Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 33 (31.8.1917)
- Date
- 1917-08-31
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 33 Frankfurter Israelitisches FamÄienblatt. Seite 7. Eingesandt. An de« Pranger r Man lese einmal folgende Zeilen nnd denke sie sich als Bestandteil eines poetischen Berichtes, den ein Feldgrauer anS dem Osten schickt: t „Bon diesen Bauern streng geschieden, — Gibt cs sodann ne Menge Juden, — Tie sich hier nicht ein bischen genieren, — Und uns daheim die Jnnunge blamieren. — Ich wollte Sie sähen man solch einen Tropf, — Tie dreckige Mütze auf dem Kopf. — Stets denkend, ob sich ein Geschäft wird lohnen, — Auf den Schultern meist einen Sack mit Bohnen, — Und aus sieben Pfund wird wird ungelogen — Elfcinhalb hcrausgcwogcn. — Während daheim im deutschen Land, — Ter Jüdin Moral und Tugend bekannt, — Sind an diesem lieblichen Orte, — Die Jüdinnen meist von der leichteren Sorte, — jedoch das macht nichts, hört man sie sagen, — mit so eher kann ein Mann sic auf Händen tragen!" Diese Latrinenpoesie steht aber nicht etwa, wie jeder annehmcn wird, in einem antisemitischen Haupt- oder Winkelblättchen, sondern in N'r. 12 .der Mitteilungen des Jüdischen Jugcitdbundcs Hamburg. Eine unflätigere, leichtfcrtigere Beschimpfung des Judentums im Osten dürfte noch keinem Antisemiten aus der Feder geflossen sein. Tem veranttoortlichen ischriftleitcr der Mitteilungen des Hamburger jüdischen Jugcndbundes aber hat diese „Poesie" so gut gefallen, daß er sie unter die zu veröffentlichenden Briefe seiner Mitglieder im Felde anfnahm, nnd zwar als Schtnstnnd Höhepunkt. Als einzige Entschuldigung, — wenn es eine sein soll! — steht dahinter: „Vorstehendes Gcdichtchen schrieb der'Verfasser auf einer Wache in aller Eile." Jeder Kommentar ist überflüssig. Notwendig scheint mir nur, das; diese unglaubliche Perversität von der jüdischen Presse eher an den Pranger gestellt wird, als der Moment gekominen sein wird, indetn sich die antisemitische Presse, — und diesmal mit vollem Recht! — triumphierend auf das gefundene Fressen stürzt, daS sie der — Urteilslosigkeit des Hamburger jüdischen Jngendbundcs verdankt. C. Z. Klötzel (im Felde). Unser Büro ist vorläufig nur vormittags von 8','2—12^2 Uhr geöffnet. Frankfurter Israel. Familieublatt. M Herrn. Homburg vorm. J. G. B. Trost Filiale jSpezialhaus für solide .Küchengeräte und JCrankenhausariikel. c3 Die Geburt eines gesunden Töehtarchoas beehren 4» 8 sich anznzeigen D O fi® 8 LOUIS Bodlaender und Frau, Franziska, geh. Weishaupt. a m Frankfurt a. M, den 28. August (10. EUnl) 1917. sJESsicä. s&uJtLeixn.: Loeb’s Promanadea-Hotal. Unter Aufsicht Sr. Ehr würden Herrn Prov.-Babb. Dr. Hlrsubfeld In Qiessen. Einziges Hans 1. Banges. DampfhelziinB. 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