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Neue jüdische Presse · 1915-12-17 · Heft 49 (17.12.1915) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 49 (17.12.1915)
Date
1915-12-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 49. - . . &■- Acankfurter Israelitisches Famllienblatt. -. Snte 5. 4nod«m. Vorhang* * and, Möbel- ' Stoffe,-Tlscli. n. DlTftndecken etc. (Carl Bischoff IS Neue nSalnzQpntpasae lS ~ amScbanspielhaus. der» auch Salme Mennist — trotz seiner Angst, ihn - auf so schwindelnder Höhe zu erblicken, — rieb sich ' vergnügt die Hände, weil Mendel gar merkwürdig lustig . war. Ja, sogar die Bürgermeisterin sah ihm mit Wohlgefallen aus ihrem Fenster zu; selbst der Herr Bürgermeister würdigte zuweilen diesem Schauspiel seinen hohen Blick. Unfalles mit einem Worte zu sagen, sogar dergelehrte Reb Abele trat dabei vor seine Haustür und ' benutzte solche Gelegenheit, sein „gleich Wörtchen" aus ~ Mendel zu sagen, zum Ergötzen all seiner Zuhörerinnen und besonders zum Staunen der schwarzen Nücho, der eifrigsten Verehrerin seiner Gelehrsamkeit, die hoch und teuer schwor, daß „der gepriesene Jüd" Reb Abele so gelehrt ist, daß er die größten Wollsachen in den - kleinsten Bibelvers hineinstecken könne. So lebte denn eigentlich Mendel'fröhlich und guter Mnge durch's ganze Jahr nicht auf den Dörfern, sondern in der Gemeinde. Nachdem er durch seinen Handschlag aufgehört hatte furchtbar zu sein, scheute sich niemand, gelegentlich' seinen Unmut zu reizen. Er mußte manchen Mutwillen und manche Unbill tragen, wie das bei einem gezähmten Gibbor immer zu sein Pflegt. Und Ivie in den meisten solchen Fällen gewöhnte sich Mendel auch an den Uebermut schwacher Menschen und hatte für dergleichen nur ein trübes, stilles Lächeln, das seinem überaus kräftigen markierten Antlitz zuweilen einen Ausdruck verlieh, der lebhaft an jenen elegischen ^Zug mahnte,, welchen die feinsinnigen' griechischen Künstler fast durchgängig am Kopfe eines ruhenden . Herkules verewigt haben. Erst vor einiger Zeit war etwas mit ihm vorgegangen, das' sein Wesen und auch seine Hantierung umwandelte. — Noch jüngst am fröhlichen lieben Vorfeiertag des Wochenfestes war er lustig in den Wald hinausgegangen, um frische Birkenzweige zum , Aufputz der lieben heiligen Schul zu holen; und er kam heim wie ein wandelnder Laubwald, so groß, oaß^er nur mit Mühe hindurch kam durch die weit geöffneten Türen des Gotteshauses. Als er das Innere mit, dem üblichen frommen Spruch betrat: „Wie erhübest ist dieser Ort usw.", klang seine.,Stimme voll und kräftig. Er fand' daselbst drei festlich geschmückte Frauengestalten; zu deren Füßen er seine Bürde niedcrlegte. Da stand die kleine aber mächttge, ehrfurchtgebietende Gestalt der steinalten, blinden Malkoh, die ihren ■ Namen, die Königin, mit Recht trug. Ihr Kopf, mit der Perlenbinde und der goldenen Haube geschmückt, war aufgerichtet. Ihre Augen, in die kein Licht von außen eindrang, waren dennoch klar und offen und vom. inneren, Lichte umstrahlt. Zwei rote Seiderlbänder, von der Haube hinunter auf den seidenen Brustlatz fallend, faßten ihr schmales, altersblasses Antlitz, ein. Der himmelblaue Brokatrock, mit Tressen besetzt, bauschte sich weit um sie, in reichen. Falten niederfallend von dem mit Wülsten umgebenen gelbseidenen Mieder. Ihr zur rechten stand in ähnlichem Festgewande die reiche alte Genendel, die in Leid und Freud bei keinem frommen Werke fehlte und jetzt einen Korb' mit geschnittenem Kalmus trug, den sie auf den Fußboden zu streuen bereit war. Zur linken Malkohs stand deren Enkelkind, die zarte Händele, den jungfräulichen Lockenputz in Ehrfurcht vor dem Gotteshause züchtig mit einem rotseidenen Tuch umhüllt, das Antlitz ein getreues Ebenbild der Großmutter, soweit die frische Jugendblüte dem höchsten Alter noch ähnlich sein kann. Sie hatte zwei Kränze um den Arm und drei Sträuße in der Hand, bestimmt Altar und heilige Lade zu schmücken. Froh und nmtig hatte Mendel seine Bürde zu den Füßen der Frauen, niedergelegt. Es tat ihm im tiefsten Herzen Wohl, als die alte Malkoh beim Geruch des'frischen Laubes die Hand mit den weißen Manschetten erhdb und mit klarer Sttmme sprach : „Mendel, das ist, wie der Bibelvers sagt: „Wie der Geruch vom Feld, der gesegnet ist von Gott, gelobt sei er!";... . ' (Fortsetzung folgt.) Vomier & Xaitscli I Tel.Hansa8l48. Frankfurt a.H., LiebfranenbergSS. ■ Specialhans für Unterkleider und Strümpfe.. ■ - Niederlage pohter Dr. Lahmann-Wäsche. | Kunst und Literatur* Deutsche, böhmische undpo lnische,Syna» . 8 o.gC n.t y.tz.e.n. ^Dom XIJbis Anfang des XIX. .Jahv- , hunderts.v Bon- Professor Drs^ng, Al.f r.e d Gr-otte. ^Mit.,'-S4 -Tafeln,' und. 60 ^WbWlnKn«. :, DaS. vorliegende Werk behandelt ein von der bisherigen : baugeschichtlichen Forschung über Gebühr vernachlässigtes Gebiet: deutsche, böhmische, polnische Synagogentypen vom frühen Mittelalter bis zum Beginn des XIX. Jahrhnn- , derts. . Der- Verfasser hat in dreijähriger Tättgkeit auf Grund einher Reihe an Ort und Stelle angefertigter Aufnahmezeichmmgen und Photographien eine Fülle unbekannten Materials in feinenr Buche vereinigt. Daß dieses Lücken aufweist, zahlreiche historische oder künstlerisch wichttge Gebäude noch, unberücksichtigt geblieben sind, liegt in der Natur der besonderen Aufgabe. Der Verfasser ist sich denn auch, wie er in der Vorrede bemerkt, wohl bewußt, daß sein Buch nur ein Präludium zu weiteren Forschungen bildet; wie wir hoffen, wird es ihm selbst ermöglicht werden, auf Grund seiner Studien sortzuarbeiten und das von ihm betretene Gebiet vollständig zu durchmessen. ' t - Zunächst ein Wort Wer, die architektonischen Aufnahm ezeichmmgen: Sie sind durchweg gelungen. Die klare Darstellung der Grund-- und Aufrisse, die Beifügung charakteristischer -Details und konstruktiv wichtiger Einzelheiten ermöglichen dem Fachmann ein gutes Verständnis der besprochenen Bauwerke. Besonders zu begrüßen ist die ausführliche zeichnerische und photographische Wiedergabe der eigenartigen-Ho.lzshnagoge zu Kurnik. Was die Auswahl der Maßaüfnahmen und die auf sie verwandte Sorgfalt anbetrifst, so zeichnet sich hierin das Werk vor manchen Publikationen ähnlicher Art vorteilhaft aus. Die Gliederung des Textes ist im gqnzen glücklich. Die erste Hälfte der Arbeit bringt in gedrängter Zusannnenstellung Angaben über die besonderen Erfordernisse des Shnagogenbaus, wie sie teils-schon durch die rituellen Vorschriften von Bibel und Talmud gegeben waren, teils im Laufe der Jahrhunderte sich zu dauernden Gepflogenheiten herausgebildet haben. Alles zum Verständnis der Architektur Wichtige wird hier erörtert und so zum zweiten Teil gut vorgearbeitet, der die eingehende Darstellung der vorhandenen Bauwerke, bringt. Diese sind nach ihrer architektonischen Zusammengehörigkeit angeordnet, die mit der historischen Aufeinanderfolge meist übereinstimmk. Die Einteilung leidet dadurch etwas an Uebeisichtlichkeit, daß der Verfasser es unterlassen hak, die zeitliche Erstreckunng der verschiedenen Typen gleich in de» Ueberschriften mit anzugeberr. Der Text zeugt von fleißigem Stndium der einschlägigen Literatur. Leider scheint man in Folge mangelnder Ueberlieferung bei der Datterung der Synagogen wie überhaupt in diesem ganzen Gebiet viel-auf Vermutungen angewiesen zu sein. Den breitesten Raum nimmt mit Recht die Beschreibung der Bauwerke nach ihrer architektonischen Seite hin ein; ergänzt durch die Zeichnungen und Photographien, läßt sie im Leser ein umfassendes Bild des Vorhandenen erstehen. — Von allgemeinem Interesse ist die Beobachtung des Verfassers, daß die alten Holzsynagogen Polens zum Teil über und über mit Malereien bedeckt waren, in denen zwischen Arabesken und Tiergestalten menschliche Figuren nicht fehlten. Auch hierin wird die landläufige Annahme widerlegt, als ob die Juden zu allen Zeiten die' Wiedergabe des menschlichen Körpers verpönt hätten. Llbbildungeu -dieser Malereien sind leider nicht beigebracht worden, dagegen zeigt eine treffliche Photographie ein Thoraschild aus der Prager Meysel-Synagoge, auf dem der Hohepriester und Judith in gettiebener Arbeit dargestellt sind. Sollte späterhin diese verdienstvolle Schrift, mit der der Verfasser zuin Dr.-Jng. promoviert hat, zu einem grundlegende» Werk über die Geschichte des Synagogen» bans in Deutschland, Oesterreich und Polen erweitert werden, so müßte gewissen Punkten, die meines Erachtens noch nicht genügend berücksichttgt worben sind, eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es -wäre zunächst, mehr als schongeschehen (und" in dem engen Rahmen der Arbeit geschehen konnte), die Geschichte der Juden in den betreffenden Ländern Mit in die iPanstelkung einzubeziehen, den» die Entwicklung der verschiedenen Synagogentypen ist ganz sprnnghast, bald setzt. sie hier, bald dort an. dauert eine Weile und erlischt plötzlich, was zu ihrem Verständnis die Kenntnis der wirtwirtschaftlichen und kulturellen Lebensbedingungen der zu Zeiten hart bekrönten Juden unbedingt erfordert. Auch müßte im.erhöhtem Maße durch stetes Vergleichen mit der zeitgenössischen Kunst letztgültig nachznweiser versucht werden, ob und imoieweit der jüdische Kultbau zu selbständigen Kunstleistungen Veranlassung gegeben hat. Läßt sich die besondere Baufchöpfung in ihrer Bedeutung doch erst dann richttg würdigen, wenn sie immer wieder in Beziehung zu der jeweilig erreichten Stufedes allgemeinen Könnens gesetzt wird. Besonderes Interesse böte die genaue Feststellung des etwaigen Anteils der jüdischen Baumeister an den Shnagogenbauten. Schließlich wäre noch mehr als es nach'unserer Ansicht der Verfasser bereits getan hat, das künstlerisch Wertvolle vom Minderwertigen , zu trennen, immer vorausgesetzt^ daß es nicht auf Kosten . des historischen Bedeutsamen geschieht.! Frankfurt a. M. Dr. ing. Siegfried Kracauer. Leutnant Sender. Aus seinen Feldpostbriefen zusammengestellt von Dr. M. Spanier. 80 Seiten. Hamburg, M. Glogau jr. ' Zu der Besprechung in der vorigen Nummer sei heute hinzugefügt: Die Behauptung von Sender befreundeter Seite, daß er Atheist war, wird von anderer Seite, die ihm nahe stand, angezweifelt. Wir geben auch der gegen-; teiligen Ansicht hiermit Raum. Senders Feldbriese, in denen.wir ihn als einen Menschen von ganz vorzüglichen Charaktereigenschaften kennen lernen, lassen nach der. religiösen Richtung keinen Schluß zu. ' [ RonnefeldtThee j X '5W-/moortRofii>eft.:d:.Franl«f.:r!“.M g ^TBMMirMII II i n i ul—im—niilliM i i ' ' ' Offaobaeh a. H. Telefon 183. (Anschluss mitFrankftnti- Bewährteste Tficpichralnloung (100,000 qmjährlich sowie unübertroffene Battenn. Battfedamralntgung mittelst Drnckluft and Wasserdampf. Kriegs-undFriedenskalend er fürdeu deutschen Feldsoldaten, Bürger und Lantrm a n n a u f d a s I a h r 1916. Mit Veiträgen von Karl Bröger, Dr. H. Dekker, Kart- Ettlinger, Dr. Ludwig Finckh, Dr. Kurt Floericke, Gorch Fock, P. Langbein, Hermann Löns, Wfons Petzold u. a. Heransgegeben von Anton Fendrich. Mit Zeichnungen von Fritz Bergen, R. Oeffinger und Willy Plmrck. Preis 40 Pfg-, Smmnler-Ausgabe Dkk. 1.—. Stuttgart, Franckh?- sche Verlagshandlung. -Ä .14 fSS: Wochen-Salender. (Zeitangaben nach dem Loacb.1 SamStag, den 18 Dezember i= 11. Tewea.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 llhr — Min, Sabbat-Ausgang in Frarüfutt a. M. 5 Uhr IS Min. in Berlin 4 llhr 45 Mm. Wochenabschnitt: Wajechi. — Jakob segnet seine Enkel Efrajim und Menasche und seine Söhne. Jakobs Tod. Josefs Tod. Ein interessanter revoluttonärer Zug läßt sich in der Bibel hinsichtlich der Erstgeboren, der geborenen Famiso doch nicht fein ideelles Vorrecht. Kain und Wel.' Jsmael niw Isaak, Esau und Jakob, Rüben und Josef, Menasche und Efrajim usw., stets muß der Erstgeborene dem . Jüngeren weichen. Denn Macht verlangt Pflichten, und wenn mit der Macht sich nicht die Pflichten vereinige», dann geht die Macht wenigstens ideell ihres Herrschaftsrechtes verlustig. " ' Wochengottesdienst in Frankfurt a. M. Morgens: 7 Uhr 10 Minuten in den meisten Synagogen (Bockenheim, Unterlindau 7 Uhr, Hauptsynagoge, Königsteinerstr. 7Ve Uhr). Abciüis: 4 Uhr in den meisten Synagogen (Königsteinerstr. 7 Uhr). _'__ i¥. Wlere^ Optiker, Liebtraueuatr. ,1... Brillen» Pincenez, fl^pernKlSser, Feldstecher! in jeder opt-mechan. Spielwaren I Preislage . EisenbabüBD, Dampfmaschinen, Laterna-Hagica, Kinematographas ate. Spende«. Beim Centralbüro der Zionistischen Förbe-- r a t i o n „M i s ra ch i", Altona, Markstr. 33, gingen ein: Dr. Jakob Möller-Spende der Tachkemoni- . _ ’ Schule. __ . (Durch Moritz S. Wolfs, Hamburg) aus Luzern: Samson Raphael Erlanger 10.— Mk.; Joseph Erlanger 10.— Mk.; Ploni Mmoni 40.— Mk.; Emanuel Herz, 4.50 Mk.. Lehmann Erlanger jr. 9.— Mk.; Dr. M. Erlanger. 4.50 Mk.; Frl. Zirzah Erlanger 2.— Mk.; Naphtt Erlanger .und.Frau 20.— Mk. , Paläftiua-Hilfswerk. (Durch Frau E. E. Bing, Hamburg) Frau Gustav Altmann, Challogeld 8.75 Mk.; Frau A., Hamburg 1.— Mk.; ferner Emil Bickhardt, Sttaßbnrg 20.— Mk. Bei der Rationälfondskommission (I. Heimann, Zeit 21) gingen ein: Palästina Notstands-Aktion. Jos. Bachrach anl. Jahrzeit 10.— Mk.; (Sam. Bachrach anl. Jahrzeit 5.— Mk.; I. ü. E. Spiro ank. Jahr-, zett 5.— Mk.; I. L. Goitein u. Frau gratulieren Dr. Eli Straustzb . Frmr, München zur Geburt der Tochter 1.- Mk. Allgemeine MMellungen. Die Firma „Porzellanbär", welche den meisten unserer Leserinnen bekannt sein dürfte, läßt es sich auch indiesem Jahre zur Weihnachtszeit angelegen sein, trotz der herrschenden Teuerung recht preiswerte Geschenke anzubieten. (Siehe Inserat.) Aufdas Inserat der Firma Gebr. Robinsoh-n.. in der heuttgen dkumnier sei auch «in dieser stelle hingewiesen. Das Inserat bringt eine Reihe für Geschenke , sehr., vorteilhafter und übermrs preiswerter Arttkel. Berekns-Kalender. Sonntag. Jüd. Wanderbund, Eschenh. Tor, 2 Uhr: , Wanderung Niederursel (Führer: W. Sündheimee)-...- --i—- S,erein f. jüd. Geschichte u. Literatur Hotel 'Schwan, 8Va Uhr: Juden im Orient (Königl.^'. . - Bibliothekar Dr. Heinr. Löwe, Berlin). Diontag. Zion. Bereinigung, Steinern.^ . HcmS. 8Ve Uhr:Die jüd.-deutsche Sprache in-der Literatur.^ (König!. .Bibliothekar Dr. Heinr. Löwe, Berlin). . Mittwoch. A- I- Jugendgrnpp'e u. Nachlaß Zmi, " 8sk Uhr, Theobaldstr. 5: Jüd. Ideen im Lichte der.( ...Zeit (Dr. A-Levy, München). - 4- Briefkasten. D^Der dieser^MgL verstorbene Professor Gustav länbeö/ Direktor des Siernschen Kvccservätornmrs in!

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