Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 36 (15.9.1916)
- Date
- 1916-09-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36. meine Verehrüngsw'ürdigeir, diesmal sind Sie die Angeführten. Glauben Sie etwa, daß ein zweiter solcher Krämer wie derjenige, von welchem ich Sie jetzt unterhälten will, in Berlin existiere.? Nicht mal in Paris. Auch uichtiu Bomst, Meseritz oder sonst wo in denhepta polcjs — dieser Kaufnmnn, dessen ausgezeichnetes Berd.ienst, nicht Verdienste, Ihnen sofort Ihre abfällige Meinung über ihn benehmen' werden, führt ebenso so eltene, als vorzügliche Artikel. Er hat nämlich Glück zu verkaufen. Nicht, wahr? jetzt mochten Sie auf der Stelle , das.'Lokal dieses unvergleichlichen Kaufmanns türmen. Hm! ' es ’ fragt ' sich seh'itz ob bei dein gewaltigen Andrange .in seinem Bazar der. .vielbeschäftigte Mann just für Sie zu sprechen sein wird. Aber seien Sie ruhig, einmal in seinem Lchen darf auch der allergewöhnlichste Mensch seinen Laden 'betreten, Sonntagskinder zweimal, ganz große Äümmköpfe sogar noch öfter. ' Äa liegen die merkwürdigsten Singe aufgehäuft: Gold Silber, Edelstein, Schmuck, glänzende Narretei, Sammt, Brokat,-kostbare Sest>e, je schwerer^ sie ist, je leichter sie bricht, duftige Schleier undtausendfach flimmernder, schillernder Tüll und Tarlatan, wertvolle Spezereien, und wiederum altmodischer Hausrat, festes derbes Linnen, Waffen und Gewehre.Und viele hunderttausende von Geräten, Wertzeugen uich endloser Kram^ den ich garnicht autzuzählen im Staude wäre, geschweige zu beschreiben vermag.; Das .ist der große Bazar Fortuna's. Gewöhnlich stich seine Kunden junges, unerfahrenes Volk, daher vielen ein guter Engel zur Seite steht, der ihnen rät: „Nimm dieses, das ist echt, und jenes laß. liegen." Mitunter bleibt der gute Engel auch aus und ist just für den, der seiner am dringendsten bedarf, grad' jetzt nicht zu finden; der kleine Flügeljunge hat sich-vielleicht irgerchwo im großen Himmelreiche verflogen oder versäumt die Zeit bei den niedlichen:. Engelmädchen und schneidet denen die Cour. Dann tappt der arme, verlassene Mensch ratlos nach ettvas ganz Unrechtem und muß sich nun mit einem falschen Glück sein Leben lang quälen- Mancher Bruder Eigensinn sagt wohl auch zu seinem Warner: „Geh' nur beiseite, ich brauche Dich nicht" und greift nach einem gleißenden Tand, der ihm just in die Augen stach. Da steht nun der gute Engel wehklagend daneben und macht ein Gesicht wie ein Bettler, dem neünundneunzig Pfennig von der Mark in's Wasser gefallen sind. Die Doktoren der Medizin ufw. haben gar keine guten Engel. Wozu auch . .'. sie glauben ja doch nicht daran. .Und was Doktor Goldmann anbelangt, die Wahl, die er. in dem großen Glücksbazar hatte, nun sie war auch danach.. Das erste beste Stück Flitterzeug, das .ihm in die Hände fiel, hatte er behalten. Welch' Wunder, daß dieses Glück bald an allen Ecken und Enden zu brechen und zu reißen begann. Gewiß, Max liebte sein Weib innig und aufrichtig, er hatte die Ehe mit ihr sich ertrotzt, der arme Narr. . . . er ahnte nicht, daß er diesem Erzwingen seines Willens.einen, .-wenn nicht den Haupttpieb seiner Leidenschaft.zugestehen mußte. Bunte Chronik. 8«itvildche«. Die Wiener „Jüd. Ltg." bringteine Reihe Zeitbildcheu, denen Wer ftlgende entnommen seien: „General Townshend, der- Gefangene von Kut-el- Älmara, hat an seine Gemahlin, eine geborene Cahen d'AnverS, geWcieben. . ." Frankfurter Israelitisches Familienblatt. „Meine Verlobung, mit Fräulein Eva v. Delbrück, einzigen Tochter Seiner-Exzellenz des Herrn Staatsministers Dr. v. Delbrück uni» seiner verstorbenen Gemahlin geb. Licdke, beehre ich, mich ergebenst anzuzeigen. Manu Stern." Inserat.: „Junger Manu vor der letzten Staatsprüfung der Bauingenieurschüle wünscht mit streng modern erzogenem, jungem Mädchen aus vornehmem, deutschen Hause, isr.aeli tisch er Abstammung.. . . unter „Tscheschisches Denken"-..." Aus einem Budapester Blatte: ,F8iener Aristokrat (Graf), -in den Vierzigern, ivünscht Heirat mit reicher, repräsentabler Dame der- Gesellschaft. Jüdin, wenn jung, schön und aus vornehmem Hause, bevorzugt." Donat Taussigsche Armenstiftung bei der israelitischen Kultus'geineinde Ment .. „Bewerbungsberechtigk' sind dem jüdischen Glauben an- ' gehörige, männliche Personen . . welche in eiucm der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder mit Ausnahme Galiziens geboren und dahin zuständia sind Gebet «ach Psalm 86. Herr, neig' Dein Ohr, erhöre mich: ' Mein Herz ist kränk vor Weh und Leid. Sieh Meine Tränen, meinen Gram, Hilf mir in' dieser schweren 'Zeit. Vernimm mein Flehen, hör mein Gebet, Ich rufe Dich zur Zeit der Not, Beschütze nur den teuren.Sohn, Erhalte ihn mir, gütiger Gott. Denn gnädig bist Du, reich an Huld. O, .schenke uns des Friedens Glück, Beende Liesen blutigen Krieg Und führ' den Lieben mir zurück. , Herr, sieh, der Feind bedrückt uns schwer. Bedrohet unser Vaterland. ' Er plant Verderben gegen uns Mit Lug und Trug, mit Mord und Brand. Der. durch der Wüste rauhen Pfad Sein Volk geführt,. mit Man' gespeist. Er mög an uüsauch Wunder tun, Das Wunder, Herr, das „Frieden" l.eistt. ' - E. Höxter. Offenbaeher Druckluft-Anlage I Qffrabaoh ». HL Telefon 123. (Anschlnaa mitFrankfurt). I -ew ährteste TspplGhFSlnlOunS (100,000 qm jährlich)! 8«wie unUbartroflana Batten-, u. Battfadararalnl-1 gune mittelst Druckluft und- Wasserdampf. Wochen-Saleuder. «Zeitangaben nach dem Losch.) Samstag, 16 September (= 18. Elul.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M 7 Uhr — Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a M. 8 Uhr 25 Min. in Berlin 8 Uhr 05 Min. Wochenäbschnitt: Ki-sowau. — Das Bringen der ErstlingsftüWe nach Jerusalem. Der zweite Maaser. Die 12 Steine am Jordan. Segxn und Fluch. Wochengottesdienste in Frankfurt a. M. Morgens: 6hd Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 7,10 Uhr, Hauptsynagoge 7 Uhr, Köuigsteinerstraße 7% Uhr). Abends: 7 Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 7 Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr, Königsteinerstraße 7- Uhr). Vereins-Kalender. Samstag. Me kor Ehajim, 12i/i Uhr: Sefer Melochim (Prof. A. Wehl); 33/i Uhr: Mikroh-Bortrag (N. Esch- Wege). Seite 5 Arankfurter Aamiliennachrichten. Barmizwos. Herbert Wolf, 4lM Tiergarten 36. Synagoge Börneplatz. Gestorben. Sind. med. Max C. Gottscho, 10 I., Sohn von iildolf Gottscho. — Louis Wachtel, SO I., Auswärtige FamiliennachriÄte». Geboren. Eine Tochter' Siegft. Eschelbacher (Spiegel), Coblenz. — Josef Elias, Mühlhausen i. Thür. Gestorben. Bertha Morgen roth geb. Böchenbacher, 63 I., Bamberg. — Mbert Würtenberg, 47 I., Wiesbaden, — Friede. Markus Kahn, 27 I., Büdesheim, i. Feld. — Ludwig Eohn, Schmalkalden, i. Feld. — Leutnant Mfrei» Brzezinski, einziger Sohn des Lehrers David Brzezinski, 19 I., Posen, i. Feld. — Kulrusbeamter Abraham Jakobowitz, Schtverseiiz.-Seligmann Feuchtwanger, 54 I., Karlsruhe. — Lehrer und Botaniker Moritz Goldschmidt, Geisa. — Jeannette Erlanger, 01 I., Luzern. — ßlbr. Wyler, 71 I., St. Gallen. — Theodor Moreau, 45 I.. Mainz. — Rabbiner R. Fried, 54 I., Balmaz-Ujvaros (Ungarn). — Leopold Federlein, 70 I., Bamberg. — Moses Levy I, 76 I., Bierstadt. — Julius Katz, 71 I.. Breslau. Sdende«. Beim Franks. Israelit. Familienblatt gingen eilt: M. Halle, Gelnhausen (Nationalfondsbüchse) 24.—- Mk.: O. I. 5.—; Rosel Weinberg 1.— Mk. für Notleidende in Palästina. Allgemeine Mitteilungen. Kriegsfürsorge in den T auuusdörfern. Die Wohltätigkeitsabteiluug des „T a u u u s k l u b s", die sich im August 'vorigen Jahres an die Bürgerschaft wcmdte. unr die nötigen Mittel für Unterstützung der zahlreichen, meist kinderreichen Familien der Kriegsteilnehmer aus den vielen Tauuusdörsern zu erbitten, hät weit mehr als die damals eingegangene Summe unter diese Bedürftigen zur Verteilung, gebracht. Die Wohltätigkeits-Abteilung wendet sich nunmehr zu Beginn des dritten Kriegsjahres in einem Awfruf an unsere Mitbürger und bittet alle edeldenkenden Menschen 1cm Beiträge zu dent vaterländischen Hilfswerk. Hoffentlich trägt dieser Appelrecht reiche Früchte. Die bekannte Kunsthandlung H. Trittler bringt gegenwärtig u. a. ein ganzes Kabinett voll Opp - le r-Zeichnungen. Pastelle. AquareNe, Radierungen, Lithographien. Einiges ist vom Kriegsschauplatz. Das beste aber ist vom Friedensschauplatz des Russischen Balletts, entzückende Blätter- und Studien von äußerst .malerischer Wirkung. ' Briefkasten. R. Daß Dr. .Georg Klttner, ordeutl. Professor an der Universität Frankfurt, auf dem Friedhof der Matthäi- Gemeinde in Berlin beerdigt worden ist, zeigt, daß er getauft war. Der Schluß des Feuilletons „Die Hexe vou Askalou" erscheint in der uLchsteu Rümmer. Wir bitte» nufere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme auf »User Blatt bei unseren Inserenten zu decke». Frankfurter Israel. Famüieuvlatt. Jul. Herrn. Homburg vorm. J. <*. B. Trost Filiale ÄJSsSÄi jSpezialhaus für solide .Küchengeräte und JCrankenhausartikel. : 5 5248. Dringende Bitte! Für dir bisherigen Unter» stützungensagemeinenbesten Dank. Mein Mann wurde am 16. Aug 1914zumHeere einberufen ». befinde ich mich seitdem m. mein. 10 Kindern in einer beklagensw.Notlage, da die Unterstützung, welche ich für 8 Kinder erhalte, bei den jetzigen hohen Lebensmittelpreisen, nicht ausreicht. Richte daher nochmals an meine 'Werten Glaubensgenoffen die injligste Bitte um Susendan'g. von Geld und leidungsstücken. Spenden nimmt dankbar entgegen . Frau Ottilie Rose«, Bleckede «. Elbe findet gute Stellung. 8tvUvnvvrmlttlnng d. weibl. Fürsorge, Langestr. 30 p. Zu einer älteren Dame wird als einFriulelnmit heiterem Gemüt gesucht. Offerten unter 2431 au die Gxped. dsS. Blattes' erbeten. " Grosse Sukhoh für Frankfurt a. M zu leihen gesucht. Angebote nebst Erößenangabe unter 2432 an die Exped.tion dieses Blattes erbeten Junger Mann sucht Stelle für Büro und Lager, eventuell auch für . Reise. Samstag ftei. Offerten u. 2433 a. d. Exped dieses Blattes. wird zur Führung meines streng rituellen Haushalts gesucht. Meldungen mit Gehaltsansprüchen sind zu richten an Aron Katz Sehwersenz. Aelteres Mädchen zur Pflege einer alten kränkt. Dame gesucht. Gefl. Angebote mit Zeugn. u. Gehaltsanspr. erbet. Alex Eönighelm Borgeutrelcb 1. W. . Ich suche für meine Tochter, weiche die höhere Töchterschule besuchte. HniDlsi! Welle in grüß. Eisenhandlung womöglich mit Kost u. Wohnung im Hause. Max Stern, Horb a. Neckar iWürtt. mb.) «jWerfeWr. 12, II. 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