Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 38 (12.10.1917)
- Date
- 1917-10-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2692297-2693025-2693063--10065-2705352- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr 3bv Frankfurter MraÄiüfches FqmjlWÄÄt. Seite L I WMWplWVZJik HfMcAei!«. FSrbenund Faponnlaran allen Ant Hannen- und Damanhüte- 1 Abholung und Lieferung frei ins Haus. —— I T*~ itoifdi Wendel alles daran, um die TüKter„eines._Schristgelehrten zu ehelichen. Findet er nicht die Tochter eines Schriftgelehrtendann nehme er eine Tochter'aus dem Hausender Kapazitäten, was nach Raschi sich airf Männer der Tat und Zadikim bezieht. Daraus ist' zu eretzen, daß'die Stufe des Zadik nicht von" seiner Gelehr-, amkeit abhängt." Asch: „Wodurch haben sich die heutigen Zadikim denn o verdient gemacht, Kapitzitäten genannt zu werden?" Rozdoler: „Durch ihre Reinheit und Frömmigkeit! Are-ilWttesliebe imd Gottesfurcht ist inniger als bei jedem aiideren. Ueberdies vergessen sie deinen Augenblick an den Kenn, gepriesen sei sein Rainen. Das macht auch ihre- Wunderwirkung begreiflich." Asch: „Wunderwirkrng?" Rozdoler: Ich werde Euch überzeugen. Seht nur, ich bin der unbedeutendste unter den Zadikim der (Siegen»* wart, und doch verfüge ich über Ruach hakodesch (heiliger Geist). Nehmt stur einen Gedanken in Sinn, und ich werde gleich sagen was Jhr^ gedacht habt." Rabbiner Asch denkt eine Weile nach. Rozdoler: „Ihr dachet an Len Vers: Schiwisi haschem liiegdi tomid- (Ick; stelle'Mir immer Gott vor)." „Nein, nein!" schrie Asch triumphierend, „ich habe eben nur an ganz belanglose Dinge gedacht!" Rozdoler: „Nun, Ungvärer Raw, darin liegt der Bor» zug der Zadikim, und dadurch stehen wir höher als die chriftgelehrten Rabbiner. Wir vergessen keinen Augenblick an den. Herrn, und alle unsere Gedanken sind chm geweiht. Dadurch steht der Zadik der göttlichen Majestät näher." Literarische Chronik. 8» Gratz 100. Geburtstag. In der Wiener ,',Freien Jüd. Lehrerstimme" bringt Oberrabiner Dr. Güdemann, veranlaßt durch den am 31. Oktober stattsindenden 100. Geburtstag Grätz', einen Aufsatz ,Mas haben die Juden Grätz zu verdanken?" und kommt zu folgendem Schluß: „Grätz hat den Juden das verlorengegangene jüdische Bewußtsein wiedergegeben". Güdemann schreibt Wer die Zeit-vor Grätz Herausgabe der Geschichten der Juden: „Nicht bloß die eigenen Kinder Mendelssohns ließen sich taufen, sondern das Christentum, drohte das deutsche Judentum — von diesem t hier vorzugsweise die Rede, da das in den übrigen Sandern für diese Zeit kaum in Bettachjt kommt — zu-überchwemMen und hinwegzuschwemmen. Als ob ein Dammiruch erfolgt wäre, strömten die Wogen des Christentums in das,bis dahin für sich abgeschlossen gewesene Judentum ein, und es wird für alle Zeiten eine seiner schmerzlichsten Erinnerungen bleiben, wie seine besten Söhne und Töchter — halb tzog es sie, halb sanken sie hin — von der lächerlichsten und erbärmlichsten Schwätzern für das Christenttim gewonnen wurden, mit dem diese selbst, es nicht einmal ernst meinten. Keine Farbe ist stark genug, um diesen Schandsleck in der Geschichte der Juden zu übertünchen. Der einige Zunz warf sich mit der großen Macht seiner Gelehramkeit und der.noch größeren seiner Ueberzeugungstreue >em Dammbruch entgegen, aber seine eigenen Mitarbeiter waren bereits, angefault.und verließen, wie Heinrich Heine von Eduard Gans, ein Abtrünniger von dem andern schreibt, gleich den Ratten zuerst das sinkende Schiff des Judentums. ..." Grätz gab zuerst den vierten Band der Geschichte heraus and erweckte durch! diese Seltsamkeit die Aufmerksamkeit der Mischen Welt. Mit diesem vierten Band habe er der »erhhnt&crten jüdischen Welt gezeigt, daß das'! biblische Zudenülm' keinen» Abschluß bedeutete, sondern im rabbinijchen Judentum seinen Fortläufer bis zur Gegenwart habe. Die Jude« Im Optikerberuf. . In der „Zenttal-Zeitung für Optik und Mechanik" rzählt Kurt Müller einiges aus der Geschichte des Optikerwrufes: Nachdem die Briltz wahrscheinlich in -Oberitalien ermüden war, und zwar um Las' Jahr 1285, kam sie nach Deutschland und wurde zuerst in Nürnberg gefertigt. Bon Wie es eine Ehrensache kür alle Deutschen ist, nach Kräften zur Kriegsanleihe heiznstenern; sei wird es das Reich als eine Ehrensache betrachten, durch alle Jahre hindurch bis auf den letzten. Pfennig den Kriegsanleihe-Besitzern zu bezahlen, was es schuldig ist. Irgend eine Kürzung im Wege einer Sondersteuer ist nach amtlichen Erklärungen, wie sich'das übrigens auch ganz von selbst versteht, ausgeschlossen. Keine Reichsregierang und keine Volksvertretung würde dazu die Hand bieten. m m? Nürnberg ausverbreitete sichdie Brille von Ort zu .Ort; durch hausierende Juden, die neben den Drillen noch anderen Kram führten,- so z: B. Schnitzereien aus Hörn, Elfenbein; und Bein. Die Brillen tvurden dann mitgroßem Geschrei .angebvten, ähnlich wie die Starstrcher ihr Gewerbe -be- ' trieben. Ans alten Werken erfahren wir, daß die Brillenhändler meist Juden gewesen sind und im Ratsmanual'in -.Zürich vom 27: Januar 1787 findet man eine,, Stelle, i durch welche - einem gräfl. nastellisch, remlingischen Schutzjuden Samson Henlein und dessen Gefährten Nehemias Collmann' auf Zeugnis seiner Schntzherrschaft hin achttägiger Aufenthalt behufs Handels mit optischen Instrumenten bewilligt wurde. Optischp Geschäfte gab es damals so gut wie. gar nicht, nur hin. und wieder fand man- Nottzen darüber.. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" vom Donnerstag, den 17. Juni 1813, bringt auch eine Annonce von einem reisenden jüdischem Optiker, die lautet: „Salomon, Optikus aus Düsseldorf, empfiehlt, sich einem geehrten Publiko mit seinem selbstgefertigten optischen'Instrumenten, besonders sehr fein geschliffene Conservationsbrillen von echtem Korn und Flintglas, nach der : Regel geschliffen. Desgleichen für Kurzsichttge, so daß . sie. aufsitzend, weit in der Entfernung sehen und lesen körmen. 3JerntÖge eines mathematischen Augennwssers niDnt evdas Maas nach jedem Auge, wonach seine Gläser geschlissen sind. Sein Logis-ist hier in Essen bei Heren Gastgeber Hülsmann, doch, nicht länger bis' Freitag^ Seine Reise von hier geht nach Dortmund rmd ist daselbst bei Herrn Koffermann anzutreffen." Eine andere Anzeige eines reisenden jüdischen Optikers befindet sich in der Kgl. privilegierten „Stuttgarter Zeitung" Nr. 85 vom Dienstag, den 25. Mai 1821. und läutet: „Stuttgart. I. Frank, Opttkus aus' Fürth, empfiehlt sich während der Messe mit seinen nach optische» Kunstregeln geschliffenen Augenläsern und KonversationKbrillen, auch nach dem neuen System, durch deren Gebrauch die Augen nach ihrer verschiedenen Beschaffenheit nicht nur das erforderliche Licht, sondern auch vorzüglich gut erhalten werden. Desgleichen mit verschiedenen kleinen und großen Mikroskopen. Perspektiven, doppelten und einfachen Lorgnetten, Lesegläsern, Schießgläsern. Teleskopen, Sonnen-Mikroskopen. Lupen, Cameras obscuras, Prismata, Polyedern, Cylindern, Wasserwagen, chemischen Feuerzeugen, Miniaturgläsern und dergleichen mehr. Auch' repariert er solche optische Instrumente und versichert die billigsten Preise und reellste Bedienung. Er . warnt zugleich einen jeden vor jenen Menschen, welche in die Häuser gehen, unter seinen Namen herumlaufen, indem er nur auf Verlangen kömwt. Seine Butike ist im 1. Gang Nr. 94." s Wau« wurde Palästina verwüstet?' 4kochi im zehnten Jahrhundert wurde Palästina „Der Garten der Welt" genannt, und neben dem Ackerbau wurden darin die feinsten Industrien gepflegt. Den ersten Raubzug nach- Syrien veranstaltete- Phokas, der spätere Gemahl der Kaiserin Theophano in Byzanz, lieber sein Heer schreibt der mittelalterliche Weltreisende Rabbi. Benjamin von Tudela: „Sie haben die Heere aller Barbarenbölker, wie sie sie nennen, in Sold genommen, um mit dem König der Dogarmavölker, den sogenannten Türken, Krieg zu führen. Denn sie selbst ziehen nicht gern jn den Krieg. Ihnen fehlt der. Mut dazu. Sie sind schwach wie die Weiber, und es fehlt ihnen die Kraft zum kämpfen." Phokas verwüstete das freie Land und nahm die festen Plätze im Sturm. In 22 Tagen soll er 52 Städte und Schlösser geplündert und niedergebrannt haben. „Er tötete nicht nur die Bewohner, sondern er vernichtete auch alle ihre Subsistenzmittel: Männer, Frauen und Kinder wurden schließlich' niedergemacht oder als' Sklaven verkauft, die Häuser geplündert und in Brand gesteckt, die Felder verwüstet, die Obstbäume niedergehauen, die Brunnen verstopft und die Haustiere dem Hungertode preisgegeben. Jahr auf Jahr folgten solche Mordbrennerzügc, die bas ganze Land von Äskalon bis Bagdad, ganz Syrien und Palästina in eine Wüste verwandelten. Es waren keine wirklichen Eroberungszüge, sondern ungeheure Raubzüge. Wie ein Orkan fegte der Feind, alles zerstörend und verwüstend, über das Land, die Städte wurden ausgeraubt, die Kulturen -vernichtet, die Dörfer zerstört, die Palmenwälder abge» hauen und die Bevölkerung hingeschlachtet oder in die Gefangenschaft entMrt. Bor wenigen Jahren noch der schönste und bestgepflegte Teil auf Erden, war Syrien und Palästina eine Stätte des Grauens, in der der-Hungertod herrschte, der die Pest im Gefolge hatte. Als die Byzantiner abgewirtschaftet hatten, folgten 'die Kreuzzüge. .." Jüdischer Nationalkalender 5878. Herausge- . geben von Otto Abeles und'Ludwig Bato. 200 Seiten. Umschlagzeichnung von Hermann Struck. 1917. Men, Verlag „Jüdische Zeittmg". ~ Inhalt: Kalender. — Das Kriegsjahr 5677 (Bato). — Dies ist die Stunde (Albrecht. Hellmann). '— Ghettorvmanttk (NachhM Goldmann). — Der erste Zionistenkongreß (Adolf Stand). — Die Jugend und die Parteien (Dr. Siegfried Bernseld). — Me Kunst der Bejahung "Osias Thon). — Die nationale Bedeutung der jüdischen Arbeiterschaft (31. S. Juris). — Jüd. Bauern in der Bukowina (Dr. S. Kassner). — Der Nattonaljude K. Graetz (Heinrich Loewe). — 'Elegie an die äbgefallenen Juden (Max Brod). — Sieben Geschichten von Baalschem (Martin .Buber). — Krakaus Chanukäbild (Abeles). — Asarja wartet (Emerich 3lbadi). — Zwei Lieder (Beruh. Tag). — Naftali Herz Jmber (Dr. Finkelstein). — Bar Kochbas Schar (Ärlosoroff). — Im Dämmer (Marek Scherlag). — ufw. usw. •; - Abbildungen: Die Przemysler (Bruno Beran). — Beim Talmudstudium, Thvraschreiber (Lazar Krestin). — Jüd. Fischhändler (Struck). — Jtzd. .Mädchen (Wilh. WachtrZ. — Porträts Frug, Graetz, Jmbvr. JfiBOblEh L19. Telefon l23. (Anflchln«mitFrankftntl.| Bewährteste TipplshrilBlHIf (100,000 gm jährlich)! sowie unübertrutfona Batnsdernralalguna mit±alat| Druckluft und WasserdampC WOcheP-Aalesderr Samstag, 13. Qkt. (— 27. Tischri). Sabbat-Anfang in Frankfurt 5 Uhr 10 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 6 Uhr 15 Min., in Berlin 5 Uhr 55 Min. Wochenabschnitt: Bereischis. —• Erschasfung der Welt. Adam und,Eva im.Paradiese und ihre Bertremung. Kain und 3lbel. Die Menschengeschlechter bis Noahs Geburt. Rausch-Chaudesch: Dienstag und Mittwoch. Wochiengottesdienst in Frankfurt a. M. Morgens 6V2 Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau'? Uhr, Hauptsynagoge Königstrinersttaße 7'/r Uhr). ' Llbends 5 Uhr in den meisten Synagogen, Hauptsynagogr 4 Uhr, Königfleinerstraße 7 Uhr. Berei«s-Sale«der. Tälmud-Thora-Be»ein. Freitag Abend Borttag des Herrn Rabbiner Dr. Nobel. Frankfurter FamUieuuachrichte». Geboren. Eine TdchterDr. Albert Sondheimer (Cohn). Barmizwos. David Katz, Mainstr. 10; Eduard Dleyer, Heidestt. 6; Mbert Schlesinger, Müsikanttnweg 35 Synagoge BörneplaH; Samuel Rosenheim, Königswarterstraße 11, Synagoge Friedberger Anlage. Gestorben. Fanny Rosenhaupt, geh. Lorsch,. Wwe., 68" I., Praunheimerstr. 10. — Dr. med. Felix Kraemer, 49 I., Zeppelin-Allee- 9. — Caröline Fath, geb. Joseph, 60' I., Bergweg 16. — Siegmund Jonas, 78 I. — Moritz- Schloßstein, 59 F., Oberweg 6. — Gustav Steh, 56 I., Mauerweg 12. ' Auswärtige FamMermachrichte». Geboren. Eine Tochter Moritz Posen (Seeligmann), Berlin. — Apotheker I. Davidsohn (Weil), Mannheim. Verlobte. Elli Cohn mit Max Weiß, Berlin. Gestorben. S. M. Gvudsmit, 70 I., Amsterdam. — Nannchen Kahn, 74 I., Dörnigheim. — Babette Schönfeld, geb. Gratzert, 69 I., Worms. — Ahron Ketallapper, 76 I., Gouda (Holland). — Zahnarzt Max Offenbarer, Würzburg. — Ernst Meyer, Darmstadt, Zeughäusstr. 3, im Felde. Speudeu. Bei der Nationalfondskommission (I. Hermann, Zeit 21). gingen noch als NeujahrsglückwunschÄblösungen ein: Dr. Rosenthal, Bad Homburg 10 Mk.; S. Oppenheim 1 M. für Palästina-Rotstandsaktion. Palästina-N otstands-Aktio n. Dr. med. Rofenthal, Bad Homburg, 10 M.; Salo Rotschild, Sandweg 6a, 10 M.; B. Hermann, Wolfsgangstt. 2, anl. Jahrzeit 10 M. Büchsj<n.leerung. Zionistische Jugendgruppe 15 M. - Eiugefaudt. Sehr geehrter Herr Redakteur. Daß König Salomon ein kluger und weise» Mann war» der selbst die Sprache der Tiere verstand, werdey Sie wohl ebenso gut wie ich wissen. Daß er in seinen Sprüchen uns die schönsten Lebensregeln zu geben versteht, dürfte auch allgemein bekannt sein. Daß er aber besonders da, wo er über die beste Art fein Leben zu verbringen und seine Drittel zu verbrauchen philosophiert, nämlich als „Kohelet", uns auch schon angegeben hat, daß man sein Geld unbedingt gerade bei dieser Kriegsanleihe und auch noch bei der nächsten — mehr als acht giebt es nach ihm nicht — zeichnen muß, das dürfte selbst Mir Bitte* mrfere Leser, ihre* Bed«s «ater BeMguah«e auf mrfer Blatt Sei mtfm* Juserertte» z» »ecke». Frankfurter Israel. Fa«iRe«Aatt.