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Neue jüdische Presse · 1917-01-05 · Heft 1 (5.1.1917) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
15 (1917)
Issue
Heft 1 (5.1.1917)
Date
1917-01-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. I, a f 4 K als erg a r ie n am Opernplats ÜmtMassiges Itamilien-Cafö JTedeu Nachmittag Ton 4 bis 7 Uhr und Abend von 8V* Uhr ab BLünstl er-KLonzert. M4 •L #fe\- .1 k W; L eM ' 3gM' m jHjfer.v w" M-z, er^'' x UM- S Mi M-.U Aus aller Welt, Deutsches Reich. Magdeburg. Rabbiner Dr. Lange hat für die zahl- Facid/Cit, in hiesigen Fabriken zur Herstellung von Kriegsjnatcriat beschäftigten jüdischen Schwerarbeiter, die alle '.aus RussischßPolen stammen, eine rituelle „Genossenschaftsküche" gegründet, in der für geringe Entschädigung ein kräftiges Essen verabreicht wird. Tie Lebensmittel werden vom hiesigen Magistrat geliefert, der in weitestgehendem Maße sein Entgegenkommen zeigte. Zwei jüdische Frauen aus der Heimat der Arbeiter führen das«Kochssn aus. Eine Betstube mit Th'orarolle und eine kleine Bibliothek sind angeschlossen. Fenier sollen in einem „Kulturverein jüdischer Arbeiter und Arbeiterinnen", der seiner Gründung entgegengeht, die Arbeiter in der deutschen Sprache, Rechnen, Schreiben, Lesen, itftu. von den Lehrern der Jüdischen Gemeinde im Rcligionsschsulgebäude unterrichtet werden. Berlin. 25. Dez Eine Millionenstiftung ist der jüdischen Gemeinde zu Berlin mit dem Nachlaß, der am 20. Llpril 1916 verstorbenen Julie Gerson, ged. Lieberm a n n, zugesallen. Das nach Abzug aller Legate etwa 13VO 000. Mark betragende Nachlaßvcrmögen ist zur Errichtung eines Kinderhospitals bestimmt, das den Namen ,,Lonis und Julie G ers o n-S tiftu n g" führen wird. Die Erblasserin hat den Wunsch geäußert, daß das Kinderkrankenhaus im Anschluß an das neue Krankenhaus, der jüdischen Gemeinde in der Exerzicrstraßerrichtet ioerde. Die Ausführung, der Pflege soll dem Verein für jüdische Krankenpflegerinnen übertragen werden. A)ie Bettenzahl für das neue Kinderkrankenhaus ist von der Testatorin nicht vorgcschrieben, sondern -nur allgemein -bestimmt worden, daß in der Regel zwei Drittel der Kranken ans jüdischen Kindern, bestehen soll. Bon dieser Vorschrift kann jedoch in dringenden Fällen, wie zum Beispiel bei Epidemien, abgcgangen und die Hälfte der Betten mit nichtjüdischcn Patienten belegt werden. Für die neue Stiftung soll ein bcson- . deres Kuratorium gebildet werden, das aus einem Mitglied der Familie Liebermann, einem Mitgliede deS Vorstandes des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen in Berlin und aus einem Vorstandsmitgliede des jüdischen ^Kinderkrankenhauses bestehen soll. Die Familie Lievermänn wird im Vorstände des Kinderkrankenhauses zuerst durch.Regierungsrat Dr. Walter Rath'enau vertreten werden. Frau Gerson hat auch noch eine An? zahl anderer Gemeindeinstitute mit Legaten bedacht: so zum Beispiel hat die jüdische Armenkommission 5000 Mark erhalten, 2000 Mark erhält der Schul- und Talimid-Thorä-Borstaud, wovon 1000 Mark zur Bekleidung und Unterstützung jüdischer Schulkinder und 1000 Mark für Ferienkolonien oder sonstige Zwecke zur Förderung der Gesundheit jüdischer Schulkinder verwendet werdeii sollen. Die Altersversorgungsanstalteu erhalten 10000. Mark zur Errichtung einer Zimmcrstiftung und 20 000 Mark, fallen dem Reiche,,heiinschen Waisenhause zu; zur Pflege und Erhaltung der Familiengruft sind 10 000 Mark bestimmt worden. — Wie verlautet, soll die Krankenhausstiftung. so bald ivie möglich ins Leben treten. Oesterreich-Ungar». Wien, 20. Dezember. Reorganisierung eines Hilfskomitees. Das Komitee, das die Verteilung der amerikanischen Gelder unter den kriegsleidenden Jude» Galiziens und des österreichischen Verwaltuugsgebietes in Polen besorgt, wurde jüngst auf ausdrückliches Verlangen der amerikanischen Judcnschaft reorganisiert. Die Leitung des Hilfskomitees, die bisher vollkommen in der hiesigen „Alliance" lag, wird durchs neue Mitglieder kooptiert. > So kommen als Vertreter der österreichischen Zionisten die Herren:. Wolf Stand, Ing. Strecker und Rudolf Taüfsig hinzu. Pole«. * Warschau, 31. Dezember. Vom Stadtrat. Wie man weiß, hat der Warschauer Magistrat im Oktober d. I. eine Anordnung erlassen, wonach die Kanfleute in den städtischen Verkausshallen .nach Konfessionen ihre Stände abzusondcrn haben. Den jüdische» Händlern wurden hierbei die hinteren Räume zugemiesen. Ferner ist bekanntlich vom Magistrat endgültig beschlossen «worden, de» Eintritt in den „Lasjcnkis" Dustgarten) und den „Zoologischen Garten" Juden mit langer Kleidung zu verbieten. . Die beiden Maßnahmen haben hier naturgemäß eine große Erregung unter den Juden hervorgerufen. So hat die „Volksgruppe" gegen diese Anordnungen Interpellationen eingercicht die der Stadtrat in seiner letzten .Sitzung betrachtete. Gegenüber der ersten Interpellation, die sich scharf Hegen die Einrichtung eines „Ghettos" in den städtischen Perkaufshallcu wendet, las der Mcevorsitzende eine Recht- » tViiÄ Erlanger MaeUf. ■ Ärasaor Kalserholstr.14. Waschen, FSrhon und Faponnlonon allen Ant Hennen* und DamenhOtem Abholung und Lieferung frei ins Haus.- I Frankfurter Israelitisches FamilienblE. fertigung des Magistrats vor. Darin wird irgendwelche antisemitische Tendenz dieser Maßregel' abgestritten, dagegen als ihre Ursache das Verlangen einiger polnischer Kaufleute angegeben. Hierauf schlägt der Vorsitzende vor, von Debatten über diesen Punkt abzusehen und zur Tagesordnung überzugehen; in der folgenden Abstimmung wird mit einer kleinen Stimmenmehrheit der Antrag la n g c n v m m e n. Das .gleiche Schicksal erfährt die zweite Interpellation. Die Vertreter des Magistrats erklärten, die Juden machten in den Gärten Unordnung, brächen Ziveige ab und bergt, und störten überhaupt durch ihre langen Kleider das Ansehen des Parks. (Nach altem, russischen Schema. D. Red.) Auch, dieses Mal wird abgcstimmt und hie Behandlung dieser Frage ab gelehnt. Als das Ergebnis bekannt Ivnrdc, verließen dir jüdischen Ratsmänner — die vier extremen Assimilanten ausgenommen — den Saal und die Sitzung mußte dadurch — Wege« Beschlußunfähigkcit — aufgegcben werden. Rußland. Petersburg, Mitte Dezember. Der „Progrejflvblock" und die Jude«. . lieber die Stellung des progressiven Blocks zu den Jude« schreibt „Djeu": Die besondere« Komnlissiouen der Duma, darunter auch die Bildungskommission Haben die Behandlung der Gesetzesprojekte der Tagesordnung begonnen. Bekanntlich befindet sich in, Programm des „progressiven Blocks" ein Punkt, der eine Abschaffung der Begrenzungen für Juden fordert. Dieser Punkt hat aber bei den Beratungen der Bildungskommission heiße Debatten entfacht. Als ein Kadett vorschlug, das Bildungsgesetz, das behandelt wurde so zu formulieren, daß es darin hieße: „Die Lehrerseminare ' sind für alte offen, ohne Unterschied der Konfession nick» Nationalität", wurde der Vorschlag, der mit dem Programm des „Blocks" vollständig übereinstimmt, ab g e l e h n t und die ursprünglichst Forni beibehalten, obwohl der /.Block" in allen Dnmakommissionen eine überwiegende Mehrheit besitzt. So steht es mit den Bemühungen des Blocks zur Abschaffung der jüdischen Begrenzungen. . . .■ .' Hier handelt cs sich, sagt das Blatt um eine» kleinen, aber charakteristischen Beweis für das Verhältnis der Taten des „Progressivblocks" zu seinen Worten. Aus dieser Wstinnnung lernen wir auch, in welchem Maße die rechten Mitglieder und Kadetten des Blocks auch künstig ihre Reden zu ihren Taten anpassen werden. Kiew, anfangs Dezember. Statistik Ser jüdischen Heimlose», Das hiesige Hilfskomitee hat unlängst eine Statistik der jüdischen Hein,losen, die es aushält, aufgestellt. Danach betrug die Zahl der vom Komitee unterstützten Flüchtlinge rund 25 000. Die Mehrzahl von ihnen hält sich im Wolhyner Gouvernement in 270 Städten auf. In den Gouvernements Kiew, Tschernigow und Podolien befinden sich gegenwärtig 26 000 jüdische Heimlose, darunter 75 »u Frauen und Kinder. Holland. Haag, im Dezember. Die Mischehe« uuier Jude«. In einem der letzten Hefte der Monatsschrist der holländischen Arbeiterpartei erschien ein Artikel über die 1 holländischen Mischehen. Bei den Protestanten betragen die Mischehen 15»'« der gesamten Ehen, bei den Katholiken sogar 25 »u. Dagegen fanden unter den Juden ans 839 Heiraten 153 Mischehen statt, d. i. 18,2 "-V. Wie die Zeitung meint, ist diese knappe Prozentzahl auf die merkwürdige nationale Mgeschlossenheit der holländischen Juden zurückzuführeii, ferner auf die Macht der Orthodoxie bei den breiteren Schichten der größeren Städte und. den Einfluß des Zionismus ans die jüngeren aufgeklärten Schichte». Schweiz. Teuf. 28. Dezember. - Die „Liga der unterdrückten Völker Rußlands" an Llohd George. Der Generalsekretär der „Liga der unterdrückten Juden Rußlands" weiidec sich in eiuenk offencu Brief an den englischen Ministerpräsidenten Lloyd George. Er beruft sich darin auf die Rede des Ministers im Unter- Hanse und verlangt Schutz für die kleinen Völker, für die vielen Millionen Angehöriger der unterdrückten Völker Rußlands die seit Jahrhunderten, insbesondere aber jetzt unterdrückt und aller Rechte beraubt sind. Lloyd George dürften die Fakten bekannt' sein, da der Zustand in Finnland, das Pogromiere» und die Vertreibung der Bevölkerung von den baltischen Provinze» in Polen, Wolhynien und bic Ukraina in den Dumareden oft behandelt wurden. Der Schreiber fragt Lloyd George, wie er sich zu dieser Angelegenheit verhalte und ob er auch fernerhin seine Haiw denen, die dies alles getan, reichen könne. Amerika. Das Zionistische Centralbüro erhielt folgendes Kabcltelegramm: „Vereinigtes Kongreßkomitee .von 140 Delegierte abhielt Sitzung New Port 25. Dezember. Forderung jüdischer Wiederaufbau in Kriegszonen solle durch Joint Distribution Committee geschehen abgelehnt. Gewählt Nathan Strauß Zionist permanenter Vorsitzender. Sekretär Zionist, Schatzmeister Nationalist. Kontrolle Verwaltung Zionisten. Unter Vizepräsidenten nur ein Antinationalist, also wichtiger Sieg ursprünglicher Kongreß- Partei." - Seite 3 E. T. Bodehao, Herrenschneider Frankfurt a. Main, Friedensstrasse Ho. 1 Telephon: Römer 3650. . FEISTSTE MASS-SCHXEI»EREI. Auf Wunsch koschere Verarbeitung. I Zionistische Nachrichten. Polen. * Warschau. 30. Dezember. Heute kam hier Dr. H a n t k e an. Er imirde von dem hiesigen Zionistcnkomitce enlpfange» und begrüßt. In Landau verstarb unlängst der Bkze-Aorsitzende der englischen zionistischen Federation Rubin stein. Er war ein äußerst tüchtiges Mitglied der zionistischen Federation in England und hat sich um die Verbreitung der zionistischen Ideen große Verdienste erworben. Sein Tod bedeutet für die Zionisten Englands einen herben Verlust. Amerika. Das provisorische zionistische Komitee hat aus seiner letzten Sitzung eine Summe von 50700 Dollars kür die nationalen Schulen in Palästina bestimmt. für Der Krieg mtö die Jude«. Frankfurt a M. Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurden ausgezeichnet: Geft. d. Res. sind. jnr.Kur t Jttmann, Pionier Wilhelm Adler. Unteroffizier Rudolf Schwab, Lt. Kahn, 3. Lstm.-Batl. Metz, Feldzahnarzt H eid e n h e i m e r, Grenadier Harri S ch u st e r Tr. Heinrich R o s e n h an p t, Vizefeld- . wcbel Dr. Friedrich Neuburger. Berlin. Das Eiserne Kreuz li. Klasse erhielt«»: Unteroffizier Erich W u s k a t, Erich Alexander, ■ BrunoGuttmann, Unteroffizier Siegfried Marcnse, Gesr. Georg Levinthal, Geft. Gustav Stern. Eharlotteuburg. Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt: Alfred Kroner. Liegnitz Das Eiserne Kreuz II. Klaffe erhielt Unteroffizier H e r b e r t S ch l e s i n g e r. Lauakuhr. Das Eiserne Kreuz 17. Klaffe erhielten: Unteroffiziere Georg und Walter I a k o b s o h n. Grouke. Das Eiserne Kreuz ll. Klasse erhielt Leo Pinkns. Reicheuback. Das Eiserne Kreuz II. Klaffe erhielt Bizewachtmeister B r n n o C o h n. Krefeld. Das Eiserne Kreuz ll. Klaffe erhielt H er manu Horn. Adelsberg. Siegfried Weichselbaum, Inf.. Rgt. 88, 2. Komp., wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Wie«. Dr. Blocks „Oesterreichische Wochenschrift" bringt - in ihrer vorwöchentlichen Nummer folgende Auszeichnungen: 1 Mtertkreuz des Franz Josef-Ordens, 7 Militärverdienstkreuze 3. Kl:, 7 silberrne Signum laudis, 26 bronzene Signum laudis, 8 g oldene Verdienstkreuze mit der Krone. 9 goldene Berdienstkreuze, 4 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Kl., 16 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. - Klasse, 42 bronzene Tapferkcitsmedaillen, 3 eiserne Berdienstkreuze mit der Krone. 3 belobende Anerkennungen, - zusammen 127 Auszeichnungen: hiervon 49 an Offiziere des Soldatenstandes, 21 an Militärärzte und Militärbeamte, 57 an Maiinschüftspersonen. $erf0xaliett «. kleine Mtttewmge». Berlin. Fünfzig Jahre Annoncen-Expedft ' II o «. Am ersten Januar des neuen Jahres blickt. die. weltbekannte. Anno ncen-Expedition Rudolf Masse ans ein halbhundertjähriges Bestehen zurück. - Göttinnen. Der ordentliche Professor der philosophische« Fakultät Geheimer Regiernngsrat Dr. Cohn erhielt der» Roten Wler-Orden 3. Kl. init der Schleife. Fürth. Die B nkierswitwe Fanny (Hirschmaun errichtete eine Stiftung mit 30 000 Mk. zngnnswn selbständiger Gewerbetreibender. Petersburg. Die bekannte jüdische Schauspielerin Klara Jong tritt hier als Darstellerin verschiedener Rollen auf. Publikum und Presse haben ihr Austreten auf der Bühne lebhaft begrüßt. * Warschau, 27. .Dezember. Heute bielt hier der 'bekannte jüdische Schriftsteller und Publizist Nachum G o l d m a n n aus Frankfurt a. M. einen Vorttag über die „iveltkultttrellc Bedeutung des ' Judentums". Darin' behandelte er die gegenseitige Beeinflussung des Judentums ttnd der andere» Knltnren, mit denen es im - Lause der Jahrtausende in Berührung kam. Zum Bortrag, der im hiesigen .Kaufmännischein-Verein" stattsand, erschien zahlreiches Publikun,, das den fesselnden und > interessanten Lttwfnhrnngen des Redners mit Spannuirg folgte und ihm zahlreichen Beifall spendete. Der Erlös der Einttittskarten wurde zu einem wohltätigen Zwecke verwendet. »iRowo-Radomsk. Ende Dez. Unlängst starb hier der III Jahre alte Abraham Osrasowski. der 5 Kinder und' etwa 70 .Enkel hinterläßt. Während seines ganzxn - Lebens hat der Verstorbene, der noch bis vor zehr» Jah-- ren physisch arbeitete, keinen Doktor beftagt, keine Brille gebraucht und keine Zähne verloren. Die Deutschen gi Kaffee Bnhland g Kaiserstrasse 56 Kaiserstrasse 56 Täglich erstklassige WM" Unterhaltungsmusik Gesangs - Einlagen. 'J? 5 * ' JO t-+ v "’-i

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