Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 16 (1918)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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®,«4j S- Frankfurter Israelitisches Familienblatr. Nr. S. - - -—. angep; das Reich des ewigen Friedens, dieses eigenste stlt der jüdischen Propheten, wirb die ganze Dienschheit umfassen. 91 Md am Mickiewicz war jüdischer Abstammung. Seine Mutter, eine geborene Majewska, entstammte einer jüdischen Familie, die als Anhängerin des Pseudomessias Frank 1759, also 28 Jahre vor der Geburt des Dichters, zum Christenturn überttat. Diese Abstammung -war Mickicwicz bekannt, wenngleich seine polnischen Biographen diese ihnen.unbequeme Tatsache meistens verschweigen und seine Mutter kaum erwähnen. Biele der Schriften Mickiewicz, seine Psychologie, seine Messiasgläubigkeit beweisen seine seelische Verwandtschaft mit dem Judentum. - Frieden auf Erden von Albert Bach. 1917. Verlag Hermann Krüger, Berlin-Zehlendorf. Aus dem Inhalt: „Tie Juden glaubten seither, demokratische Einrichtungen bedeuten ohne weiteres die Erlösung. Das ist ein Irrtum. Der soziale Wert der Demokratie wurde überschätzt. Tie Demokratie, die äußere Freiheit, hat nur dann einen mächtigen, ethisch-sozialen Wert, wenn ihr Gelegenheit geboten ist, sich mit der inneren Freiheit des Menschen zu verbinden. Die Demokratte alkin verbürgt nur die Durchführung des Willens der Majorität. Die Majorität aber kann ebensogut dem Bösen wie dem Guten dienen. . . . . Das Judentum betont weniger eine Weltanschauung als dse.Notwendigkeit einer naturgesetzlichen Hebung zur Bcrwirllichung der Menschenfreundlichkeit und zur Erhaltung des Lebens." Jüdische Kriegstrophäen von Judäus. 40 Seiten, 75 Pf. Leipzig, M. W. Kaufinanu. Ter Krieg hat Erkenntnisse gebracht, die, im Spiegel des Judentums bettachtct, dessen Wahrheit zeigen. Das propagandistisch zu verwerten, ist Pflicht gegenüber allen jenen jüdischen Kreisen, die sich der jüdischen Lebensart entfremdet haben, kräftigt aber auch die ttaditionstreuon Kreise. Sv hat der Krieg die Bedeutung der Gesetzlichkeit erkennen gelehrt — und das Judentum ist „Giefetzes"- Religion. „Nicht der Glaube, das Gesetz macht selig, macht mächttg und entscheidet über Krieg und' Frieden, über Wohl und Wehe der Völker und jedes einzelnen." So hat der Krieg ferner die „messianischen Hoffnungen" und den „Friedensgedanken", Höhcnziele des Judentums, in das Licht ihrer Bedeutung gerückt. Judäus lenkt den Blick des Lesers auf diese Tatsachen. Freilich ist seine Behandlung der Fragen eine zu leichte urrd fordert auch zur Kritik Heraus. Pole» und Juden vonDr. Max Rosenfeld. Zeitgemäße Betrachtungen. 1917. R. Löwit Verlag, Ber- ' lin und Wien. Brvsch. 63 S. Man sollk ’ meinen, daß allmählich das Nötige über die Ostjuden, ihre gegenwärtige Lage und die Aussichten für ihre Zukunft gesagt und geschrieben sei, und noch immer steigt die Flut der Schriften, die sich mit diesem Gegenstände befassen. Ob dres der Sache selbst zum Vorteil gereicht? Fast jeder Schriftsteller ist dabei mehr oder minder genötigt, zur Begründung seiner Anschauung einen historischen und wirtschafttichen Rückblick zu geben, ohne daß dabei heute noch viel neues Material bcigebracht werden lönnk. Man darf dem interessierten Leserkreis heute doch schon einige Keruttnisse zuttauen. So kommt cs, daß man in der Regel die einleitenden Blätter derartiger neu erscheinenden Schriften fast etwas gelmtgweilt liest und ermüdet ist, wenn man dort anlangt, wo der Verfasser das am meisten interessierende Problem, die -Lösung der Frage, behandelt. Das trifft auch auf die anzuzeigende Rosenfeldsche Broschüre zu, deren erste Hälfte einen Ueberblick über das geschichtliche und wirtschaftliche Verhältnis der Juden zu den Allen, sowohl im Königreich Polen als auch in Galizien bietet, ein Thema, zu dem sich ja der Verfasser schon früher öfters eingehend geäußert hat. Die Schwierigkeit des Probkms sieht der Verfasser in dem national-kulturelkir Gegensatz und der wirtschafttichen Sttuktur. Er lehnt die Lösung der polnischen Judenftage in der von den Polen und den sogenannten „Führern" der. polnischen Juden erstrebten Art, nämlich die Assimilation, ab. Die Aeichen Rechte, die man den Juden als Gegengabe für die Betäügung guten polnischen Bürgertums gewähren wolle, seien ja heute schon vorhanden, während eine wirtschaftliche Gleichberechtigung sich nicht durch Gesetz aufoktroieren lasse, auch für den polnischen-Staat selbst! keineswegs eine so einfache Sache sei. Die Assimilation, welche die Polen wünschen, sei wesentlich eine politische, das bc- . deute aber nicht nur Aufgeben der eigenen nationalkulturellen Sonderheit, sondern eine unnötige Verschärfung des Gegensatzes zwischen den Juden und den andern Nationen, insbesondere in Galizien zu den an Zahl dort den, Polen fast gleichen Ruthenen. Rosenfeld wünscht dagegen, daß die Juden. in Polen und Galizien lediglich positive jüdische Realpolitik treiben, d. h. Pflege des Ncitional- . Kulturellen unter selbstverständlicher Wahrung der völligen Gleichberechtigung. Das Wesentlichste hierfür ist nach ihm die Schaffung einer Organisation der polnischen und galizischen Juden, die eine legitimierte Vertretung des jüdischen Voltes nach außen darstette und im Innern die Macht zum Ausbau in der geschilderten Richtung habe. In den bestehenden jüdischen Gemeinden sieht R. heute schon eine geeignete Gruirdlage für diese Organisation, die allerdings auch noch das Genossenschasts-, Gewerk- .schastswesen, Förderung der Heimarbeit u. dcrgl. in den Kreis ihrer Tättgleit ziehen müsse. Den für Oesterreich vorgesehenen Gesetzentwurf sieht er im allgemeinen, soweit Galizien in Betracht komint, hierfür als brauchbar an, und begrüßt auch für Polen, iin Gegensätze zu manchen andern bon natioiwl-jüdischcr Seite geäußerten Ansichten, die von der deutschen Regierung in Polen eingeführte neue, jüdische Gcmeiudevcrfassung als einen Fortschritt in der' von ihm angedcuteteu Richtung. Er findet in dieser Verfassung viele nationale Werte und das Bestreben, heute schon den Juden nattonake Gruppenrechte zu gewähren. R. führt insbesondere des weiteren aus, warum diese Lösung auch für die Polen selbst die Vorteilhafteste sei. Im übrigen verkennt der Verfasser nicht, daß in diesen Ländern heute noch alles im Fluß und die Entwicklung, obzuwarten sei. Das ist richtig, drückt aber allen diesen Lösungsversuchen den Wert des Problematischen auf, denn noch sind die Imponderabilien zu groß, als das man schon völlig klar sehen könnte. Es bleibt noch anzuerkenncn, daß sich der Verfasser jeder unnützen Schärfe in der Polemik enthält, die Diskussion mit den Gegnern vielmehr in sachlichster Weise führt. Dr. S. Schw. (z. Zh. im Felde.)' Literarische Notizen. Preisausschreiben für Jugenderzählüngen. Die vom Ausschuß für jüdische Kulturarbeit für das von ihnl veranstaltete Preisausschreiben für Jugenderzählungen eingesetzten Preisrichter, Dr. Max Brod, Dr. Martin Bub er und Oberlehrer Moses Calvary, haben nach Prüfung des Einlaufs beschlossen, von der Verwihung eines ersten Preises abzusehen, dagegen de» Erzählungen „Der Lichtsieder und sein Gast" (Kennwort: Elijahu) und „Jerusakm" (Kennwort: Erez Israel) je einen zweiten Preis im Bettage von M. 200 und der Erzählung „Elisar und Jonadab" (Kennwort: wie Titel) einen dritten Preis im Bettage von M. 100 zuzucrkennen. Bei Eröffnung der Umschläge ergäben sich die nachstehenden Berfassernamen: „Der Lichtsieder und sein Gast" C. Z. Klötzel, „Jerusalem" H e l e n e H a n n a Co h n, „Elisar und Jonadab" Dr. H. Glanz-Schar. Das Z. K. der jüdischen radikal-soziakistischen Partei Poale Zion hat in Odessa eine Halbmonatsschrift gegründet, mit Namen: Jedirjeuje". Die Losung lautet: „Am'echad erez achat, sasa achat". (Ein Volk, ein Land, eine Sprache.) Seit dein 1. Januar (alten Stils) erscheint in Petersburg ein bolschewisttschcs Blatt in jidischer Sprache. Unter die Mitarbeiter zählen bekannte Bolschewisten wie Steklow, Grüuberg und andere. lOffesl^eber Brueklnft-Anlage | IOffsnfcaßh a. 8. Telefon 123. (AiwbMiibb mitFrankftnt)J ewfihrteate Tcpplehrefnlgnuig (100,000 qm jährlich)! |sowie unübartroffans BettfedarnralnlguiiB mittels« f Drncklnft and Wcsserdampf. Woche«-A«le»der. Samstag, 2. März (— 18. Adar) Sabbat-Anfang iw Frimk. furt a. M. 5, Uhr 35 Min. — Sabbat-Ausgang in Frankfurt 6 Uhr 55 Min., in Berlin 6 Uhr 25. Min. Wochenabschnitt: Ki-Sisso. — Die Schekelsteuer. Die Gewürze für Salböl und RLücherwerk. Der Sabbat als Bundrszeichen. Das goldene; Kalb. Moses' zweiter Aufenthalt auf dem Berge. Die Pflicht der Wallfahrte,, und der Weihe der Erstgeborenen. Gabbatgottesdienst in Frankfurt. Freitag abend 5 Uhr 35 Min. in den meisten Synagoge» (Königsteinerstt. 6 Uhr, Hauptsynagoge 6 Uhr).. Samstag früh 8«/i Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagog« 9 Uhr, Köuigsteinersttaße- -9«/, Uhr). Wochengottesdi«nst in Frankfurt. -Morgens 6V* Uhr in den meisten Synagogen (Hauptshnagoge, Köuigsteinersttaße?Vs Uhr). Abends. 5Vr Uhr in den. meisten Synagogen. (Königsteinerstratze 6 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr). ipei ond« totl wer abend. Berews-Saleuder. Verein Montefiore. Freitag abend, 81/* Uhr: Geselliger Unterhaltung^ Tel. Ol» Sti 2 Krimlsurter Ka«Uie»»achrich1e». E. Tochter Sigmund Schott (Hirsch,), Geboren. Bettinaplatz 70. B>a r m i z w o s. Samuel Speier, Qstendstt. .28, Moses Schnerb, Ostendstt. 18; Leop. Hauptschein, Rechneigrabenstraßc 17, Synagoge Friedb. Anlage. — Arnold Meyer, Fricdb. Landstt. 62, Shnagoge Börneplatz. — Paul.Grünebaum, Hölderlinstt. 27, Synagoge Königsteinerstt. Verlobte. Rosck Mela, Mainluststt. 16 mit Rechtsanwalt Dr. Julius Grüuebaum. G e st o r b e n. Babette Bergfeld geb. Bermann, 83 I.. Hegelstr. 12. — Henriette Kahn geb. Maier, 57 I. — Moses Wolf, 52 I., Hohenstaufenstr. 23. — Rosa Heß geb. Hochschild, 71 I., Mendelssohustr. 56. — Helene August gib. Marx, 80 I. — ahn« iebc a och HP! J lütig ud 1 er» Auswärtige Familieuuachrichte» Geboren. E. Tochter Dr. Jakob Marx (Fuchs), Karlsruhe. — E. Sohn Dr. Julius Simon (Tuchmann), Nürnberg. — E. Sohn Hugo Vogel (Ettlinger), Aschaffenburg. — E. Tochter Ernst Königsbcrger (Wolfs), Aachen Verlobte.' Bella Schestowitz, Wendelshrim mit Julius Baumgartcn, Mainz. — Hede Silberbach mit Alfred Simon, Köln. — Alice Hodeuberg, Pyrmont mit Dr. Ernst Herzbcrg, Acrzen. — Hanna Humbcrg, Klein Rocken mit Georg Simon, BielefeÜ». Gestorben. Jakob Heymann, 76 I., Höchst a. M. — Therese Schimmelburg gib. Rosenthal, 88 I., Aschersleben. — Frieda Rosenberg, 75 I., Hamburg. — Joel Stcinberg, 74 I., Schöneberg. — Rosa Cohn geb. Cähn, 75 I., Halberstadt. — Adolf Steinhardter, 64 I., München. — David Emmerich, 63 I., Aschaffenbiirg. — Rebekka Schnürmann geb. Cassewitz, 73 I., Straßburg i. Elf. lal prec l kam Dt.! Speude«. Bei der Natioiiaksouds-Komnrissioii (I. Heimann, Zeit 21) gingen ein: Goldenes Buch. Walter Katzenstein s. A. der Stammtisch Frankfurt der K. I. V.cr ihrem lieben Bundcsbruder 175 M.; Zionist. Jugt-ndgruppe, Nationakfondsmarken 15,50 M.; 2 Oelbänme im K. I. W.er-Hain, die Teiluehnterinnew und. Teilnehmer des hebr. Sprachkursus auf den Namen.des Herrn Rabbiner Lewin 12 fOl.; bei Vermittelung der Wohnung an Leo Goldschmidt und Braut von M. Rapp 10 M. Nationalfonds. Julius Kronenberger anläßl. Jahrzeit 20 M.; Simou Bentheim anläßl. Jahrzeit 5 M.; Erich Fromme, Liebigstr. 27, 1 Baum im Walter Katzenstein-Garten 6 M.; Leo Goldschmidt u. Frau Therese geb. Eisemann ank. ihrer Vermählung 30 M. eldi ,°r) ktal Pro, Shn Le, Fra, Das Allgemeine jüdische Krankenhaus „Schaare - Zedek“ zu Jerusalem bittet für seine Kran te.en. Organisation rein europäisch. Isolierhäuser für Ansteckende. Geaehäftsleitang: Frankfurt am Main. Aufnahme unterschiedslos für Alle. Höchste Anerkennung aller Behörden. Peßtscheekkanto No. 7785 Frkft. a. M. hült sich für gewissenhafte Uebemahnua Ton Stiftungen empfohlen.« Betten-, Zimmer-, «Fahrzeit-, Credenk tafel - Stiftnngen. - - ' Man fordere die Bedingungen ein. Briefe z# riehten noch JLSderbergweg 63.