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Neue jüdische Presse · 1916-10-27 · Heft 41 (27.10.1916) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 41 (27.10.1916)
Date
1916-10-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 5 „Ach!" stießen die Studenten hervor. „Ueber das ersterc kann ich Sie beruhigen," sprach fcr Rat. „Goldinann reitet, schießt und sicht vorefflich, alb diese edlen Künste verdankt er der Unterweisung seines famosen Hans. Da koninit der Doktor, Wer allein." Der Doktor näherte sich den Herren und grüßte ^erb,indischst. (Fortsetzung folgt.) Bunte Chronik. Unfreiwilliger Humor. Die Leipziger ,^flustr. Ztg." bringt in ihrer letzten Summer ein Bild „Jüdische Totenfeier .für einen Verorbenen in Lida" und bemerkt erklärend .dazu: „Bei einem Todesfall in jüdischen Familien ist es Sitte, daß eine siebentägige Tranerfeicr iin Hause stattdndet. Täglich wird dreimal Gottesdienst abgchalten. Jeder k«r verheirateten -Männer bringt einen schwarznndweiß- ^estreiften Mantel mit, der beim Gebete umgehängt wird. Die Unverheirateten nehmen im gewöhnlichen Anzuge an er Feier teil. Die Juden behalten dabei die Kopfbe- «cknng auf. Den Gottesdienst hält der Sohn des Verdorbenen ab. Die Teilnehmer binden sich bei der Feier Holzklotz che n aus die Stir n." Der Name Dreyfutz und der Mögen David. Von B. W. Ueber Heide Th'emen fänden jüngst Erörterungen in «r Presse statt. — Der Mittelalterliche Dreizack, der glische Qnäkers-Hut, den wir auf jüdischen Abbildungen üherer Zeiten wahruehnchu, weist auf das Dreiheitsdogma hin und dürfte ebdnso wie der gelbe Fleck und andere Kleidnngszeich-en von den Inden auf behördlichen ^wang oder wenigstens Einfluß hin benutzt worden sein, hingegen deuten unsere rechtlichen oder Familiennamen unsere freie Wahl derselben und den Ausdruck rer Veranlagungen hin, wie z. B. Silberberg, Golditcnm, Goldschmid, Diamant, Wechsler, Kaufmann, Schrei-! etc.: auf materielle lind beruflich«:, Rosenblatt, Mavdeln, ApfelbsauM, Birnbmün, sttosenstannn, Rosenheim, Saljn, Hirsch, Löb etc.; auf naturalistische, wie Stern, Sonnenschein, Seeligmann, Wohlfart, Gottlieb, Engel- .n etc. Vielfach wurde die Namensbezeichnung nach örtlicher Herkunft getroffen, vergl. Nürnberger, Worinser, Speyer, Berliner,. Breslauer etc. zu dem sehr alten Namen Drchftrß schwillt mir ursprünglich sowohl behördliche oder bischöfliche Beeinflussung als buch freie Wahl der Träger vorzuliegcn. Es wurde niir schon erzählt, daß die Dreyfnß ans Rashi stammen sollen »nd dessen .Stammbaum auf Jochanan nud Len König David zurückreicht. . Sicher ist, daß Raschi aus rroyes, Hauptstadt der jetzt besetzten Champagne, auf rutsch: Drei, gebürtig war, welches vielleicht im Proenzalischen oder noch früher: römisch latainischen Tripes - Dreifuß hieß, vergl. Treves, Trewitsch etc. Seine Kathedralen- und ihre alte Geschichte deuten für seine Entstehung gleichfalls auf den Dreiheitsglaubcn, und »ach der Zeit der Dossaphisten mögen sich wohl diele gläubige provenzälische Juden an Len Ursprung viashis gehalten haben, besonders wenn ihnen dabei einerseits der Abstammungsgedanke von den 3 Erzvätern Abraham, Jjak^und Jakob als einem Dreifuß zum Fundament nahe gelegen, andrerseits die Behörden in dem kiameit eine getvisse Rücksichtnahme ans die Christenheit lind ihren Glcurben erblickt haben mußten. 1 Was den Mögen David anbelangt, so macht jetzt me Idee Dr. Güdemanns in seinem Aufsätze in Dr. vranns Monatsschrift die Runde, daß der Trudenfuß. Iin auch aus 2 -Dreiecken gebildetes Fünfeck, als Ursprung für den Davidschild anznsprechen sei. Bekanntlich war Las Druidenvolk, ein sehr frühzeitig sowohl in eugland als Derrtfchland vorkommender Priesterstamm, dessen Zöglinge nur niündlich und nur bis zu 20 Jahre» gebildet worden sein, sollen. Unser Mögen David aber - so finde ich — ist eine Sternfigur, geometrisch aus parallel und gleichwinkelig gedoppelten Dreiecken dargcstellt. In Anlehnung an Bileams Prophezeihnng (Nam. 24,17): „©§ tritt hervor ein Stern und .Jakob . . . und zerschmettert alle Söhne Shets", konnte sich der Gesalbte Gottes, von dem es heißt (Pf. 89, 36—38): „Eins habe ich geschworen ... so ich dem David lüge!- . . Wie der Mond wird er befestigt sein ewiglich und wie in lichter Höhe der bewährte Zeuge —". Konnte man gar kein besseres Siegeszeichen erküren als den Erzdreiftiß der Väter, deren Nachkommen oft dem Mondlichte verglichen werden, so wie er selbst vcni Messias singt Ps. 12,7): „Aufblühc in seinen Tagen der Gerechte, und Friedensfülle bis kein Mond mehr ist", — also auch, bis kein Jude mehr ist. Und dieses Wahrzeichen gedoppelt zu einem Davidssterne, ähnliche wie Hebron -und Zion, Machpbah und die Grabstätte Davids ein messianisches Doppelzeichen für Frieden und Gerechtigkeit der ganzen Welt fiir und fiir zu sein haben. Zweitens aber dürfte David bei diesem Symbole nicht nur an Stamm und Ziel der Juden gedacht haben, sondern auch an den gleichwertigen Hort des Judentums und seiner Grundlegung in der Weltenschöpfung, nämlich : die Sabbatheiligung. Aehnlich wie beim Mannah der Doppelsegen auf die wochentägige Nahrnngssammlung für den Sabbat fiel, so kommt bei diesem sechszackigen Sterne äks Symbol fiir unsere sechstägige Schaffensioelt in der Mitte gleichsam als großes geistiges Zentruni ganz von selbst ein mehr abgerundeter Stern, ein Pol der Ruhe gleichsam in der Tage Flucht, der Sabbat und seine Heiligung heraus. — < Drittens. Ms historischer Beweis für den Bestand eines Königlichen Stern-Emblems im alten Israel und seinen Nachahmern Davids genügt mir Amos ö, 26: „So traget denn den Thronhimmel Eines Königs . . . den Stern Eures Gottes, den Ihr Euch! geinacht. Und ich werde Euch vertreiben bis über Damesik hinaus," — welches ja gerade David erobert und einverleibt hätte. — Kunst und Literatur. Zeitschrift für Demographie und Statistik d e r I n d e n. 12. Jhrg., 1.—3. Heft. In dem vorliegenden Hefte behandelt u. a. Dr. Bruno Blml die Aufgaben der Statistik der Juden nach dem Kriege. Die Statistik habe besonders die Ausgabe, das Verhalten der Juden zum Kriegs festzustellen, um so die Politik, welchle den Inden gegenüber angewendet werden wird, zu beeinflussen. Ich halte eine derartige Benutzung der Statistik nicht mit unserer Würde vereinbar. Wir Juden haben wie alle andern im Kriege unsere Pflicht getan, — und wer uns dies bestreitet, dem waschen wir ordentlich den Kopf. Es wäre doch endlich einmal an der Zeit, .daß wir in der Vertretung unserer jüdischen Interessen mehr Haltung bewahren und nicht ängstlich nach Beweis- und Entschuldigungsgriindcn suchen. Ich bin mich keineswegs Dr. Blaus Meinung, daß wir dazu berufen seien, „die östlichen Inden unseren Verhältnissen anzupassen und sic zur Höhe westeuropäischer Kultur zu führen." „Höhe westeuropäischer Kultur", — klingt dies nach zwei Jahren Weltkrieg und seinen Erfahrungen nicht als eine Phrase? Wir haben 'unseren östlichen Brüdern wirtschaftlich zu helfen und — soweit unser Einfluß reicht — alles zu tun, sie der jüdischen Kultur zu erhalten. Offnbaeher Druckluft-Anlage I OHinbach a. M. Telefon 123. (Anschluss mitFrankfmt). 1 -ewährteste TapplehnlnlOOnB (100,000 qm jährlich) I sowie unübertroffene Battentu Battfadararalnl-1 gunp mittelst Druckluft and Wasserdampf. Woches-Kalertder. Samstag, 28. Oktober (— 1. Cheschwan.) Sabbat-Anfang in Frankfirrt a. M. 4 llhr 40 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfiirt a. M. 5 Uhr 55 Min., in Berlin 5 Uhr 30 Min. Wochenabschnitt: No ach. — Die Arche. Die große Flut. Gottes Bund mit Roach. Der Turmbau zu Babel. Abrahams Mstamniung. Der Sabbat ist gleichzeitig S ch a b b o s Rausch- C h a u d e s ch. Wochengottesdienste in Frankfirrt a. M. Morgens: 6V2 Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 7 Uhr, Hauptsynagoge, Königsteinerstr. 7Ve Uhr). Mends: 4)4 Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagoge 4 Uhr, Königsteinerstraße 7 Uhr). Vereins-Kalender. Freitag. M e k 0 r C h a j i m , nach Schluß Synagoge Friedberger Anlage, Hörsaal: Mikroh-Bortrag (Max Munk). — Talmud Thora, nach Schluß Synagoge Börneplatz: Vortrag (Rabb. Dr. Nobel). Sonntag. Mekon 'C hajim, 6 Uhr: Kriegsgebete (Redakteur Schächnolvitz)^ — Chaß - Chevr 0 , 7 Uhr, Ublandstraße 46: Hesped über Leopold Zunz, s. A. (Hermann Schwab). Mittwoch. Bereinigung isr. Lehrer und Lehrerinnen, 8)', Uhr. Aula des Philauthropins: Festsitzung. — Mg n das JiSroel- Mädchengruppe, 9 Uhr: Bortrag über Fortbildung (Frl. Jeidel). Z^ranlfnrter Afamlliemttchrichte». G e b 0 r e n. E. Tochter Nathan Bambergcr (Levyh Hermesweg 23. — Zeno Darmstädter (Rapp), Oberweg 33. Barmizwvs. Ludwig Kahn, Sandweg 37; Nachm. Gorodecki, Baumweg 6, Synagoge Börneplatz. Gestorben. Elias Ettlinger, 61 I., Bethmannstraße 52. — Siegmund Mayer, 63 I. — Answärtige Familiennachrichte». G eb oren. E. Tochter Paul Herzberg (Frank). Köln. Barmizwos. Fritz Rothschild, Sohn des Lehrers Rothschild, Achim. Gestorben. Caecilie Wollmann geh. Wollmann, 93 I., Breslau. — Louis Emanuel, 77 I., Hamburg. — Handelsrichter Julius Heim, Berlin. — Rafael Schnaier. 68 I., Mentmingen. — Spende«. Bei der Nationalfondskommission (I. Heimann, Zeit 21) gingen ein für Palästina-Notstands -Aktion. Sally Cohn 5.— M. E. Bühler, Nenhausstraße 5.— M. B. Herrmann anl. Jahrzeit 10.— M. S pe nde nbuch. El. Michael und Frau anl. des Barmizwos ihres Sohnes 20.— M. N. N. z. 15. Tischri 25— M. Beim Frkf. Isr. Familienblatt gingen ein: Rubin Nimcowitz (Kaporoh) für gute Zwecke 2 Mk. — Willi Wolpert, Sandweg, bei Abfahrt ins Feld f. Nationalfonds 1 Mk. — Dr. Szamctz: Vilbel, für Palästinahllfe 10 Mk. — Walther Sundheimer. Hermesweg 43, fiir galiz. Notstand 10 Mk. — M. Richard, Ellingen, fiir jüdische Kriegssürsorge 5 Mk. Briefkasten. K. Der „Amerikän. Israelit" verzeichnet, daß das Londoner Bankh'aus N. M. Rothschild Sc So»s ant- 10. September 1915 in der Londoner „Times" den Dank der Juden der Welt an den Zaren fiir die Aufbesserung der bürgerlichen Stellung der Juden Rußlands ausdrückte. Es hat die Herren niemand ermächtigt zu dieser Bertrefimg, urrd die Lage der Juden Rußlands ist genau noch so wie früher. Ms. das gleiche Bankhaus 1904 eine russische Anleihe übernahm,' hieß-es, es habe bei dieser Gelegenheit eine bessere Behandlung der Juden ausgewirkt, — und es folgten die Progrome von Kischinew, Homel usw. - ' L. Um den Beschluß der B u d g e t k 0 m m i s s i 0 n zu beesprechen, wollen wir erst die nächstwöchentlichen Reichs» tagsverhandlungen abwarten. Die rituelle Kriegrsküdie rd als 83, ELrlesels.iio]ie der 25entral U üolieii- .oumilssioxi im Laufe des Monats November ins Leben treten. Vereinigte Wohlfahrtspflege 1914\16m Emil L. Heidenheimer. Anmeldungen für das Winterhalbjahr nimmt der Leiter, Herr Rabbiner Dr. Horovitz im Schul» lebaude Hermesweg 25/27 am Sonntag, den 29. Oktober von 11—12 Uhr und am Akiltwoch, den I. November Ion 2%—3J£ Uhr entgegen, im Schulgebäude Unterlindau 2L am Mittwoch, den 1. November von 4—5 Uhr. I Auch in der Schule am Hermesweg bestehen besondere Klaffen für Schüler und Schülerinnen höherer lehranstalten. Besonders aufmerksam gemacht sei auf unsere Kurse in und den rabblnischeullnterrichts- Kchern lPentateuch mit Raschi, Mischna, Talmud, Schulchan Aruchi für Kinder und Erwachsene, sowie auf Insere Kurse für Religionslehrerinnen nnd der Schule entwachsene junge Mädchen.. Frankfurter UTachhilfekiirae! sichere Förderung, gewissenhafte Beaufsichtigung der Schularbeiten, Kindlicher Unterricht in den erforderlichen Fächern. Vorbereitung für Ile Klassen. Beate Erfolge und Referenzen. Anmeldungen Werktags l-‘/tl und 3—4 Uhr. Hofinaun, ab adern, geh. Lehrer, Rossmarkt 14a U- Sali Wolff Papierhandlung nnrSchäferga88ell,Tel.Hansa 3821. Beste und billigste Bezugsquelle für Drucksachen. E. Faid & Go., Goethestrasse 26. Bielefelder Taschentücher glatt, Hohlsaum und gestickt, beste Qualitäten sehr preiswert. Altertümer n. alte Gemälde zw kaufen gesucht. ADOLF KLEIN Grosser Hirsehgraben 11. __. „Zum Hirschgrabenhof.“_ Hervorragende Erfolge l I in Erziehung und Unterricht. 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