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Neue jüdische Presse · 1916-09-08 · Heft 35 (8.9.1916) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 35 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 35. Lomler & J^aitMcIi I TeL Hansa 3148. Frankfurt a.L, Liebfrauenberg',83. ■ Specialhans für Unterkleider and Strümpfe. I Niederlaee achter Or. Lehmann-Wäsche. | -schlanker, fescher Gesell! . Er hatte viel besser zu ihr -gepaßt als ich - - - auf was für närrische Gümnken ertappte er sich da selbst? Mitten in den rauschenden . Wangen des-Wahers hörte er wieder die Tür gehen . . . er wandte sich um und ' erblickte Hans. Mit einem Freudenschrei Arzte er auf ihn zu und warf sich an seine Brust, (giner, doch Einer von seinen Lieben und der "Treueste von allen. ' „Da haben Sje's," flüsterte der -Baron von Dalwig Mayen zu, „hat Ihr Herr Gemahl Sie wohl den ganzen ~ Abend ein einzigmal so stürmisch ans Herz gedrückt wie den dicken Scholz?" Marie runzelte die Stirn. „Müßt' auch gern, was er an ihm hat. An ihm hängt sein Herz wie mit stählernen Ketten, aber nun ist er wohl aufgehoben und wjü» mir wenigstens aufhören zu murren." - Und sie überließ sich jetzt um so eifriger den Freuden des Tanzes. ' Warum auch nicht? Herr von Dalwig tanzte wie nur ein preußischer Offizier wahcn kann: Schneidig, schön... Gleich die urste Mitteilung, welche der Doktor seinem 'Hans.zuraunte war: „Lotte Jakob ist Hier, tue mir die Liebe und sieh' Dich nach chr um." Hans sprang ans und verließ sofort den Saal. Er brauchte nicht, lange zu suchen. Draußen, ganz am Ende des langen, halbdunllen Korridors, an einem Gitterfenster, gewahrte er in einem versteckten Winkel cjne Leine Gestalt. Sie kauerte am Boden und hatte den Kopf auf den Sitz einer Bank gelegt, das Gesicht fest auf beide Arme angepreßt, als wollte sie jeden Laut jn sich ersticken. Nur die heftigen Zuckungen, in denen das zarte Körperchen sich wand und krümmte, zygten, daß sie litt. Waren das Krämpfe oder Tranen? Das Geräusch starker Schritte schreckte sie auf; sie. flüchtete auf eine seitwärts liegende Treppe, die hinaus in den Borhof leitete. So eilig sprang die Leine Lotte Avon, daß es schier unmöglich war, die einzuholen. Hans Lachte auch gar nicht daran, sie zu verfolgen. „Armes Ding!" Dje Stelle war noch heiß, auf der chr Anllitz mit lausend bitterlichen Tränen sich ausgeweint hatte. Arme Lotte, liebes gutes Kind, scheues Menschenherz! Gedankenschwer kehrte der Sekretär ,in den Saal zurück. Drinnen war die Lust in hellen Flammen aufgeschlagen. Man tanzte keine Woher mehr, der Tropfen .polnisch Blut im Oberschlesier regte sich. „Krakowiak! Krakowiak!" schrie es von allen Seiten zu den Musikanten hinauf. Der Kapellmeister, ein blutjunger Geiger, der bei seinem eigenen Spiel mit Armen und Beinen zappelte und tanzte, als ob er der Strauß oder der Keler-Bela .selber wäre, stimmte an, feurig fiel das volle Orchester jejn. Unten fuhr alles wie elektrisiert umher, und stürmisch sausten die jungen Paare dahin. Selbst die Alten drahten sich wacker mit. Auch Onkel Mucha tanzte im Schweiße seines Angesichts, er hätte Frau Schmidt umfaßt, und wußte gar zierlich seine dicken umfangreichen Byne zu setzendann wieder hopste und sprang er in die Höhe und stampfte den Boden, daß einem schier bange um die alten Bretterdielen werden konnte. „Guten Abend, Frau Doktor!" Marse/ die erschöpft am Arme ihres Tänzers, lehnte, waickte sich um. «Ah, Herr Sekretär, das ist schön von Ihnen, daß Sie noch gekommen sind. Dafür sollen Sie auch den nächsten Tanz von mir haben." „Eine Freundlichkeit, die ich leider entsagen muß, Ihr Herr Gemahl läßt Sie dringend bitten, nicht mehr zu tanzen." „So?" Marje löste sich von der Hand ihres Kavaliers^ „Entschuüi.igen Sie mich, Herr von Dalwig, ich muß zu meinem Mann." Der Baron drehte seinen Schnurrbart auf und sagte spöttisch: „Wie gehorsam." „Es ist wahr," lachte Atarie, „ei, wenn Max mich haben will, soll er mich holen." Hans sah unmutig genug den Davonwirbelnden nach. „Die fängt gut an." Den Krakowjak hatte jetzt der „Straßek" abgelöst. Zur Belehrung und Unterhaltung seiner Leser und lieben Leserinnen, von denen der Chronist wohl nicht mit Unrecht voraussetzen darf, daß der Straßek zu einer ihnen gänzlich unbekannten Gattung choreographischer Kunstleistungen gehöre, mag hier der Versuch einer Beschreibung dieses Nationaltanzes folgen. Das heißt ohne Gewähr für etwaige Nüanccn- und Variationen, sintemal der Chronist, obgleich nicht Mitglied der ehrsamen Gesellschaft zur Beförderung der öffentlichen Sicherheit,. Ze.it seines Lebens dennoch auf Tanzböden und Festivitäten ein höchst seltener Gast gewesen ist. . . __(Fortsetzung folgt.) _ H. Wlepe, Optiker, Liebfrauenstr. 1. Brüten, Plncenez, Operngläser, Feldstecher! in jeder opt.*mechan. Spielwaren I Preislage Eisenbahnen, Dampfmaschinen, Laterna-Hagiea, Kinematographon etc. Bunte Chronik. El« russischer DreyfuS-Prozetz. Der jüdische Bürger Gersauowitsch .hatte, als die Deutschen Mariampol besetzten, auf Wunsch der Bcvölformrg und aus Geheiß des De,rischen Kommandierenden die Bürgermeisterstellc übernommen. Als die Russen wieder in den Ort kamen, wrrrdc (S. infolge einer Denunziation' wegen angeblicher Spionage und verschiedener Mißbräuche zu acht fahren Zuchthaus und Verschickung nach Sibirien verurteilt. Inzwischen ist der Denunziant selbst der Spionage überführt worden. General Bernatzkh, der bekannte Mitarbeiter des „Russkiy Invalid" nahm sich , nun G's Sache an und veröffentlichte in seinem Blatte Einzelheiten über den Fall. Unter der Einwirkung dieser Veröffentlichungen verfügte das oberste Kriegsgericht in Petersburg die Wiederauft,ahme des Verfahrens und setzte G. telegraphisch auf freien First Offenbaeher Druckluft-Anlagel Offenbaeh >. H. Telefon 123. (Anschluss mitFrankfnrt). I ewährteste Tapplchralnlpung (100,000 qm jährlich) I sowie unübertroffene Battenu. Bettfadernrelnl-1 Iotsb QUnO mittelst Druckluft und WasBerdampf. Wochen-Salender (Zeitangaben nach dem Losch.) .Samstag, 9. September (— 11. Elul.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 10 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 8 Uhr 40 Min. in Berlin 8 Uhr 20 Min. Wochenabschnitt Ki-seizei. — Aneignung einer Kriegsgefangenen. Erbrecht des Erstgeborenen. Verbot Mischgattungen. Heilgkeit getaner Gelübde. Armenrecht. Schwagerehe usw. usw. Das Gedenken an Amalteks Uebersall. . - : Der Prophetenabschüitt des Sabbats enthält eine» einzigartigen Ausspruch, der so ganz die Wärme und tiefe Innerlichkeit des jüdischen Ehrbegriffs wiedergibt „Die Gattin der Jugend, wird die wohl je entstellt?" — dieses Wort Jesajas, wo in der Weltliteratur >hat es seinesgleichen? Wochengottesdienste in Frankfurt a. M. Morgens: (P/a Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 7 'Uhr, Hauptsynagoge 7 Uhr, Königsteinerstraße 1% Uhr). Abends: 7 Uhr in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 7i/i Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr, Königsteinerstraße 7 Uhr). Vereins-Kalender. Samstag. Me kor Chajim, I2V4 Uhr: .Sefer Melochim (Prof. Weyl); 4>/i .Uhr: Mikroh-Vortrag (Martin Salomon). Krankfnrter Familiennachrichle«. Barmizwos. Haus' Spier, Grihrestr. 12, Synagoge Börneplatz. Gestorben. Philippine Nickelsburg geb. Stern, 76 I., Jahnstr. 31. — Referendar Albert Rosengart, i. Feld — Röschen Emanuel «geb. Neuhaus, 67 I., Langestr. «3: — Johanna Kaufmann geb. Ottenberg, 64 I., Ostendstr. 27. — Karo lim Kirschbaum geb. Sußmann, Wwe., 73 I. Obermainanlage 20. — Rosa Oppenheim, 14 I., Gagernstraßx 36. . > Auswärtige Familiennachrichle«. Geboren. Ein Sohn Felix Braunschweig (Pintus)-. Düsseldorf. — Friede. Neuhäus (Dreifuß), Ossenbach«. Eine Tochter Max Lazarus (Hofftnann), Potsdam. Verlobte. Hertha Mngdan, Berlin mit Rechtsawv. Eduard Feige, Breslau. — Lina Jaeobi, Halle mit Ariwld Hübscher, Wien. — Dela Friedenhain jitit G. Siegsr. Gottlieb, Hamburg. — Gertrud Levy, Schönlanfo mit Heinr. Elkeles, Posen. . Silberne Hochzeit. Michael Flörsheim und Frau Nanette geb. Ettlinger, Hamburg, Kloster-Allee 9. Gestorben. Ludwig .Gimbel, 26 I., Ludwigshafen. — Moses Strauß, 72 I., Marburg. — Jacobine Heymann geb. Ordenstein,. Mannheim. — Offiziersaspirant Paul Marxsohn, München, i. Feld. — Rechtsanw. Dr. Ernst Bruno Marks) 35 I., Ercfeld. — Sophie Gerson geb. Mayer, 80 I., Weingarten. — -Carl Loewensohn. Leipzig. — Herbert Engel; Eduard Danielsohn, 31 I.: Heinrich Skotzki; Vizefeldw. Walter Freudenheirn, Berlin, i. Feld. — Sind. jnr. Alfred Blumenthvl, 20 I., Hamm, i. Fell). — David Katz, 51 I., Hannover. >— Helene Wertheimer geb. Durlacher, Wwe., 73 I., /Mppenheim. — Pauline Fröhlich geb. Benjamin, 85 I., Brühl. — Adolf Sandheim, 53 I., Gera. — Emilie Strauß, geb. Langenbach, Wwe., 80 I., Karlsruhe. Briefkasten. Dürkheim Jn der gesandten Form nicht geeignet. Wir werden die Frage gelentlich besprechen. R. 1. Oktober 1894 1. Tischri 5655. Nanny Levy, Lersnerstr. 251 Sprechstunde 4—6 Uhr. Znsammemetzen and Aniertigen von M IM WM. «M. Kiffl 1. r. w. * WM" Cnterrichtsknrse ab 10 Ah. 1 werden nach den nenestenl /Modellen nmgearheitet. Zu\ taten verwendet. Lnny Wienand, I zu kaufen gasucht. ADOLF KLEIN Grosser Hirsch g raben 11. „Zum Hirschgrabenbof “ 3«t« 1. Dezember Vs. IS. suchen wir einen M Mw Nt WMll -Antrag auf Beitritt zum bayrischen Vrrsorgungsverbande der Gemeindebeamten betreffs Pensionsberechtigung ist bereits gestellt. Gehall Mk. 1100 mit zirka Mk. 400—500 Nebeneinkommen, freie Wohnung mll schönem Obst- und Gemüsegarten. Gest. Angebote mll Zeugniffen erbeten an Vorstsiiä der isrsei. Knltnsgemelnde Binswangen b. Augsburg. Die Synagogen-Gemeinde Mühlhausen (Thür.) sacht zu Jom-Kippur einen Vorbei« für Scbachris und Mincba. 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