Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 15 (1917)
- Issue
- Heft 2 (12.1.1917)
- Date
- 1917-01-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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- Frankfurter Jsraelrtisches.'FamilienblaL - toir. die Döhunente' Irl b st -stoch' lesen könnendi« eine Lerminre Zeit früher einen Teil ' des diplomatischen Notenwechselszwischen Aegypten : unb Palästina ausmachten? Wir-.-m eine» die Elementartafeln, die jeder imBerlmer'nnd Londoner' Museum seihst ansehen' — und.Mun .er Keilschrift -versteht — auch lesen kann. Wer - kann beute nochetwa ohne weiteres Kapitel 14 der - Gene,is als blankes Aiärchen abtun, wenn er ein klein wenig ür die alte Geschichte Babylons und ElamS hineingeblükt hat? Kcdorlaomer ist ein gut elainitischcr Name, Mdur-Lagamar. Auch Ariok ist zu belegen. Das.Ämraphcl mit.Hammurapi etwas zu tun hat,' ist sehr wahrscheinlich.' - Welche .Umwälzung in der semitischer Geschichtschreibung 'hat mcht das Bekamrtwerben von Hammuchpis Gesetzbuch! hervorgerufen? Alle diese neuen Erkenntnisse dienen immer mehr dazu die Theorien Wellbausens .zu 'erschüttern. Man lese darüber z. B. Kapitel 33 bei Kittel nach, auch, Kapitel 33, Abraham und Malkizedek, beides Darstellungen, denen Mittel unverkennbare Spuren hohen Alters'zubilligt. Da ist ein ganz besonderes Verdienst Kittels, daß. er unabhängig von altangenommencn und zum Teil noch heute bei der zünftigen Wissenschaft herrschenden Theorien sich an die Darstellung der Geschichte heranmacht ,und in so ausgedehntem Matze und in so zuverlässiger Weffe die Beziehungen Israels zu de» anderen Völkern ' darstellt. Ich must der Berftlchung . widerstehen, , hier darauf .hinzuweisen, wie sehr man das apologetischen Zwecken dienstbar machen kann. Zugleich aber möchte ich davor warnen, etwa in Kittels Buch, den Beginn einer grundsätzlichen ^Ablehnung der Kritik und .eine Annäherung an die jüdische traditionelle Auffassung zu finden. Aber recht viel Material und Einzelbenierkungen kann sich jeder, mag er einen noch so ^entgegengesetzten Standpunkt haben, aus der Darstellung Kittels heraushvlen. Ich mach: da besonders aufmerksam, auf die Beurteilung des sogenannten Priestcrkodex S. 352, dessen Satzungen nach ihm schon in frühisraclitischpr Zeit in bestimmten Formen festgelegt waren. Ganz abgesehen von der grundsätzlich anderen Stellung des Referenten zur südischen: Tradition, wäre es möglich, hier und da etwas anzumerken. Welcher /Kritiker .könnte nicht ' bei einem so umfangreichen Werk -auf einzelne Kleinigkeiten hinznweiseu, die zu beanstanden wären? Dazu ist aber hier nicht , der . Ort. Auch /ist Mer nicht nach jedermanns Geschmack, durch kleine .Ausstellungen vor dein nicht immer sachkundigen Leser -an einem großen Werk heruiiizwnäkcln. Auf eine gtichügstellung, die aber kritischen Köpfen.Anlast geben kann, ihrer Skepsis gegenüber scheinbar feststehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen zu vertiefen, möchte - ich doch -zum-Schluß mit -einigen Worten entgehen. ' Die Beziehungen zwischen dem Babylon der Hammurapizeit und Palästina,- noch--ein,-paar/Jahrmrderte vorüber Einwanderung -Israels, sind zweifellos.-'recht nahe gewesen. Auch nach/ der wissenschaftlichen Auf; fassuitg scheinen Semiten derselben Art und/derselben Kultur, , sowohl im Westlande. (Amurru, das .Emyriterland, d. i. Palästina) . .ass auch in Babylon gewohnt zu haben/ Wo sind sie - bodenständiger?' Sind - sie vom Westlaiche nach! Babylon gehimmen oder von Babylon, nach' .dem Westlande?- Oder sind, beides verschiedene Wellen' ans dem -'(imch ändereb-Änschauung) die seinitischen Völker gebärenden Jnnerarabien? Zurzeit sind alle Aeusternngen dazu »ochs meht oder weniger Hypothese. /Und -ganz/ gewiß bleibt, bis aus weiteres eine - unbeweisbare Hypothese, daß Leute desselben Stamines-- wie in Palästina .mit demselben Namen „Amurru" in gleichzeitigen Dokumenten nachweisbar'sind, Die Ausführungen Kittels im 10. Kapitel, besonders S. 61 stütze,t sich aber auf das angebliche Borkommen dieses Stmumnamens im alten Babylon . nach, der Angabe Rankes in -seinem Werk über die alt-babylonischen Personennamen. Der Rezensent hat diese Theorie gleich bei ihrem Auftreten abgelehnt, weil sie aus den in einer Rechrsurkunde einmalig vorkommendcn „Söhne Aninrrus" falsche Schlüsse zieht. Es handelt sich da zivcifellos nicht um Emoriter, sondern um Söhne eines Mannesder den persönlichen Eigennamen „Amurru" führte, der im besten Falle als Einzelner der „Emoriter" heitzen kann. Aber auch das ist nicht nötig, und dieser Amurru braucht mit den Emoriter» in Palästina gar nichts'' zu tun zu haben. Leider ist diese These auch in verschiedene andere Werke übergegangen und hat zu allerlei falschen.Arlgerungen geführt. Durch ein zufälliges längeres. Zusammensein .mit dem bekannten Assyriologe» Ungnad hatte 'Kittel Gelegenheit, noch in den'Nachträgen S. 664 das richtig zu stellen. . " , Diese kleine Bemerkung ist aber yon allgemeinein Interesse. Sie zeigt, auf wie unsicherem Boden sich solch vorsichtige -und kritische Gelehrte wie Kittel be- - wegen müssen. Das liegt eben <nt dem Material, das dem zusammcnfassenden Gelehrten gebotet, wird und an der Unmöglichkeit auf allen Gebieten gleichmästig zu Hause zu sein. Ein jeder Tag kann uns neue geschichtliche EÄcnntnisse bringeir und so ganz feststehende An- Lchaunngen umwerfen. ' (Man denke an die neuauftauchende Frage nach, der Kultur der Chetiter, der Bestimmung ihrer Sprache, indogermanisch oder kaukasisch, ihren Beziehungen zu den- Semiten insbesondere Israeliten usw.. Das sollte aber niemanden hindern, allerdings mit einer gewissen Vorsicht, an eine so glänzende Darstellung wie die Geschichte Israels von Kittel, heranzugehcn. Kittels Werk ist zweifellos eines der gcdiegendstcn ans dem Gebiete tzes alten Orients und s. auch derjenige, -'ber die. -Darstellung. ablehnen wird, : weil seine geschichtlichen Anschauungen von andern Vori alsssetzungen ausgehen,, wird Belehrung in Hülle...und '-Fülle darin zu finden. * Ob inanes wagen darf zu hoffe», eimnal in den nächsten Jahrzehnten von jüdische Seite einem : solchen Werke, aber von anderen Grundanschanungen ausgehend, als Kittel,' zu begegnen? - Ich fürchte für das" nächste Jahrzehnt wird -das ein .frömmer Wunsch" bleiben. ' - . Ham-Misrachi, z. Z. in Polen. Buchbesprechungen.;-A v. G n t t r y , Galizien, Land und Leute./ .-Verlag? Georg Müller. Ainnchen. . ' Das interessante Werk Gnttrys behandelt die . Geschichte, Sitten des Landes und seine Einwohner. . Reizvollen Darstellungen der historischen Entwicklung Galiziens, folgen Beschreibungen von Land und Leuten, in anschaulicher Weis.' geschrieben. Natürlich mußten onch dje Juden Galiziens in diesem umfangreichen Werke betrachtet werden und so ist darin auch ein besonderes Kapitel über die Juden des Landes enthalten. Hier, werden uns das Leben, die Sitten und Bräuche der ,Juden vorgeführt und in durchaus sachlicher Weise dargestellt. Die sehr gelungenen Bilder' ergänzen vorteilhaft das treffliche Werk. . Offenbaeber Draehlnft-lnlage Telefon 123. (Anschluss mitFrankfmti, lOffenb I flffsnbseh I ewährteste ewährteste Tepplchrslnlpoi ) mittelst Drnckloft and Wasserdampf. MSfl irlicb)l slnl-l Wochen-Saleuver. Samstag, den»13. Januar (--- 16. Temes.) Sabbat- Anfang in Frankftirt a. M. 4 Uhr 25 Mir. Sabvat- Ansgang in Frankfurt a. Ml 5 Uhr 40 Min. Wochenabschnitt: Schein «ns. — Die Knechtung der znm Bolle gewordenen Nachkommen Israels. Lebensgang Mose? bis zu seiner Heirat. Gott erscheint dem Moscs'in einem.brennenden Dornbusch und überträgt ihm die"Sendung, das Volk Israel aus Egypten zu führen. Moses vor Pharao. Verschärfung der Knechtung des Volkes. Wochcngottesdienste in Frankftlrt a. M. -- Morgens: 710 in den meisten Synagogen, Hauptsynagogc, Königstcinerstr. 7Ve Uhr- Abends: 4 Uhr 30 Min. in den meisten Synagogen (Hauptshiiagogc 4 Uhr, Königstcinerstr. 7 Uhr). Nirfvuf. -----Der Verband Jüdischer Frauen für jkuktnrarbeit in Palästina sieht sich genötigt, die Delegierten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland a«! Hie kritische Lage au merksam zu machen, in der sich die Landwirtichaftliche Mädchenfarm in Kmereth befindet. Es war dem Verband gelungen. semeJnstiiutionen durch bas erlte Kriegsjahr, ohne jede Hilfe von außen zu-erhalten, trotzdem der Krieg ihnvon der Verbmdung nnt einer großen Masse seiner Mitglieder g'att obgeichnuten hatte. Im zweiten Kriegtzjahr aber spitzten sich die. Verhältnisse so zu, daß eine Aktion für die Farm in die ' . - Wege geleitet werden mußte. Das .Resultat erlaubte, — wenn es auch nicht groß war, — das weitere Durchhalten. bis zum jetzigen Zeitpunkt. Der ' Kri,g geht aber-weiter, und die Verhältnisse in Palästina gestalten sich immer schwieriger und kostspieliger. Die Preise der Lebensmittel steigern sich. < . . die Kursverluste beim.Geldwechsel sind ungeheuer, die Staalsabgaben haben sich verdreifacht, und wenn keine Hilfe von außen kommt', wird sich-der . Verband genötigt sehen, seine Farm zu schließen. . Brauchen wir aus die Bedeutung der,Fan» hinzuweisen? — So beschränkt der Rahmen auch ist, in dem sie ärbtitel. so bescheiden ihre Einrichtung und so verbesselungsbedürfttg das Ganze, so hat sie doch schon in.der kurzen Zeit ihrer Existenz so segensreich gewirkt.'daß ihr Verschwinden eine "große Lücke himerlassen würde. Was Frauenarbeit in der L»ndwi Ischaft bedeutet, hat uns der Krieg am deutlichsten gezeigt und auch in Palästina - . waren es dte Schülerinnen der Farm, die in dieser schweren Zeit viel beim Gemüsebau und der Eartenversorgung in'den Kolonien geholfen haben. Herr Agronom O-ttinger. hat bereits vor dem Kriege in einem Bericht hervorgehoben, wie erzieherisch schon die bloße Existenz der Farm auf die umliegenden Kolonien wnkt, wie in ihrer Röhe größere Sauberkeit, größere Abwechselung in der Ernährung, rationelleres Wirtschaften bemerkbar wird. Mnd gerade jetzt, wo die Institution besondere Bedeutung gewinnt, wo ihre Schülerinnen von den Kolonien für Hllssärbeit gesucht werden, stehen wir vor der Gefahr ihrer gänzlichm Auslösung. ' ' Bereits der 10. Kongreß hat in einer Resolution die Erwartung ausgesprochen, daß der „I. N. F." insbesondere auch Unternehmungen - fördern wird, die sich die Ausbildung der Frauen für die Landwinschast zum Zwecke machen. (X. Kongreßbcricht..) Der I. N. F. hat leider eine ent- ' -sprechende E'ngabe des Verbandes während der Kriegszeit abgelehnt.. Wir sind trotz der schwierigen Lage, in der wir uns befinden, weit entfernt. ihm in der jetzigen Zeit, die erhöhte Anforderungen an ihn stellt, daraus einen Vorwurf Lu .machen. Wir halten es ober für die! ernste Pflicht jedes - , Ziouiste», für dre Echaltting der Form zu sorgen., und soweit es in leinen Krätten stedt. sie zu fördern. Unsere Farm ist leider nur eine Emzeierschein- ’i'. nng — Palästina braucht ein ganzes Netz solcher Frauen-Ledrsormen, nach hem Aussp .uch des Herrn Direktor Auhagen. — umsomehr Anspruch hat sie darauf,' - vor dem llniergange gerettet zu werden. Es ist eine k eine Zelle, auS der sich später einmal ein großer, gesunder Organismus entwickeln kann trotz >, aller M'Ngel.und Unvollkommenhetten. die ihr anhangen, und die bei.einer Jnstttmion, die sich aus k.einen kümmerlichen Anfängen, entwicke.n mußte, unvermeidlich sind. Geht diese Keine Zelle zu Grunde, werden Jahre und Jahre vergehen, ede ein neuer Auibau unternommen werden kann. Und . alle die Mühe, die sietzbis jetzt gekoste», die hingebungsvolle Arbeit der Leiterin, Frau Maisel-Schochat, die viele kostbare Frauenk-aft, die sic. geweflt / und-gebildet hat, das alles geht mit ihr zu Grunde und ist umsomst gewesen. ' - . Deshalb bitten wir jetzt die versammelten Deligierten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland: sorgt bei Eurer Heimkehr da'ür. daß Eure Ortsgruppe, Eure Frauen, Schwestern und Töchter uns zu Hilfe kommen! Wir beabsichtigen, einen', Aufruf in der Presse zu erlassen uud Rundschreiben an alle Freunde Palästinas zu versenden, um sie zur Mitarbeit aufzufordern. Wir hoffen . vor allem auf die Tatkraft der Zionisten. Jede Gabe ist. herzlich willkommen. Und je schneller die Hilfe kommt, umso wertvoller -ist sie unS! - ' ‘ . Mit ganz vorzüglicher Hochachtung Verband Jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. 4.;: ’ - . Frau Profeflor Warburg k':)- . . . Vorsitzende - Frau vktti Leszyusky Fra« Souia Grouemaun . - Schriftführerinnen. - '' - Spenden sind zu rtchttn an: Bankhaus «. H. Hehmauu & «o., Berlin, Postscheckkonto 7645. für den Jüdischen Krauenverband. Gesucht nach Zürich (Schweiz) eine Israel. Köchin, die auch den Haushalt besorgen kann. Guter Lohn. Ansfüh»liehe Offerte an die’ Adresse Kaplanskj, Lüwenstrasse 12, Zürich. Reparaturen und Maßarbeiten. Niederlage der bekannten Birkenstock Plattfass - Einlagen. laoms Bär Obermai« - Anlage 20 Telef. Römer 4875. Samstags streng geschlossen. Sali Wolff Papierbandlang.. nar Schäfergasse ll,Tel.Hansa 3821.. Beste and billigste Bezugsquelle für Dr u cksaqhen. auch Rasiermesser und andere! Scbneldwerkzeuga schleift ] G- Kramer, 28 Yllbelerstrasse 28. ‘ SeMmaschinen,X^ Frbort Fpanl,,urt am Hain; LlBCl I, Gr. Eschenheimer Strasse 2.r ™“ Reparatnr-Werkstätte. , —— Alex Pomeronzblum: Maler-, Laoklereru. WeissbindergeschSft ' Telefon: H. 5628. t . 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