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Neue jüdische Presse · 1918-02-15 · Heft 7 (15.2.1918) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
16 (1918)
Issue
Heft 7 (15.2.1918)
Date
1918-02-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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E«te 6 . ..iratT* , »r— i»1» ■»■i.j.■;.!» yj. .1 Bibelwsrt «sd Usturvisieuschast. Rabbiner Dr. Lewenstein sprach im Berein Kadnnäh in Zürich über das Thema ,Hibelwort und Naturwissenschaft." (Er gab verschiedene Analysen von hebräischen Warten undbewies damit, daß manche naturwissenschaftliche Tatsachen, die erst vor einigen hundert Jahren durch dir Wissenschaft festgestellt wurden, von jeher schon in der hebräischen Sprachsecke lebten. So nrnß z. B. das Wort „Erez" von laufen, bewegen, hergeleitet wecken, lebt also in der hckräischen Sprächseele als eine freieKugel, schwebend im Luftraum. Bis vor 850 Jahren war das Wort der Schrift: „Es wecke Licht"', das nach dem.Schöpsungsbericht am ersten Tage entstand, überhaupt im Gegensatz zu der naturwissenschaftlichen Uckerzeugung, denn Licht war nur denkbar als von der Sonne und von den Sternen ausstrahlend, die aber erst am vierten Tage ins Dasein traten. Als der Aether als der Träger der Lichtschwingung eingeführt wucke, konnte das Licht des ersten Tages in seiner ganzen Bckeutung erfaßt wecken. Das .Majehi chain", das wir bei den übrigen Schöpftuigstagen finden, ist beim Bericht des ersten Tages erscht durch „Wajehi aur", das, wie eine genaue Prüfung des Wortes lehrt, im Gegensatz zu jenem Wort nicht den stabilen, blechenden Charakter hat. — Gegen eine solche Annahme hätte man bis zur Entdeckung des Radiums — vor 20 Jahren — den schärfsten Protest eingelegt. Es ist nun heute sicher, daß das Radium, das Stoff und Kraft zugleich ist, beim Entstehen unseres Sonnensystems das Chaos erfüllt haben muß; ebenfalls steht fest, daß diese enorme Lichtquelle durch llmwanN-rng der Lichtatome zu anderweitiger Verwendung im Uk.: ,:sum ihre ursprüngliche Lichtintensität einbüßte. Also verstehen wir .Majehi aur" und nicht „Wajehi chain". Nach dem Schöpsungsbericht waren die ersten Lebewesen die Wassertiere und nach ihnen die Vögel. Damit- und auch nnt dem Bericht des sechsten Tages, stehen die Dmwinsche Theorie und der Haeckelsche Monismus in Widerspruch, denn nach ihnen haben alle Lckewesen sich auseinander entwickelt. Alle gehen nach ihnen auf eine anorganische Urform zurück, die zu einem organischen Lckewesen wucke. — ©er Widerspruch zwischen. diesen Theorien und dem Schöpsungsbericht der Bibel liegt nicht in der Behauptung an und für sich, daß das organische Lcken und auch die Seele sich aus den anorganischen Stoffen entwickelt hat; denn auch das Wort: „Die Wasser soll», wimmeln von lebenden Wesen, und die Erde soll hieckorbringen lebende Zinsen", sagt dasselbe. — Der Widerspruch liegt: in der Lehre des zufällig«! Entstehens; in der Ausschaltung eines göttlichen Schöpfers; in der Lehre der Abstammung von einer Universalart; und in der Lehre, daß sich der Mensch aus dem Tier entwickelt hat. — Für die ersten dieser Lehren fehlen alle Beweise; sie find also ohne besonderes Interesse für uns. Unser Interesse wecket sich den baden letzten zu, zu deren Stütze TatbestLlde angeführt werden, ©er Referent läßt sich in anschaulicher Erklärung auf die Haeckelschen Deszen» denzthevrie ein, die jckoch durch dessen eigene Festlegungen nicht beweisfähig blckbt und bespricht dann kurz die Theorien Darwins. Don großem Interesse sind die Tatbestände der geologischen Forschung: Die aufgesundenen Versteinerungen sprechen gegen jcke Entwicklungstheorie; sie liefern vickmckr eine Jlurstration zum Bibelwort. Nach der normale» Entwicklungslehre hätte nämlich die Natur nach den niedere» Wassertieren Millionen Jahre nötig gehabt, um es zum Wickeltier zu bringen. Die geologischen Studie» zeige» aber, daß unmittelbar über der ältesten Schicht der Erbe, wo Kickse sich ficken, schon Fische, also Wirbelt«re auftreten uck keine Zwischenperiobe besteht, die Kunde gibt von den vielen Entwicklungsstufen zwischen Gliedertieren uck Wirbeltieren. Wenn im Bericht des fünften Tages das „Wajehi chain" fehlt, so liegt darin der Sinn, daß der Zustack, der an jenem Tage geschaffen wurde, kein hwibender sein sollte, daß also die Vögel nicht ,Massertiere sein sollten nnt der Fähigkeit zu fliegen", sondern daß, für sie ein anderer Zustack vorgesehen war, der sich in dem Worte Gottes erklärt: Die Vermehrung der Vögel gehe fortan auf dem Trocknen vor sich. Durch die geologischen Stckien wird der Entwicklung der Dinge' auf Erben, der Erde selbst und der Lckewesen selbst. Jcchrmillionen zugeschriebeii, — uck wir schreib«! nur 5678! Da haste» wir an" einer falschen Frankfurter UraelitischeS Familienblnti. — -, -■ ■ ■' - - Vorstellung, denn wir zählen 6678 Jahre nicht seit Schaffung der Welt, sondern seit Erschaffung des Menschen! — Diese Zahl' ist, was den ' Menschen angeht, unangetastet geblieben/ denn die größten Autoritäten her Wissenschaft haben die Feststellung bestätigt, daß in den Fossilien niemals Menschenreste gefunden wucken. Ob die Erde nur 5678 Jahre alt ist, ist eine Frage, die vom Bibelwort nicht so einfach beantwortet wird. Wenn die Beweise erbracht wecken könnten, daß die Ecke schon Millionen Jahre alt ist, dann würde sich im Bibelwort noch nichts finden, das dagegen spricht; denn da heißt es: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Dieser Anfang kann Jahrmillionen zurückgehen. Eine alte Ueberlieferung berichtet, „daß Gott immer Welten geschaffen hat". Im Anfang — wann, das steht nicht geschrieben — ist diese Konstellation der Welt geschaffen worden. ■, Der Bibelbericht über die Reihenfolge der Schöpfung: Licht — Atmosphäre — Wasser — Land — Säugetiere, ist von der Wissenschaft anerkannt. — Aber der Streit wird um die sechs Schöpfungstage geführt. Das Bibelwort endet bei jedem Tagesschluß: „Es ward Abeck, und es ward Morgen." Für die ersten drei Tage, an denen weder Sonne noch Sterne da waren, kann es also nicht unser heutiger Tag von 24 Stunden sein. Weitere Beweise liegen - in der Urbedeutung der Worte „Erew" und ,Aauker". Aber eS ist ja gar nicht feststehend, daß MUlionen äahre nötig waren zur Hervorrufung aller Revolutionen. in Beispiel aus neuerer Zeit, das gegen diese Annahme spricht, ist die Gewinnung von Graphit in einem hocherhitzten Ofen innerhalb 12 Stucken; während nach Angabe der geologischen Lehre die Entstehung des Graphits 100000 Jahre brauchte. — Was uns heute MUlionen Jahre zu erfordern scheint, kann sich damals in Stunden vollzogen Habens denn wir haben leine Vorstellung von den Kräften, die in der Natur wirksam waren, als sich noch alles im Werden befack. — Das wissenschaftliche. Wissen steht nicht im Widerspruch mit dem Äibelwort; nur die beschreibende Wissenfchast behauptet viel zu wissen, was nur zu vermuten ist. Darum: Erforschen wir die Natur, aber erftrschen wir auch den Urtext des Bibelwortes, denn auch dieser Urtext ist lckeckige Natur! Literarische Chronik. Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen. Jhrg. 2, Heft 1—3. Redaktion: Wien 3, Estegasse 7. Verlag: R. Löwit, Wien I, Wollzeilc 6. Inhalt: Die jüd. Bewohner Preßburgs im Jahre 1736 (Dr. Bernhard Wachstein, Wien). —Elchanan Paulus und seine Beziehungen zu Kaiser Rudolf IL (Paul Josef Diamant, Men). — Zur Biographie Elia Levitas (Dr. Arthur Zacharias Schwarz, Wien). — Die Abstammung Ferdinand Lasselles (Prof. Dr. M. Braun, Breslau). — Bibliographie der Stammbäume jüd. Familien (Dr. A. Freimann, Frankfurt a. M.). — Ücker italienisch-jüdische Familiennamen (Tr. I: Zoller, Triest)... — Die Familie Coronello auf Raxos (Dr. M. Wertner, Parkany). — Die österreichischen Ahnen des englischen Ministers Samuel (Dr. M. Lewin, Nikolsburg). — Die Abkunft der Marquis de Galliffet und ackerer provenzalischer.Adelsfamilien (Paul Josef Diamant, Wien). — Verschiedenes. Der Neue Orient. Halbmonatsschrift für das politische, wirtschaftliche und geistige Leben im gesamten Osten. Back 2, Heft 6 und 7. Jahresabonnement M. 15. Berlin W. 50. Diese angesehene nck ».wertvolle Zeitschrift bringt in ihrer vorliegenden Ausgcke unter der Uckerschrift „Zwanzig Jahre Kongreßzionismus" von Abraham Schlesinger einen eingehenden, informierecken Aufsatz über die zionistische Bewegung. Der Aufsatz schließt mit folgenden Worten: „Die Zionisten halten dafür, daß sie einen guten Kampf kämpfen, und sie hoffen, daß sie trotz, aller Schwierigkeiten und vielfacher Anfeindungen den Sieg erringen werden." Ein Aufsatz „Bewässerungsanlagen in der Türkei" von G. Herlt bringt folgende Ausführungen, die auch für die jüdische Auswanderung von Bckeutung sind: „Wenn die Türkei wirtschafüich vorwärtskvmmen will, braucht sie aber sofort mehr Arbeitskräfte, sie kann nicht warten, Nr. 7. lUtbcr Iw, 1 plag, ranl Furt i Loch shüti Sa . iffiom btüfl lynag bis durch di« natürlich» BolBverMehrung di» Zahl! Arbeiter größer wird. Wie die Verhältnisse gegermH liegen, können Arbeitskräfte nur durch Einwanb eri beschafft tverden. .Die türfische Regierung wird dez wohl oder übel die Einwanderung Fremder, auch von muselmanen, begünstigen müssen. Sie hat nur die zlvischen wirtschaftlichem Fortschritt und wirtsü sichern Stillstand. Den letzteren kann sie nicht wo» weil, ihr der Krieg' finanzielle Verpflichtungen aufea hat, die nur eine wirtschaftlich starke Türkei tragen ka» Der Auszug aus Aegypten. Die Manichöl Don A l b c r t S t e f fe n. Verlag S. Fischer, JM 1916. 174 S. Brosch. 3,50 Mk., gck. 4,50 Mk. I Nur das erste dieser beiden „Dramen" soll hier! sprechen werden, denn bas zweite, „Die Manichäer",! der Dichter selbst im Buche, im Gegensätze zum BuchÄ eine dramatische Vision nennt, hat weiter keine-jüdi|I Beziehungen. Auch „Der Auszug aus Aegypten" ist Drama mit dramatischem Geschehen, sondern mehr i minder deutliche philosophische Gedanken tverden auf historischen Hintergründe des Auszugs der Israeliten Aegypten dargelegt, wobei Moses und Pharao, die Js^ liten und die Aegypter lediglich symbolische Gestalten ' Schon die Regiebemerkungcn zeigen, daß cs dem fasser Wohl kaum auf eine Darstellung auf unserer geH würtigen Bühne ankommt, daß es sich vielmehr lcki« urn ein Buchdrama, besser, rrm eine philosophische s Handlung in Dialvgform handelt. Die Aegypter veri per» das Tierische im Menschen, wie sie ja ihre Gö halb als Menschen, halb als Tiere darstellen. Der Pha ist typischer Repräsentant ägyptischer Menschen, die Sphj die Repräsentantin ägyptischer Vorstellungen, von bei der Pharao nicht los kommen kann („die Sphinx stürzt i in das Innere des Pharao" heißt cs in einer Regiebeir kung). Demgegenüber predigt Moses ein hehres Mensä, tum der Liebe über allem Nationalen. Er ist nicht historische Moses, der Führer der Israeliten, sondern n eine Art Vorläufer Jesu. So läßt der Verfasser Ml! dem Pharao verkündigen, Gott habe ihm mitgeteilt, > IUI er in beu Dornbusch herniedergestiegen sei, so werde einst in einem Menschen wohnen. „Ich werde Meis daß ihr die Gottheit schaut, ... ich sterbe, daß ihr ei: •* °1 sich besteht." So steht Moses während des Turchzii Kolo durchs Meer au einem Toppelbaum, der später in st! llu bolischen Farben erstrahlt, und in dessen Krone die Gat » ** Pharaos „die Silberwiege mit dem Kicke" sieht. Zu! ginn des dritten Aktes prophezeit Moses, wie „das Wor der Logos, zum Menschen wird. Der Sieg der Israelin das Wort etwa so gebraucht, wie sich die Adventiv . heute noch die wahren Israeliten nennen, über die Aegyp» symbolisiert also den Sieg des Christentums über & Seibentum. Pharaos Gattin und Sohn, die die ne» ckanken ahnen, sick dabei die Opfer der Gatten- « Kinderliebe. Tut der Verfasser so schon bei der'Verkündung Gut im- Dornbusch dem Wortlaut der Bibel Gewalt an, tverden auch seine weiteren Ausführungen, ganz ckgeseh von der erst recht sonderbaren Symbolik und Sprache d Werkes, auf Kenner des Alten Testaments nicht übi zeugend svirkeir. . 4 Dr. S. Schtv.' 1 Sven Heüin über sei«e Abstammung. Dr. Adolf K o h u t, dessen vor etwa anderthalb Iah zehnten erschienenes zweibändiges illustriertes Werk ,,33 rühmte israelitische Männer und Frauen in der Kult« geschichte der Menschheit" demnächst in zweiter Ausl« herauskommen soll, hatte sich an Sven Hedin mit der A frage gewandt, ob die in die Presse gelangte Mtteilun daß er von Juden abstamme, zutreffend sei. In diese Falle bäte er ihn um einige autobiographische Daten si die Neuauflage. Sven Hedin antwortete mit folgende in deutscher Sprache abgefaßteu Brief: „Ich danke bestei für Ihren freundlichen Brief. Meine väterlichen. Bo fahren, sick seit, 300 Jahren (länger kenne ich nicht meit Genealogie! schwedische Bauern und Priester uck Aerz gewesen und hcken keinen Tropfen israelitischen Blute Der Urgroßvater meiner Mutter soll dagegen Icke g wesen sein, wovon ich jckoch keine, genaue Nachricht best Er soll aus Deutschland eingewandert sein und hieß Berlii Er wohnte irgendwo in Südschweden, Malmö, glaube id und hat sich taufen lassen. Da ich also nicht Icke bi> kann ich auch nicht zu den „Berühmten israelitischen Mä, . -> Das Allgemeine jüdische Krankenhaus „Schaare - Zedek“ zu Jerusalem Organisation rein europäisch. Isolierhäuser für Ansteckende. Aufnahme unterschiedslos für Alle. Höchste Anerkennung aller Behörden, hält sieh für gewissenhafte üebernahme von Stiftungen empfohlen. Betten-, Zimmer-, Jahrzeit-, Geschäftsleitung: Frankfurt am Main. Postscheckkonto No. 7785 Frkft. a M. Gedenktafel-Stiftungen» Briefe zu lichten nach Röderhergweg 63. Man fordere die Bedingungen ein «ras 4tel lerii li chi m |amt 5«

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