Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 42 (3.11.1916)
- Date
- 1916-11-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr 42 Nr. 42 Offenbaeb er Drneklnß*Anlage Dffsnbach a. B. Telefon IW. (Anschluss mitFrankfuit). Bewährteste TappIChFglsljjBIig (100,000 qm jährlich) sowie nnDbartroffena Bettenu. Battfadernrelnlgönn mittelst Druckluft und Wasserdampf. WocherrsSalerrder. SamZtag, 4. November (— 8. Cheschwan.) Sabba -Anfang in Frankfurt a. M. 4 Ukr SO Min Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 45 Min. in Berlin 3 Uhr 15 Min. - Wochenabschnitt: Lech-lech o. — Llbrahams Auswanderung nach Kanaan. Sein vorübergehender Aufenthalt in Aegypten. Abraham und Lot. Der Bund zwischen den Fleischstücke». Die Entlassung Hagars. Die Besch neiduug. Aus dem Prophctenwort des Sabbats: „Mögen Knaben ermatten und ermüden und Jünglinge straucheln; — die aber auf Gott hoffen, erneuen stets die Kraft: Adler gleich getvinncn sic Schwinge»: sie eilen und ermüden Nicht, schreiten dahin und werden nicht matt." - „Die gegen Dich Erglühenden werden in ihren Hoffnungen getäuscht werden. Die Dich bekämpfen, tvcrdcn wie £ii einem Mchts vernichtet tvcrden. Du wirst sie suchen, doch findest Du sic nicht, die Männer Deines Hasses. Dahin schwinden die Männer Deines Krieges. Denn ich Gott, Dein Gott, 'stärke Deine Rechte. Der zu Dir spricht: Fürchte Dich nicht! ich habe Dir stets beigcstanden. Fürchte Dich, nicht, Wurm Jakob, ihr Leute von Israel! Ich habe Dir beigestanden, spricht Gott, und Dein Erlöser ist der Heilige Israels." Bereius-Kaleuder. Freitag. Me kor Chajinr, nach Schluß Synagoge Friedberger Anlage, Hörsaal: Mikroh-Vortrag (2. - Lob); 8V» Uhr, Vcreinslokal: Elcmcntarkursnss Tcfil- ' loh), daran anschließend gemütl. Zusämmenkunft. — ' ■ Talmud Thora, nach Schluß, Synagoge Börncplatz: Bortrag. Samstag. Me kor Chajim. 12 Uhr: Sefer Mclochim (Prof. Wehl); 314 Uhr: Ajin Jakob (Schachnowitzs Scnntag. Me kor Ehasim, 6 Uhr: Jecheskicl (Dr. Jos. Breuer). — Talmud Thora, 6 Ubr, Synagoge Börneplatz: Bortrag (Rabb. Dr- Nobel). Srftntilfeitiiadiriditett. Geboren. Eine Tochter Gustav Hirsch (Israels, Körnerwiesc 15. — David Schächter (Rosen), Ostendstr. 8. Barmizwos. Harry Benjamin, Schwanenstr. 12, Synagoge Friedberger Anlage. Gestorben. Jacob Lcvi. Herderstr. 28. — Rosalie Rosenstiel geb. Kahn, 70 -I., Adelbcrtstr. 4a- — Florentine Mancs geb. Nordmann. 68 I.. Hermestveg 22. — Willy Goldstein, Nibclungen-Allee 37/41. — Max Fräukel, 54 I. — Levi Plaut, Pfingstwcidstr. 12.. — Auswärtige Familieuuachrichte« G e b o r c ». Ein Sohn Ludw. Feingold (Rothenberg), Dresden. — Eine Tochter Sälly Wicsenthal (Emmrich), Bad Homburg. . Verlobte, stud. mcd. .Paula Levy,.Metz, z. Zt. Frankfurt, mit Richard Julius Kansmann, Mannheim z. Zt. im Felde.'— Marie Arensbcrg mit Jagues Sekkel, Hamburg. Gestorben. Jules Schwöb, 81 I-, Bern. — Leutnant Referendar Julius David, Inhaber des Eisernen Kreuzes, 29 I-, Metz, i. Feld. — Kommerzienrat Gustav Fromm, 66 I., Augsburg. — Leopold Pfaclzer 68 I., Chicago. — Hermann Reichenbach, 86 I., Darmstadt. — Philipp Adler, 54 I., Bamberg. — Wolf Lichtenstein 64 I., Halle. — Emma Freund geb. Pinkus, 81 I.; Architekt Julius Jacoby, 38' I.; Valerie Fries geb. Schick, Leo Zmigrod, 45 I., Berlin. — Martin, Reumann, Berlin, i. Fclv. — Julius Cah», 81 I., Mannheim- ' Eingesandt. Ich weilte während der letzten Suckostage in einem großen Badeplatze mit einer Kleinstadtgemeinde. Natürlich besuchte ich die Synagoge, und was mir da aufsiel, möchte ich hier erzählen. Als ich die Hand auf den Drücker der Synagogentüi legte, bannte ein Anschlag an der Tür meinen Blick. Ich las: „Die verehrlichen Kurgäste werden ersucht, sich den, Anordnungen des Vorstandes' zu fügen, da jede Störung des Gottesdienstes unnachsichtlich zur Anzeige gebracht und bestraft wird." ' Fiel es dem verehrlichen Vorstände und keinem der verehrlichen Gcmcindemitglicder noch nie auf, >vie wenig dieser Anschlag der Würde eines Gotteshauses entspricht? Es war wohl eine Gedankenlosigkeit. Doch die Gedankenlosigkeit scheint hier nicht nur eine» Fehler, sondern eine ganze Kette von Fehlern zur Folge gehabt zu haben. Ich öffne die Tür-und befinde mich in dem heilige» Raume, der dem Herrn der Welt geweiht ist. Gleich zerschnitt wieder ein störender Mißton meine Stimniung. In der Mitte unter dem großen Kronleuchter hatte aickgercchuct der Ofen seinen Platz finden müssen, inib ein häßliches dickes Rohr ging mitten durch den Lnftranm. Recht harmonisch dazu hing der Hut des Mannes, der als Abgesandter der Gemeinde zu Gott die Gebete cmsorsteigen läßt, an dem großen ChanukahlcUck t r nben der heiligen Lade. Der neunte Arm des Gestelles sollte wohl seines Amtes als Diener auch während der langen Zeit von dem einen bis zu dem anderen Chänukahfest nicht entwöhnt werden? Auf der anderen Seite der heiligen Lade ivinkte die Aufschrift eines weißen Schildes. Wohl xin frommer Spruch! Doch wer begreift meine Verlvnndernnq, als ich näher zusehc. „Die Kinder haben mlf ihren Plätzen zu bleiben, da sonst Bestrafung eintritt", so ungefähr kündete der Spruch an der Wand. Und nun der Gottesdienst! Alle herkömmlichen Gebete werden gesagt; da aber ein verständnisvolles Bete» der Gemeinde zu lange dauern würde, so schlägt deck Borbetrr ein Geschwindigkeitstencho ein, daß, z. B. der lange Jomtow-Morgcngottesdicnst höchstens 1$ Stunde | dauert. :;! Wenig Würde zeigte auch das Aufrufen der Fremden zur Thoravorlcsung. Nicht der Vorsteher beehrt I den Fremden mit dieser Aufmerksamkeit, sondern der Synagogendiener entledigt sich dieser Aufgabe, und es scheint stillschweigend vorausgesetzt zu werden, daß, der gremde für die Synagoge spendet und später auch den, orbcter und dem Synagogendiener etwas in die Hand drückt. Der Vorbeter und Lehrer gehört der Orthodoxie an und gleichfalls der zuständige Rabbiner, der eine halbe Strinde Bahnfahrt entfernt wohnt. Doch beide | haben, wie die Tatsachen zeigen, ein erzieherisches, Eingrristn unterlassen. Was mich meine Erlebnisse hier wiedergeben läßt, I ist der Eindruck, dasdie gleiche Nachlässigkeit uub die gleiche Gedankenlosigkeit an dem Mark noch gar mancher unserer kleineren Gemeinden, die sonst noch ein günstiges Feld für die Erhaltung und Förderung traditionellen Judentums bieten, zehren. Möchten doch die führenden Kreise unserer traditionelle» Judcnhcit | ihren Blick aus diese Zustände richten! Es gibt da viel Arbeit. Di in die end Allgemeine Mitteilungen. Bor dicht besetztem Hause ging Mittwoch abend int Alb e r t Schu inan n -- T hea t er die Erstaufführung der Operette „M o r g c n w ie de r ln st i k!", Musik von Hein; Lewin, über die Bühne. Manche reizenden Melodien in der Musik und manch witziger Einfall in der ansprechenden Handlung, besonders der zweite Akt, verleihe» dem Stück Lebensfähigkeit. Das Publikum spendete denn auch häufig lebhaften Beifall. Pflanzt Kricgsbänmc! hieß es bereits 1914, und heißt cs auch jetzt noch. Aber Bäume wollen nicht nur gepflanzt, sie wollen auch! gepflegt sein! Nur bei zweckentsprechender Pflege, unterstützt durch reichliche Neupslanzungen, könnte der Wunsch unserer Obstzüchtcr und Bolkswirtschäftler erfüllt werden, daß Deutschland .mit Obst fast oder ganz unabhängig von dem Ausland wird. Deshalb bringt die Obst- und Gartenbau- Zeitschrift „Haus Garten, Feld" (vierteljährlich 6 Hefte, 75 Pfg., Stuttgart, Franckh'sche BerlagShandlnng) regelmäßig in ihren Nummern, von denen uns heute die Hefte 15—19 vornegen, Aufsätze über Obstbaumpflege, Obstbaumpflanzung usw., also über alles was zu erfolgreichem und getvinnbringendem Obstbau gehört. Die günstigste Gelegenheit, bei einem hervorragende» Fach manne Türkisch Und andere orientalische Sprachen zu erlernen, gelvährt unser Frankfurt in dem Dozenten am Verein für orientalische Sprache» Dr. Ludwig Harald Schütz, Elsheimerstr. 4. Sein Werk „Dir Hanptsprachen unserer Zeit", in dem über 200 lebende Sprachen in Form von Spruch- und Schriftproben vorgeführt werden, ist jetzt bereits in zlveiter Auflage rerschienen. statt. Auf kostenfreie Im itt e ll der Numn einzureiche Verzeichnis nummer r wicht in d! Ischeinen u Imüglichst Itausch einj A. Gnum (vorm. Kuscbela) Bleichstrasse 30, H. P. 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