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Neue jüdische Presse · 1916-06-02 · Heft 21-22 (2.6.1916) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 21-22 (2.6.1916)
Date
1916-06-02
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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«Mi 10. Bnn^Me M«Eisch« FaMliarMK. 3?r. 21/22. p m m fein Heimatsrabbiner ihm zu dieser Auszeichnung kein Glückwunschschreiben gesandt hat. Doch, echte jüdische Seelsorge ist alle Zeit geübt worden, von den Tagen an, La der Kauhen seine Feldansprache an das jüdische Heer gerichtet hat: ^Höret Israeliten, ihr rückt beute gegen eure Feinde zur Schlacht heran, euer Herz sei nicht verzagt,, fürchtet euch nicht, zittert nicht und erschrecket nutzt vor ihnen jtfto." — his in unsere kriegerische Zeit. Noch des berühmten Rabbi Zecheskel Landau ans Mag (1614—1733) sei hier gedacht, der den ersten jüdischen Rekruten seiner Zeit die Mahnworte zurief: „Er? werbet euch und unserer ganzen Nation Dank und Ehre, damit.man sehe, daß auch unsere Station ihren Landessürsten liebt und im Falle der Not ihr Leben für ihn aufzuopfern bereit ist." Mit-der Aufforderung, ihrer Religion treu zn bleiben, schloß, er seine zu Herren gehende Anstriche. ' Diese Worte des Naudo bi Jehudo gelten auch heute, und wir wollen unfern Feld- und Garnisonrabbinern nur wünschen, daß. sie gleich segensreich, wirken wie der berühmte Oberrabbiner von Mag. Offizieller Antisemitismus in der Schweiz. Das „3§t. Wochpüblatt für die Schweiz" berichtet: „Jm Großen Rat des Kantons Bern kam letzthin eine Teuerungsinterpellation zur Verhandlung. Der freisinnige Regierungsrat Locheir, der als Vertreter der bernischen Regierung die Interpellation beantwortete, leistete sich dabei folgendes: ,Mir (die bernische Regierung) sind gewissenhaft auf der Hut, daß^ Leute,, deren Heimat in Palästina ist und die den Handel in den großen Häusern in Berlin, Paris ober Wien gelernt, sich'jetzt bei inns nutzt auf Kosten unseres Volkes bteit machen." Wir halten es unter unserer Würde, diese ebenso gemeinen wie.grundlosen Verdächtigungen, daß hauptsächlich wir Juden den Lübensmittelwucher zu praktizieren suchen, zu widerlegen. Bemerken möchten wir nur, daß, im Ratssaale sich niemand fand, der gegen' diese Verleumdung protestierte. Wir Juden wissen nun cäaä brat Munde des Bern. Regierungspräsidenten, warum Brot, Milch, Fleisch! usw. so teuer sind. ,/Die Leute, deren Heimat in Palästina ist", suchen sich eben auf Kosten des Volkes zu bereichern! Welchem Juden muß, bei diesen offiziellen Verdächtiggungen nicht die Röte des Zornes und der Scham' ins Gesicht steigen? Leider ist dies nicht das einzige Syvptom von offiziellem Antisemitismus. Es dürfte noch, in aller Erinnerung sein, daß ein jüdischer Unteroffizier aus der schweiz. Armee ausgestoßen wurde, Ivell er sich, über seinen Vorgesetzten, der sich in Beleidigungen gegenüber dein Juden vergingbeschwert hatte." Bibliographie des Zionismus. Mft der Abfassung einer allgemeinen Bibliographie der nationaljüdis.ch en und zionistischen Bewegung beschäftigt, wende ich mich, an alle Gesinnungsgenossen und Freunde mit der Bitte um fleißige Unterstützung. Obwohl ich feit mehr als 25 Jahren zionistische Literatur sammle und daher ein recht reiches Material beisammen habe, kann selbst der eifrigste Einzelsammler niemals die ganze Literatur einer so ausgebreitcten Vewegung, die so sehr die Geister ergriffen hat und beschäftigt, allein zusammenbringen. Das zeigt das vorhandene fleißige russische Verzeichnis, wie sogar die vortreffliche Bibliographie von W i l l i a m Z e i t i n, der den hebräischen Teil als vortrefflützer Bibliograph bearbeitet hat. Zu 'dieser bibliographischen Grundlage einer zukünftigen Geschichte der nationaljüdischen Bewegung bedarf ich daher der eingehenden Unterstützung aller Gesinnungsgenossen. Es sollen verzeichnet werden alle Bücher, Broschüren, Flugschriften und Flugblätter, die den uationaljüdischen Gedanken und den Zionismus zum Gegenstände haben, ebenso auch alle zionistischen Zeitschriften, aber womöglich auch, vervielfältigte Vereinsberichte, Protokolle und alle aus mechanischem Wege vervielfältigten Schriften irgendwelcher Art, die sich! mit dem Zionismus in seiner Gesamtheit, mit einzelnen seiner Aeußerungcn oder einzelnen seiner Institutionen^ befassen'. Die Arbeit ist für den Zionismus von hohem Werte. Aber sie soll mtdj; wissenschaftlich jeder Kritik Stand halten. Deshalb soll sie ohne Tendenz sein. Sie wird ebenso.gewissenhaft alles buchen, was gegen den Zwnismns geschrieben ist, wie was für .ihn streitet, und nicht minder, was sich bemüht oder vorgibt, ihn objektiv zu betrachten. Die Aufnahme geschieht nach den für wissenschaftliche Bibliographien maßgebenden Grundsätzen. Die erste und wichtigste Bedingung fst daher,die Titelaufnahmen und alle bibliographischen Angaben nach dem Druckwerke selbst herzustellen; denn nur die Druckschriften selbst sind die Quellen bibliographischer Arbeit. Ich bitte daher, mir alle irgendwie zugänglichen zionistischen und antizionistischen Schriften aller Art, aus welchem Lande und in welcher Sprache sie immer wären, zu überlassen und möglichst in zwei Exemplaren einzusenden.*) Wo die Ueberlassung des Originals unter keinen Umständen möglich, ist, da bitte ich ausnahnisweise um genaue Abschrift des Titels des Erscheiimngsvermerks,. der Seitenzahl und des Formates., Bor allem werden Verfasser und Drucker von Privatdrucken gebeten, durch Einsendung ihrer Schriften, diesen am schwersten zu erreichenden Druckwerken zur Aufnahme in die zionistische Bibliographie und damit in die -Geschichte'des Zionismus zn verhelfen, ebenso aber die Verfasser uitd Hersteller von vertraulichen Rundschreiben, Vereinsschristen, Vereinszeitschristcu, zionistischeil Kalendern und Jahrbüchern, Sonderabdrückcn aus Zeitschriften und Sammcllverken, Katalogen und Literaturverzeichnissen. Uebersetzungeir und Neudrucke sind dabei ebenso notwendig, wie die ursprünglichjen Drucke. Vor allem ergeht diese Bitte auch an alle Bor st än de, Komitees und Leiter unserer Vereine, Kl.ubs, Organisationen und.Landsmannschäften. Diese werden noch besonders gebeten, mir bei undatierten Schriften.das Jahr des Erscheinens vermerken zn wollen. Die Bedeutung dieser Kleinarbeit' darf nicht unterschätzt werden. Sie ist groß, viel hrößer als die jahrzehntelange Mühe, die sie den: Herausgeber der Bibliographie macht. Es ist eine ftiedliche Arbeit und kann auch ' Kr' ~ " " ‘ ~ - ' in Kriegszeiten alle unsere Kräfte nützlich und lvertvoll vereinigen, ohne sie sihr in Anspruch, zu nehmen. Heinrich Loewe. *) Alle Einsendungen sind zu adressieren: An den Kgl. .Bibliothekar Dr. Heinrichs Loewe, Berlin NW. 52, Flemingstraße 12 (für die Bibliographie). Offenbacher JOrucklaftaniage m. 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