte geeignet sei, beni Brautpaare Erinnerungen des Lebeits mitzugeben, in der Hinsicht, daß alle Schickungen und Fügungen durch die Zusammengehörigkeit edler Menschen in Verbindung rnit dem Streben nach Gutem ltnd Schönem gemildert werde, da giitg es wie ein Fluidum durch die kleine Gemeinde der Verwundeten und Kranken. Sie alle empfanden Bedeutung und Titln dieser Gedanken. Und bei den Schema Brochaus, die dem jungen, in altjüdischer Weise vom Tallis umhüllten Paare entgegenklangen, ging gleichzeitig ein unhörbäres Singen und Klingen durch de» Raum, das leise beschwingt hinausdrang in den blühenden Park und dann von dem lieblichen Gesang der Vögel weitergetragen wurde. Es war das Singen und Klingelt der Menschenliebe. Literarische Chronik. Das Grab Sabdatat Lewis. Der ungarisch-jüdische Historiker Jekutiel Jehuda Grün Wald, der zurzeit Militärdienst in Albanien leistet, ließ sich dort die Forschung nach jüdischen Familien angelegen sein. Er'fand im okkupierten Gebiete Albaniens, wie die „Ungarische Korrespondenz" berichtet, im ganzen drei Juden: einen in Durazz», zwei in Berat. Bei seinen Forschungen nach alten jüdischen Grabsteinen machte ein Pope ihn darauf aufmerksam, daß in Berat, daS die Mohammedaner Arnut - Bellgrade nennen, „ein großer jüdischer Prophet" begraben sei. Grünwald begab sich unverzüglich nach Berat, wo er das Grab des einstigen falschen, Propheten Sabbatai Zewi fand. Ein ein» Seife L. facher Grabstein mit der Inschrift Cerkgk Mehemed bezeichnet" die Stätte, wo der Mann, der die halbe Mit in Bewegung gesetzt hatte, zur ewigen Ruhe gebettet ist. A l t a i ch von L u d w i g >T h » m a. Eine heitere Sommergeschichte. 394 Seiten, geh. 6 ,lk, geb. 8 ,K. München, Albert Langen. Altaich, ei» verschlafenes Oertchen in Bayern, ist durch den Anschluß an die Bahn plötzlich mit der „großen Welt" verbunden worden» eine Tatsache, die dem neuerungssüchtigen Ortskaufmann den Gedanken eingibt, aus Altaich einen modernen Luftkurort zu machen. Die Zeitungsreklame wirkt, Sommerfrischler aus allen deutschen Gauen erscheinen auf der Bildfläche. Bald herrscht ein Hochbetrieb, dem gegenüber aber die Altaicher im allgemeinen durchaus die Ruhe des Gemüts bewahren. Der echteste Vertreter dieser konservativen Elemente ist der Hausknecht der „Post", der wackere Martl. Und Marti behält recht: der Fremdenschwindel geht vorüber, die Gäste reisen ab, die losen Fäden, die sich gesponnen haben, zerflattern,-Altaich sinkt wieder in sein selbstgenügsames. Ml fleißiges Lebe» zurück. Thoma hat diese einfache Geschichte mit allen Vorzügen seiner Kunst gestaltet und ihr als wahrer Künstler einen tieferen Sinn gegeben. Uns liegt hier zum ersten Male ein humoristischer Roman aus Thomas Feder vor. OffenbMher Druckluft-Anlagel QffaobaGh »» U. TdtftmlSS. (Anacfalnnn nritFrankftnt). 1 Jewflhrteate TspplOhPOlnfpang (IQ&OOQ qm jährlich}! sowie unübertroff an» BattfadarnratntgHng mittelst ■ Drucklnft nnd Waaserdampf. Woche»-Sale»der. Samstag, 8. Juni (28. Siwan). Sabbat-Anfang in Frankfurt 8 Uhr, Sabbat-Ausgang in Frankfurt IO1/» Uhr, in Berlin 10 Uhr 24. Min. Wochenabschnitt: Schelach-Lecho. — Die zwölf Kundschafter. Vorschriften über die Speise- und Genußopfer. Ter Sabbatentweiher. Parschas Zizzis. Rausch-ChaudeschTamus: Montag nnd Dienstag (10. und 11. Juni). Sabbatgottesdienst in Frankfurt. Freitag abend 8 Uhr in den meisten Synagogen (Königsteinerstr. 7 Uhr, Hauptsynagoge 6 Uhr). Samstag früh 8>/i Uhr in den meisten Synagogen (Hauvtsynagoge 9 Uhr, Königsteinerstraße 9>/° Uhr). Wochengottesdienst in Frankfurt. Morgens 6»/- Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagvge 71/0 Uhr, Königsteinerstraße 7V» Uhr). Abends 8V1 Uhr itt den meisten Synagogen (Königsteinerstraße 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr). Vereirrs-Saleirder. Talmud-Thora- Verein., Sanrstag zwischen dem 2. Mincha- und Abendgottesdienst: Lehrvortrag. Verein Montefiore. Mittwoch, S-V't Uhr, Religionsphilosoph. Kurs (Dr. Rabin); Samstag. 5 Uhr: Gesellige Zusammenkunft, Gäste willkommen. FanrMermachrichte». Barmizwos. Justin Biitg, Sandweg 6; Le» Löwenstein, Jahnstr. 33; Benno Kuh, Zeit 6, Synagoge Börneplatz. Verlobte. Recha Held, Obermainanlage 24 mit Max Erlanger, Luzern. Gestorben. Benzion Bamberger, Friedb. Anlage 29. — Sophie Lichtenstein geb. Rothschild, 52 I.. Leerbachstraße 22. . Das Allgemeine jüdische Krankenhaus „Sch.aa.re - Zedek“ zu Jerusalem. bittet für seine Kran Isen, Organisation rein europäisch. Isolierhäuser für Ansteckende. Geschäftsleitnng: Frankfurt am Main. Aufnahme unterschiedslos für Alle. Höchste Anerkennung aller Behörden. Postscheckkonto No. 7785 Frkft. a. M. hält sich für gewissenhafte Uebemahme von Stiftungen empfohlen. Setten*, Zimmer-, «Fahrzeit-, Gedenktafel - Stiftungen» Man fordere die Bedingungen ein Briefe zu richten'nach Röderbergweg 63.