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Neue jüdische Presse · 1915-12-23 · Heft 50 (23.12.1915) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 50 (23.12.1915)
Date
1915-12-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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50: . Frankfurter Zsraelitischesr Familienblatt. Linke 5^ Siusesaudt. '4 Mail war höchlichst erfreut über die saust so seltene und daher angenehme Wahrnehmung, daß die polnischjüdische Frage, die ja jetzt das eigentliche Schmerzenskind der jüdisthen^Oesfentlichkeit ist, von allen in die Disinssion eingreifenden Faktoren mit Ernst und Sachlichkeit erörtert wurde. Man ist nun umsomehr aufs peinlichste berührt von dem grausig schrillen Mißton, de» Herr Professor Philippsou in die bisherige Harmonie plötzlich hinein- I klingen ließ, I Wer den Artikel des Herrn Professors „Zur polnisch- I jüdischen Frage" III. in der Nr. der „Llllgem. Zei- I Nmg des Judentums" voin 17.- Dez. liest und auch nur leinen Fuukms jüdischen Selbstbewußtseins in sich' hat, I möchte aufschreien vor Wut und Empörung! Die Juden lPolens, oder — was dasselbe ist — eine große Tlnzahl Ivou ihnen sollen es als ihre Pflicht betrachten, „den Goj lanszuoeuten" und sollen ferner „ihre eigenen weiblichen lAngehörigen zur Prostitution beimtzen, wenn sie dadurch lein gutes Geschäft machen können." Diese Tatsachen will Itzerr Philippson aus sicherer Quelle — nänilich von zurück- Igekehrten Mannschaftenerfahren haben und Hält sich für I verpflichtet, sie in die große Welt hinansznposaniien, I»»r einerseits sein sittliches Gefühl und Gewissen zu beiruhigen »nd andererseits seinen Standpunkt der Assimi- Ilierung der polnischen Juden zu'bekräftigen und zu moti- Bvieren. Man muß sich beim Lese» dieses Artikels unwillkür- Ilich darüber zu vergewissern suchen, ob es wirklich die Allg. iZtg. des Judentunls ist, die diesen Artikel veröffentlicht, Illiid ob es tatsächlich ein jüdischer Geschichtsschreiber ist, der lihn verfaßt hat. Eine antisemitische Zeitung würde es vielleicht jetzt schon wegen des sogenannten Burgfriedens luicht wagen. Mit solchen Ausfällen gegen ein Dreimilli- Imen-Bolk in den okkupierten Gebieten herauszutreten, das «ich als . das deutschfreundlichste bewiesen hat. | Es ist wirklich' überflüssig, sich gegen derartige Be- WauptNngen in Polemiken einzulassen. Ich möchte nur auf Teilte« Bericht des nichtjüdische» Kriegsberichterstatters 8 i l h e l m D ü w e l l Hinweisen, in dem die Keuschfcit, Sittlichkeit, isowie der hohe Familiensinn jder^ polnischen Zudeu besonders riihinend hervorgehoben und iii den schönten Farben gemalt wird. Es muß auch tatsächlich be- Weifelt werden, ob selbst im sog, kulturellen Westen die Keuschheit und Sittlichkeit höher entwickelt ist als unter «n Juden Polens. - Selbstverständlich hat eine Masse von drei Millionen üenschcn mich ihre Hefe, und gibt es auch in Warschau und ^odz, besonders in diesen traurigen Kriegszeiten iiiid bei der großen Not, die jetzt in Polen herrscht, Schmutz und Verkommenheit. Doch deshalb verallgemeinern und an- Ilagen! Ich glaube derartige Auswüchse kommen in Prozessor Philippsous Berlin in viel höherem Maße vor als «ei den hungernden, von den Polen seit Jahre» wirtschaftlich boykottierten Inden Polens. Wir stehen leider der ungeheuren Katastrophe der politischen Jlldercheit ganz machtlos gegenüber, sind wir ja Ichließlich selber in gewißem Sinne Leidtragende, und »eben wir doch gegenwärtig unsere eigenen unausschieditren Sorgen und Pflichten unserem Baterlande gegenüber. Nit welchem Recht wagt es jedoch Professor Philippson, diesen bis zum höchsten Grade Verzweifelten, wie da ein lidisches Sprichwort lautet: „Salz auf die Wunden zu »reuen" und sie nrit solchen ungeheuerlichen, mit Nichten gerechtfertigten Borwürfen zu überhäufen? Vielleicht daruin, «eil er ihnen den löblichen Rat erteilt, sich national zu prostituieren?- Max Blatt. - *) GM. Einst, einst. Wenndu wieder scheinst» Segnende ^Sonne, auf unser Gestade, k3)ann stehest taufrische, kerzengerade Halme gmd harren, daß du sie bräunst. Einst. . . Einst, einst, . Wenn du wieder weinst, Mutter Rachel, in nächtlicher Stunde — Dann, ziehen kräftige Burschest die Rundes Die du mit sehnenden Mädchen vereinst. Einst! Kunst und Literatur. Der W e l t k r i c g n n d das Schicksal der Juden von B in j a in i u Segel. 4. Auflage. 144 Seiten. Mk. 1:50. Berlin, NW 7, Georg Stille. In vier Monaten die vierte Auflage, — das beweist wohl am deutlichsten, welches lebhafte Interesse das Buch in weiten Kreisen gefundeu hat. v Die vierte Auflage ist, wie ivir aus Stichproben feststellten, anscheinend ein unveränderter Albdruck der ersten. Nilr eine recht eigentümlich: Aenderung hat der Verfasser - vorgenommen:. Im Titel hat er die Worte „des jüdischen Volkes" in „der Juden" geändert. Ein Beweis für die Richtigkeit unseres Urteils über den Verfasser bei der Besprechung der ersten Auslage. Wocheu-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Losch.1, Samstag, den 25. Dezeniber (= 18 Tewes.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr — Min Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 20 Mn in Berlin 4 Uhr 48 Min. Wochenabschnitt: S che maus. — Die Knechtung der zur» Volke gewordenen Nachkommen Israels. Lebensgang Moses bis zu seiner Heirat. Gott erscheint dem Moses in einem brennenden Dornbusch und überträgt ihm dm Sendung, das Volk Israel aus Egypten zu führen. Moses vor Pharao. Verschärftmg der Knechtung des Volkes. „Und Gott verhärtete das Herz Pharaos." Dieser kleine Satz, der mehreremals bei den Plagen vorkomntt, veranlaßt viele zu einem Mitleid mit deni Schicksal Pharaos. Mit Unrecht! Pharao hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Volk Israel auszurotteu. Nun soll ihn hierfür sein Schicksal ereilen, und deshalb fügte Gott die Ereignisse so, daß Pharao ■ bei seiner Charakterveranlagung immer wieder nicht Gottes Finger erkennen wollte, sondern trotzig sich aufbänmte. Des Menschen freier Wille und Gottes Leitung des Menschengeschickes, — wie vereinigen sie sich?. Des Menschen freier Wille betätigt sich in den Beweggründen zu *) Probe aus H ugo Z u ck e r m a u n „G e d i ch t e". 110 Seiten. Mk. 2.—, geb. Mk. 3.—. Wen I Rotenturmstr. 22; R. Löwit Verlag. Einen echten und einen jüdischen Dichter haben wir in nstd Zuckermann, dem Dichter des berühmt gewordenen! teiterliedes, verloren. Seine Gedichte, die Hinterlassenschaft an sein von ihm heiß geliebtes jüdisches Volk, mögen .daher in einem jejden jüdischen Hause, Stätte fitlden.. seinen Handlungen; sie sind es, die da bestimmen, oller als Herr seines freien Willens das Gute öder das Schlechte will. Die, Ausführbarkeit einer Handlung und der freie Wille des Menschen haben nichts miteinander zu tun, — und hier greift Gottes Leitung des Menschengeschickes-ein. Wochengottesdiknst in Frankfurt a. M. Morgens: 7 Uhr. 10 Minuten in den meisten Synagogen lBockenhrim, Unterlindan 7 Uhr, Haupshnagogo, Köniasteinerstr^?^ Uhr). Abends: »Uhr in den meisten Synagogen (Königsteinrrstr. , 7 Uhr), _ Frankfurter Familieuuachrichte». Geboren. .Ein Sohn' Otto Nathan (Rosenfeld), Georg Speyestrr. 1. Eine Tochter Karl Hochschild (Hainebach), Parkstr. 3-8 Barmizwos. Berth. Adler, Augsbnrgerstr. 17; Siegfr. Dreifuß» Bornhekmerlandstr. 21; Kurt Schönfeld, Mittelweg 4, Synagoge Börneplatz. — Benno Mannheimer, Uhlandstr. 51, Synagoge Friedb. Anlage. Gestorben, tsara Moos gell. Hirsch, 45 I., Uhlandstraße 57. — Simon Goldschmidt, 66 I., Gagernstr. 36. — Beruh. Wölf, 73 I., Hermannstr- 45. — Max Dreifuß, AugesteUter von Hermann Bodenheimer, im Felde. — Sind. med. Karl Neumann, Sohn von Samnel Neumann; Wittelsbacher Allee 11, im Feld. Auswärtige FamMeurrachrichteu. Geboren. Eine -Töchter Dr. Berth. Tendlml (Rothenstein), Wiesbaden. Berlobte. Annie Cohir mit Fritz Lichtheim, Breslau.— Resi, Goldstein mit Dr. med. Alfred Weinberg, Herford. ( Goldene H o chz e i t. Hermann Hmnmer und Frau, Krone a. d- B- Gestorben. Georg Blum, 21 I.. Schrimm, im Feld. — Hirsch JsPelewitz aus Lodz» 60 I., Basel. — Moses Mainz, 77 A Haniburg. — Rechtsauwalt Gg. Schlesinger, Mittenwalde. — Sali Wesenfeld, 70 I., Kattowitz. — Georg Saliugcr, 26 I., Berlin, im Feld. — Beruh. Glogauer, 36 I., Breslau. — SanUätsrat Dr. Hcrm. Grünfeld, 54 I.; Hartwig Braun, 53 I.; Samuel Treuinann. 43 I.; Nathru FeldMarrn, 46 I. Berlin —Regina Nußbaum geh. Friedmann, 78 I., Halberstadt. — Louis Blum, 27 I., Böhl, im Fnld. Spende«. Bei der Zionistischen Foederation „Misrachi" (Altona, Mehlstr. 33) gingen ein: Dr. Jakob Möller-Spende der Tachk^noni- Schnle. Dr. Max Levy, Hamburg 10.— Mk.; David Frischmauit, Hamburg 20.— M. Bei der Nationalsondskommission (I. Heimann, Zeit 21) gingen ein: Palästina Notstands-Aktion. N. N. 25.— Mk. :— Hebr. Schulwerk. Eli Mchael 20— Mk. Bereius-Sateuder. Samstag. Mekor Chajim, 12h).: Mesochim .(Pros. A. Weyk); 3V->: Mikroh-Bortrag (Schachnowitz. Dienstag. Jüd. Frauenvereinigung, 4 Uhr, Kursaal Milani: Haudarbeitsnachmittag. ' -Ä IU 4 Ü! 9 i Ä ■V Ä 4 3K :! .? S L- I Baufrwet’iiit die " sinnreichste, anterhcUtehdste BeinatälOC-päUlMStCn soMUgung Kr Knabenfieden Alters. maiaivti sch&ftigang für Knabetf i HchsekmM- und Saubsägebasten // Malkasten — Javbenbasten — Knetbast^n in Jeder Preislage bei J. Bmmel «fe Solin - Bieber« as^e 6 an der Hauptwache. Data- Püft-IMM ‘In meinem Terlag ersahien soeben: |J(idisehe Krlegstropbäeu*‘ von Judäus. Preis Mk. —.75. In der grossen Literatur, die der Kri g erxeogt hat, nimmt diese" Schrift eine ndere 8teUong ein, Wir erfahren durch sie, dass es jddisohe Kriegstrophäen gibt, s bisher keine Beachtung gefunden» und dass dasjenige, was viele darunter verstehen, lieblich diese Bezeichnung nicht verdient. Die Darstellung der Beziehungen zwischen ' ntnm und Christentum, die Kapitel ober den Frieden, die messianischeo Hoff« gen, den Jadenhass n. a. sichern der Schrift ein hochaktuelles Interesse weit aber t jüduohen xreu hinaus. Leipzig, M. W. Kaufmann, Vorlag. itel sen Stelmvay de Sons, Steck, - - Schledmayer Pianofortefabrifa: £auf — Tansch — Siete, anohaus: Ed, Sold db Sohn Stiftetrasse Xo. 3.9 am Eschenheimer Tmm. gen Md. ler- WdChs Stahlspäne Wir bitten diejenigen Inhaber unserer Erez - Jisroel- Büchsen, die im letzten Jahre ihre Wohnung gewechselt haben, oder bP denen aus sonstigen Gründen einvKeemng der Büchsen nicht stattfinden konnte, um gefl. Angabe ihrer Adreffe» damit die Leemng veranlaßt wird. Mo der Deutscb-KoKämüscben?alästma-Yenoaltong, - Schaizenstrasse 14. iehnler, deren Versetzung zweifelhaft ist, werden energisch gefördert and erreichen das Klassenziel in den Frankfurter 3Tachkll fekursen von Ij. Hofmann, ak. geb. Lehrer, Bosamarkt 14an. Anmeldung vom 8. Januar ab 10—1, 3—4 Uhr.. Küchen-Einrichtungen Grösste Auswahl. Louis Harburg & Sfthae Frankfurt a. Kain. Gr. Friedbergeratr. 7—11. Terpenti nöl-Ersatze Werg, Putzwolle 1 Goethestr. 2t. Tel. 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