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Neue jüdische Presse · 1916-09-22 · Heft 37 (22.9.1916) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 37 (22.9.1916)
Date
1916-09-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 87. Bl« Wler©, Optiker, Liebfrauenstr. 1. Brillen, PIncenez, Operngläser, Feldstecher! in jeder opt.-mechan. Spielwaren . | Preislage EisMiabnan, linpfaasehinen, Latarna-Ilagica, Kiniaiatigrapliin itc. In der Mitte der Arena standen große vergitterte Käfige. Zn einem jeden dieser Käfige waren ein Raubfier und zwei Sklaven eivgesperrt. In dem mittleren waren Hanina Md,Her Aelteste„ l der Askalonier untergebracht. Der Lowe rüttelte mit seinen entsetzlichen Pranken an dem Gitter und sah mit blutunterlaufenen Augen auf seine Opfer. Hanina I lehnte sich an das Gitter ermattet und abgestumpft, j denn seine Nerven waren erschlafft und seine Seele war stumpf. Er betrachtete das Raubtier, als wäre es ein Schaf, und ruhig sah er dem Tode, der für ihn [ eine Befreiung bedeutete, ins Auge. Uiü> das Volk reizte die Bestie, ihr rohes Fleisch vorwerfend und mit Lanzen es zum Kampf aufstachclnd, i und spöttische Stimmen aus dem Pöbel ließen sich also vernehmen: „Bettachtet doch diese feigen Judäer! Sind das die Unbezwinglichen? Werft doch Bessere | beit Löwen vor!" Und die Juden duldeten die Schmähungen, als wenn sie sie garnicht verstünden. I Die ftemde Erde verdunkelte ihren Verstand, und I die ftemde Luft machte ihre Herzen matt. Ein roher 1 Römer sftieste seine Lanze in die Weichen des hungrigen Raubtieres. Dieses brüllte laut auf, rüttelte an seinem eisernen Käfig, dann warf er sich mit einem I wilden Sprung auf Hanina. Dieser rührte sich nicht I einmal. Die Mähne des Tieres berührte sein Messer, I aber Hanina stieß es ihm nicht in den Leib. Von allen «Seiten hörte man lautes und rohes Lachen und I Schmähen, als plötzlich die Menge verstummte. Eine I hochgewachsene Jungftau durchbrach die Reihen derAn- I wesmcken intb stürzte vor den Käsig. I „Hanina, Landsleute", rief sie mit laut klingen- Ider und sie' ttöstender Stimme, „seht mich an, idj. I komme zu Euch, um Euch Hilfe zu bringen! Bettachtet »diese Erde hier, sie kommt aus unserem Vaterlande; »sogar ihre Blumen blühen! Blicket her, Ihr seid nicht Imehr vaterlandslos!" und ihre Hand in die weiche »Erde grabend, warf sie je zwei Hände voll in den Käsig. Siehe da, die vaterländische Erde tat Wunder, und Haninas Nerven und Muskeln gewannen frische Kraft, und eine todesmufige Tapferkeit bemächfigte sich seiner Brust. „Beruria!" rief er freudetrunkend, „Du Hast mir das Vaterland gebracht, ich fühle Gott in meiner Nähe. Adonai elokenu Adonai echad! (Der Herr unser Gott jist ein einziger Gott!) Nun. erklang wie der Psalter der Chorgesang der Askalonier: „Adonai elokenu, Adonai echad!" j Die zur Tapferkeit erwachten Männer führten einen Imufigen Kampf mit den Bestien und besiegten sie alle, laber auch sie wurden besiegt. Mit dem Blute der Löwen engte sich auch ihr Blut. Beruria stürzte auf das aus, rem Vaterland gebrachte Stückchen Erde, küßte sie och einmal, und ihre Seele entfloh zu ihren Vätern. Wonnetrunkend zog das Volk aus dem Amphitheater, und auseinandergehend belustigte es sich bis zum ftühen argen. Mit der Menge ging auch der Statthalter, ber in seiner Seele wohnte keine Freude mehr. Dreißig Hetaeren tanzten vor ihm bei dem Abend-, mahl, aber die Schwermut seiner Seele wich nicht von phm. Schon am frühen Morgen schritt er aus seinem alast und ging nach dem Amphitheater. Purpurfarbner Nebel erfüllte die Arena, wo unzählige tote Körer lagen. In der Mitte des Platzes aber war in der Nacht M der von Judäa gebrachten Hand voll Erde ein lumenzelt gewachsen, das sich sorgsam über Beruria, c Zauberin von Askalon, breitete. Der Statthalter Frankfurter Israelitische- Familienblatt. löste die zusammengewachsenen Zweige und stürzte liebevoll zu der Toten nieder, schwörend, daß er sie rächen werde. Er nahm sich vor, daß er das ganze Geschlecht des Abu Hilkia ausrotten wolle, denn Abu Hilkia war es, der den Tod der Hexen von Askalon von ihm gefordert hatte. „Mit dieser Erde werde ich zugleich das ttotzige Volk Niederringen. Diese Erde ist bezaubernd, und ihre Kraft ivirkt Wunder. Wer sie hat, gegen den könne:;, die Wogen des Meeres nichts ausrichten, und auf^dem Schlachtfelde ist er unbesiegfich."^"' ' Und er griff in die Erde, 'damit er die heiligen Schollen in sein Ränzel tue. Aber von der Berührung seiner Hand verdorrte das Blumenfeld, und vom dürren Zweig fiel der kleine Vogel tot zur Erde. Augenblicklich entstand ein eigentümlich dröhnendes Gewitter, ein furchtbarer Sturm breitete seine Fitfiche jaus, Und um die Leiche Bernrias streute er die Millionen- und abermals millionenfachen Staubperlen der wundertätigen heiligen Erde in ferne Länder. Und das Volk Judäa folgte seitdem von Land zu Land den Spuren der umhergestrenten vaterländischen Erde, und so oft Gewitter entsteht und der Sturm in ferne Länder die wundertäfigen Staubkörner trägt, rafft sich auch das Volk Israel - auf, die Märtyrerin unter den Völkern. Fra« Sorge. (So Mancher spricht: „Wie bist Du doch Allein im großen Haus, Seitdem der einzige Sohn Dir zog Zur Völkerschlacht hinaus.") Es ist nicht wahr, daß ich jetzt sei, - So einsam und allein; Es stellet sich! alltäglich ja Frau Sorge bei mir ein. Und sie begleitet treulich mich Bei Tag und auch bei Nacht, Und wenn der Schlaf meine Auge flieht. Die Sorge mit wir wacht. Die Sorge, ob wohl überm.Haupt, Der Sohn ein Dach jetzt hat? Ob nicht die kalte, harte Erd' Ist seine Lagerstatt? Ob nicht den Schlaf vom Aug' ihm scheucht Des Hungers Bittre Qual? Und dann ' fällt mir mit Schrecken ein. Des Feindes schärfer Stahl. Doch wenn der Gram .mich niederdrückt, Umdüstert mein Gemüt, Dann leise, leise wiederum Die Hoffnung mich durchzieht. Gott sieht, wie mich die Angst verzehrt. Wie bangt mein Mutterherz. Er wird den Teuren schützen mir. Wird heilen meinen Schmerz. Es tröstet mich so wunderbar In dieser Zeit der Not, - Daß ich so gläubig beten kann, Daß ich verttau auf Gott. E. Höchster. Deutsche und Perser Teppiche Lohr & Wiener, G. m. h. H. 19. Fersipiedier Hansa 2855. Palästina-Esrogim. Frau 8 Rabinowitz, PalSstinawsin Import, Ostendstr. 56. y Seite 5 Ans deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt. Den ganzen Tag uni» die ganze Nacht — nie sollen sie schweigen! Die ihr Gott verkünden sollt, euch sei keine Ruhe! Und nicht gönnet Ruhe -Ihm, - bis er Jerusalem gründet und zum Ruhme bestimmt auf Erden. Mittwoch, 27. Septbr.: Erew Rausch-ha-fchonoh. Wochengottesdienste in Frankfurt a. M Morgens: Sonntag 53/*, Montag, Dienstag 6, Mittwoch 5V2 Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 6V» Uhr, Hauptsynagoge 7 Uhr, König- I steinerstraße 7Vs Uhr). v a . u 'r-j. Abends: 6Vä Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim , ‘ Unterlintmu 7 Uhr,'' Hauptsynagoge 4 Uhr, Königs steinerstraße 7 Uhr). I Offenbaehar Druckluft-Anlage I I Qffsnbaeh S. H. Telefon 123. (Anschluss mitFrankfurt). I I "ewährteste Teppl&hraln!0Unü (100,000 qm jährlich)! I sowie unObertroflans Battann. Battfedarnralnl-1 knai Buna mittelst Druckluft und Wasserdampf. Woche«-Sale«der. lZeitangaben nach dem IW-<-b T Samstag, 23 September (— 25. Elul.) Sabbat-Anfang in Frank! urt a. M. 6 Uhr 45 Min. - Sabbat-Ausgang in Frankfurt a M. 8 Uhr 05 Min in Berlin 7 Uhr 46 Min. Wochenabschnitte: Nizowim und Wajeilech. — Ermahnungen Moses! Die Pflicht, die Thora abzuschreiben. _ .... Aus dem Prophetenabschnitt des Sabbats: So, wie .der Jüngling sich innig der Jungfrau anschließt, so werden sich deine. Kinder dir anschließen: wie sich wonnig fühlt der Bräufigaur.bei der Braut, wird sich dein Gott mit dir freuen.. Ich erwarte in den nächsten Tagen eine Landung F. SAINT-DENIS. “'ET'KSSir.*- ALLE REPARATUREN tu UHREN Cald und Sllberwaren, Brillan und Zwlckar. Frankfurter FamMemmchrichte». Geboren. Ein Sohn Dr. Herrn. Freudenberger (Wechsler), Günthersburg-Allee 38. Barmizwos. Bernh. Rosenberg, Gaußstr. 38a. Synagoge Börneplatz. Verlobte. Marta Falk, Pfingstweidstraße 4 mit Stabsarzt Dr. David Robert Blum, Cöln. Silberne.Hochzeit. 27. Sept. Julius Oppenheimer und Bettchen geb. Kahn, Rechneistr. 10. Gestorben. Josef Herz, 39 I., Böhmerstr. 63. Auswärtige Famllieuuachrichte». Geboren. Ein Sohn Zahnarzt Heinsheimer (Dreyfuß), Karlsruhe. Verlobt. Rose Wohl mit Leo Manuel, Berlin. Gestorben. Aron Isaak, 78 I., Landau. — Fritz Breslauer, Hamburg, i. Feld. — Siegfr. Bick, 57 I.. Jakob Löwenstein, 46 I., Berlin. — Referendar Alfred Katz; Siegfr. Wollstein, 37 I., Berlin, i. Feld. — Julius Angres; Mfred Büchler: Leo Lustig; Richard Sachs, Breslau, i. Feld. — Fritz Hochschild, Metz, i. Feld. —- Leo Oberndörffer, München, i. Feld. — sind. chem. Paul Cahn, 19 I., Mainz, i. Feld. — Emil Baer, Neustadt a. Hardt. — Moritz Lindenstein, 67 I., Nürnberg. — Referendar Fritz Rotschild, Dortmund, i. Feld. — Bertha Mayer geb. Kaufmann, 68 I., Bad Dürkheim. — Norbert Fisch, 42 I., Heidelberg. — Spenden. Beim Franks. Israel. Familienbl. gingen zur Ablösung der Ransch-ha-schonoh Glückwunschkarten ein: O. I. 5.— Mk. für galiz. Juden, Hotelier A. Sttauß und Familie, Bad Brückenau, für arme Kriegerfamilien 5.— Mark. Eingesandt. Aus Westfalen wird mir mitgeteilt, es bestehe dort das Gerücht, daß ich den Genuß von unbeaufsichtigt hergestelltem Käse ohne Rücksicht auf die Verwendung von Lab. für statthast erklärt hätte. Das Gerücht ist unbegründet. Weder habe ich jemals eine 'solche Erlaubnis ausgesprochen, noch ist derarfiger Käse in den der diesseitigen Rabbinatsaufsicht unterstellten Berkaufsgeschäften jemals zum Verkauf zugelassen worden. Berlin, '18. 9. 16. , - Rabbiner Dr. E. Munk. Kriegsanleihe-Zeichnungen bet der Post Der gesamte Verkehrsapparat der Post ist in bei: Dienst der Kriegsanleihe gestellt worden. Jede Postanstalt und Postagentur im Deutschen Reiche nimmt Zeichnungen entgegen. Zweierlei ist bei' der Zeichnung zu beachten: 1. Die Post nimmt nur Zeichnungen auf die fünfprozentige Reichsankeihe an (Stücke, sowohl als auch Schuldbucheintragungeu), nicht aber auf die 4Vprozentigen Reichsschatzananweisungen. ' . 2. Bei der Post must der gezeichnete und zugeteilte Betrag der Kriegsanleihe spätestepK am 18. Oktober bezahlt sein. 6 gespielte Pianos in tadelloser Beschaffenheit, besonders günstig. L. Lichtenstein & Go. Zell 104. Gilletteblingeft auch Rasiarmsasar und andere Schneldwerkzauga schleift G. 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