Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 14 (8.4.1918)
- Date
- 1918-04-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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i. scheu -oh» er?" inen nem und nem «g»- srau >«ch. eininde :rall INN, eimcnt- Nr. 14. MW die 8. K man soll, nicht sagen, wir hätten wie Bauer» an ihr gehandelt." Mit großer Bestimmtheit erklärte sie sodann, wie sie diese ehrenvolle Änfnahnre ins Werk setzen wolle. Bor allem müsse das neue „Kutschet", das sie jüngst ans dem Nachlasse des Pfarrers gekauft, geputzt nnd hergcrichtel werden: darin müßre man die zwei „Schimniel" Vorspannen, die besser zögen als die arbeitgewohnten „Braunen" und besonders müsse man daraus sehen, dass sie iveich sitze und nicht z» sehr geschüttelt werde. Der alte Bauer brummte etwas vor sich hin, was niemand-vcrstaMi, cs mochte eben nicht voll Feinheil gewesen sein. Dennoch meinte er nach einer guten Weile, Gitel sollte 'zufrieden sein, er ivolle zugleich Glöckchen an die Pferde binde», damit man schon von Iveitem ivüßre, das; er mit Hannele Ehrenfelds Tochter komme. „Das laß ja sei», Feiivel," sagte hierauf die Bäuerin, die dies für Ernst nahm, „das Klingen mit den Blocken könnt' die Kranke erschrecken. Das last ja sein!" Da schlug der Bauer ein Gelächter ans. Vast e-Z wie der Widerhall eines schweren Geschützes. klang, und auch Joses, der seit dem Bvrtescn des Briefes mürrisch im Hause umherging, stinimte herzhaft darein. „Lacht nur," sagte Gitel ohne jede Bitterkeit, „keiner von euch beiden weiß, wie man mit einem Kranken umgehen muß — nnd leider Gottes har' keiner von euch Gefühl." Was den ehemaligen Korporal betrifft, so hatte die Bäuerin auch vollkommen recht: es war eine merkwürdige Erregtheit über ihn ^gekommen, seine ganze Natur schien mit einem Male eine tiefe Wandlung crfabren zu haben. Was seiner soldatischen Anschauung am meisten wehe tat, war, das; die Eltern, besonders aber die Mutter, jo leicht auf das „Kommandv" jener Hannele Ehrenfeld „pariert" hatten. Was ging sie jene Frau mit all ihrem Aeichtuinc an'? Warnin hatte sie der Mntter, deren K.r«Mrt« NMitMeS KamitzMbkM- Fceundin sie geivesen, in dreißig langen Jahren nicht geschrieben? Jetzt erst, wo sie ihrer dringend bedurfte, jetzt erst erinnerte sie sich der ehemaligen Kameradschaft. Habe die reiche Hannele das Recht, in einem solchen Tone mit der Mntter zu sprechen, bloß iveil diese eine Bäuerin sei? Ileberhaupt müsse man zuerst fragen, was mehr wert fei: das Gewölbe der reichen Frau, oder der Hof niit allen Aeckern, Pferden nnd Kühen dazu, worauf die Eltern keinen Kreuzer schuldig sind. Des Brieses, den das kranke Mädchen geschrieben, gedachte er übrigens gleichfalls mit Zorn. Wie sich die „Pntznase" unterstehen könne, über ihre Kühe und Ochsen zu spotten? Weil sie Französisch spreche nnd wisse, was Schiller sagt (Josef wußte e-S nicht!, deswegen habe sie noch nicht das Recht, sich über ihr Dorf lustig zu machen. Er Iverde ihr aber zeigen, ivie ein „Landmotz" mit solchen Geschöpfen uinziigehen wisse. Zeitlebens werde sie , an ihn gedenken. Josef hütete sich übrigens ivvhl, diese rebellischen Gedanken vor der Mutter zu offenbaren: er wußte, daß an der Sache nichts mehr zu ändern sei. Sein ganzer Widerstand beschränkte sick) also darauf, daß er ganz j gegen seine Natur unwirsch im Haus sich herumtrieb, j ans Frage» die Antworten schuldig blieb und zuweilen! sogar träumerisch vor sich niedersah, als beschäftigten i ihn Gedanken, die nicht gern erraten werden wollten. Am Montag in aller Frühe fuhr der alte Bauer i wirklich nach Brandeis; >vie Gitel cs gesagt, so war'» geschehen. Das „Kntschel" war frisch gewaschen worden,! und die zn>ei Schimmel standen' so glänzend gestrählt da, als hätten sie ihr Lebenlang „herrschaftliches" Futter genossen. Mit eigenen Händen trug dann Gitel noch Polster nnd Kissen herbei, daniit die Kranke iveich sitze. Gortschung jwkgt.) OfflNftbaeii«* Oraeklaff- Anlage I FÄmrbnM s. 8i. Telefon 123. fttNaHhlnss mitFrankfintJ. I Bewährteste T8en!ch?*ia£au39 (100,000 gm jährlich) Jsowie unübertroffsas BsttTsdornrclnlflung mittelst Druckluft und Wssserdampf. SM 3. Woche»-Sale«Äer. Montag, Omer-Tabelle. 8. April abends: 12. Dienstag, «. .. „ IA Mittwoch, 10. „ M. Donnerstag , U. .. „ 15. Freitag, 12 „ W. Zionistische Iu g e n d g ru p pe. Donnerstag, Kaffee Hauplwache, &V2 Ubt: Generalversammlung. ' — Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Kassenbericht, Bericht über den Zusammenschluß der nat. jiid. Jugendvereine, Entlastung und Neuwahl des Borstandes, Wahl zweier Kassenrevisoren. Verschiedenes. AmaUiemmchrlchte». Verlobte, Thessie Kaufftnann, Röderbergweg l82 mit Heinrich Wertheim, ElSheimerstr. 7. Gestorben. Johanna Hanau, geb. Buseck, 63 I., Theobaldstr. 23. — Moritz A. Wolf, S4 I., Langestr. 14. — Emilie Ster» geb. Hecht, 88 I., Bäckercveg 32. — Klara! Guckenheimer, 70 I , Bamnweg S. — Jakob Seckbach, 8!) I., Langestr. 33. — Johanna Dormitzer geb. Schiff, 76 I. — Walter Frank, 20 I.. Rappstr. 0, i. F. — Der Hornstein, 72 I., Friedb. Anlage t3. — A»S»Srti«e AkttsUiemrschrichte». Gest 0 rbe n. Geh. Kommerzienrat JgnK Bing, Nürnberg. — Isidor Kauft»"»»/ 60 I., Rheinbischofsheim. — Styeulfetf. Beim Frankfurter Israelit. Familienblatt gingen ein: Siegsr. Rosenberg z. 23. Nissan 2 Bäume'" im Walter Katzenstein-Garten 12 Mk. Bei der Nationalfondskoinmisswn lJ. Heimaim, Zeit 2t) gingen ein: P a l ü ft i n a - R 0 t st a 11 b s a 11 i 0 n. Liebermami Rvtschild 100 ML: Dr. Friedr. Rotschild 30 Mk.: Leop. Heß u. Frau gratuliere» zur Hochzeit Neuhos-Strantzer 1 Mk. — B ü rf; senlee r u n g. Ing. Fellgin 3,43 Mk. m Vss Allgemeine jüdische Krankenhaus „Schaaire-Zedek“ zu bittet für seine Organisation rein europäisch. Isolierhäuser für Ansteckende. Aufnahme unterschiedslos für Alle. HSohste Anerkennung aller Behörden, hält sich für, gewissenhafte Uehernahme von Stiftungen empfohlen. Betten-, Zimmer-, Jahrzeit-, Briefe zu richten nach Rädarhargweg 83. Geschäftsleitang: Frankfurt am Main. Postscheckkonto Ne. 778» Frbft. a. M. Bedenktnfel - Stiftungen, Man fordere die Bedingungen ein. mele agcn ichen 'one, crum pfeln von drauf igen, Verdes ndin :ssen, aufiferte vemt lieleS den) VersUdsrte u. sohl 8Wer BBbraushs- und Luxasgeganstända. Vellständige Essbesteeke-Etarlehtangen Alpacca-Unterlage schwer versilbeit Sabbatlenchter. B. Bolirinann Nachf,, Frankfurt am Main Har Sawdweg 21. Tel. II. 1040. MMIlM och Raslarmaessr nnd ödere Schneidwerkzeuge schleift G. Kramer, K Yntfeterstriüse 28. nene und __gebrauchte Franfifurf i> M., , Gr. 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