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Neue jüdische Presse · 1917-01-05 · Heft 1 (5.1.1917) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 1 (5.1.1917)
Date
1917-01-05
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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M, 1. m seligen Stunden im Geiste schon als Frau Mbbinvttn, als Gattin des geistigen Oberhauptes .'einer' großen. Gemeinde in Israel... Und der Traum ging vnch in Erfüllung. Salomon , litor bereits zum * Rabbiner durch bedeutende talmu-- . . difchc Autoritäten, approbiert, als er ihr Bräutigam wurde, und man prophezeie ihm eine große Zukunft. .. Auch sein Vater war Rabbiner. Das junge Paar liebte sich innig und treu. Leah achtete in ihrem Marine nicht nur sein (immenses Wissen und seine tzroße Frömmigkeit, wie den Adel seiner Abstammung, sondern liebte vornehmlich feine Herzensgute und sein; mildes, sanftmütiges Wesen. Sie haben auch später Leid und Freud getreulich geteilt, stets in Frieden und Eintracht gelebt und einander das Dasein nach Kräften zu versüßen getrachtet. Salomon wohnte bei ihren Eltern.' Es waren dies die glücklichsten Jahre ,ihres Lebens, sie verflossen in ruhiger Wonne und . ungestörtem Muck. Salomon lag fleißig dem Talnurd- ' -studium -ob, und der jungen Ehefrau machte es große. Freude, sich ihm gegenüber zu setzen und. seiner sanften ..Stimme zu lauschen, wenn -er lernte. Das Herz wurde .ihr weich dabei. Salomon sagte, sie habe Anteil an seiner Geistesarbeit, und der himmlische Lohn Äastlr weide auch ihr zuteil werden, da sie ihn dabei fördere und nicht wie andere Frauen vom Studium ablenke. Leahs Herz erfüllten diese Worte mit freudigem Stolze, und sie verdoppelte ihren Eifer, ihm zu dienen und ihm den leisesten Wünsch von den Augen zu lesen. Den Gipfel ihres Glückes bildeten die beiden- Kinder, die Leah ihrem, Manne schenkte; .Efvaim und Dinah erheiterten dem Ehepaar und - seinen greisen Ellern das Leben, das den Glücklichen . .wie-im Paradiese dahinfloß. Wer cs dauerte nicht lange. Einige Jahre nach . Leahs Hochzeit widerfuhr ihrem Vater ein Unglück, das ihn um ' sein ganzes Vermögen brachte. Eine, Galeere, die sein Getreide nach einem fernen Markte', trugzerschellte auf dem Wasser, und die ganze Ladung ginjg in den Grund. Kaum daß der Unglückliche soviel rettete, um seine Schulden zu bezahlen und den guten Namen, den er in der langjährigen kaufmännischen Laufbahn immer makellos erhalten, vor Schande zu bewahren. Aller Habe entblößt, standen sie da, aber keine Klage kam über 'die Lippen des greisen Mannes, der mit Ergebung Gottes Schickung hinnahm. Nicht lange darauf segnete er das Zeitliche, und die ganze Familie blieb ohne Stutze zurück. Die Pachtung kam in andere Hände. Da begann Leah in ihren Mann zu dringen, daß er sich um ein; Rabbineramt bewerbe, da er sich eines großen iln- " sehens als Gelehrter erfreute. Aber Salomon fühlte sich! ungeeignet' zur Uebernahme 'eines derartigen Amtes, das Energie und Standhafttgkeit- Mut zum öffentlichen Auftreten erforderte, Eigenschaften, über die der sanfte, stille, in sich gekehrte Mann nicht verfügte. Leah war der Wunsch ihres' Mannes immer heilig, und so. ließ sie vom Drängen ab. Und Gott verließ sie nicht, in der Not. Der Gutshsrr überließ ihrer Mutter die Pachtung der Milchwirtschaft; Hundert milchreiche Kühe lieferten einen Erttag, der. zu einem bescheidenen - Leben hinreichtc. Leah leitete die , Wirtschaft mit Umsicht und Ausdauer. Zehn Mägde besorgten die gröbere Arbeit, und ein Fuhrmann fuhr die Ware täglich zur Stadt. Bald darauf betteten sie auch die alte Mutter zur ewigen Ruhe an der Sette des Vaters, und das Geschäft ging ganz auf Leah über. Während Salomon eifrig dem Studium der Thora oblag und die Tage dem Gottesdienst und dem Unterrichte des Heranwachsenden Sohnes widmete, muhte sich Leah emsig, das Hauszu erhalten. Sie arbeitete angestrengt Tag und Nacht ohne zu murren, im Bewußtsein, die Stütze des gelehrten, ' frommen Mannes zu sein, dessen Verdienste vor Gott auch für sie dereinst selige Früchte tragen würden; dixse UebeMugung, wie auch der Anblick der blühenden .Kinder lohnten reichlich ihr unablässiges Mühen. So verflossen fünfzehn Jahre. .Das Unternehmen ivar zwar nicht glänzend, man . ..konnte dabei nicht reich iverden, denn die Auslagen waren groß und der Gutsherr erhöhte jährlich den Pachtzins. Aber sie konnten doch schlecht und recht leben und wenigstens zu Zeiten auch Wohltätigkeit -'üben. Ihr Haus stand stets den.Armen und Dürf- ' tigen offen, und kein Hungriger ging ungesätttgt von ihrer Tür. Auch die Jeschiba*) und die Wohltätigkeitsvereine der nächsten Stadt versahen sie öfter. mit ansehnlichen Gaben. Zehn Meilen in der Runde war Leah geachtet und bekannt als geivandte Hausfrau, *) 'Talnnldfchule. . . . Frankfurter Israelitisches FauykienNatt. als fromme und treue Gattin,"'und man stellte sie als Muster hin. Und in der Tat, sic war ihrem' Manne nicht nur eine treue Gattin, sondern zugleich eine sorgsame Atutter. Sic erriet alle seine Wünsche, er lohnte es ihr durch die außerordentliche Hochschätzung, die er ihr zollte und die sie glücklich machte. Er pflegte immer zu sagen, er schätze sich glücklicher als König Salomo, der sich ja beklagte, unter tausend Frauen keine einzige würdige gesurwen zu haben; er dagegen dürfe sich rühmen, ein Weib sein zu nennen, das än unsere Erzmütter durch ihre Treue und Gottergebenhett erinnere. Efraim und Dinah wuchsen heran. Leah nahm einen Lehrer ins Haus, der dem Sohne Unterricht ettellte, während das Mädchen der Mutter in. der Hauswittschaft half. Der Knabe machte glänzende Fortschritte, und als er dreizehn Jahre alt ward, veranstaltete sie ein großes Fest; zahlreiche Gelehrte aus der nächsten Stadt waren zugegen, der Knabe hielt eine „Deraschah",**) worüber die Kenner gar ver- **) Rede über gelehrte talmudische Themen, blüfft waren und ihm eine große Zukunft prophezeiten. Das Mädchen entwickelte sich herrlich, sie lernte lesen und schreiben und die Bibel verstehen, kurz, die Kinder waren die Freude ihrer Eltern. Wer konnte das künfttge Los dieser zärtlich . erzogenen und sorgsam behüteten Kinder ahnen? Wer konnte voraussehen, daß sie so tief in das Elend sinken wurden? Keinem, der damals die Familie gekannt, hatte dergleichen auch nur in den Sinn kommen können. . Leah, ihr Mann und chre Kinder wandelten stets die Pfade der Frömmigkeit mid der Gottesfurcht. Warum straft sie Gott nun so hart'? . . Mer Gott ist gerecht, kein Fehl ist in seinem Urteil.' Jene fünfzehn Jahre waren in Ruhe und Wohlstand verflossen, aber dann kamen andere Zeiten voll Kummer und Drangsal... Das Unglück begann sie zu verfolgen. Der alte Gutsherr starb, das Gut fiel einem neuen Besitzer zu, einem jungen Manne, der die Juden haßte. Kaum hatte er den Besitz angetreten, als er Leah rufen ließ und ihr erklärte, daß nach Ablauf des Pachttermins sie nichts mehr auf dem Gute zu schaffen habe, da er keine Juden btt sich dulden könne; das Unternehmen werde ein Chttst bekommen, und sie müssck Das traf sic >oie ein Plitz aus httterem Himmel. Vergebens bat und flehte Leah, umfaßte seine Knie und weinte, daß er mit ihr und ihren Kindern Erbarmen haben und ihnen nicht das Brot ans dem Munde nehmen möchte. Nichts half. Der Befehl mußte pünktlich iausgeführt iverden. (Fortsetzung folgt.) Literarische Rottze«. Die Liebe zum Lande, die Liebe zum Garten wächst in steigendem Maße, sie ist aber keine Folge des' Krieges, sondern schon vorher setzte die Stadtflucht als' Gegenstück zur Landflucht ein, und die Städter, suchten das verlorene Paradies ihrer Väter. Ms Folge davon entstanden sie nach Rang und Vermögen Blllenkolonien, Gartenstädte, Heimstättenansiedelungen, Schrebergärten nnd Laubenkolonien. Die letzteren sind reine Gartensiedellmgen, aber auch bei den andern spielt der Garten "keine Nebenrolle; denn er ist es und nicht die Wohmmg, weshalb •' der Stadtmüde hinanszieht und manche Unznträglichkett überwindet. Wie ist aber so ttn Garten anznlegen nnd zu Bewirtschaften, besonders von denen, die vielleicht noch nie den Spaten in der Hand gehabt haben und' ans dem Garten Nutzen ziehen müssen? Es siird nämlich eine große Menge Fragen schpn vor der Einlage zu beantworten, damit die ganze Sache nicht von vornherein verpfuscht wird; denn nicht mir Lust nnd Liebe sind zur Anlage und zur Bewirtschaftung der Gärten nötig, - sondern auch Zeit, Geld und' wenigstens einige Kenntnisse Eineir kurzen Ueberblick für alle, insbesondere für solche, die gern die Nrsachie ihrer Mißerfolge erfahren möchten, bringt die Zeitschttft „Haus, Garten nnd Feld" (vierteljährlich. 6 Hefte zu nur 75 Pfg., Stuttgart, Franckh'sche Verlags- Handlung), nebst ttner Menge anderer Aufsätze über Obst- und Gemüsebau, üher Kleintierzucht usw." Die seit einem Jahr in Lublin erscheinende jüdische Wochenschrift in polnischer Sprache „Mysl Szidowskg" (der jüdische Gedanke) wird vom 1. Januar ab täglich erscheinen. Vor einiger Zeit wurde in Moskau ein neuer Hebräischer Verlagmit Namen „Sfosenn" („unsere Sprache") gegründet. Er wird nächstens eine Sette von Sammelbüchern veröffentlichen. Offenbaeher Dntckluft-Aalage Telefon 123, (Anschluss mitFrankftat). bewährteste TapplBhfetnlfllUig (100,000 qm jährlich) ■ QUno mittelst Drocklnft und. 'WaaserdamptL F. SA INT-DEN IS, r'K'SlÄ3: ALLE REPARATUREN an UHREN Geld und Sllberwaren,..Brillen undZwicker* Wocheu-Saleuder- Samstag, den 6. Januar (— 12. Tewes). Sabbat- Anfang in Frankftlrt a. M. 4 Uhr 15 Min. Sabbat- Ausgang in Frankfurt a. Mi 5 Uhr 30 Min. Wochrnäbschnitt: Wajechi. — Jakob segnet seine Enkel Efrajim nnd Menasch,e nnd seine Söhne. Jakobs Ted. Josefs Tod. Wochengottesdienste " in Frankftlrt a. M. Morgens: 710 Uhr in den meisten Synagogen, Hanptsynagoge, Königsteinerstr. V-k Uhr. Abends: 4 Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsnnagoge 4 Uhr, - Königstttnerstr. 7 Uhr). Bereius-Kaleuder. Jüdische Frauenvereinignng. Sonntag, ben .7. Januar 6 Uhr abends pünktlich: Kurs des Herrn Dr. Josef Breuer: Gesetzeslehre nnd Prophctenwort, Lehrsaal, Fttedbergcr Anlage 5. Dienstag, den 9. Januar 4y4 Uhr pünktlich: Geselliges Znfammenfttn, Knrsaal Milani. Verein Montefiore. Freitag 9 Uhr: Gesellige Zusammenkunft. Samstag 11 Uhr: Scharr (Horovitz). Dienstag, 9 Uhr: Engl. Kurs. Mittwoch Borttag: „Jüdischer Volkshümor" von Dr. Löwe (in der Frankftrrt-Loge). Donnerstag, 9 Uhr: Frar^. Kurs. Mekor-Chajim. ' Freilag, abends nach Schluß der Synagoge im Hörsaat: „Mikroh-Vorttag": Herr I. Bamberger. SVs Uhr „Elementarknrfus" mit anschl. gemütl. Zusammen- - fünft im Verein. Samstag, vorm. 12isi Uhr „Sefer Melochim": Herr Prof. - A. Wcyl (im Hörsaal). Sonntag, nachm. 6- Uhr „Schulchan-Ornch-Borttag": Herr Rabbiner Dr. S. Breuer. - Talmnd-Ttzora-Bereiu. Freitag Abend: Borttag des' Herrn I. B. Levy. PraiüfurterAamUieuuachrichte». Geboren. Eine Tochter Hugo Kaufmann (Freudcnberger), Feuerbachstt. 46. Barmizwohs. Rubin Keller, Sohn des CH. s Keller. Rechneigrabenstr. 12a I. — Felix Goldschmidt, Sohn des Salli Goldschchidt, Gttmestr. 17, in der Synagoge Börneplatz. — Max Bergmann, Sohn des Josef Bergmann, Weberstr. 12 in der Synagoge Börneplatz. — Ernst Weißberger, Eckenheimerlandstr. 17, Synagoge Börne- •, platz. — Robert Levitas, We Mainzergasse 13. Synagoge } Börneplatz. — Julius Scheuer, Sohn des Abraham Scheuer, Fttedbergcr Landstt) 23, Synagoge Aermeswcg. .. — Baruch Nebenzaht, Langestr. 15, in der Synagoge -; Friedberger Anlage. . Verlobte. Selma Woljf mit Isaak M. Ettlinger (Karlsruhe). N Verheiratet. Dr. med. Max Jüngster mit Erna Hochschild. . Gestorben. Rosalie Levi geh. Levi. .68 I., Atettanstt. 36. — Moritz Cahn, 80 I.. Eschershttmerlandstr. 10. — Dora 'Heß, geh. Rosenthal. — Pauline ) Marx geb. Bachmann, 81 I. — Kütchen Oppenheimer , geb. Jonas, 69 I., Rechnttgraben 20. — Ingenieur Bruno Löser, Rödelheim, Fnchstanzjtt. '26. Auswärtige Familieuuachrichte». . Geboren. Ein Sohn Arthur Jacobfohir (Schönberg), Charlottcnburg. — Ein Sohn Heinz Blnmcnthal (Katz), Berlin. — Eine Tochter Dr.,Adolf Blumenthak (Posina), ' Berlin. — Eine Tochter Alexander Ehrlich )- (Sachs), Charlottenburg. — . Eine Tochter Ludwig Ja- . -i coby (Salinger), Prcnzlau. — Ein Sohn Martin Barsch (Bergmann), Gnesen. — Eine Tochter Adolf Hohn. (Süßkind), Breslau. — Ein Sohn Hugo Wiesengrund (Kallmann), Berlin. — Ein Sohn Heinrich Löwensberg (Aschaffenburg), Mainz. — •' Perlobte. Ftteda Jmbachl, Benthen mit Willy-" Fichauer, Gleiwitz. — Tilde Wolfs, Linden mit Ftttz- . Caspattus, Berlin. — Lydit Lange, Breslau rnit Hug» ) Adler, Stettin. — Lotte Bromberg, Posen mit Walter - : Schnruckler, Liegnitz. — Johanna Löwenthal, Schönsee ' mit Mattin Sammt, Lipke. — Verheiratet. Ludwig Bauer mit Irma Hochhen-, >- Mannheim.' ••)' Gestorbe n. Hermann Auerbach, Mainz. — Rosalie , Oppenhttmer geb. Eppknger, 82 I. Eppingeu Sarah. Becker geb. Scharff. 78 I., Billighttm. — Rudolf Salomon/.^ 49 I., Minden. — Bizefeldtvrbel d. L. Hermann Rosem- ) thal, 37 I., i. Feld. —> Falk Nathan 65 I., Charlotten-.,-- borg. — Hermann Levy, 75 I., Berlin. — Wilhelm) Bandmann, 58 I., Berlin. — Lina Kariet geb. Löweü-si thal. 60 I., Berlin. — -vermann Hcimann,, 66 I.. Berlin. -- — Johanna Schleich geb. Levy, 91 I., Berlin. — Minna-: Kirschbamn geb. Gtt'mbaum, Cassel. Wally Cohn gekp ' Schwesiner, 27 I., Berlin. — Friederike David geb. 76 I., Berlin. — Karoline Glaser geb. Baron 84 BrSla». —-Hugo Brützberger, Breslau. — Isidor Dreifuß, Mannlieim. — Anna' Neu geb. Rostnbaum. :>4 I., Straßbnrg i. Elf. — Jenny Wormser geb. Hirsch, 68 I, Karlsruhe. — Justizrat Samuel Meyer, Stargard i. P? .—.D<Wih Jaroslaw, 84 F„ Rosenberg. — David Fttede,)-

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