Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 37 (28.9.1917)
- Date
- 1917-09-28
- Page
- Seite 6 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 37 Worte der Erinnerung an FramOverrabbiner Dr. Amalie Fsaacsoh,n, geb. Ettlinger, von Rabbiner Dr. Jakob Horovttz. 1917. Frankfurt a. M., M. Slobotzki. Eine Frau von PersönliTMtswert, darin die Tochter ihres großen Vaters, des Altonaer Oberrabbiners Jakob Ettlinger s. A. und ihres Gatten, des Rvtterdainer Oberrabbiners Dr. Jsaacsohn s. A., wird hier von denr Ndffcn zur dauernden Erinnerung gezeichnet. Die zwischen Zeit und Ewigkeit unsicher flatternde Seele pon Zaus'%l)oma. 48 Seiten. 2 M. Jena, Eugen Diebe richs. Der 78jährige Hans Thoma zeigt mit diesem Büchlein, das; er -nicht nurmit seinem Pinsel, sondern auch in scincnl Denken ein Mensch von Eigenart und Größe ist. Es ist ein Kriegsbüchlein, ein Büchlein, das in dieser Zeit voll drängenden Fragen nachdcnkend gelesen sein will, — daheim und draußen in den Schützengräben. Thoma ist eine tief christlich empfindende Natur, wir, die wir von der Warte jüdischer Welt- und Lebensanschauung die Dinge betrachten, können deshalb in manchem.mit ihm .nicht einig sein. Als Probe aus dem von dem Ticderichschcu Verlag würdig ausgestatteten Büchlein sei hier eine Stelle wiedergegeben.! „Diese Zeit ist vielleicht einer der starken Schaffcnstage unseres Herrgottes. Er nimmt seine Menschenhcrde und Liefet sie; er Mut Späne davon; er will vielleicht aus der Herde ein Volk nach seinem Willen gestalten, dem er die Mrm §cSen will, wie sie ihn: gut scheint, so daß er ihr seine Seele cinhauchcn kami. Geknetet werden, gehauen werden, das tut aber der Menschheit weh und ist nichts gls Jammer für sie. Wir können nun nichts anderes tun, als Vertrauen zum Bildner haben und schweigend erwarten, was er vorhat mit seinem Volke. Was weiß der Span, der .wegfliegt, welch ein Werk der Bildner machen will?! — Plan und Absicht, ivic sie im Geiste des Schöpfers vorhanden sind, können nur durch das Werk selber sich offenbaren." Jüdischer Ratloualkalerrder. Noch vor den Herbstfeiertagen wird der von Otto Abeles und Ludwig Batä chermisgegebene „Jüdische Sc a t i o n a l k a l c n d c r" im Verlag der „Jüd. Zeitung", Wien, erscheinen. Zum drittenmal gelangt, dieses Jahrbuch zur Ausgabe. Aus seinem reichen Inhalt seien folgende Beiträge angeführt: Ludwig Batü eine Uebersicht über die Ereignisse des Kriegsjahres 5677, Alb recht Hellmann, früherer Redakteur der „Selbstwchr", ein aktueller Artikel zu cineni Kongreß der österreichischen Juden, A d o l f S t a n d, Präsident des Exekutivkomitees der östcrr. Zionisten, Erinnerungen an den ersten, vor zwanzig Fahren stattgcfnndencn Zionistenkongreß, Dr. Siegfried Bcrnseld eine Behandlung des Verhältnisses zwischen der Jugend und'den Parteien, A. S. Juris eine neue Forderungen enthaltende Untersuchung über ,chic nationale Bedeutung, der jüdischen Arbeiterschaft'; Prof. Heinrich Loewe stellt eine biographische Betrachtung über den Geschichtsschreiber Grätz als Nationaljuden an, Z. F. Fiukelstein versucht als erster eine psychologische Studie über den Dichter der „Hatiktvah", W. H. Jmber. Aus denr literarischen Teil seien in dieser Voranzeige erwähnt eine „Elegie an die abgefallenen Juden" von Max B r o d, die erkennen läßt, wie diesem Dichter die Probleme des heutigen Judentums auf der Seele brennen, für das deutsche Publikum neue „Geschichten des lBaalschrm", die Martin Buber beigestcuert hat, und unbekannte „Tagcbuchblättcr aus der Flüchtlingszeit" von Ottv Abelcs, die ihn wiederum als feinen, mitfühlenden Beobachter der östlichen Brüder zeigen. Den Alleinvertrieb für Deutschland hat der Indische Verlag, Berlin XV. 15. übernommen. Ter Preis des Buches beträgt einschließlich Porto M. 2.90. 500 jüdische Bücher fürs Feld und Daheim. Sommer 1917. K. Löwit, Wien I, Rotenturmstr. 22. Judenliteratur im Weltkrieg. Erster Teil, 88 Seiten. K. Löwit, Wien I, Rotenturmstr. 22. Gedanken zur Mission des Judentums im Lichte kulturhistorischer und wirtschaftsgeschichtlicher Tatsachen von -Otto Klein. 40 Heller. Prag 1917. Verlag der Lese- und Redehälle jüdisch!er Hochschüler. Die Juden haben in der allgemeinen fortschireitenden Kulturentwicklung noch große Aufgaben zu erfüllen. Da diese Aufgaben sozialer Natur sind, so können sie nur in einem jüdischen Geiiteinwescn gelöst werden. Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz. Herausgegeben von der Kommission zur Verbreitung jüd. Volksbildung in der Schweiz. 240 Seiten. Verlag des Jüd. Jahrbuches, Luzern und Leipzig. Das Buch gibt ein sehr erfreuliches Bild von der Entfaltung des geistigen jüdischen Lebens in der Schweiz. Die Emanzipation der Ostjuden und ihr Einfluß auf die Westjuden von Lazarus Friedman n. 54 Seiten, 1,20 Mk. Frankfurt am Main, Kommissions-Verlag von J> Kaufmann. Der Weltkrieg mit seinem ungeheuren Geschehen hat außer den gewaltigen Problemen noch) einige kleinere Fragen an die Oberfläche geschwemmt, kleinere Fragen allerdings nur für die große Welt, aber für die, die es trifft, durchaus nicht Nein. So ist die Ostjudensragc für die Juden des Westens' nach den großen Umwälzungen in Rußland ciu Gegenstand, mit dem auf das ernsteste zu befassen sie alle Ursache hätten, und umgekehrt sind die Ostjudcn den Brüdern im Westen so bedeutend nahe gerückt, daß auch sie sich den Strahlen, die die westliche Sonne hinüberivirst, nicht zu entziehen vermögen. Der Verfasser der vorliegenden kleinen Schrift macht deshalb den Versuch; die beiden Probleme in das hellste Licht zu rücken und die Vorteile, die eiire innigere Beziehung der beiden Bolksschüchtcn ergeben würden, klar vorzulegen. Es sind gar mancherlei ideelle und materielle Gewinne) unendlich inehr: ideelle natürlich, herbeigeführt durch eine Verbrüderung von hüben und drüben, die hier denr Leser, dcii der Verfasser Blicke in eine unbekaniijk Welt tun läßt, offenbart tverde». Wie der Verfasser sich die Lösung denkt, wollen wir Mer nicht verraten, sondern auf das gut und spannend geschriebene Büchleiir selbst verweisen, wir wollen nur noch zum Schlüsse erwähnen, daß auch der schon früher gemachte Vorschlag, dem Herr Friedmaun sehr energisch das Wort redet, eine h-bräischv Universität in Jerusalem zu begründen, sehr der Erwägung wert ist; wert für alle, denen die Ost- und Wcstjudciifrage kein leerer Schall ist. Literarische Notizen. In Minsk begann ein jidisches Wochenblatt unter dem Namen „Der Jude" z» erscheinen, in Bcnderi (Bessarabien) ein anderes das „Jidische Volk". Jidischrussische Wochenschriften erscheinen in Wi lebst, Elisabethgrad, Uman und Alexandrowsk. Ter jidische Dichter Jehvasch in Mwyork ließ in Cleveland (Vereinigte Staaten) eine Prachtausgabe eines neuen Werkes: „Schlomv hamclech's king" erscheine». Ein humoristisches, satirisches Wochenblatt namens „Ter Aschmedac" begann in Petersburg unter der Leitung des Hunwristen I. Fniikcl zu erscheinen. Das erste jüdisch-russische Almanach erschien jüngst im Verlag von Moriach (Odessa) seit Kriegsausbruch. Neben Aufgaben von I. Eh. Rawnihki und M. .Kleinmann über jüdische Zcitfragcn, enthält das Buch einen reichen belletristischen Teil, mit Beiträgen von CH. N. Bialik, D. Frischman», M. Sp c ktor, Sch. Auski, A. Steinmann, I. Fichmann, S. Singalowicz, Erinnerungen von S. S. Frng n. a. I Offenbaelt er Drncblnft-Anl&ge I |9H«nfaaeha.B. Telefon 123. (AnschluBBimtFraiikfint).l I »ewährteste TepBltshE’efBi&QBS (100,000 qm jährlich)! ■iowie unübertroffene BettfedarnrelnlgnnB mittels« | Lhmhbm Druckluft; und Waaaerdampf. Wochen-Kalender. Samstag, 29. September (— 13. Tischri) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 40 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 55 Min, in Berlin 6 Uhr 32 Min. Wvchenabschnitt: Haas in». — Poetische Darstellung der Geschichte und des hohen Berufes Israels. Suckans. « Beginn: Sonntag abend. Aus dem Prophetcnworte des Festes: „Es kommt ein Tag — er ist nur Gott bekannt — nicht Tag nnd nicht Nacht. Und es wird geschehen zur Abendzeit: Da wird Licht! Au jenem Tage wird lebendiges Wasser ausströmen von Jcrusaleni. . . . Gott wird dann König sein über die ganze Erde. An jenem Tage wird Gott einzig und sein Name einzig sein. . . . An jenem Tage wird auf den Schellen der Rosse stehen: „Heiligtum Gottes", und die Töpfe im Hause Gottes werden wie die Sprengbeckcn vor dem Altäre sein. Jeder Topf in Jerusalem nnd in Juda ivird dem Gott der Schjöpfungsscharen heilig sein. Die Opfernden werden hercinkomme», von ihnen nehincn und in ihnen tng i liehe kochen. An jenem Tagee wird es aber auch keinen Krim mehr geben in dem Hause des' Gottes der Schöpfung schären!" Samstag, 6. Oktober (— 20. Tischlri) Sabbat-Auf»! in Frankfurt a. M. 5 Uhr 25 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 40 Mi; in Berlin 6 Uhr 15 Mn. ' An diesem Sabbat wird das Buch! „Koheleth" g lesen. Dieses Buch trägt den Grundgedanken „Alles j fttiai eitel"; es schließt aber mit folgenden Worten: Ende jedes Geschehnisses, jeder Handlicng ist: Alles t»i; vor Gott vernommen. Deshalb fürchte Gott und & obachte seine Gebote, denn das allein gibt den dauernd« (Mgk Wert eines ieden Menickien." — Wert eines jeden Menschxn. Wochengottesdienst in Frankfurt a. M. Morgens 61/« Ubr in den meisten Synagogen (Bockenheiv Unterlindau 7 Uhr, Hauptsynagoge Königsteiiierstr» 7V- Uhr). Abends 5^ Ubr in den meisten Synagogen lBockenheii Untrrlindau 5V, Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr, Köm steinerstraße 7 Uhr). o ln slschi Musil führu aritei in sp Bste Prosp« Vereins-Kalender. Zioiii st i s ch e I n g c n d g r n P P e, Taubenstr. 11 Donnerstag, abends 8 Uhr: Bortrag von. Frl. Dr, ui Julie Bender, „Zur Pshchologie der Jude; anschließend daran Mitgliederversammliing. Kranksnrter FaMiliennachrichte«. Geboren. E. Tochter Persitz (Wolfs), Grünestr. 3 Barmizwos. 29. September: Bert!). Himmclreii Ostcndstr. 47; Salomon Münz, Obermain-Anlage Herbert Werthcinicr, Ganßstr. 2, Synagoge Börnepla Arthur Steiner, Weserstr. 8; Mansied Braun, Eppsteim strafte 24. Synagnae Königsteinerstraße. 6. Oktober: Adolf Schubach, Börnestr. 24, Synag« Börneplatz. G e st o r b e n. Bizrfeldwcbel Ernst Schloß, Sachst lagcr 4, i. F. — Leopold Siiizheimcr, 79 I., Mendel Untei SrBtkla sohnstr. CG. — Mayer Trier, 61 I. Auswärtige Familiennachrichten Geboren. E. Sohn Julius Schwab (Ellen London. — A. S. Wohlfarth (Straus), z. Zt. Mar heim. — Dr. Raphael Straus (Lübarsch), München. Marco Bergmann (Oppenheim). E. Tochter Baruch Marx (Aron), Nürnberg. Verlobte. Alice Politzer, München mit -Walt Sicgmiiiid Bcnario, Nürnberg. G c st o r b e n. Freiherr Emil von Hirsch, Schl Plancgg bei München. — Isaak Mayer. 72 I., Spcyi — Eniauiiel Sondheimcr, 73 I., Bürstadt. — Jgn« Guttenstein, 70 I., Pilsen. — E. H. Willstädter, 80 [ Mannheim. Spende«. Beim Frantsurter Jsr. Familienblatt gingen ein: Martin Fe i st - S t i f t g. der T a ch k c m o n i s ch ul R. N. 400 Mk. ök. i!>!- eben geän itffli Kl F ü r P a l ä st i ii a h i l f c. Dr. Würzburgrr-Heillronn (Gliickwunschl-Enthebu! 3 Mk. — Dr. Gustav Löffler und Frau (GlücklvunsckMi Hebung) 10. Mk. — Kanonier Plaut 7 Mk. für Thoi Hund, 5 Mk. für Schaarc Zedck-Krankeiihäus. Bei der Nationalfonds-Konimission (I. Heimm Zeit 21) gingen ein: '! Neujahrs-Ablösung zu Gunsten der P a l ä st i n a - N o t stand sak t io n. Dav. Hcrrniann, Am Tiergarten 36 50 Mk. Sigm. Levita 5 Mk. — Jul. Schloß u. Cie. 10 Mk. Leo Goldschmidt, z. Zt. im Felde, 5 Mk. — Jac Marius, Langestr. 3 5 Alk. — Frieh. Kohn, Viktor Allee 4 5 Mk. N a t i o n a l f o n d s. R. N. 100 Mk. — Julius Schloß n. Cie. 10 Aik. Briefkasten. M. Der zurückgetretene französische Minister d Tel, ] Innern Malvy, ist jüdischer Abstammung. Die Gegm schaft, die ihn zu Falle brachte, hätte auch antiseniitis« Beweggründe. L. B. Die Gesamtzahl der Juden im Königrei Polen beträgt nach Grabski rund l3/t Millionen ob 15o/o der Gesamtbevölkeruiig. In den Städten ist Prozentsatz erheblich höher, so Warschau 37°/o, Lubl 51»/» und in iiiaiichdn kleinen Städten über 75»/». u um E I ludi Seldei Atelier für Ciselieren und Modellieren. KfinBtleri8che Ansf&hnuig ron Beparatnrcn an Antiquitäten in Wntali, Porzellan, Elfenbein n. s. ir. Sleichstr, 30. K» (vorm. F. Knschela.) Damenliüte werden auf moderne Formen umgearbeitet ond auf Wunsch garniert. Grosse Auswahl ron schönen, kleidsamen Firmen. Joü. WojoieoHowsHi, Ludarfgati*. 14, f , 3 Min. ▼. Hbf., Haltest, d. Lin. 11 u. 16. BO EUMulen bitten unsere Inserenten zu berücksichtigen. Frankfurter lsr. Familienblatt. Tüchtiges, ordentliches Mädchen per sofort gesucht. Frau Samnel 8onnehorn, Marburg a. L., Wilhelmstr.38. Grosse flusuolil elesonter DomenhQte Mbi ln Samt and Filz, Trauerhfite, Flügel, Fantasien nnd sonstige Zutaten. Umarbeitung ron Hüten und Pelzen. .di™“:» fda Müller „CX'.m Gelegesbeitskäofe in Böio-Wu Jeder kl Hebr. Spezial - Separator - Werkstatt für Büro - Maschinen Registrier-Kassen aller Systeme. Sonder-Abteilung: Schriftliche Arbeiten nnd Vervielfältigungen. Goethestr. 2.!P. Eöliler & Co. Tel. Römer 46