Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 32 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32. Seite 6 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. erst 1912 Muße, muh! mehr mit dieser Idee und deren Ausarbeitung zu beschäftigen. Kürzlich nun fand ich in der von Dr. Robe.rt Hessen verfaßte», 1913 in Stuttgart erschienenen „Philosophie der K"raft" Bemerkungen, die' ich zur Verdeutlichung meiner Theorie hier folgen hasse, obwohl sie nicht den Kern der Sache treffen. Hessen schreibt: ,F)bwohl jeder Stoff und auch! unser leibliches Gclvcbe, nur je nach seiner Disponicrung Energie zu binden vermag, gewinnt es mm den Wnschjein, als Db diese ans dem unermeßlichen Kraftvorrat in, Weltenranm hcrstammeiidc, uns täglich durch die Sonnenstrahlung inid, wie Sahnlka will, durch den andauernden Druck des Lichtäthcrs, ein Aetherbombardemcnt, frisch übernritteltc Energie ein Erzeugnis der Fasern sei, an die sic ja nach deren Fähigkeit gebunden wird. Allein dieser Anschein ist falsch. Wcnii Zink und Kohle durch eine zweckmäßige Eleincntcnflnssigtzit in Kontakt gesetzt sind> Hst der elektrische Strom, der mm entsteht, nicht ein Erzeugnis jener Stoffe. Sondern freie Energie, stets vorhanden und auf der Lauer, sich einem passenden Stoffe zu vermählen, unterliegt der Lokkung, kann nicht widerstreben, läßt sich 'binden Und wirkt als Stroms bis chic verbrauchte Elemcntenflüssigkeit nicht mehp leitet und der Stoff abgenützt ist. Dies ist wenigstens bald schon das Schicksal der Zinkplatten, — ein rechtes Abbild des Lebens selber, das gleichfalls unsere Leibesfascr langsam, doch sicher durch die Energieen aufzehrt, die es in ihr spielen läßt. Das Gesetz von der Erhaltung der Kraft erfordert die Annahme, daß die Energie selbst niemals verbraucht, sondern Höchstens ersatzfähig ist. Wenn also durch Explosion in einer Fabrik 100 jener Dynainos, die wir Herz nennen, plötzlichl zuM Stillstand gebracht wurden, stirbt doch! in den 100 Leibern die „Arbeit" genannte (Äiergic nicht zugleich mit dem Stoffwechsel ab; sic entschwebt zurück in den freien Raum Und blickt sich weidlich Mn nach einem neuen stofflichen Verhältnis. Wie es nun, wen» man gute Elektrizität haben will, unsinnig wäre, Elektrizität an sich! züchten zu wollen, wie man. vielmehr taugliche Kohle, taugliches Zink Vorsorgen muß, die dadurch, das; sic einen guten Tummelplatz für Energie abgeb'en, einen starken Strom entwickeln können; so!unfiimig ist cs, das, was die Laien „Geist" nennen, an sich züchten zu wollen, sondern man muß eine gediegene, edle, gesunde Lcibesfaser züchten, da verkommene, untaugliche Nervenstränge und Ganglionzcllcn kein zu Höchstleistungen geeignetes Betricbsfcld für Energie äbgcbcn." Mich ans dem Pflanzenreiche glaube ich einen Beiveis flkr meine Theorie beibringen zu können. Betrachten fuir eine Pflanze, z. B. Weizen. Während die einfachen Zcllengewcbe des Halmes Und der Blätter nur soviel „Lebenskraft^^ samnreln können, um eine Saison auszndaucrn, kann die fester und koinpliziertcr gebaute Frucht Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte lang die „Lebenskraft festhälten. Die „Lebenskraft" kmm eben latent, von einem geeigneten Anfttahnieapparat länger gelsalten werden, als aktiv. Zum Schlüsse möchte ich eine — vielleicht Noch in grauer Zukunft liegende, aber jedenfalls denkmögliche — .praktische Seite meiner Theorie berühren. Wie man fetzt fchon künstlich wirkliches Eiweiß und andere Naturprodukte Herstellen kann. Mag cs vielleicht in Zukunft bei besserer Kenntnis der chemischen Zusammensetzung und .'der verwickelten Bauart des Gehirns gelingen, cum chemische, dem Gehirn ähnliche Maschine herznstcllen, welche der „Lebenskraft als Akkumulator dienen könnte, wodurch dann der positive Beweis geliefert wäre, daß die „Lebenskraft"" nicht eine Eigenschaft der Materie ist. Wohl ist das jetzt noch Phantasie; aber ebenso wie der Acroplnn, das Telephon, die drahtlose Telegraphie und tausend andere Errungenschaften des menschlichen Geistes ftühcr als-Phantasie galten, so ist jede Erfindung, jeder Fortschritt Phantasie gewesen vor ihrer Verwirklichung. leider nicht kennt. Schade, daß er nicht auch bewußt unser ist, — er und wir hätten Gewinn. Mein Kriegstagebuch von Aagc Madlnng. 206 Seiten. Steif broschiert 2 Mk., gcb- 3 Mk. Berlin W, S. Fischer, Verlag. Eine wundervoll anschauliche und llare Erzählungswcisc bei klassischer Kürze und ein aufs Sachlichgerichteter .klarer Blick machen des Skandinaviers Aage Madelung Kriegstagebuch zu einer der wertvollsten Erscheinungen der Kricgslitcratnr, die für sein größeres Publikum bestimmt ist. Dazu hat der Verlag trotz des Umfairgcs des Buches und tadelloser Ausstattung einen sehr niedrigen Verkaufspreis angcsctzt. T r a u c r r e d.c, gehalten von Rabb. Prof. Dr. P o r g c s auf Siegfried Li eh es , Leipzig, 27. Juni 1916. Der im 52. Lebensjahre verschiedene Herr Siegfried Liebes betätigte sich seit einem Jahrzehnt mit lebhaftem Eifer im Ehrendienste der jüdischen Gemeinde .Leipzig. In ihm lebten die Traditionen seines Elternhauses: warmes religiöses Empfinden und rege Anteilnahme an des Judentums Wohl, Lauterkeit, Gcsinnnngstüchtigkcit und Charakterfestigkeit. Jüdischer Natio nalkalend er 5677, heransgegebcn von Otto Abeles und Ludwig Bat». Kr. >2,50 oder Mk. 1,80. Wien II, Zirkusgassc 33, Indische Zeitung. Dieses Jahrbuch erscheint Ende August. Es wird im 20. Jahre nach dem Auftreten Theodor H c r z l s veröffentlicht, und in zahlreichen Arbeiten berufener Autoren wird diesem bedcutsanie» Zeitabschnitte Rechnung getragen. Der reichhaltige belletristische Teil, sowie Bilder und Zeichnungen unserer ersten Künstler verleihen dem zweiten Jahrgauge des jüdischen Nationalkalcnders dauernden Wert. > Ans dem Inhalte heben wir folgend- Aufsätze hervor: „Das Jahr 5676" von Lüidivig B a t 6 , ^Theodor Herzl und wir" von Wolf Stand, „Zwanzig Fahre politischer Zionismus" von Otto Abclcs, „Zurück zu Herzl!" von Nachum Gold Manu, „Großzügige Palastinaarbrit" von Wolf Böhm, „Die Entdeckung des Ostens" von Osias Thon, „Vom Leben einer toten Sprache" von Dr. Heinrich Locwe, „Die volkserzieherischc Bedeutung des jüdischen Nationalfonds" von Dr. Egon Zweig, *,$o» jüdischen Dichtern und Erzählern"" voll Martin B n b c r, „Scholen» Alechem" voir Dr. Z. F. F i n k e l st e i n , , .Bialik im Lichte des zeitgenössischen Judentums"" von Ernst Müller, „Arnold Zweig" von Dr. Auguste Wcldlcr- Steinberg, ^/Wilhelm Wachtel"" von Josef Patai. Ferner Novellen. Skizzen, Gedichte und Nachdichtungen von Otto Abelcs, Ludwig Bat», CH. N. Bialik Max Brob, David Frischmann, S. Frng .Otto Hauser, Josef Kiß, Alfons Petzold, Ai. Scherlag, Schalem Alechem, Wraham Sonne, Arnold Ztv e i g. In den. Text sind zahlreiche sorgfältig gewählte Kernworte jüdischer Denker zur In den frage cingestrcut. Das Buch! dessen ilmschlagbild von Wilhelm Wachtel gezeichnet wurde, bringt Bilder von Hermann Struck, Jakob Stark, Wilhelm Wachtel, zahlreiche interessante Jlllfftratioiien und die Autopsie des denkwürdigen Briefes Theodor Hcrzls an die Münchener Jüdische Kultnsgemeindc. Ohne Lagerbnch, ohne Invcutur-Aufnähme. 1. Die Höhe der Warenvorräte, 2. der seit der letzten Bilanz erzielte Gctvinn oder Verlust, 3. Betriebs- Bilanz (Vcrmögensübersicht): durch übersichtlich angcordnete Tabellen (D. R. P. a.) nebst ausführlicher Anleitung zur richtigen Kalkulation mit Zahlcnbcispiclc». Kaufinäii». Verlag, Geisa (Thür.), Postfach, 2. Preis 2.— Mk. Kimft und Literatur. Sommerabcud. Neue' Prosa von Hugo Salus. 152 Seiten. 3 Mk., geb. 4 Mk. Leipzig, Fr. Wilh GruUow. Hugo Salus, der sympathische, gemütvolle Prager Dichter, vollendet am 3. August sein fünfzigstes Lebensjahr Die Sonne des menschlichen Seins steht im Fünfzigsten im höchsten Zenithc, in der Höhe des Sommers. Doch in Salus Schöpfungen hat "nie die Gewalt der glühende» Hitze gebramit, dazu ist er zu stimmungsvoll, niild und zart besaitet, — und so atmet denn seine neueste Schöpfung die abgeklärte, überlegene Ruhe eines Sommcrabciids. Er selber hat dies empfunden und deshalb als Ueberschrift: „Sommerabcud" gesetzt. Es sind in ihrer Art recht unterschiedliche Novellen und Skizzen. Ans allen spricht aber ein gemeinsames: Gcinütsticse und sittliches Empfinden. So ist er unbewußt «in echter Sohn des jüdischen Volkes, dessen Schätze er I Offfenbaeber Drncklnft'lnlag^ I Ottenbach a> M. Telefon 123. (Anschluss mitFrankfnrt). I Bewährteste TepplChrelnlpanB (100,000 qm jährlich) ■sowie unübertroffene Bettenn. Bettfedernrelnlbanm BUDO mittelst DrncMnft nnd Wasserdampf. « I furt).l rlich)l ilnl-1 Wocheu-Saleuder. (Zeitangaben nach dem l,v»cb.) Samstag, 19. August (— 20. Aw.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 45 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 9 Uhr 25 Min. in Berlin 9 Uhr 10 Min. Wocheirabsch'nitt: C k c w. Gottes Gdsetz. Wiederholung — Segen für die Treue hegen der Geschichte des goldenen Wegen Zurückziehung verkaufe mein vornehmes ln aufblüher dem Badepl.tze in der Nähe von Frankfurt, welches neuzeitlich, auch für die verwöhntesten Ansprüche, ausgestattet, ■fa. 90 Zimmer und Salons enthält, großen Park u. 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Abends: 7P> Uhr in den »leisten Syiiagogcn (Bockeiiheim, Unterlindan Vh Uhr, Hauptsynagoge 4 Uhr, Königstcincrstraße 7 Mft). i Bereirts-Kaleuder. Samstag. Mckor Chajim, 12!/, Uhr: Seser Melvchii» (Prof. Wehl);.43/> Uhr: Mikroh-Bvrtrag (Jos. Sänger). . — Talmud Thora, Schluß Bvrmittagsgottcsdicnst Börncplatz: Vortrag (Dr. Hciiiciilan»). Asraukfurter Mamitteuvachrichte«. Geboren. Ein Sohn Siegfr. Kander, Wcstendstr. 87. Barmizwos. Alwin Riisengartcil, "Zeit 11; Salti Hessckicl, Oedcrtveg 153, Synagoge Börncplatz. — Manfred Hickienberg, Kl. Obermainstr. 16; Leo Rabinolvitz, Ostendstr. 56, Synagoge Fricdb.?lnlage. Verlobte. Toni Gräfenherg, Hölderlinstr. 20, mit Max Goldschmidt, Posen. G e st o r b e li. Willi Wolf Stern, 10 I., Bleichste. 52, i. Feld. AuswLrtiae ^amilienvachrickitetr -Verlobte. Ilse Brodnitz tuit Hans Simon. Berlin. r— Pauli ne Piiirsohn mit Kunstmaler Erich Wohlfahrt, Charloltenburg. Gestorben.-Jakob Wolsf, 36 I., St. Wendel. — Synagoge,irat David Kahn, 83 I., Manilh-ini. — Jsac Joseph, Wiesbaden. — Moritz Abraham, 54 I., Ober- Ingelheim. — Kultusvorstand Leopold Aiayer, Schifferstadt. — Nathan Buck)slveilcr, ans Frankfurt a. M., 6l I., Direktor und Verwaltluigsdelegierter der Antwerpener Centralbank. — Jacob Wiener, 61 I., früherer Händelsrcdaktcur des Bcrl. Tgbl. und des Tag, Berlin. — firnl Pincns, 19.; Feldhilfsarzt Heinz Bieber, Berlin, i. Feld. — Fevdor Graetzcr, 53. Ich Beruh. Michaelis, 49 I.; Julius Stcruberg, 76 I., Berlin. — Hern,. Schn ster, 85 I-, Cöl». — Ignaz Glaser, Salzburg. — Ehemaliger chicichs- und Landtagsabg. Dr. Moritz v. Rozstocki-Roseilstock, 61 J„ Wien. — Berta Bendheim gcb. Hochschild, 30 I., Bensheim. Eingesandt. Der Frantftirter Vorstand des jüdischen Krankenhauses „Schaare Zedek"" in Jernsatcin versandte an jüdische Zeitungen eine Zuschrift, die sich gegen unsere?lktion, „K-riegsspitalhilsc für Palästina" mit der Begründung richtet, daß das Spi talb c dür suis i m Heil! ge n Lande dur-cks Krailkcnhäuscr in I e r u s a l e m hinreichend befriedigt sei, vor ollem durch d s Spital „Schaare Zedel"", welches von deutschen Juden erhalten tvird. Dcmgegeimbcr diene zur Aufllärnng: Unsere Mtivn soll allen Inden Palästinas ohne Unterschied der Staats- und 'Gemeindeangehörigteit zugute kommen. Da aber Safcd bei einer Bevölkerung von eliva 30000-Scelcn, darunter 10 000, Jildcn, und ebenso Tiberias an Aerztcn, Spitalpftcge und Medikamenten derart Mangel leiden, daß unsere dortige konsularische Vertretring sich' in telegraphischen Gestichen um sofortige Hilfe dieserhalb ian das hohe k. u. k. Ministerium des Acnßeni in Wien Und an rrns getvandt hat, entschlossen wir »ns, zu allererst nach Möglichkeit diese uotlcidciiden Städte mit Aerztcn rmd Medikamenten zrr versorgen, zrunal auch. ’ das hohe Ministcrirun eine solche Notlvcndigkeit aiicrkannt hat. Aris Jerusalem und den rrmlicgeiidcii Kolonien sind uns zuverlässige Berichte und Klagen über das auch dort sich! ft'ihlbar machende Bedürfnis nach sanitärer Hilfe zu gegangen, denen wir gleichfalls, solvcit unsere Kräfte reiche», Folge geben tvollcn. Wien, IV, Jrankcnberggasse 14. Die „Kricgsspitalhitse für Palästina."' Für yicstgen kleine.-» Haushalt wirb eine bravei saubere Person für Küche und Pflege der kränklichen HauSftau gesucht. Offert, u. 2422 a. d. Exp. dss. Bl. Besseres Mädchen, das gut kocht und kinderlieb ist, in kleinem Hausbalt gesucht. Offerten ur-ter 2423 a. d. Exp. dieses Blattes. 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