Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1917)
- Date
- 1917-03-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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'Seit 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 9. möge,, und Laß .bei der eigenen Freude über die Leistungen nicht vergessen wird, wieviel Teil andere daran habem" „Ihre Aeußerukig, gnädige Frau, ist wirklich in vollständiger Uebereinstiminung mit meinem Empfinde». Ws lebendiges Beispiel möchte ich Ihnen eine kleine Schilderung geben, die nicht nur das' bestätigt, was Sie eben zum Ausdruck brachten, sondern auch uns den Beweis gibt,, daß wir, wie Sic vorhin so schön ansführte», selbst Dank schuldig sind. Bei' Ihrem sozialen Wirken wird es Ihnen ja bekannt sein, welch vielerlei borgen gerade heute die Menschheit bedrücken, und wenn es nun gar gilt, ein den Leidenden gewidmetes Haus zu erhalten und Tag für Tag Mittel auszubringen für dasselbe, so ist unendliche Blühe hiermit verknüpft. Aber es gibt mm eine stille Mitarbeit, die unersetzlich! ist. Denken Sie sich einen Menschen, der leider infolge Krankheit in seiner Jugend , das Unglück hatte, einen Arm und ein Bein zn verlieren,-und der bann in diesem Haus der Liebe-Aufnahme fand. Wie .viele wohl in der gleichen Lage würden dieses Los als Siechtiun auffassen und gewissermaßen als Abschluß ihres Lebens ansehen. Zinn, mein Freund -— ich nenne ihn mit Stolz so .— findet sichbesser zurecht. Aeußerlich ausgerüstet mit einem künstlichen Bein, aber innerlich frei, mit einer goldenen Seele, fühlt er sich berufen, für sein Teil mitzuarbeiten, und diese Mitarbeit ist es, die ihn erfrischt, die ihn das' Leben schützen-läßt. Wenn ich Ihnen wiedergeben sollte, wieviel Steine er Tag'für Tag und Jahr für Jahr_■ zusammcnträgt, um in stiller Weise das Haus zu fördern bei alt'denen, die mit ihm in Berührung kommen, cs würde schon; ganz für sichein kleiner Ban der Liebe entstehen. Ihm. fällt auch das Amt zu, für eingehendem Zuwendungen namens seiner J Leidensgenossen zn danken, und dieser Dank atmet reine Menschenliebe aus und erfüllt die Geber mit Freude. An ihn mußte ick)! denken, als Sie, verehrte Frau, von der Dankbarkeit sprachen, die wir zu zolle» haben. Denn Dank.gebührt in außerordentlicher Weise diesem . lieben Menschen!" ,Mic nett ist diese kleine SchMerung, Herr S.. scholl deshalb, weil sic mich belehrte, daß meine Theorie in der Wirllichkeit vorhanden ist. Bei unserer-nächsten sozialen Beratung werde ich dieses kleine Lebensbild, , das Sie mir heute gaben, mit innerer Befriedigung Vorbringen." „Dann kommen aber alle, gnädige Frau, und bringen Ihnen das, was Sie -so gerne abzuwälzen wünschen." ■ „Und das wäre?" Literarische Notizen. . Eine englische Bibelübersetzung. In kurzem wird die neue englische Bibelübersetzung, die vor einigen Jahren von amerikanischen Inden in Angriff gcno,innen wurde, erscheinen. Die Uebcrsctzuiig hat, wie Bros.' Max Margolies, der Hauptleitcr der Arbeit, geäußert hat, den Ztveck, jedem Juden eine in wahrhaft jüdischem Geiste gehaltene Bibelübersetzung zu bieten; denn die christlichen Uebersctzungen leiden sehr daran, daß ihnen ihre Ucbcrsetzer an vielen Stellen) bewußt oder unbewußt, den christlichen Geist eingehaucht haben. Män darf wohl erwarte», daß die neue Bibelübersetzung eine gute jüdische Leistung darstellen wird. Methoden und Kapitalbedarf jüdischer . Kolonisation in Palästina v. I. Octtinger. Berlin, Jüdischer Verlag. . Diese Schrift besteht <m§' vier Abschnitten, von denc» der erste die bisher in Palästina angewendetcu sowie in anderen Ländern gegenwärtig gebräuchlichen Methoden der landwirtschaftlichen Kolonisation kurz behandelt und gewisse grundlegende Prinzipien ansührt, die bei einer nationalen kolonisatorischen Tätigkeit einzuhälten sind'. Der zweite Abschnitt enthalt eine Darstellung der verschiÄcncn in Palästina möglichen Wirtschaststypen. Die Wirffchastspläne und' Kostenanschläge der einzelnen Be- - trirckstypen bilden sodann' — im dritten Abschnitte — die Grundlage für di- Aufstellung der für den Ausbau ganzer Kolonien notwendigen Aufwendungen. Neben dem erforderlichen Kapitalbedars für die einzelnen Wirtschaften werden die allgemeinen Ävlonicansgaben fiir Schule», ärztliche Hilfe, Sicherheitsmaßnahmen :c. berücksichtigt. Ausgehend von der Ausarbeitung von Besiedlungspläneii für'die einzelne Kolonieeinheit erörtert der Verfasser im letzten Abschnitte die Fragen^ des Gesamtkapitalbedarfes und eines.Gesamtprograiymes für die jüdische-landwirtschaftliche Kolonisierung Palästinas. Eine der Grundideen der Schrift beruht in der Empfehlung der Annahme und.Durchführung eines methodischen Vorgehens, einer strengen Planmäßigkeit in der - Begründung stets neuer, geschlossener, nicht zu llciner Koloniegemeinden — von dem Momente ab, wo eine großzügige jüdische Besiedelung Palästinas möglich sein Wisse, was -Du, «dem Gottesleugner antworten sollst. Ein Büchlein zur Bekämpfung des Materialisnnls von Hermann C o h n, N ü r n b c r g. Frankfurt a. M , Sänger & Fricdberg. Die Aufsätze sind zum großen Teile im Frankfurter Israelit. Familienblatt erschienen. Ueber ihren Zweck möge hier das Vorwort sprechen. „Die Aufsätze haben die Tendenz, jeden gebildeten Juden und besonders^ die Heranwachsende Jugend in naturwisseirschastlicher Hinsicht soweit aufzuklären, daß jeder Leser dieses Büchleins imstande ist, alle atheistischen Angriffe ans unser,r heiligen Gvttesglauben gebührend znrnckznweisen.. Die Argumente, welche vre Gottesgegncr für ihre Ansichten ins Treffe» führe»,' klingen meistens so verlockend, daß der nicht an naturwissenschaftliches und naturphilosophisches Denken Gewöhnte die trügerischen Theorien und Folgerungen ans denselben nicht durch- ' schaut und leider oft von diesen gleißenden. Trugbewcisen tlmgarnt wird. Im Aufftelten und Plaüsibclinachen solch falscher Theorien mit . scheinbar wissenschaftlicher, in Wirklichkeit aber willkürlicher und tiefer» Sinnes entbehrender Begründung ist besonders Prof. Ernst Hackel groß. Man kamt über Höckels philosophische Lehren gar nicht scharf und abfällig genug urteilen. Häckel ist in der Philosophie ein Fanatiker im schlimmsten Sinne des Wortes. t . In einem religiösen Jahrhundert wäre er ein . zweiter Torqnemada geworden. In der jetzigen irreligiöse» Zeit wurde ein Bolksverdcrber und Jrrefnh'rcr. Er. besitzt einen bestechenden, scheinbar wissenschaftlich-populären Styl, der die nicht an logisches Denken Getvöhnten i'cher die Flachheit trnd das Falsche seiner Gedanken mid Schlußfolgerungen hiiltlwgtäuscht. Sein be—rühmtcs, Buch. „Die Welträtscl" ist der beste Beweis für Borhergosagtes. In wisscnschästlichen Kreise» fand , dies Buch sofort die schärfste Ablehnung. Der angesehene-Forscher Adi ckes schreibt in seinem Werke „Kant kontra Häckel", Berlin 1906: „Konsequenz des Denkens ist.eine Eigenschaft, die man . vergeblich bei Häckel sucht"; und der bekannte Berliner Philosoph Fr. Paulse.n erklärte: „er habe mit-brennender Scham die „Welträtsel" gelesen, mit Scham über deck Stand der allgemeinen Bildung und der philvsophisch'cn Bildung unseres Volkes — daß ein solches Buch. möglich sei, daß es geschrieben, gedruckt, gekauft, gelesen. bewundert und geglaubt werdcn konnte bei dem Volke, das eine» Kant, einen Goethe, einen Schopenhauer besitzt, das sei schmerzlich!" .... Wir haben aber für unseren Gottesjflauvi nicht nur gegen Angriffe, von außen, sondern auch gegen Angriffe unserer bösen Triebe in uns selbst zu kämpfen." I Off«nbaeher Drncblnft-Anlagf I Iffanbacb ». H. Telefon 129. (Anschluss mitFrankfmt I cwährtente T»DnIßh?«ln,iin"o (100.000 qm jährlic' I w®'. unObertroff ena Battfadernrelnlguno mittels Druckluft and -Wasserdampf. Woche»-Sale«der. Samstag, 3. März, (— 9. Adar). Sabbat-Anfang i» Franffnrt a. M. 5 Uhr.1l) Min. Sabbat-Ausgang in Franffnrt a. M. 6 Uhr 65 Min., in Berlin 6 Uhr 28 Min. Wochjenabschnitt: Tezaweh. — Der goldene Leuchter. Die Pricsterlleider. Die siebentägige Priestertvcihe. Opfer und Räuchertverk. Parschas Sochaur. Mittwoch: Taani's.lSochaucr. Donnerstag: Purim. . . WochengotteSdienste in Frankfurt a. M. Morgens: 6 Uhr 30 Mir. in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 7 Uhr, Hanpdsynagoge Königsteinerstraße Vfc Uhr). ( Abends : 5 Uhr 30 Min. in den meisteir Synagogen (Hauptsynagoge 4 Uhr, Königsteinerstraße' 7 Uhr). Vereius-Kaleuder. Tifercs Bachnrim. Montag. 8'/- Uhr, Bleichftr. 70: Die deutschen Juden - während des Krieges (Horwitz). Verein Montefiore.' - Am Donnerstag, 8. März, abends 9 Uhr findet int Vcreinslokale des Montifiore, Bleichftr. 70, eine gesellige Purimveranstaltung statt. Außer einer Rede des Herrn Rabb. Dr. Horovitz tverden durch eine Reihe erlesener künstlerischer Darbietungen für die Unterhaltung und Bildung der erscheinenden Gäste gesorgt. Dkl die Veranstaltung jedenfalls sehr stark besucht wird, so einpfiehlt sich frühzeitiges' Erscheinen. Tageskalender. ' ' Freitag, 2. März: Geselliges Beisammensein. Montag, 2. März: Bürostundc. ° Dienstag, 0. Mürz: Franz, und engl. Kurs. Donnerstag, 8. März: Purimfeier. Fra«kf«rter Famtlieunachrichten. Geboren. Ein Sohn -Siegfticd Schweitzer (Dcssauer), ö. Fürstcnbergerstr. 176. — Ein Sohn David Oppenheimer (Pappenheimer), Leerbachstr. 90. ' Barmizwoh. Walter, Sohn des Adolf Rosenblatt. Staufenstr. 14, in der Synagoge Unterlindau. Verlobte. Scssi Katz, Baumwcg 31 mit Otto Ster befalle. Ludwig Weismann, 52 I., Niedenm, 38. — Moses Kuhn, 77 I., Kleebergstr. 18. — Emilie van Gelder, 71 I., Hcrinannstr. 3. — Elise Gnmbel geb. 5kauffmann, Ocderweg 14. — Fanny Höxter geb. Bodenhcimer, 48 I., Felliierstr. 14. — FritzWestheimer i. F. — Bettchen Sirugaß. 87 I., Aiusikantenwcg 4. — Adols Strauß, 42 I., i. F., Elkcnbachstr. 10. Auswärtige Familieuuachrichteu G e b o r c n. Ein Sohn Moritz Jsaac (Halte), Cöln. — Hugo Mainzer (Cohn), Halte. — Eine Tochter Engen Lachmann (Salomon), Königsberg i. Pr. — Siegbert Berlowitz (Ehreniverth), Eydtfflhnen. — Ignaz Schwarzhäiipi (Böhm), Hamburg. Verlobte. Paula Cohn,'Düsseldorf, mit Jakob Freund, Posen. — Sophie Alexander, Leipzig, mit Siegfticd Drucker, Offenbach) Gestorben: Briuw Lewin, 27 I., Dölzig, i. F. - Alice Rothschild geb. Hamm, 52 F., Hannover. — Enger Königsberger, 60 I.: Max Salzmaim, 54 I., Berlin-! - Siegfried Heinebcrg, 71 I., Düsseldorf. — Mirjam Kugel mann geb. Auerbach!. 62 I-, Mors.Isidor Hennig, 77 I. Berlin. — -Jenny Wiener geb. Schönfeld, 57 I., Brcsla» — Bernhardt Wcißimann, 44 I., Ansbach!. — Lothar Hcs; 27 I., Hamburg, i. F. — Martin Wolf, 53 I.; Simoi Bcsas, 71 I., Berlin. — Loitise Cohn geb. Dobrin, Nauiu bürg. Ludwig 'Stern, 44 I., Wiesbaden. — Louist Baruch-, 27 I., Nürnberg. — Offizierstello. Moritz Schlos- Angsburg, i. F. — Rabbiner H. W. Rom, Zürichs - Heinrich Rosciww, 66 I-., Berlin. —• Julius Segall 26 I., Pankow, i. F. — Babette Bach geb. Silberman» 85 I.. München. — Joseph Meyer, 77 I-., Freche». Jetichcn Metzger, geb. Akorgenstcrn, 83 I-., Butzbach. Emma Bühler geb. Darnbachdr, Ww., 74 I-., Bühl. Speude«. Beim Frantfurlcr Israelitischen Familicnblatt ging! P alästin a-No t stands-?lktj v n. N. dl. 46.— Mk. Zionistische .., Fiaoiit a.J. Anfangs März beginnt ein neuer Kursus fßr hebräische Sprache, an dem auch Nichtmitglieder der Jueendgrnppe teilnehmen können. Der Beitrag stellt sich je nach Teilnahmezahl auf Mk. 2.— his 3 — monatlich. Anmeldungen nimmt Fränlein Nothmann, Sandweg 6, III bei Fräulein Lodzer UolksMott 2 mal täglich erscheinend in jüdisch"“ deutscher Sprache und hebräischen > Bachstaben. Sali Wolff Papier handlang nur Schäkergasse ll, Tel.Hansa 3821. Beste und billigste Bezugsquelle kür Drv.oLss.olL0». Gilletteklingen auch Raslarmetsar und ander Scbneldwerkzeuga schleift G. Krämer, 28 Yilbelerstrasse ■ Besseres junges Mädchen, das schon im Haushalt tätig war. auch Kenntnisse im Nähen .besitzt, sucht Stellung in streng ftommen, nicht sehr großem Hanse zur Mithilfe in der Wirtschaft und Leaussfchtjgung der Kinder. Familienanschluß Bedingung. Etwas"Gehall erw. Fr1.H.Schlefiuger.Darmft«dt. , Soderstraße 79, I, bei Herrn . Gttlinger. 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