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Neue jüdische Presse · 1917-07-13 · Heft 26 (13.7.1917) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 26 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 gegenüber 'dem General-Anzeiger Vornehmes Familien-Kaffee Naehriiittags n. Abends Konzert. -WW Rabbis, gewonnen. Infolge der Zersplitterung der Ärbeit-warder Erfolg stets unbeträchtlich. Und ^so kam der Wars^auer „Misrachi" auf den natürlichen Gedanken, eine Konferenz zur Örga-. nisierung. des „Misrachi" einzuberufen. Trotz mannigfacher Schwierigkeiten kam die Tagung zustande und brachte eine 'Klärung in den Reihen des „Misrachi". Es zeigte sich, daß, die Bewegung im Laufe der letzten Zeit bedeutenden Zuwachs erhalten, Hat. " An und für sich sind auf der Konferenz, von der wir in der nächsten Nummer einen detaillierten Bericht bringen werden, keine praktisch weitreichenden Beschlüsse gefaßt worden. Erwägt man aber die Tatsache,, daß die Betätigung der „Misrachi"- Orgauifation in Polen erst vor einem Jahr erfolgt ist und daß .die „Agudat Hoorthodoxirn" ihre antinationalen Ideen -mit aller Macht zu verbreiten versucht hat, so ist das Zustandekommen der Konferenz allein als Erfolg anzusehen. Und gerade in Polen ist die Erstarkung der wahren, .unverfälschten, im „Misrachi" verkörperten Tra- " dition von hoher Bedeutung. Jacob H. Schiff - Zionist. Bon Hermann Struck. Jeder Kenner der amerikanisch-jüdischen Verhältnisse, der die Nachricht von Schiffs Anschluß an unsere Bewegung las, muß von tiefer Bewegung ergriffen worden fein. Die Petersburger Telegraphenagentur meldet, daß der große Whilantrop die Waffen, die er bisher gegen uns führte, gesenkt und seinen Beitritt zu unserer Gemeinschaft öffentlich erklärt'habe. Ich hoffe, daß es wahr ist. Aber selbst, wenn die Nachricht nicht ganz zutrefsen sollte, so spricht doch aus der Fassung der Notiz deutlich eine entschiedene Annäherung an uns. - Wohl hat Schiff uns mit der ganzen Wucht seiner _ starken lntfr-flugen Persönlichkeit bekämpft, — aber er tat es stets aus innerer Ueberzeugung und in nobler Form. (Bedauerlich war es darum, wenn ihm von unserer Seite nicht immer Mit derselben sachlichen Ruhe geantwortet wurde). . , 's Wenn inan Mit ihm. über das Judenpröbkem diskutierte — wie es der Schreiber dieser Worte des öfteren tat —, so wandte Schiff sich immer von neuem' gegen unseren ^Nationalismus'. „Das Judentum ist eine Religion. Die Mission des' Judentums ist es, ein Wendiger Protest gegen jeglichp Ungerechtigkeit aus Erden zu sein." Mit solchen ernsten Worten und im eindringlichen Donfall eines großer Verantwortung sich bewußten geistlichen Führer, einer Gemeinde sprach er über alle jüdischen Fragen. „Den -jüdischen Nationalismus lehne. ich ad), aber Sie werden mich immer bereit finden, an der Hebung der Inden Palästinas mitzuarbeiten." Mancher, der zur Zeit des Sprachenstreites meine Ausstht: „Jacob H. Schiff kann und wird für den Zionismus gewonnen werden," skeptisch belächelte, wird' heute bökehrt sein. — Schiff, den man als väterlich sorgenden Führer des amerikanischen Judentums verehren muß, .sprach einmal sein tiefes Bedauern darüber aus, daß eine persönliche Bekanntschaft zwischen ihm und Herzl rnfolge Erkrankung des festeren nicht zustande kam. Die alten Weggenossen werden das Gefühl haben, daß dieser Schritt einen Teil von Herzls Traum erfüllt, die Mächtigen der EÜ« für uns zu gewinnen. Hätte er das erhöbt' . > .Auch Lorri.s Mars hall, anerkannt als einer der fähigsten Köpfe, Amerikas, einer der. Vertranten / ’. Jacob H. Schiffs, hat sich — wenn auch bedingt — für den Zionismus erklärt! Freunde! Traurig und fast mutlos haben wir oft unsere Körner gestreut, — nun wandeln sich die Zeiten, unsere Saaten reisen und „jubelnd tragen, wir die Garben heim." ' Der engttsche Fliegerangriff auf Jerusalem. -Wo von türlljMr und englischer Seite bereits gemöll»et worden ist,'erfolgte vor kurzer Zeit ein starker Angriff «rglischer Flieger aus Jerusalem. Ueber 70 Bomben . wurden geworfen, die besonders auf.den Oelberg fielen. ' Weser, englhcher Angriff auf Jerusalem verdient auch v vom jüdischen Standpunkt weitgehendster..Beachtung und. - ist. geeignet, lebhafte Beunruhigungen hervorzurufen, denn! -eine WfederKslung dwses'FliegerangriM kann, sehr leicht / zur-Zerstörung so mancher der Heiligen Stätten führen,, die .das Judentum in Jerusalem besitzt.. Daß der Angriff vom allgemeinen strlturellen wie vom besonderen christlich-religiösen Standpunkt verdammenswert ist, hat die Frankfurter Israelitisches Familienblatt. allgemeine Presse nicht nur. in Deutschland schon zur Genüge betont, und wenn man bedenkt, welche Entrüstung seinerzeit die'Beschießung der Kathedrale von Reims durch die - deutsche Artillerie in den Ententeländern hervorgerufen hat, so muß man es doppelt verurteilen, daß nun von englischer Seite in dieser mutwilligen Weise eine .Stadt angegriffen wird, die für die gesamte europäische Menschheit so viele Stätten von höchster Heiligkeit, besitzt. Vom jüdischen Standpunkt erhält'dieser Angriff ein besonderes Interesse, wenn man sich! des starken, durch die letzten Wochen von Seiten der Entcntepresse gegen die . Türkei geführten Verlcumdungsfeldzuges im Anschluß an die' Evakuierung von Jaffa erinnert. Man kann nicht einsehen, welcher Unterschied zwischen der von der Türkei aus militärischen Gründen für nottvendig erachteten Evakuierung Jaffas und den von den Engländern vvrgrnommenen Fliegerangriff auf Jerusalem besteht; eher könnte man annehmen, daß die militärischen Gründe der Türkei zwingendere gewesen sind als diejenigen, die die Engländer veranlaßt haben, den.nach allen Erfahrungen militärisch keinesfalls so wichtigen und erfolgreichen Fliegerangriff auf die Heilige Stadt zu unternehmen. In demselben Maße wie' von jüdischer Seite die Evakuierung Von Jaffa aufs.stärkste bedauert worden ist und sofort mit allen Mitteln versucht lvurde, eine Ausdehnung . dieser Evakuierungsmaßnahlne. zu verhindern, mutz- Nun auch! von jüdischer Seite gefordert und darauf hingewirkt werden, daß in Zukunft solche Fliegerangriffe von englischer Seite auf die Heiligen Stätten Palästinas, die für das Judentum der gesamten Welt, von höchstem Werte sind, unterbleiben. Die Bemühungen zur Verhinderung weiterer Evakuierungsmatznahmen von Seiten türkischen Behörden haben, wie bekannt, zu einem vollen Erfolge geführt. Der Grad der englischen Rücksichtnahme auf kulturelle und religiöse Forderungen wird sich! daran zeigen, ob auch! diese unsere Forderung nach Unterlassung weiterer derartiger Fliegerangriffe von englischer Seite erfüllt werden wird. . Aus afXex Welt. Deutsches Reich. Breslau. Israelitische Gemeind«.. Der Ueberschuß das abgelaufenen Rechnungsjahres 1916/17 dürfte nach! vorschtiger Schätzung etwa 100,000 Mark betragen, also den Ueberschjuß früherer Jahre weit übersteigen. Er soll zum größten Teile dem Bau der Ehrenhckllc für die 'im Kriege gefallenen und auf dein Friedhöfe in Cosel beigesetzten Soldaten dienen; die Kosten des Baues sind auf 70,000 Mk. veranschlagt. Ter Rest des Überschusses wird wieder, wie in früheren Jahre», den Wohlfahrtsanstalten der Gemeinde zufließen. Vesterreich-Uugar». Zur Frage des österr.-jüd. Songreffes. Zur Frage des österr. - jüd. Kongresses äußert sich Dr. S. v. W e i ß e l b c r g e r, Landtagsabg. und ehem. Bürgermeister von Czernowitz, in der „Selbstwehr" wie folgt: - Ein Zusammenschluß der österreichischen Judenschaft ist unerläßlich und eine einheitliche Organisation nnt ent- , sprechender Vertretung nach außen notwendig. Fraglich ist, ob eine Gesamtorganisation während der Kriegszeit sich schaffe» läßt. Erscheint dies, was wahrscheinlich ist, wegen der Kürze der Zeit, nicht durchführbar, so müßte mit einer zur Erledigung der wichtigsten Fragen gebildeten Gesamtvertretung,'der aber autoritativer Charakter beigelegt werben müßte, versucht werden. Ein jüdischer Kongreß zur Erörterung aller gemein- 'samer jüdischer Fragen, politischer und wirtschaftlicher Natur, ist gewiß zu empfehlen. Zuvor müßte jedoch eine- Vorkonferenz aller in Betracht kommenden jüdischen Vertretungen, wobei,niemand sich ausschließen darf, über ein igenremsaines Vorgehen .sich einigen. ■> gibt so viele Fragen, die Ost und West gleich! berühren und die einen ZusammensWuß fordern. Es ist ein sehr fühlbarer Mangel, von dem insbesondere die östlichen'Volksgenossen hart betroffen sind, daß feine autoritative, jüdische Vertretung die Interessen der Gesamtheit Ivahrt. Jeder' ernste -Versuchs diesem Mangel abzuhelfen, wird daher stets meine tatkräftigste Unterstützung und Förderung finden. R«tzla«d. Eine neue national-religiöse Organisation. Eine neue jüdische Organisation ist, wie M. B. Davidow in „Rjetsch" vom 12./25. Juni mitteilt, in Petersburg entstanden. Sie hat einen fortschrittlichdemokratischen und nationalen Charakter und nennt sich „Nezach Jisroel" („Das ewige Israel"). Die Organisation geht von dem.Grundsatz aus) daß eine der Hauptftlndamente der jüdischen Nation die Religion ist.. Demgemäß muß ein Ueberwiegen der religiösen .Elemente in den jüdischen Gesellschaften und Institutionen ongestrebt werden. . Ein zweiter wichtiger Punkt im Judentum, ist die hebräische Sprache, daher wird hebräische Unterrichtssprache in der jüdischen Schule gefordert. Weiter.wird die 'Organisation mit Palästina, dem Lande der Väter, in stetem Kontakt stehen.- Auf anderem Gebiete, wie inbezüg ans das Gemeindewesen, die wirtschaftliche Fragen, der Judenusw. stellt das Programm äbensalls einige Forderungen aus. '" ' . In das Komitee in Petersburg wurden . gewählt: Ehrenvorsitzender: Rabbiner S. B.Kaze ne llenbö gen, 2. Vorsitzende: Rabbiner D'r. M. B. Eisen.stadt, I. A. Marko n und - S.' A. H el le r; Sekretäre: I. Sch'r.eiber, B. Ch. Kopan, D. L. Liiv,-N- Rosen- ^seld und Dr. Schneersohn. - . . Nr. 26. N> Die Organisation 'ruft in nHchster Zeit .eine) SH fercnz' ngch Petersburg zusammen, an der.Delegicl aus Moskaü, Kiew, Charkvw und anderen StädH teilnehmen werden. Der Krieg ««v die Jude«. Breslau. Leutnant h e p n e r - Beuchen erhielt dl Eiserne Kreuz ,1. Kl., Cnrt Danzigep', Fel» Gomma, Bruno Jakob, Max L e b e r und Um» offizier Erich Sandberg-Breslau das" Eisern» Kreuz 2. 'Kl. ' . I Assessor Hans Schlesinger-Oppeln wurde zul Leutnant'befördert. ' I Hamburg. Oberstabsarzt-Dr. Fritz Danzigei erhielt das Eiserne Kreuz 1. Kl. 1 Bromberg. Georg Aron, Sohn des Stadtverord! neten Robert Aron, wurde zum Leutnant befördert.! Wien. Blochs „Oesterr. Wochenschrift" verzeichnet iß ihrer Nr. 26 folgende A u s z e ich n u n g e n a n. I u d e »I 7' Ritterkreuze des Franz - Josef-Ordens, .3. .Militär» verdfenstkreuze 3. Kl., 11 silberne Signum laudis,. 17» bronzene Signum laudis, 56 goldene Verdienstkreuze mil der Krone, 21 goldene Verdienstkreuze, 19 silberne Verl dicnstkrenze mit der Skrone, 2 silberne Berdienstkreuzcl ' 11 silberne Tapferkeitsmedäillen 1. Kl., 47 silberne Tapfer» keitsmedaillen 2. Kl., 149 bronzene TapferkeitsmedaillenI 12 eiserne Berdienstkreuze mit der Krone, 21 eiserne Vcri dienstkreuze, 2 belobende Anerkennungen des Armeeobcri kommandos, zusammen 401 Auszeichnungen, hievon 115» an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes', 72 aia Militärärzte und' Militärbeanrte, 214 an Mannschäfts-f Personen. ' - - - .1 TSgli '/den.' schon hohe Perfo«atte« «. kleiue Mitteiluuge«. der Verein „Mekor Chäjim" selbst als „Hermann Gold- Bon Rüben Brandes. /ent i der ( Füßch in de -Sie i (Ans dem Jiddischen.) (Fortschung.) /- . Jahre flössen dahin. Der .Sabbatrock, den der Rabbi einst in der Bräutigams Jugendblüte erhalten hatte, >hrtte. aslmählich>.ein Loch nach dem anderen bekommen. Gr stsah es an der einen Stelle durch,. dann an der anderen/ erst am- Aermeldann am Futter nsV: . . . Der W'ochcntagsrock lvar schon längst» Smhtn.-, . ) Eine stattliche Kinderschar umgab den'Rabbi. Jedes Jahr war er mit einem neuen Sprößling gesegnet wor- Fami -Ohre» — .d nackt 1 an. V sreiwt - c BreSlau. Hier starbDr. SalomonKusznitzkhl früher Rabbiner in Bayreuth. I Brömberg. Zum Nachfolger des nach Augsburg be<I rufenen Oberkantors Heimmm wurde D. Holzapfel-I Berlin nach hier berufen. ' I Bad Kiffinge«. Dos Kurhospiz für armel Israeliten (Bors.: Distriktsrabbiner Dr. Bamberger)! hat in seinem letzten Rechnungsjahre 59 Kurbedürftige,! darunter 11 Kriegsteilnehmer, mit einer Summe vo»I . 2785 Mk.' unterstützt und dennoch sein Vermögen um I 7480 Mk. vergrößert. Goftßn. Lev v Lewin. der langjährige Vorsteher der I israel. Gemeinde usw., ist nachl langem Leiden ver-I schieden. . I .Wien. Sigmirnd Planer erhielt den Titel Kaiserlicher Rat. Haag Jüd. Nationalfonds: Einnahme im Juni 242,420 Mk., im ersten Halbjahr 623,552 Mk.! (gegen' 282,315 Mk. im ersten Halbjahr 1916). Lmertl. S. Erlanger-Braun, wurde zum N i z epräsidenten des Großen StadtrateS gewählt. Baris. A l f r e d L e d h, der 77 jährige Oberrabbiner von Frankreich; beging sein 50 j ä h r i g e s Amtsjubiläum.— L e v n S a m n e l hinterließ 50,000 Frcs. für W o h l - f ah r t s zw ecke n. - schmidt Jahrzeits-Lernstistung." Monlestore-Lerei« Bon den Beranstaltungen des.- Vereines' in jüngster Zeit seien hier hervorgehoben: - MLrchxuabeud' (Darbietungen L'cr Damen R-Kahn> E. 'W<rrtenberg und Grete Moltke). Musikalischer Abend (Darbietungen der Herren Ephraim und Landsberg und der Damen.AliceKassel undjSelmaPap'penheim^er) und ein Bortrag dcs Herrn Dr. I. H'einemann über die jüdische^rau der Geschichte. ffile der Rabbi don Pumpia» die soziale Kragt löste. ersinn Sitzt kein? Knoch grübel ein 1 Sprül gib n daß i und s es zn eine, ich. ja Frankfurter Berichte. Jahrzeitsleruftiftungen des' Vereins „Mekor 'Ctzajim." Zuni Andenken an sein im Felde gefallenes Vorstandsmitglied Hermann Goldschpiidt hat der Verein, die Einrichtung von Jahrzeitslernstiftungen geschaffen. Durch einen einmaligen Beitrag erwirbt sich her Spender das Recht, daß dauernd am Jahrzeitstage eines von demselben bezeichäteten Verstorbenen vom Vereine aus durch einen von diesem dazu bestellten Dozenten gelernt und Kaddisch gesagt wird. Jede einzelne Stiftung trägt den vom. Stifter angegebenen Nanwn des Verstorbenen, ' für den das Lernen und KaddisMagen am Jahrzeitstage in der bezeichneten Weise ^'tattsinden. Die erste Stiftung errichtete Rabbi durchr liche ' firchtcl T stellen, gesamt Arm Wirbel - , P habe \ noch < hiniedc zweisel daß dl ihn n wird's Heer > u- „Der Leute, glück l Hebel klar gc tum ni I« tigte, r Jul Neu eil Mei leinvemf »Kindern »welche n Imittelpv I genossen IKleidun,

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